Bloody Stupid Brown Books: Watch on the Rhine

Exordialtopik

Ich bin zu negativ. Sagt man. Zumindest wenn es darum geht, was mich aus meinem traumhaltigen Schlaf in meinem Haus in R’lyeh reißt und zum Blog zurück bringt. Ich sollte etwas Positives bloggen. Dass ich The Dark Knight in der Sneak gesehen habe und der Film nicht nur der beste Superheldenfilm ist den ich kenne. Und vielleicht die faszinierendste und spannendste Interpretation der Figuren Joker und Batman seit Frank Millers The Dark Knight Returns und Adam Moores The Killing Joke. Dass Heath Ledger wirklich so gut in der Rolle ist wie alle sagen und dass das ganze Gerümpel zudem auch als Film ohne das Präfix “Superhelden-” ziemlich gut und überraschend vielschichtig und intelligent ist. (Weshalb ich nicht mehr mit euch rede, wenn ihr euch über “oberflächliche Sommerblockbuster” aufregt und dann diesen Film ignoriert.) Oder darüber, was für eine geniale und unterhaltsame, hervorragend gemachte Serie Life on Mars ist. Ja. Darüber könnte ich bloggen. Tue ich aber nicht. Weil ich das Blog gerade für einen anderen Zweck brauche. Katharsis.

Bei der Suche nach solider Military-SF im Stile von Heinleins Starship Troopers und Haldemans Forever War stieß ich auf ein Buch, das so daneben, “offensive” und bizarr klang, dass ich dachte: Hey, das könnte ja sogar auf eine dumme Art und Weise fast schon unterhaltsam sein. Namentlich: John Ringos und Tom Kratmans Watch on the Rhine (Die Wacht am Rhein). Offenbar der siebte Teil einer langen “Aliens überrennen die Erde”-Buchserie, aber mir auch als Stand Alone angepriesen, das man lesen kann ohne den Rest der Geschichte zu kennen. Worum es geht? Hier mal die Synopsis die mir amazon frei Haus lieferte:

In the dark days after the initial Posleen attack, but before the primary invasion, the Chancellor of Germany faces a critical decision. Over the years, with military cutbacks, the store of experienced German military personnel had simply dwindled. After the destruction of Northern Virginia, he realized that it was necessary to tap the one group he had sworn never, ever, to recall: the few remaining survivors of the Waffen SS. Has he made a devil’s bargain, or is this a chance for the reviled SS at last to fight the good fight? And, perhaps, gain redemption. . . ?

Ich lasse das mal noch einen Moment unkommentiert stehen, damit die Grundidee sacken kann. …

Okay. Also, die Erde wird von fleischfressenden Echsenaliens bedroht und alles was Deutschland noch retten kann, ist die wiederverjüngte Waffen-SS. Ich habe in meinem Leben schon viele Konzepte gehört, die irgendwo zwischen amüsant-blödsinnig und hochnotpeinlich anzusiedeln sind, aber das hier nimmt nicht nur den Kuchen mit nach Hause, das entführt gleich den ganzen Bäckereibetrieb. Der Red Ghost will mit einer Armee intelligenter Superaffen den Mond für das Kommunistische Imperium besetzen? Gekauft. Jesus Christ, Vampire Hunter? Warum nicht. Die Karriere des Mannes der Citizen Kane gedreht hat, geht so den Bach runter, dass er einen Transformer voiceacten muss? Klingt schon unwahrscheinlicher, aber auch gekauft… aber: nur die Waffen-SS kann die Welt vor Aliens retten? Puuuuh-leeze. Nowai!

Trotzdem dachte ich, dass das Buch aufgrund des dem total abstrusen Konzept schon inne wohnenden Peinlichkeitsfaktors das Potential zu einem möglicherweise unterhaltsamen Trainwreck haben könnte. *Nääääähhhht!* Falsch! Das Buch ist schlecht geschriebener, unspannender Dreck. Wobei es auf jeder Seite mindestens eine Szene – meist sogar zwei oder drei – hatte, bei der ich mich fast verschluckt hätte, weil ich gleichzeitig aufstoßen, lachen und heulen wollte. Und nach 447 Seiten von dem Mist habe ich soviel braune Scheiße in mich aufgenommen, als hätte ich mich auf einer Scat Porn Party (das ist ein Suchbegriff den ihr nicht aus Versehen durch Google Images jagen wollt… vertraut mir) mit Hotte Mahler befunden. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll… darum gehe ich dieses Buch an wie einen B-Film und beginne am Anfang. Da war bekanntlich das Wort. Wäre es nur bei einem Wort geblieben.


