STAR WARS: THE BLOG AWAKENS
Oder: warum ich The Force Awakens hasse

"Brevity is the soul of wit." - Billy Dee Shakespeare

Disclaimer 1: Spoiler

In diesem Text wird ab diesem Wort gnadenlos und ohne Spoilertag und ohne weitere Warnung gnadenlos gespoilert. [0] Denn wie schon der Wolf-Dieter Adornenfelder gesagt hat: "Wir sind Männer und trinken zu unserem Kulturpessimismus keine Fanta."

Disclaimer 2: Dann hast du den Sternenkrieg nie geliebt

Im Rahmen der Identity Politics gilt es Farbe zu bekennen: Alteingesessene Leser dieses Blogs [1] werden sich erinnern: Star Wars was my first love. Oder so.

Seitdem mein Vater mir mit rund sechs zum ersten Mal Die Rückkehr der Jedi-Ritter auf Betamax mit nach Hause gebracht hat, war ich ein Superfanboy. Die Bücher, die Comics, die Spiele? Alles gelesen, abgepauscht, raubkopiert gespielt. Die kaputtspecialeditierte Version, in der Han Solo mit Lichtgeschwindigkeit ein Schleudertrauma erleidet, während er Greedos Laserschuss ausweicht? Im Kino und auf VHS [2] gesehen. Ich gehörte zu den Leuten, die Episode I gar nicht so schlimm fanden nachdem sie ihn zum ersten (lies: einzigen) Mal gesehen haben. Bei mir was das so, weil ich es mental nicht hinbekam mir einzugestehen, dass ein Star Wars-Film schlecht sein könnte. Does not compute. Das war aber auch in den Jahren als Limp Bizikit Millionen Platten verkauft hat. Vielleicht hat man uns damals einfach irgendwas ins Wasser gekippt. Hat schon seinen Grund, dass ernsthafte Filmkritiker immer Wodka trinken.

Erst mit Episode II kam die Entfremdung. Erst da gestand ich mir ein - während fünfhundert Jedi-Ritter sich in irgendeiner Arena mit zehntausend Klonkriegern und irgendwelchen Monstern rumkloppten, Natalie Portman ihren Bauch zeigen musste und ich mich fragte, was der 50er-Jahre-Diner-Blödsinn am Anfang des Filmes sollte und was George Lucas genommen hat, als er Dialoge wie "alles hier ist so glatt und flach, wie du" schrieb - dass dieser Film wirklich nicht gut ist. Wiiirklich nicht gut. Episode III schaute ich mir dann an, weil ich jetzt eh schon zwei Drittel in der neuen Trilogie steckte und... hey, wie man auch auf diesem Blog [1] lesen kann: Der dritte Film war... in Ordnung... im Vergleich zu den beiden Filmen davor. Eine ehrliche Ohrfeige statt hinterrücks 'ne rostige Eisenstange in die Kniekehle zu bekommen. Insofern: Ich kenne euren Seelenschmerz. Ich kenne das Bedürfnis, endlich einen eigenen Film mit dem Namen Star Wars zu haben, der mir das gibt, was Krieg der Sterne der Generation vor mir gegeben hat.

Und The Force Awakens ist dieser Film nicht.

Pussyfoot Strikes Again

Habt ihr auch im Netz die Szene gesehen, wo jemand aus dem Kino rauskommt und dann mit einer Gravitas, als verkünde er gerade den Sieg über die Achsenmächte, ruft: "It's good. IT'S GOOD!" Und die Leute draußen jubeln? Erinnerte mich an das hier.

Ich hatte gedacht, dass die Prequel-Trilogie den totalen Hype rund um Star Wars endgültig getötet hätte. Episode III: Der Rachen der Sith erschien immerhin mit einer kollektiven Begeisterung und Aufmerksamkeit, die irgendwo zwischen "neue Staffel Big Brother" und "stimmt, Mittwochs wird der Biomüll abgeholt" lag. Little did we know.

Star Wars war nicht tot. Für Kinder sowieso nicht, die haben Milliarden in Klonkriegerlego gesteckt und können mehr Jedi-Ritter runterrasseln, als ich schnauzbärtige Bundesligaspieler. Aber, wie sich jetzt zeigt, auch für Erwachsene war die Reihe nicht tot. Star Wars befand sich im Dormanz-Zustand. Wie ein ausgerottet geglaubter Virus. Wie ein formwandelndes Alien unter einer Forschungsstation in der Antarktis. [3] Star Wars-Fans sind die Ur-Christen, die sich insgeheim zum Midichlorianer zählen in den Katakomben getroffen haben, während Nero Lucas Zunder gegeben hat. Wie richtig lag doch Philip K. Dick als er schrieb: "The Empire never ended." Der Fan erwartet nach den Jahren in der Wüste der Prequels den Messias und der scheint endlich gekommen zu sein und uns alle in Abrams Schoß zu führen. Und ein gesunder Messiasnismus war noch nie sonderlich gut im Umgang mit Kritik.

Hier ist das Ding: Man muss sich schon echt Mühe geben, um zu erklären, warum The Force Awakens (ab hier TFA, weil ich nicht nach Anschlägen bezahlt werde) ein "schlechter" oder ein "schlecht gemachter" Film sei. Man muss schon viel ausblenden, wenn man tatsächlich mitten in der Vorstellung unter wütenden Flüchen den Kinosaal verlässt, weil das alles so schrecklich ist. Und diese Leute ruinieren für alle anderen von uns sehr, sehr viel...

Aber das ganze "pussyfooting" um den heißen Brei herum? Die ganzen Schreiberlinge, die Disclaimer - teilweise gleich zwei! - vor ihre Star Wars-Texte setzen, weil sie nicht voll auf der derzeitigen "95% frisch"-Linie bei Rotten Tomatoes liegen oder weil die direkte Reaktion auf Spurenelemente von Kritik ein "Hater" oder "Clickbait" ist oder die Beschwerden kommen, dass es kein Recht darauf gibt alles zu kommentieren? Oder die Beschwerde, dass anderen Leuten in solchen Texten die Möglichkeit genommen wird, die Filmerfahrung so zu machen, wie "sie selbst" das möchten? Wenn das der neue Standard für "kulturelle Großereignisse" ist (und das ist TFA ohne Zweifel, wobei Sie selbst entscheiden dürfen, in welcher Schriftgröße Sie "Kultur" schreiben möchten), dann können wir den Laden hier dicht machen. [4]

Aber gut, ich wollte ja erklären, warum ich TFA so hasse, denn das tue ich offensichtlich. Wurde mir zumindest so kolportiert.

Was soll ich mit 'nem geformten Charakter?

Ist The Force Awakens gut? Ich weiß es nicht. Er ist unterhaltsam, was auch immer das wert sein mag. Der Film hat eine Laufzeit, die deutlich über meine inzwischen heißgeliebte 90-Minuten-Grenze hinausragt... aber ich habe mich an keiner Stelle gelangweilt. Anders als bei The Dark Knight hatte ich nicht das verzweifelte "zwei Stunden und wir führen 'nen Subplot ein"-Augenrollen. Anders als bei Avengers 2: Rage of Voltron hatte ich nicht beim Rausgehen aus dem Kino das Gefühl, dass in den drei Stunden ein guter Blockbuster von anderthalb Stunden steckte. Das ist also vielleicht schon etwas wert.

Ich habe mich auch nicht für diesen Film geschämt. Keine völlig offensichtlichen Rassismus-Aliens. Keine Plattfuß-Schlappohren, die in Bantha-Kacke treten. Keine Romanzen-Dialoge, die klingen, als habe George Lucas einfach einer Chatterbox "ich liebe dich" geschrieben und die Antwort dann einer zweiten Chatterbox geschickt und geguckt, welcher "Dialog" sich daraus entwickelt. Kein gewichtsloses CGI-Massengehobel am Ende, das aussieht, als enstamme es der Resterampe eines Command-&-Conquer-Spiels aus den frühen 2000er. In der Hinsicht gilt für den Film: Kannse nix von sagen. Und wie wir Ostwestfalen wissen: Nicht gemault ist schon gelobt.