Inhaltsangabe

Viel Zeit verschwenden die Herren Ringo und Kratman (also: Kratman… wir wissen ja wie das mit Büchern von zwei Autoren ist, der unbedeutendere Kerl schreibt es, Tom Clancy setzt seinen Namen drüber) nicht um gleich mal zur Sache zu kommen. Nach einem kurzen Ausflug in die frühen Tage des alliierten Europafeldzugs und einem kurzen Überblick darüber, worum es hier eigentlich geht (die echsenartigen Posleen überfallen die Erde und fressen Menschen und werden dabei von den verweichlichten Darhel unterstützt, die laut Wikipedia die Banker und Anwälte (oha!) der Galaxie sind… einzig die technisch genialen Indowy unterstützen die Menschheit), beginnen wir mit dem Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland – der in seiner Funktion so aufgeht, dass er keinen anderen Namen hat als Bundeskanzler, Kanzler oder Herr Kanzler – der die absolute Verwüstung betrachtet, die die Posleen in Fredericksburg, PA angerichtet haben. Neben ihm steht sein nicht ganz so treuer Lakai “Günter, the Green“. Gut Günter heißt eigentlich Günter Stössel, aber das Epiphet “the Green”, das auch gerne mal verwendet wird, macht viel deutlicher klar woher der Wind weht. Und es erspart es Ringo/Kratman den Mann definieren oder weiter beschreiben zu müssen. This man is evil. Evil, I tell ya!

Anyway. Im Jahre 2004 machen der Grüne Günter und der kanzelnde Kanzler der Deutschen das, was sich anbietet, wo Außerirdische eine ganze Gruppe Menschen getötet und verspeist haben: Sie greifen zum Nazivergleich. Und stellen fest: Die Nazis waren schlimmer. Wobei Günter und der Kanzler konstant “ourselves” in einer Form verwenden, als wären sie beide direkt Teil des Dritten Reichs gewesen. Scheinen also beide weit über 70 Jahre alt zu sein, wenn ich den Satz “We have been worse, Günter, far worse. We were worse because what we did, we did to our own. Cities burned away. Lampshades. Soap. Dental gold. Einsatzgruppen. Gas chambers and ovens. A whole gamut of horror visited upon the innocent by our ancestors . . . and ourselves.“, richtig verstehe. Die Sache mit der Deutschen Schuld habe ich als Spätgeborener nämlich nie so verstanden, dass ich bei einer Diskussion über den Holocaust eine “direkte, ganz persönliche” Schuld einräumen würde.

Interessant ist derweil, wie stringent die Charakterisierung ist. Günter, der sich bald als fanatisch nazihassender Verräter an der Menschheit erweisen wird, fragt nämlich: “And Dresden? [...] Hamburg? Damstadt?“. Oh ja, der Stachel von Darmstadt sitzt tief im deutschen Fleisch. Und die Grünen sind natürlich immer vorne mit dabei, wenn es darum geht Dresden, etc. als Kriegsverbrechen der Alliierten zu deklarieren. Aber eigentlich geht es nur darum, den moralischen Relativismus so früh wie möglich zu beginnen. Denn der Kanzler antwortet aus dem SS… öh… FF: “I didn’t say, my young friend, that we were alone in our guilt.

Whoa! Der deutsche Bundeskanzler, der mit Hilfe der Grünen regiert und offenbar zur SPD gehört, bezeichnet die Alliierten Bombardements deutscher Städte offen als Kriegsverbrechen und stellt sie mit den Menschenhautlampenschirmen, etc. auf eine Stufe. Gewagte These, Herr Kundesbanzler. Bombenholocaust, ick hör dir trappsen. Leitet aber nur dazu über, dass dem Kanzler, sofort nach dem er das Massaker von Fredericksburg gesehen hat, klar wird, dass es nur eine Lösung gibt um Deutschland zu retten: Die Waffen-SS verjüngen. Ist übrigens auch Günter sofort klar, was sein Boss da meint. Weil, hey, sooo abstrus ist der Gedanke doch auch wieder nicht. Oder? Oder? Und das alles auf den ersten Seiten nach dem Prolog.