Was J.J. Abrams kann - und das hat er seit Lost unter Beweis gestellt - ist das Schreiben von Figuren, die der Zuschauer mögen und mit denen er mitfiebern kann. Und das gelingt ihm auch hier: Oh boy, gelingt das hier. Wenn es etwas an diesem Film gibt, dass sogar ich als hervorragend bezeichnen würde, dann ist es die Art, wie neue Helden eingeführt wurden, die funktionieren.

Das ist kein vergiftetes Kompliment, das irgendwo ein "also im Vergleich zur Prequel-Trilogie" enthält [5]. Das meine ich völlig ironiefrei: Abenteuer-Franchises versuchen sich seit Jahren an dem "Generationenwechsel" und ein Film nach dem anderen scheitert daran. Die Hard V versucht die Faustfüße dem Sohn von John McClane zu übergeben. Indiana Jones and The Movie We Pretend Never Happened führte seinen Greaser-Sohn in der Hoffnung ein, dass sich um Kebab LeBeuf ein eigenes Franchise aufbauen ließe. Und in beiden Fällen hat das Publikum relativ deutlich gesagt: "Danke, aber wir sind hier wegen der alten Säcke... und nicht für 'ne moderne Version von Stop! Oder meine Mami schießt!." Und Recht haben die Leute...

Dieses Risiko ging auch TFA ein: Was wenn das Publikum den Film verlässt und total begeistert davon ist, dass Han Solo sich selbst mit 90 noch irgendwie anfühlte wie Han Solo [6] aber für die neuen Figuren eine Verachtung verspürt, die zwischen der Verachtung für Jar-Jar Binks, dem Kinder-Anakin (dessen Leben die Prequels ruiniert haben) und dem Teenager-Anakin (dessen Karriere die Prequels ruiniert haben) liegt? Das war nicht auszuschließen.

Und das passiert nicht. Gar nicht. Wir haben 'ne selbstbewusste, kompetente Actionheldin als eine der beiden Hauptfiguren, die auf jeden Fall Chemie mit Adam Driver hat und weitere Filme tragen kann. Wir haben 'nen welpenäugigen Ex-Sturmtruppler, der charmant tolpatschig daher kommt, das Herz am rechten Fleck und 'ne Lederjacke an hat und an seiner Rolle in der Welt noch Wachsen wird. Und, wenn auch nur am Rande: Wir haben 'nen supercoolen [7] lateinamerikanischen X-Wing-Piloten, von dem ich - als oller Wedge-Antilles-Fanboy - im Film gerne mehr gesehen hätte und der wohl früher oder später seinen eigenen (jedifreien) Film bekommen wird.

Der Vorwurf, dass TFA eine reine Nostalgieveranstaltung sei? Greift nicht. Der Film musste Identifikationsfiguren für eine neue Generation liefern und das tat er in einer Form, die in Star Wars das letzte Mal stattgefunden hat, als Billy Dee Williams als Lando Calrissian die Cloud City betrat. [8] Und der Umstand, dass hier Mädchen und POC ihre Actionhelden finden, die weiße Jungen sicher locker genau so als Vorbilder ansehen werden? Cool. Echt cool.

Und BB-8? Ist tatsächlich der sympathischste Filmroboter seit Wall-E oder den sassy Daleks. [9] Und ich habe mich ernsthaft darauf eingestellt, dass ich BB-8 hassen werde, nach dem ganzen "awww cute"-Geheische im Vorfeld. Aber, nope, Fehlanzeige. BB-8 verdanke ich sogar den ehrlichsten Lacher des Filmes, als er Finns "Daumen hoch"-Geste mit einem "Schweißbrenner hoch" beantwortet. BB-8 hätte ganz leicht Jar-Jar Binks werden können. Stattdessen ist BB-8 das geworden, was Jar-Jar Binks hätte sein sollen. Such is life.

Selbst Harrison Ford als Han Solo funktioniert irgendwie, wenn man von der gebrochenen Hüfte einmal absieht. Nach dem Altersheim-Ausflug, den er als Mann mit Hut und Peitsche unternommen hatte, wollte ich keine weitere tattergreisige Darstellung als geriatrische Knitterface-Variante meiner Kindheitshelden. Und, ja, Ford lehnt mir teilweise ein bisschen zu sehr an der vierten Wand, aber - anders als in Kristallweizen - hatte ich das Gefühl, dass er hier wirklich Spaß hatte und wirklich mit Verve bei der Sache war, ohne dabei die neuen Figuren zu überschatten. Vielleicht weil er endlich seinen, seit dreißig Jahren gehegten, Wunsch bekommen hat, dass Han Solo an Altersschwäche sterben darf?

Was mir im Detail dann doch zu schnell ging, waren die Beziehungen der Figuren zueinander: Nach einer Flucht von einem Imperialen Sternzerstörer [10] sind Finn und Poe direkt die besten Kumpels ever? Minuten nachdem er weglaufen wollte, setzt Finn Himmel und Hölle in Bewegung, um Rey vom gefährlichsten Ort der Galaxis zu befreien? Der Fairness halber: Auch im ersten Krieg der Sterne macht Han Solo diesen Wandel relativ zügig durch, aber ich halte "in einem 40 Jahre alten Film ist das aber auch so" nicht für die ultima ratio wenn es um Plotting und Figurenentwicklung geht.

Die graue Seite der Macht

Und so begeistert ich von den neuen Helden bin: Die Schurken im neuen Film haben mich noch nicht so überzeugt. Was mir zu bedenken gegeben wurde und tatsächlich stimmt: Der von Adam Driver, dem unehelichen Klon vom jungen Keanu Reeves, dem jungen Neil Gaiman und dem jungen Kyle MacLachlan in Dune, gespielte Kylo Ren (Solo, Ben... und irgendwelche Fantheorien um die Buchstaben "Kyr" gibt es sicher auch schon) hat mit seiner motzigen Teenager-Art, seinen Stimmungsschwankungen und Ausrastern (nach denen er sich auf seinem Zimmer einschließt und sich alte "My Chemical Romance"-Alben anhört) tatsächlich genau den Wesenszug, der ihn für die dunkle Seite der Macht anfällig machen würde. Insofern ziehe ich meine erste Kritik zurück und sehe, das hier sinniger Raum für Entwicklung in weiteren Filmen vorhanden ist. Und selbst mit der Emo-Teenie-Nummer (dem die dunkle Seite des Drei-Wetter-Taft dabei hilft, auch unter dem Helm immer volles, voluminöses Haar zu behalten) hat der Bub mehr Präsenz und mehr Figurentiefe als alle siebenhundert Schurken aus der Prequel-Reihe zusammen und funktionierte tatsächlich besser, als der junge Anakin Skywalker, den wir alle nie sehen wollten. [11]

Wenn aber Kylo Ren aufgebaut wird als die Figur, die sich im Verlauf der Reihe erst zum richtigen Hauptschurken (mit möglicher Erlösung am Ende, weil wir Wiederholung mit Tausendgesichtigkeit verwechseln) entwickeln soll, dann hätte dieser Film einen richtigen richtigen Schurken vertragen. Gut, offiziell ist der Grand Poobah Snooker der Hauptbösewicht, der Imperator zu Kylo Rens jungem Darth Vader, aber der tut im ganzen Film eigentlich nichts anderes als sich gelangweilt auf seinem Holothron rumzulümmeln, wie Abraham Lincoln nach drei Packungen Zwieback.