Auf der nächsten Seite geht es dann auch schon um unsere Freunde im Westen: Die Franzosen. Wer jetzt glaubt der Wiki-Link wäre übertrieben: Nein. Denn die Franzosen haben nichts besseres zu tun, als gegen die Amerikaner zu demonstrieren, die es wagen den menschenfressenden Aliens die ihre Städte zerstören und ihre Bevölkerung verspeisen den Krieg zu erklären. Die müssen ja Schuld sein am Galaktischen Krieg, die Amis. Und darum fordert usere Fokus-Friedensaktivistin auch gleich mal die Kapitulation vor den Aliens. Und außerdem hat sie schon früher demonstriert: “Then it had been the Americans she had protested; them, and the war they had inherited from France. Now it was France she protested against, France and the war it had seemingly inherited from the Americans.

Im Weltkrieg gab es keine Seite die schlimmer war als die anderen und die Franzosen wollen sofort wieder kapitulieren. Und das wo die USA doch schon vor kurzem ihren Vietnamkrieg für die ‘zossen haben kämpfen müssen. Ja, die Herren machen keine Gefangenen. Und dann lassen sie die Aliens mal Europa charakterisieren. Wenn man wissen will, was der gemeine Faschist Konservative in den Staaten so von Europa denkt, bitte sehr:

It is a strange place, this ‘Europe,’ as they call it. United and divided. Wise and senseless. Fierce and timid. Heedless in peace, so say the records we have gleaned, but potentially fearsome in war.

Krieg kann Europa, sonst nix. Nach diesem Interludium befinden wir ns im Bundestag, wo der Bundeskanzler gerade über die Rejuvenation der Waffen-SS abstimmen lässt. Der Kanzler weiß übrigens nicht wen er mehr fürchtet. Die Linken, die ein Amtsenthebungsverfahren fordern werden, oder die Rechten die fordern werden, dass er endlich den Titel “Führer” akzeptiert. Weil, ganz ehrlich, der Begriff ist in Deutschland nicht so vorbelastet, dass man ihn in Zeiten der Not nicht wieder aus dem Giftschrank der Geschichte holen könnte. Ich frage mich, wen Kratman hier mit den Rechten meint. Sitzt in seinem Universum die NPD im Bundestag? Geht es um den rechten Flügel der CDU? CSU? Oder stelle ich Fragen die irrelevant sind, weil Kratman so weit gar nicht recherchiert haben dürfte? Egal.

Es gibt eine kurze Debattenrunde, in der Herr Kanzler einmal mehr zeigen darf, dass man heute lockerer und neutraler mit der Geschichte umgehen kann. Böse Zungen würden gar von moralischem Relativismus oder Verharmlosung reden. Denn als man von den Kriegsverbrechen der Waffen-SS spricht, antwortet der Kanzler: ““Were this true [...] then equally guilty would be Heinz Guderian, Erich Manstein, Erwin Rommel, or Gerd von Rundstedt. They actually did the higher level planning for that war. The people I propose to bring back were low-level players indeed compared to those famous and admired German soldiers.”” Und auf den Vorwurf, dass sie Gefangene erschossen haben hat der Kanzler folgendes Bonmot als Antwort parat: ““In that war everyone murdered prisoners.” Bei the way: Die Pro-SS-Fraktion spricht ruhig, sanft und beherrscht, während die Anti-SS-ler sie niederbrüllen und sich total unangemessen und radikal verhalten. Wie damals in Weimar. Nicht dass noch irgendjemand glaubt, es gäbe Argumente nicht sofort total begeistert zu sein von der Idee die Waffen-SS zurückzubringen.

Es wird also abgestimmt und am Ende kommt es auf die Stimme von Annemarie Mai an. Die Frau ist Grüne, Sozialistin und aus Wiesbaden. In der Reihenfolge der Schlechtigkeit. Und als jemand der sich mit dem Parlament nicht übermäßig auskennt (aber hoffte, dass die entscheidende Stimme von Jakob Maria Mierscheid ausgeht) stellt sich für mich die Frage: Wäre die Wahl über die Wiedereinführung der Waffen-SS nicht vielleicht eine, die … öhm… frei und geheim stattfinden sollte, statt öffentlich? Und dann auch der Reihe nach, statt dass alle zeitgleich abstimmen? So dass die Waffen-SS später mal eindeutig weiß, wer gegen sie gestimmt hat. Aber, hey, das sind ja anständige Soldaten. Die würden sich nie gegen einen demokratisch gewähltes Gremium erheben.