Und auf den Hinweis, dass doch der Imperator im ersten Krieg der Sterne auch nicht aufgetaucht ist, möchte ich erneut erwidern: "40 Jahre alte Filmskripts, die in irgendwelchen Tümpeln hocken, sind keine Basis für irgendeine moderne Filmgestaltung." Außerdem musste er das auch nicht, weil Vader im ersten Film - als Lucas noch davon ausging, dass das einfach nur der Leiter der Weltraum-SS sein wird [12] - auf einer ganz anderen Ebene bedrohlich wirkte, als es Kylo Ren tut und weil der erste Film Großmufti Wilhuff Tarkin hatte. Und wie wir alle aus diesem Blog wissen, wenn es einen Star Wars-Schurken gibt, den ich bis aufs letzte als großartigsten Bösewicht verteidigen werde, dann ist es Wilhuff Tarkin, der preußischste aller kriegsverbrecherischen, imperialen Offiziere.

Jetzt werden Sie, lieber Strohmann den ich gerade konstruiere, einwerfen: "Ey, du Troll, der neue Film hat doch mit Hux einen imperialen Offizier, der auch einen Todesstern hat. Sogar einen viel größeren Todesstern." Darauf möchte ich antworten: Stimmt. General Hux. Den es gibt, weil Abrams - hier greife ich vor - die Trias Imperator, Vader, Tarkin mit seinen Playmobil-Figuren nachstellen muss. Und der würde in der Rolle auch total super funktuionieren, wenn er nicht rothaarig sowie vierzig Jahre zu jung wäre und ansonsten - außerhab seiner Sportpalastrede - ungefähr so bedrohlich wirken würde wie General Motti. Es mag unfair sein, irgendeinem Schauspieler vorzuhalten, dass er halt nicht Peter Cushing ist... aber Domhnall Gleeson ist halt nicht Peter Cushing.

Oh, und dann ist da ja noch die voll coole Captain Phasma: Eine Frau. In einer lässigen, silbernen Rüstung. Deren Aktivität im Film aus einem Re-Enactment dieser Szene besteht. ... Yeah. Not so much.

Unter Palpatine war nicht alles schlecht

Irgendwann, während ich mit dem Blog mal kurz Zigaretten holen war, hat sich eingebürgert, dass jede Form von Kritik "Erbsenzählerei" ist. [13] Das liegt unter anderem daran, dass sich in unserer Abwesenheit so bescheuerte Videos wie "Everything Wrong With [Title] in [number] Minutes or Less" als Meme verbreitet haben und Pappköppe wie der Nostalgia Critic zu so etwas wie "kultureller Relevanz" gelangt sind, die das Nacherzählen von Filmen und das Hinweisen auf Anschlussfehler mit echter Kritik verwechseln. Oder ihre Fans tun das. Und als Gegenbewegung ist, zumindest in Teilen des Netzes, auch die Kultur aufgekommen, dass selbst begründete Kritik mit dieser Form der Erbsenzählerei gleichgesetzt wird. Beides ist falsch.

Kritik an der eher blassen Schurkenseite? Keine Erbsenzählerei. Auch keine Erbsenzählerei, auch wenn es dazu führen kann: Kritik daran, dass J.J. Abrams sich nicht die Zeit nimmt, den neuen Status Quo gute 40 Jahre nach der Schlacht von Yavin auszuleuchten. Wir haben also als politische Entitäten in der Galaxis: Die Erste Ordnung (First Order), die Neue Republik (New Republic) (nach 40 Jahren so etwas wie die "neuen Bundesländer") und den Widerstand (Resistance). Nur dass deren Rollen zueinander im ganzen Film nicht definiert werden.

Replik 1, aus dem echten Leben: "Willst du wieder so eine langweilige Politgrütze wie in den Prequels?" Nein. Aber man hätte das politische System in einer kurzen Szene diskutieren können und dann weiterziehen.

Replik 2: "Aber Krieg der Sterne hat auch nicht erklärt, wie das Universum aufgebaut ist." Musste der Film auch nicht: Hier sind Weltraumnazis (groß), da sind die versprengten Rebellen (klein). Es gibt 'nen Imperator und die Demokratie ist abgeschafft. Noch Fragen? Nein? Weiter geht's. Aber das hier ist nicht dieser Film. Das hier ist 30 Jahre nach einer etablierten Chronologie, da sind Fragen legitim.

Ich habe keine Ahnung, warum es 30 Jahre nach Endor immer noch einen Widerstand gibt. Ist das Imperium zerbrochen? Ist die Erste Ordnung alles, was vom Imperium übrig ist? Ist das Imperium balkanisiert? Hat die Neue Republik nur ein Sonnensystem unter Kontrolle und ist ansonsten immer noch in der Minderheit? Welche Ressourcen hat die Erste Ordnung? Ist der Widerstand der militärische Arm der Republik? Eine eigene politische Entität? Wenn ja: Was ist ihr Ziel? Irgendwas?

Mein Gefühl am Ende des Filmes war: Die Erste Ordnung ist mit ihrer planetengroßen Superwaffe und den Sternzerstörern besser aufgestellt, als die Republik, wenn man ganze Planeten überfallen und terrorisieren kann. Die Republik schien der Underdog zu sein. Diese Website hingegen behauptet dass die Erste Ordnung eine Terroristengruppe ist und die Republik so etwas wie die USA. Was an keiner Stelle dem Balancegefühl des Filmes entsprach und die - erbsenzählerische - Frage aufwirft, wie der Underdog (und die Bösen sollten in so einem Film nie der Underdog sein) es geschafft hat, eine solche Waffe unbemerkt zu bauen.

Ich hatte auch keine Ahnung, welcher Planet da gesprengt wurde: Ich dachte, es sei Coruscant. Dann lese ich: Es ist Hosni Prime. Das aber aussieht wie Coruscant. Und Sitz der Regierung der Republik ist. Im Film erfahre ich nichts davon. Wir bekommen eine "Leute starren in das Licht des Todes"-Szene, wie sie seit Independence Day etabliert ist, und ansonsten keine weiteren Informationen, was die Zerstörung dieses Planeten bedeutet oder warum das für uns von Relevanz sein sollte. Zum narrativen Problem dieser Methode komme ich gleich noch, aber so ist es: "Okay. Die haben 'ne Superwaffe. Been there, done that."

Gestern kam der Einwand, dass aber ja im Krieg der Sterne Alderaan auch nicht detailliert ausgearbeitet war und wir nicht gesehen haben, warum der Planet wichtig ist. Mussten wir auch nicht, denn wir hatten einen menschlichen Anker: Wir wissen, dass Alderaan der Heimatplanet von Prinzessin Leia ist. Wir sehen ihre Reaktion, wir verstehen auf einer emotionalen Ebene, warum uns das bewegen sollte. [14]

Das ist in TFA nicht der Fall. Die Zerstörung von Hosni Mubarak Prime ist Kurzschrift für "große Bedrohung". Raymond Chandler sagte mal, dass immer, wenn er in seinen Stories nicht mehr weiter weiß, er eine Figur mit 'ner Pistole in der Tür erscheinen lässt. J.J. Abrams lässt halt Städte und Planeten kaputt gehen, um zu zeigen, dass eine Gefahr besteht: New York. San Francisco. Vulkan. Hosni Prime. Nur, ohne emotionalen Ankerpunkt (oder eine Verbindung zu diesem Planeten) bleibt das eine hohle Geste, die auf einen pawlowschen Reflex setzt, den ich nicht als gegeben sehe. Der Tod von Han Solo hat emotionale Wirkung, weil wir uns mit der Figur verbunden fühlen. Der Tod von - vermutlich Milliarden? - Lebewesen auf Hosni Prime hinterlässt als Spur nur: "Ah, ja. Todesstern. Kenne ich. Verstehe ich."