Egal. Annemarie Mai hasst Amerika (aber nicht die Amerikaner) mit glühender Leidenschaft und freut sich einen Wolf, dass Washington D.C. zerstört worden ist. Ja, so sind sie die Ökosozen. Warum hasst sie Amerika? Simpel: Imperialismus, kein Umweltschutz und “their insistence on an outdated economic system that had the infuriating habit of making her own preferred statist system seem inefficient“. Uuuuuuh, ice burn! Trotzdem stimmt sie für die SS.

Und – schnell, schnell! – bevor irgendwelche Netzspasten ‘ne Demos organisieren oder Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe einreichen können, lässt der Kanzler die überlebenden SS-Mitglieder zur Verjüngung schaffen. Das übernimmt der BND. Der wird wie folgt beschrieben

Another man, one of a pair, clad in the leather trench coat that marked him as a member of the Bundesnachrichtendiest—the Federal Information Service, Germany’s CIA—answered, “We shall take care of him from here on out. You and your home need trouble yourselves no further.” [...]

And when will the Gestapo, under whatever name they chose to go by, realize that those coats mark them for what they are as clearly as my Sigrunen—the twin lightning bolts—used to mark me.

Genau. Der BND, mit seinen Gestapo-Mänteln. Darum heißen Geheimagenten in Deutschland ja auch Schlappmäntel, oder so. Und sie fungieren offenbar als persönliche, grimmige Leibgarde des Kanzlers. Übrigens, Baen preist das Buch an als “meticulously researched“. Dabei sollte man wissen, dass “re-searched” hier soviel heißt, wie das Buch ist mal verloren gegangen, dann wurde es wiedergefunden und dann ging es wieder verloren. Weshalb es Kratman schon wieder suchen musste. Und dafür hat er jeden Zentimeter seines Wohnbunkers abgeklopft. Als er dann in was braunes, weiches gegriffen hat, da wusste er: Ah, da ist ja Watch on the Rhine. Um hier mal kurz vorzugreifen: Andere “meticulously researchte” Dinge sind die Spätzle aus Bayern, die Bundespost die noch 2004 für die deutsche Telekommunikation zuständig ist, die Kriegsmarine und – zumindest in der Online-Ausgabe – der Umstand, dass man nicht mal Hakenkreuz richtig schreiben konnte, sondern vom “Hakenkreutzer” sprach. Was ich mir sehr gut vorstellen könnte, als etwas dass in einer alten Ausgabe von Captain America vorkommt. So ein Naziboot in Hakenkreuzform. Meticulously researched, mein Arsch.

Der Kanzler trifft sich nun mit Mühlenkampf, dem Head-Honcho der neuverjüngten Waffen-SS. Und der liest erstmal Günter dem Grünen – der übrigens, wie deutlich betont wird, aus Hass auf die Armee seinen Zivildienst geleistet hat – die Leviten bezüglich seiner politischen Einstellung:

“A political fanatic is dangerous no matter if he wants to hang capitalists or to gas Jews or to make economic life impossible, Herr Kanzler.”

“I am no fanatic, SS man,” bridled Günter.

“Neither am I, bureaucrat,” answered Mühlenkampf, coolly. “I am a soldier and I rather doubt the chancellor brought me here to discuss politics. But to my mind a Red fanatic and a Green fanatic are indistinguishable. And Germany has had more than enough of both.”

Richtig. Die Grünen wollen die Wirtschaft lahmlegen und sind damit mindestens so schlimm wie die Nazis. Wozu die SS nicht gehörte. Das waren ja nur Elitesoldaten, die sonst nirgendwo anders hin konnten. Allesamt unpolitisch bis zum geht nicht mehr. Und wenn ich den vorletzten Satz richtig lese, dann ist Mühlenkampf Rot-Grün-Farbenblind. Hoffentlich muss er im Kampf gegen die Aliens nicht irgendwo eine Ampel überqueren. Echt jetzt, sich von einem SS-Mann Lektionen in Sachen Fanatismus anhören zu müssen… bitter, bitter. Und auch andere Mängel an der Gegenwart stellt Mühlenkampf fest: Wegen “certain types of Gästarbeitern” (lies: Moslems) darf die Bundewehr nicht mehr in Uniform auf die Straße gehen. Und der Kanzler will die SS der Bundeswehr – Pussywehr, wie sie im Buch auch gerne genannt wird – unterstellen. Das geht natürlich gar nicht. Wie Caesar geht es auch Mühlenkampf nur um seine “Würde”. Und diese Würde, ohne die der Soldat nicht kämpfen könne, zeigt sich darin, dass die SS a.) ihre schicken schwarzen Uniformen braucht, b.) ihre Siegrunen und c.) ihre alten Divisionsnamen. Okay, mit einer Ausnahme: Die SS-Division Hitlerjugend (angelastete Kriegsverbrechen wurden wahrscheinlich eh von der Wehrmacht, nicht der ehrenwerten SS begangen, wie der Mühlenklops referiert) wird umbenannt in die SS-Division Jugend. Das ist für die SS zwar ungewohnt, aber Raider heißt jetzt ja auch Twix: Sonst ändert sich natürlich nix. Die Waffen-SS ist – laut Mühlenkampf – so apolitisch wie eh und je. Habe Hitler und Himmler selbst wiederholt gesagt, dass sie sich mal ficken können. Und diese Unabhängigkeit symbolisieren die Siegrunen. Sicher, Dicker.

Achja, wie findet der gemeine Deutsche eigentlich die SS-Idee, Herr Kanzler? “While, I assure you, there are some people, especially down in Bavaria, [...] who would welcome the return of the SS with cheers, most of our people would turn away.” Das Schlimme daran: In Kratmans Weltbild sind diese Bayern – denn Bayern ist ja das Texas Deutschlands – die einzig vernünftig reagierenden Deutschen, während der Rest liberale Pussies sind. Denn die SS war ja unglaublich toll:

“There is one other thing, Herr Kanzler. The SS was perhaps the most cosmopolitan armed force in history, certainly the most cosmopolitan force of its size. We had battalions, regiments, brigades and divisions of Dutch, Belgians, French, Danes, Swedes, Latvians, Estonians . . . damned near every nationality in Europe. We even had control for a while, though they were not part of us, of one Spanish Division, the Spanish Azul, or Blue, Division. Moslems? Lots. I have no doubt but that, had we won the war and some of the Reichsheini’s wilder schemes for a Jewish Homeland come to pass that there would eventually have been a brigade of the Waffen SS that would have sported armbands reading, ‘Judas Maccabeus.’ Yes, I am serious,” the former SS general concluded.

*sigh* Wo soll man bei dem Bullshit zu schaufeln anfangen? Also, dass die SS Mitglieder fast jeder Nationalität hatte ist natürlich nett. Besonders wenn man bedenkt, dass die meisten Nationalitäten nur deshalb in der SS waren weil wir vorher ihre bekackten Länder erst überfallen und eingenommen haben, verdammte Scheiße. Auffällig, dass es keine englische SS-Brigade gab, oder? Und soweit ich weiß hat die SS weder Juden noch Slawen aufgenommen, das waren ja auch “Untermenschen”… aber, hey, was ist das schon unter Freunden? Und nach Kriegsende hätte man ja eine jüdische Division aufgestellt. Und bis es soweit war hat man sich halt die Zeit damit vertrieben aktiv in Heydrichs Einsatzgruppen hinter der Front mitzuwirken, die zu einem Drittel aus Einheiten der Waffen-SS bestanden und unter anderem fahrende Gaskammern betrieben und schon bis Ende 1941 eine halbe Million Juden umgebracht hatten. Von den Partisanen, Behinderten, Sinti und Roma ganz zu schweigen. Was Kratman, oder seine Figuren, darauf antworten würden ist klar: Das waren ein paar schlechte Äpfel, einige wenige, aber wegen denen darf man doch nicht den ganzen Baum fällen. Das ist nämlich die Kernagenda dieses Buches: Die Waffen-SS, mit der Ausnahme einiger weniger “böser” Menschen, aus dem Kontext Holocaust rauszunehmen. Der Rest hat halt das getan, was alle guten Soldaten getan haben: Befehle befolgt für das Vaterland… ist mir schlecht.