Und kommt mir nicht damit, dass das alles in irgendwelchen Büchern, Comics oder Videospielen erklärt wird: Wenn ich 'nen Film sehe, erwarte ich, dass alle relevanten Infos in diesem Film enthalten sind und ich mir nicht 'nen Ausdruck der Wookiepedia mit ins Kino nehmen muss, nur um zu verstehen, wie der Stand der Dinge ist. Und wenn erzählerische Lücken mit "Headcanon" gefüllt werden müssen, dann hat der Autor seinen Job nicht ausreichend erledigt. Selbsttest: Wenn die Phrase "ich gehe davon aus, dass" in der Antwort auf die Frage "Wieso ist das so?" vorkommt? Plotloch.

(An der Grenze zwischen Erbsenzählerei und Kritik, darum nur kurz: Chewie war schon immer ein großes Baby. Aber in diesem Film hatte das etwas von Gimli aus den Herr der Ringe-Filme.)

Des Weiteren: Jim Henson und Ray Harrihausen sind leider beide tot, so dass ich ihnen nicht mehr danken kann. Die zwei größeren CGI-Figuren in TFA, deren Namen ich jetzt nicht suchen will? Der schwabbelige Schrotthändler auf Jakkooine und die weibliche Nicht-Yoda-Brillenschlange auf dem Waldplaneten, die so mysteriös war wie The Sphinx? Puuuh. Der CGI-Jabba aus der Special Edition sieht echt nicht gut aus. Die CGI-Figuren aus den Prequels sind grotesk schlecht gealtert. Und beide genannten Figuren aus dem aktuellen Film wirkten schon jetzt nicht, als ob sie in der gleichen Welt wie die Schauspieler existieren. Und das hier ist ein Multimillionen-Film aus dem Hause, das Pixar unter Vertrag hat. Die Latexmasken und Kostüme waren mir da deutlich lieber. Und da Disney ja auch Jim Henson's Creature Shop besitzt: Können wir die bitte im nächsten Film die neuen Aliens entwerfen lassen? Ich nehme lieber 35 Jahre alte Skekse als noch 'nen Dexter Jettster.

Und dass Rey am Ende Han Solo und Luke Skywalker ist, ist mir doch ein bisschen viel des Guten. Aber die Diskussion habt ihr mir mit eurer ""Mary Sue"-"Sexismus"-Sandkastennummer schon verleidet.

Sacht Abrams zu Bebrams...

Comicautorin Gail Simone hat heute den Tweet verfasst: "That really is how it's supposed to be. From Superman to Star Wars, these shared tapestries, they need fresh vision." Und der Aussage würde ich zustimmen. Damit kommen wir aber zu dem Punkt, an dem weite Teile der Kritik (Imperium) und eine kleine Gruppe (Rebellen) voneinander abweichsen. Ich sehe die frische Vision nicht und sehe da ein Problem. Ich würde sagen, dass das Problem J.J. Abrams heißt, aber das wäre unfair. Abrams ist nur das derzeit sichtbarste Symptom einer Seuche, die weite Teile des Mainstream-Kinos erfasst hat: Rebootorrhoea.

Reboots (respektive Remakes, ich nutze das hier mal illegitimerweise synonym) sind nicht von Natur aus verwerflich oder schlecht: Das Battlestar Galactica-Reboot hat uns 'ne halbwegs brauchbare TV-Serie gegeben. [15] Scarface von 1983 hatte das, was Scarface von 1932 dringend benötigte: Einen von Giorgio Moroder produzierten Soundtrack. Und, hey, Dredd. Dredd.

Aber das sind alles Filme und Serien, die sich trauen, sich von ihren Vorgängern entfernen. Auf der anderen Seite der Medaille stehen völlig vergessenswerte Egalitäten wie das zahnlose Remake von Robocop, der x-te banale Terminator-Film seit Judgment Day, das hirn- und substanzlose NuTrek... oder eben Reboots wie Jurassic World, die offiziell Sequels sind, aber ganz eindeutig als Startpunkt eines neuen Franchises oder zumindest einer neuen Iteration stehen sollen. Was legitim ist, aber nur dann feiernswert, wenn ich das Gefühl habe, dass die Filme etwas Neues zu sagen haben. Und Jurassic World hatte 10.000 Anspielungen auf die ersten drei Filme - vom Vintage-T-Shirt bis hin zum klassischen "wenn es schwer ist, ist es teuer...leg es wieder hin"-Nachtsichtgerät. Aber er hatte keine eigene Identität, nichts außer Anspielungen und nachgebauten, altbekannten Szenen und langweiligen, strunzendämlichen Figuren.

Und damit hat TFA schon einen klaren Vorteil gegenüber Jurassic World: Gute Figuren und einen Film, der nicht langweilig ist. Siehe oben. Aber - und das laste ich J.J. Abrams an - auch dieser Film nimmt Teil am beliebtesten Massensport der modernen Kinolandschaft: Bouillabaseball Fanservice. ... So viel Fanservice.

Ich mag es, wenn ein Film mir Referenzen präsentiert, die nicht total offensichtlich sind. Wenn ich hier und da erkenne, worauf sich ein Film bezieht. Wenn im Raumschiff des Predators (Zwei) ein Alien-Schädel hängt. Wenn ich in Moon ganz klar die Handschrift von Douglas Trumbulls Silent Running erkennen kann. Wenn die Nationalhymne von Caprica, die im Hintergrund gespielt wird, das Titellied der alten Serie ist. Nervig wird es, wenn ich das Gefühl habe, dass sich im Kino der als J.J. Abrams verkleidete Mario Barth auf den Sitz neben mich setzt, mir alle zwei Minuten mit einem "kennste, ne, kennste" in die Rippen pufft und dabei seine Hand langsam in Richtung des Reißverschlusses meiner... ihr wisst worauf ich hinaus will.

TFA dreht alle Nostalgie-Regler auf 11. Nur sind durch Nostalgie ausgelöste Endorphine noch nicht das gleiche wie richtungsweisendes Kino. Guck, hier liegt ein AT-AT im Sand. Da liegt ein imperialer Sternzerstörer. Und jetzt hat Finn den kleinen Laserschwebeball aus Krieg der Sterne in der Hand. Und jetzt stellt er aus Versehen das 3D-Schach an (mit den Stop-Motion-Figuren als Kontrast zu den CGI-Biestern), bei dem der Wookie gegen den Goldknaben gewonnen hat. [16] Guck mal, der Tusken der auf 'nem Bantha reitet ist jetzt ein anderes Viech und das Bantha hat jetzt 'nen Companion Cube auf der Rübe. Kessel Run in 14 Parsec. 14? 12! Und, hier: Das ist genau die gleiche Einstellung, in der Han Solo in einem Korridor auf dem Starkillerkillerplaneten auf die erstgeordneten Sturmtruppler schießt, wie in Krieg der Sterne nach der Befreiung Leias aus der Zelle. Und, hey: Müllschacht-Anspielung. Oder hier: Das im Schnee steckende Schwert, das Emo Ren mit der Macht da raus ziehen will... Einstellung für Einstellung wie die Szene, in der Luke auf dem Eisplaneten Hoth [17] von der Wampa-Eiskreatur als Räucherschinken an den Füßen aufgehängt wurde. Kenste, ne, kennste?! Und bei Bedarf klaut Abrams halt bei sich selbt: Figuren sehen planetare Zerstörung (nitpick: physikalisch unmöglich) von einem anderen Planeten aus? Funktionierte für den Eismond und Vulkan, funktioniert für 'ne Waldwelt und Hoschi Prime.

Es ist die schiere Menge an "Referenzen", die mich so in die Verzweiflung treibt, der Umstand, dass ich das Gefühl habe, dass jemand mal mit Abrams über seinen Fetisch reden sollte und er stattdessen dafür gefeiert wird, dass er filmisch noch nicht einen einzigen eigenständigen Gedanken gezeigt hat. Star Trek lebte davon, dass er bestehende Figuren und Konstellation aufgegriffen hat und sie dann "sexier" machte. Und dann im zweiten Film einfach jeden Weltraum-Schlockbuster ever mit riesigem Budget kopierte und die Schlusssequenz aus Wrath of Khan mit Fingerfarbe aufs Storyboard geschmiert hat, jede Subtilität durch ein Raumschiff, das 'ne Stadt zerstört (was echt gut sein kann) ersetzte und dann noch Spocks und Kirks Rollen vertauschte. Kunst. Mir blutete das Herz, als ich heute lesen musste, dass Mark Kermode der Meinung ist, mit Super 8 habe sich Abrams schon als würdiger Nachfolger von Spielberg erwiesen. Das ist so als ob man den Igels zugesteht, sie seien legitime Nachfolger der Eagles! [18]

Aber es ist ja nicht nur so, dass der Film sich auf der Mikro-Ebene bekannte Momente borgt: Das hier ist ein "retelling". Oder ein "stealth remake". Das hier ist kein würdiger Nachfolger zu Krieg der Sterne... das hier ist nämlich Krieg der Sterne. Ich hatte im Kino noch die Diskussion. Die Gegenposition scheint zu sein: "Aber das erwartest du doch, wenn du 'nen Star Wars-Film siehst. Das ist es doch, was Star Wars ausmacht." Und dazu möchte ich in einer schrecklichen Restaurant-Analogie anmerken: Wenn ich in einem Restaurant ein Drei-Gänge-Menu bestelle und der erste und der zweite Gang das gleiche Gericht sind, nur dass es jetzt statt Kartoffel-Wedges dazu Fritten gibt und das Cordon Bleu jetzt Gordon Bleu genannt wird... dann mag das auch in diesem Durchgang immer noch echt lecker und ein gut gekochtes Essen sein. Es ist aber nicht das, was ich vom Koch gerne gesehen hätte.

Ein "Tattooine", wie es auch hieße, bleibt doch auch ein Wüstenplanet. Auch als "Jakku". Selbst als "Arrakis". Ein weißgekleidetes Bauernkind mit mysteriösen Eltern, das eine R2-Einheit findet ist auch als weibliche Schrottsammlerin mit einer BB-Einheit nicht massiv anders. Han Solo ist Ben Kenobi. Und dann geht es in die Bar, weil wir eine Bar-Szene brauchen. Inklusive einem Band-Shot und einer Figur, die mit einem Schmuggler und dessen Kopiloten darüber verhandelt, ob diese ihn aus dem System bringen können. Im großen Showdown verbindet Abrams dann die "Ben Kenobi lässt sich wegsäbeln"-Szene mit "Luke, ich bin dein Vater". Sogar optisch: Weil man in Cloud City keine Geländer an den Gängen hatte, hat das Imperium die erste Ordnung entschieden, dass lange Brücken über tiefen Gräben ohne Geländer für 'ne böse Organisation total super sind. Sith kennen keine Arbeitsschutzrechte! Die Szene funktioniert, aber sie baut nicht auf der Vision eines Regisseurs auf, sie baut darauf auf, dass uns die optische Darstellung automatisch die Signifikanz der Szene erklären wird, weil wir aus Kershners The Inland Empire Strikes Back schon über den visuellen Impuls wissen: "Das hier ist ein Ort an dem Dramatisches passiert!"

Wir haben einen Todesstern. Schon wieder! Das war schon in den Büchern nicht mehr tolerabel. Und den schon wieder rauszukramen? "Aber, aber... dieser Todesstern ist fünf Mal so groß wie der Original-Todesstern und kann mehrere Planeten gleichzeitig in weit entfernten Planetensystem zerstören." [19] Law of diminishing returns. Wrestling-Manager Jim Cornette hat mal geschrieben, dass wenn die Matches im Wrestling immer brutaler werden und man sich tatsächlich verletzt, die Wrestler bald doppelt so hart zuschlagen müssen, um beim Publikum die halbe Reaktion zu erzielen. Gleiches Prinzip: Starkillerkillerplanet ist drei mal so groß wie der Todesstern. Zerstört drei mal so viele Planeten wie der Todesstern. Wird er im kulturellen Bewusstsein ein Drittel so verankert bleiben?

Aber, hey, wir bekommen unsere Luftschlacht über dem neuen Todesstern. Inklusive kurzem Grabenflug. Weil das Star Wars ausmacht: Todessterne und Grabenflüge. Nur, dass beim Anflug niemand dabei ist, der uns wirklich interessiert. Poe ist cool, aber kein Protagonist. Die ganze Flugschau findet irgendwie nebenbei statt, bindet daher emotional nicht wirklich und löst sich am Ende in Explosionen und Wohlgefallen auf. Poe jagt den Planeten in die Luft, weil kein Todesstern einen Angriff einer handvoll hyperraumfähiger, inzwischen 40 Jahre alter Raumjäger überlebt. Gut, konnte keiner mit rechnen, dass das drei Mal funktioniert...

Dazu passt auch, siehe oben, das der ganze Film sich anfühlt, als sei die Erste Ordnung immer noch die dominante Kraft in der Galaxis und als sei Leia weiterhin ein General der Rebellion. Abrams nennt es sogar den Widerstand: Der Film bleibt in seiner Darstellung der galaktischen Realität so vage, dass Abrams die exakte Situation und Rollenverteilung aus Krieg der Sterne zitieren kann: Plucky, underdog rebels versus mean galactic fat cat fascists.

Dieser Film ist nicht "stellenweise etwas stark von Episode IV und V inspiriert": Dieser Film ist Episode IV, nur dass die Flügel ihn aerodynamischer und die Rennstreifen ihn optisch attraktiver machen.

Wenn das eure Vorstellung und Erwartungen erfüllt, dann freut mich das für euch und dann gönne ich euch das. Allein, ich bekomme es nicht hin: Einen unterhaltsamen Nostalgie-Trip stricken, das muss man erst einmal schaffen. Das gestehe ich Abrams zu. Aber das als richtig großen Wurf zu feiern? Darf ich mich da noch bedeckt halten? So wie bei der Antwort auf die Frage: "Was denkst du denn, wie ein Star Wars-Film aussehen sollte?"

Abrams kann einiges, das schlechtere Regisseure nicht können: Er kann amüsante Dialoge. Er kann knisternde Figurenbeziehungen. Er kann Figuren, die charmant und interessant sind. Er kann Nostalgie. Und all das hier ist in jeder Hinsicht meilenweit besser als der unerträgliche Star Trek Into Darkness-Rotz. Ich weiß nur nicht, ob Abrams "eine eigene Stimme" besitzt oder nur in knalligerer Form Dinge nachstellen kann, die er als Kind bei anderen Regisseuren gesehen hat. Momentan tendiere ich dazu, die laufende, sprechende Nostalgiemaschine eher in der zweiten Hälfte der Antwort einzuordnen. Und ich frage mich, ob er in der Lage ist, eine vollständige Geschichte zu konstruieren. Zusammen mit Damien Lindeloff hat er bei Lost bewiesen, dass er Rätsel um Rätsel schreiben kann, ohne dass er weiß, wie die Rätsel am Ende aufgelöst werden sollen. Da ist es konsequent, dass er nach diesem Film das Boot verlässt und zwei andere Leute Skript und Regie übernehmen werden. Ich bin noch nicht überzeugt, ob die neuen Filme - jenseits des Aufstellens der Spielfiguren - tatsächlich eine klare Strategie und Antwort auf alle Fragen bis zum Endspiel haben.

Generation Boss Nass

Was mir mit dem Ende des alten Expanded Universe fehlen wird: Mara Jade und Großadmiral Thrawn. Letzteren hätte ich echt gerne auf der Leinwand gesehen. Was mir nicht fehlen wird: Der siebzehnte Todesstern (den wir vielleicht ja in den Filmen doch noch sehen) und Flippflupp the Hutt, weil bekanntlich alle Ganoven in dieser Galaxis Schnecken sind. Fette Schnecken.

Interessant aber auch, dass abgesehen von einem "bring balance to the force" scheinbar die Prequels völlig ignoriert wurden. Nicht, dass das jetzt eine schlechte Entscheidung sein muss. Sie ist nur das: Interessant. Einmal wegen der Frage, wie die Prequel-Kinder (inzwischen selbst in ihren Teens und Twens) auf diese Stoßrichtigung reagieren werden und zum anderen frage ich mich, ob das ein stillschweigender Weg ist, die letzten drei Filme aus dem Canon zu stoßen oder ob Disney einfach wartet, bis auch diese Generation einen nostalgischen Heißhunger auf ihre Kindheitserinnerungen verspürt und dann die Prequels in das neue Franchise einbinden wird.

What Have We Learned, Jedi Brown?

Was bleibt nun also? What's the frequency, Kenneth? Ein handwerklich gut gemachtes, unterhaltsames Spektakel, das einem angeschlagenen Franchise neues Leben einhaucht, in erster Linie wegen den wirklich starken Protagonisten. Der beste SF-Film des Jahres? Nein, weil Star Wars, allen Raumschlachten zum Trotz, nie SF war und kaum als Skiffy gelten kann. Die beste Auferstehung eines Franchises? Nicht einmal das: Der Titel geht an Fury Road, in dem es George Miller geschafft hat, zu verstehen, was Road Warrior zum besten Mad Max gemacht hat und auf der Basis hat er dann einen neuen Film hochgezogen. J.J. Abrams hat verstanden, was in Krieg der Sterne funktioniert hat... und das hat er dann nochmal verfilmt. Lobenswerterweise mit einer diversen Cast. Aber erzählerisch trotzdem mit dem faden Beigeschmack, dass das hier aufgewärmtes Essen ist, mit einem etwas plätscherigen Schlussakt, mit einem dezenten Mangel an Schurken und mit dem Gefühl, dass J.J. Abrams George Lucas für stellenweise zu subtil hielt. [20]

Aber es ist auch ein Film der bestimmte moderne Blockbuster-Unsitten unterläuft: So sehr die Hauptfiguren Archetypen bleiben - sie haben klar erkennbare Motivationen und Gründe für ihr Handeln. Und sie haben Handlungsbögen: Sie gehen von A nach C über B und es ist klar, warum das passiert. Das gilt für den gesamten Film. Und das ist ein angenehmes Gegengift gegenüber Filmen wie Guardians of the Galaxy, die eine amüsante Actionszene an die andere tackern... ohne sich dabei Gedanken darüber zu machen, warum die jetzt plottechnisch aneinander hängen oder ob die Einzelszenen auch einen Film ergeben, der im Rahmen einer klassischen Erzählstruktur mit Klimax und Denouement funktioniert. Das Ganze dann - weil Abrams den Stil des ersten Films kopiert - ruhig und traditionell gefilmt: Ohne pure CGI-Orgien. Ohne völlig mit CGI-Müll vollgerümpelte Bilder. Ohne Kameraleute, die filmen, als ob sie den Zuschauern vermitteln möchten, wie das Delirium tremens aussieht.

Und mit dem besten Lichtschwertkampf seit Luke und Vader auf Cloud City: Weil der Schwertkampf Gewicht hat. Emotional und filmisch. Die Figuren sind wütend und prügeln mit den Schwertern aufeinander ein, als ob es kein morgen gäbe. Bei jedem Schlag spürt man die Wut und das Gewicht. Wer hätte das gedacht: Ein Duell, in dem Figuren aufeinander einprügeln, als ob sie sich wirklich totschlagen möchten, hat mehr Wirkung als eine Special-Effects-Staffette mit 10.000 Pirouetten und 5.000 Flippediflipflip-Hopsern. [21]

Selbst der Tod von Han Solo [22] funktionierte, obwohl er absehbar war. Was nicht schlecht ist: Wenn etwas absehbar ist, weil es erzählerischen Sinn ergibt (und weil man weiß, dass er die Ben-Kenobi-Rolle spielt), dann ist das deutlich besser, als wenn es ein überraschender aber narrativ sinnfreier Tod ist. Ein Diabolus Ex Machina? Das ist der Grund, warum Han Solos Tod hier kein Ärgernis darstellt, während Jim Kirks Tod in Star Trek: Generations, wo sie einfach 'ne Brücke auf ihn haben fallen lassen, sich bis heute - 21 Jahre nach Generations - wie eine vergeudete Gelegenheit, wie ein unnötiger Schmarrn anfühlt.

All das meine ich, wenn ich den Film als "unterhaltsam" bezeichne. Als "kompentent". Aber darüber komme ich nicht hinaus: So weit über meinen Schatten kann ich nicht springen. Dafür ist es mir ein zu routiniertes Abarbeiten von Dingen, die schon existierten. Das muss man können, klar. Aber: Es darf schon noch ein bisschen mehr sein.

Das Ding ist ja: Star Wars muss nicht Avantgarde sein. Kein supersmartes, herausforderndes Kino. Das war Krieg der Sterne auch nicht. Krieg der Sterne war nie Solaris, wird nie Moon sein oder Blade Runner. Sonst hätte es auch nicht den Appeal für die Masse: Und das zu erwarten - in Zeiten wo die plumpen Blomkamp-Schmonzetten als intelligente, politische SF angesehen werden - wäre schlicht unfair. Zudem war Krieg der Sterne noch nie eine große kreative Eigenleistung. Jenseits vom "Held mit den Tausend Gesichtern": George Lucas hat aber so was von E.E. "Doc" Smiths Lensman-Romanen genascht. Nur fiel das im Kino nicht auf, weil ein Spektakel in dieser Art auf der großen Leinwand damals noch nicht da gewesen war: In der Hinsicht kam Krieg der Sterne zur richtigen Zeit.

Genau das hätte ich dann aber auch gerne für diese Filme: Das Gefühl, dass ich hier etwas Neues sehe. Dass wir die sicheren Pfade des "das hier funktioniert immer" verlassen und etwas ausprobieren, das so eben noch nicht auf der Leinwand stattgefunden hat. Das wir uns nicht damit begnügen zu glauben, dass "so war es damals gut, so muss es immer gut sein" ein Qualitätsmerkmal sei. Dass, wenn wir schon feiern, dass Star Wars jetzt ein progressives Casting vorweisen kann, wir uns nicht damit abfinden, dass Star Wars in seiner Erzählweise immer "konservativer" wird. Ich hätte gerne mehr Epik: Und damit meine ich nicht, dass Bestehendes auf die dreifache Größe aufgepustet wird sondern dass wirklich neue, fremde Gefilde und Kreaturen präsentiert werden. Einen Sumpfplaneten "Nicht-Dagobah" zu nennen? Reicht nicht. Wenn das ganze Universum zur Verfügung steht, dann sollte nicht das höchste der Gefühle sein, dass wir 'nen kulturellen Ouroboros tanzen und uns gar nicht mehr einbekommen, dass sich ein Film traut uns das zu erzählen, was wir schon in der Kindheit erzählt bekommen haben.

Woran werde ich mich in ein paar Monaten erinnern? An spektakuläre Setpieces? Eher nicht. Teile davon geraten jetzt schon in Vergessenheit. (Tentakelmonster.) An großartige Szenen? Unwahrscheinlich. Vermutlich eher an einzelne Figuren, an kurze Momente: Daumen hoch, Schweißbrenner hoch. Den Gesichtsausdruck von John Boyega. Kylo Ren, der sein Zimmer verwüstet und die beiden vorbeikommenden Sturmtruppler, die später mal für die Römer arbeiten werden. Das ist mehr als viele andere Blockbuster von sich sagen können.

Es ist aber auch das gleiche Gefühl, das ich nach NuTrek hatte, wie man hier mal lesen konnte. Hey, die Figuren fühlen sich gut an... ... das könnte was werden, wenn sie im zweiten Film nicht... ... oh... ah... nein, jetzt nicht einfach nacherzählen, wie... eeh... puuuh... ... well... fuck. Geht das in den beiden nächsten Filmen in eine neue Richtung und steht auf eigenen Beinen, dann hat Abrams mit seinem "playing it safe"-Angang die richtige Entscheidung getroffen. Passiert das nicht - bekommen wir Rey als Lukes oder Leias Tochter, Luke als Yoda und Finn, den man aus Gangsterhanden retten muss - dann hat er im ersten Teil schon ehrlich gesagt, wohin die Reise des Franchises jetzt führen wird. Kann man ihm dann auch nur bedingt vorhalten. Und es bleibt auch die Frage, ob Disney Milliarden ausgegeben hat, um damit echte Risiken einzugehen.

Anyway. Wenn ich aus dem Kino komme und nicht das Gefühl habe, mein Geld vergeudet zu haben, dann hat der Film genug richtig gemacht. Das hat er. Und jetzt wisst ihr, warum ich TFA so hasse.

TL;DR

Unterhaltsam.(3/5)

Kulturpessimismus: And as things fell apart, nobody paid much attention

"Es ist gut." Das hallt bei mir immer noch nach. Das Franchise wurde gerettet. Star Wars wurde gerettet. So als bedeute all das hier tatsächlich irgendetwas. Nicht dass wir uns falsch verstehen, es ist mir ein geschätzter Zeitvertreib über Nichtigkeiten zu reden als wären sie von Belang. Intellektueller Eskapismus, maybe?

Aber wenn es in Europa oder in der Welt gerade eines gibt, das nicht gerettet werden musste, dann ist es Star Wars. Schön, wenn ein alter "Freund" sich nach 'ner schwierigen Phase wieder fängt. Hätte mich gefreut, wenn R.E.M. noch einmal ein richtig gutes Album wie zu I.R.S.-Tagen rausgebracht hätten. Aber, hey, Star Wars ist ein Multimilliarden-Dollar-Franchise, das jedes Jahr - selbst in der Saure-Gurken-Zeit - Millionen an Spielzeugen, Kleiderhaken, Muffenklemmen, Ytong-Betonsteinen und Rigipsplatten vertickt hat.

Und es ist ein Franchise, das Disney für 4,05 Milliarden US-Dollar von George Lucas gekauft hat. Die Weltbank listet 31 Staaten, die 2014 ein geringeres Bruttoinlandsprodukt hatten. Die Menge an Kohle gibt selbst ein Großkonzern mit einem Jahreseinkommen von rund 20 Milliarden Dollar nicht für etwas aus, das es als "Risikoanleihe" sieht.

Ich verstehe, woher der Gedanke kommt, dass es wichtig ist, dass Star Wars immer noch gut ist: Die ersten Filme haben fast alle von uns als Kinder erwischt und hier geht es um die Verteidigung von einem Stück Kindheit. Da sind wir nicht weniger Nostalgie-Fetischisten als J.J. Abrams. Aber Star Wars schuldet uns nichts und wir schulden Star Wars nichts. Und wir sollten nicht ignorieren, dass George Lucas und Star Wars ganz weit vorne auf der Anklagebank sitzen werden, wenn es darum geht, wer New Hollywood getötet und den Produktionsfirmen das Rutenbündel in die Hand gedrückt hat.

Es wäre gut wenn wir - so wie auch bei Firmen wie Unilever oder Nestlé - immer wieder daran denken würden: Das hier ist Disney. Jenes Disney, das auch die Marvel-Filme rauspustet. Jenes Disney, das villeicht gerade dabei ist, die nächste Phase in Hollywood einzuleuten oder dies schon getan hat. Früher wollten Videospiele wie Filme sein. Heute werden Mainstream-Filme wie Videospiele. Großlizenzbesitzer wie Electronic Arts oder Ubisoft scheuen möglichst jedes Risiko, franchisen alles und hauen jedes Jahr einfach eine neue Version raus. Gleiche Bude, neue Tapete. Und Disney wird zum EA des Kinos.

Aber es ist ja nicht nur das Kinopublikum, das sich hier in emotionale Geiselhaft nehmen lässt: Die Art, wie Film, Funk, Fernsehen und Tagespresse sich voll vor den Karren spannen ließen, an der Legende mitgestrickt und die Emotionalisierung befeuert haben, so als wäre das hier nicht nur ein Filmstart, sondern ein WM-Finale, eine Entscheidungsschlacht, der letzte Tag einer Abrüstungskonferenz. So als ginge es hier tatsächlich um etwas? Also, als ginge es um etwas für jemanden, der nicht Disney-Manager oder Disney-Aktionär ist? Mein lieber Scholli. Der Bündnisschluss zwischen Journalismus und Entertainment ist alive and kicking, wie der Amerikaner zu sagen pflegt.

Selbst im ohnehin wenig risikofreudigen Hollywood werden Risiken derzeit noch weiter minimiert: Ein unbekannter Film kann floppen. Ein Franchise-Film bringt ein eingebautes Publikum mit. Star Wars mehr als andere. Unter den 10 einnahmestärksten Filmen des Jahres sind mit Star Wars, Jurassic World, Furious 7, Age of Ultron, Minions, Spectre, Mission: Impossible und The Hunger Games volle acht Filme, die Teil eines Franchises sind. Und mit Inside Out ist noch ein weiterer Disney-Film auf der Liste. Und Warner Bros. hat noch gar nicht richtig angefangen, seine DC-Lizenzen mit waffenfähigem Plutonium anzureichern.

Mein Bauchgefühl sagt mir, dass das nicht gut sein kann... dass die Zukunft des Mainstream-Kinos nicht noch mehr kulturelle Homogenität braucht, selbst wenn man anmerken kann, dass sich in einem Franchise ganz verschiedene Geschichten erzählen lassen. Selbst wenn man anmerken kann, dass es kein Recht gibt, das zu kritisieren, wenn es doch so vielen Menschen eine Freude macht und weil mir ja nichts dadurch verloren geht. Aber was ich hier auch sehe, ist eine Stagnation die im Herzen des Mainstream-Kinos stattfindet und potentielle Filme zu strangulieren droht.

Vielleicht ist das Konzept tragfähig und entspricht den Sehgewohnheiten und Wünschen der jüngeren Zielgruppe. Ich weiß es nicht. Ich hoffe es nicht. Diese Liste der anstehenden Superheldenfilme kennt ihr? Fünf Marvel-Filme nächstes Jahr. (Wobei nicht alle von Disney stammen, wegen Lizenzbruhaha.) Aber das ist eine Liste mit bisher 30 Filmen in den nächsten vier Jahren. Und dazu kommt der Plan von Disney, zunächst jedes Jahr einen und dann möglicherweise auch zwei oder mehr Star Wars-Filme rauszubringen.

Vielleicht funktioniert das, weil man in diesen Franchises so verschiedene Filme produzieren kann. Und ich hoffe dennoch inständig, dass das System nicht funktioniert. Dass sich die Franchises gegenseitig das Wasser abgraben und sich die verschiedenen Flammen gegenseitig den Sauerstoff entziehen. Ich hatte im letzten Avengers-Streifen nicht das Gefühl, dass ich einen Film sehe, sondern dass ich eine Klausur über mich ergehen lasse... und eingestehen muss, dass ich meine Hausaufgaben nicht gemacht habe, weil ich Thor II nicht vorher gesehen habe... weshalb ich jetzt Teiles des Filmes nicht richtig verstehe und mich schämen sollte. Und das ist nicht das Gefühl, das Kino mir vermitteln sollte.

Die Indie-Filme werden bleiben. Blockbuster, mit denen keiner gerechnet hat, werden weiter erscheinen. Und trotzdem macht mir diese Idee des aktuellen Hollywoods, das sein Shangri-La in Form des "ewigen Franchises" sucht, Bauchschmerzen. Eine popkulturelle Hegemonie die noch stärker von den Boardrooms der Studios aus kontrolliert wird? Die uns geben wird, was wir wollen... aber vermutlich zu viel Angst haben wird, uns das zu geben, wovon wir noch gar nicht wissen, dass wir es wollen? (Siehe oben: TFA.) Noch mehr Macht, die man aus den Händen der Kreativen in die Hände der Wirtschaftsprüfer gibt? Noch weniger Ackerboden, auf dem neue Filme wachsen können? Nicht die Hollywood-Zukunft, die ich mir erhoffte. Aber die Hollywood-Zukunft, in der (ehrlich-romantische oder gnadenlos-zynische) Nostalgiedealer wie Colin Trevorrow oder eben J.J. Abrams noch weiter gedeihen werden.

Und hier muss ich mir an die eigene Nase packen: So wie die BILD mitschoss, so helfe ich, dieser Zukunft den Steigbügel zu halten. Wenn der STERN dereinst titelt "Wir haben Franchise-Filme im Kino geschaut", dann muss ich meine Eintrittskarte hochhalten.

Insofern: Wenn das ganze Franchise-System unter seinem eigenen Gewicht kollabieren sollte: So what. Good riddance. Und wenn dabei Star Wars draufgeht? Wenn dabei Bond verschwindet und die Superheldenfilme? Was soll's. Bei aller Nostalgie: Ich schulde den Franchises nichts. Ich schulde den Studios nichts. Aus der Asche wird schon etwas Neues entstehen. Vielleicht etwas, das besser ist. Vielleicht etwas das schlechter ist. Aber auf jeden Fall etwas, das anders ist. Die Frage wird sein, was die Masse der Kinogänger langfristig wünscht. Die erste Reaktion auf TFA gibt mir keinen Grund, meine Skepsis bereits abzulegen.


0. [HAN SOLO STIRBT!] zurück

1. [This is an ex-parrot.] zurück

2. [Schon bald in einem öffentlichen Bücherschrank Ihres Vertrauens zu finden, wenn ich mal das Kinderzimmer aufräume. Steht irgendwo zwischen Blaupausen der NCC-1701D und der Monster in my Pocket-Stickersammlung.] zurück

3. [Oh, hey. Wenn ihr genug Zeit habt, um das hier zu lesen, dann habt ihr auch genug Zeit um "The Things" von Peter Watts zu lesen. Bitte sehr.] zurück

4. [Alternativvorschlag: Neben der Verpflichtung zum "critical whiteness"-Training setzen wir auch auf ein "Kulturtheorie"-Training. Auch das wäre eigentlich seit Jahren fällig...] zurück

5. [Wobei es im Vergleich zur Prequel-Trilogie sogar noch kristallklarer wird: TFA baut in zwei Stunden mehr Figuren auf, als die Episoden I bis III in sieben Stunden. Im Rückblick, und jeden Film nur einmal gesehen habend, ich könnte mich an keinen neuen Charakter aus den Prequels erinnern, der an irgendeiner Stelle "definiert" wäre. Die Jedis sehen seltsam aus. Und Mace Windu ist Samuel L. Jackson und heißt "Mace Windu". Und damit bin ich am Ende meiner Fahnenstange.] zurück

6. [Han Solo. So hieß doch die Hauptfigur in Gran Torino, oder?] zurück

7. [Für das Massaker, das um ihn herum geschieht, in der Eröffnungsszene vielleicht sogar etwas zu coolen...] zurück

8. [Ach hätte doch nur jemand den Blaxploitation-Weltraumfilm mit Musik von Gene Page gedreht als Billy Dee Williams noch "suave" war. Die Schuhe. Das Cape. Der Blaxploitationstache. Hach.] zurück

9. ["Ja, hallo. Äm. Ich wollte mal sagen: Daleks sind gar keine Roboter." - "Achso. Ja. Äm. Ja, egal. 's Rhyme... der Rhyme ist fett."] zurück

10. [Wie heißt das jetzt: Einem Sternzerstörer der Ersten Ordnung? Einem Die Erste Ordnung Sternzerstörer? Einem Die Erste Ordnung ihr Sternzerstörer?] zurück

11. [Erinnert ihr euch an Darth Maul? Der hatte statt Figurentiefe 'ne coole Gesichtsmaske. Oder Graf Dooku? Der hatte statt Figurentiefe Christopher Lee. Oder Darth Grievous? Der hatte statt Figurentiefe einfach Husten. Oder Darth Sidious? Der hatte statt Figurentiefe 'ne beschissene Latexmaske im letzten Film. Oder... irgendeiner der anderen Schurken, an die ich mich gar nicht mehr erinnern kann? Die hatten statt Figurentiefe 'nen rassistischen Akzent.] zurück

12. [Ich meinte: Lucas hat wirklich die ganzen neun Teile alle im Vorfeld ausgeplant gehabt und wusste immer, dass Vader der Papa von Luke Starkiller sein würde. Nein! Wiiiihirklich!] zurück

13. [Oder "Beckmesserei". Take your (nit)pick. And to be fair: Die Verwechslung von Kritik und Nitpicking scheint keine neue Erscheinung zu sein.] zurück

14. [Alderaan was stuffed in the fridge.] zurück

15. [Also, eine brauchbare SF-Serie rund um menschenähnliche Roboter und 'ne Flotte auf der Flucht und den Schnurrbart von Edward James Olmos und eine völlig unbrauchbare Sci-Fi-Serie rund um Gott und einen Cylonen-Masterplan, den die Autoren fünf Minuten vor dem Ende der letzten Folge in 'ner Packung Kellogg's Frosties gefunden haben.] zurück

16. [Gut, es ist amüsant, dass wir das 3D-Schach jetzt in 3D sehen können. Für 'ne Sekunde. Abgesehen davon gab's auch hier keine Szene, die mich überzeugt hat, dass dieser Film in 3D sein musste. Oh, übrigens: Wenn ihr euch an Filme erinnert: Erinnert ihr euch in 2D oder in 3D? Interessiert mich tatsächlich.] zurück

17. [Nicht zu verwechseln mit dem Wüstenplaneten Hoth, dem Sumpfplaneten Hoth und dem "unser Planet hat verschiedene Klimazonen-Planeten Hoth.] zurück

18. [Fürs Protokoll.] zurück

19. [Keine Erbsenzählerei zur Plausibilität der Raumstation. Immerhin ist das hier keine SF.] zurück

20. [Die First Order-Sportpalastrede inklusive Heil-Gruß am Ende? War Abrams echt der Meinung, dass nicht klar genug war, dass die Imperialen Weltraumnazis sind? Wobei das in den ersten Designskizzen sogar noch unsubtiler war. Ich hoffe ja, dass sich Hausmeister Snookie im nächsten Film einen Schnurrbart und Seitenscheitel zulegt.] zurück

21. [Na so etwas. Wieso rezensiere ich denn jetzt 'nen Ring-of-Honor-Mainevent? Aber im Ernst: Ich habe aus dem Aufbau guter Wrestling-Matches tatsächlich vieles gelernt, was man auch locker auf Mainstreamfilme anwenden kann. Mike Quackenbush kann euch da mehr erzählen.] zurück

22. [SPOILER! ... Aber im Ernst: Ich habe gemerkt, dass die Prequels meinen Status als "Superfan" beendet haben, weil ich den Tod meines Kindheitshelden als "jepp, war abzusehen" relativ schnell weggesteckt habe.] zurück


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