Anyway, das “jewish homeland” in Madagaskar… urks. Der eher oberflächlich bedachte Plan war schon 1940 aufgegeben worden. Und mehr als genug Historiker melden ihren Zweifel an, ob der Plan jemals wirklich umgesetzt werden sollte. Aber, hey, es passt halt schön in das Bild der sauberen, ehrlichen, anständigen, weltoffenen Waffen-SS, das Kratman hier zeichnet. Der Umstand, dass nach diesem Plan der Weg direkt nach Auschwitz und Birkenau ging? Geschenkt. Achja, die angeblich geplante SS-Division Judas Maccabaeus: Judas Maccabaeus hat hat einen Aufstand gegen das Seleukiden-Reich in den 160ern v.Chr. geleitet. Obwohl Kratman das natürlich alles “meticulously researched” hat, habe ich nie etwas von einem solchen Plan gelesen und behalte mir bis auf weiteres mal die Meinung vor, dass Kratman sich das alles aus seinem eigenen Arsch gezogen hat. Und dann hat der Divisionsname eine Bedeutung: Die Seleukiden waren die Nachfolger des Alexanderreichs und saßen zwischen Zweistromland und China. To wit: Proto-Moslems. Da liegt für Kratman die eigentlich Gefahr.

Und all dieser Blödsinn, und noch viel mehr den ich hier übersprungen habe, tritt alleine im ersten Kapitel zu Tage. Ich kürze ab jetzt bei der Zusammenfassung mal ein wenig ab. Also, in Kapitel 2 sind die SS-Männer erstmal schockiert über den Zustand der Bundeswehr, die wegen den gutmenschlichen Multikultireformen nur noch aus fetten, faulen, unfähigen Rekruten besteht, die hart wie Butter, schnell wie Eric Moussambani im 100-Meter-Freistil und zäh wie ein Filet Mignon sind. Und schlimmer noch: Die verweichlichte deutsche Gesellschaft hat dafür gesorgt, dass keiner von denen religiös ist. O tempora, o mores. Und noch schlimmer, weil Deutschland ja eine ökostalinistische Diktatur ist, demonstrieren Tausende im Angesicht der Alieninvasion gegen eine Panzerfabrik, die die Umwelt verschmutzen würde und gegen den Einsatz von atomar angetriebenen Panzern.

Es liegt also an den SS-Männern die deutschen Müttersöhnchen zu retten. Und wie geht das? Mit den alten Mitteln. Stechschritt und Marschlieder. Denn wie Mühlenkampf weiß: “The skinheads never got anywhere, Hansi, [...] because this is Germany and the assholes never learned to march in step . . .” Eben. Der Deutsche an sich ist ja nur zufrieden, wenn er im Gleichschritt marschieren darf. Und dann wird erstmal das Horst-Wessels-Lied angestimmt. Was kann denn das arme, unschuldige Lied dafür, dass es missbraucht wurde… missbraucht, sage ich. Schade, dass Kratmans und Ringos Deutsch offensichtlich nicht gut genug ist, um zu erkennen, dass in dem Lied die von seinen SS-Leuten verachtete SA besungen wird oder die Hitlerfahnen, obwohl die SS ja Hitler nie (nie!) gemocht hat. Au Mann. Aber all das ist natürlich nötig um die deutsche Jugend aus den Klauen der rotgrünen Musel-… öh… Alienappeaser zu befreien:

Ah, but Hansi, they forget something, those Reds and Greens. Several things, really. Germany was no less decadent, divided and weak in the 1920s. I was there. I remember. Yet we shook the world in the ’40s. Why? Because transformations like that are as superficial and shallow as they are easy. Those boys down there are Germans, Hansi—lemmings, in other words.

“Lemmings, they are, Hansi. Germans: mindless herd animals, at best.” The brief and indulgent smile was replaced in turn by a feral grin. Mühlenkampf slapped Brasche heartily on the shoulder, adding, “But they’d rather be in a pack than a herd, my friend . . . a pack of wolves.”

Über das da transpornierte Deutschlandbild schweige ich mal lieber. Deutschland war schwach in den ’20ern, aber schon in den ’40ern haben wir, in Form eines unprovozierten Angriffskriegs der rund 50 Millionen Menschen das Leben gekostet hat, die Welt erschüttern können. Und vorher sind wir intern noch unsere Dissidenten, unsere Linken, Homosexuellen, Behinderten und “Rassenverräter” losgeworden. Ja, das klingt doch nach einer Zeit, die man so bald wie möglich mal wieder nachstellen sollte. Gerade weil Deutschland heute wieder genau so dekadent, schwach und gespalten ist. Ein paar ordentliche Rassengesetze und der Laden läuft wieder. Wobei natürlich die neuen Rassengesetze, dem Weltbild Ringos und Kratmans folgend, wohl eher gegen Moslems gerichtet sein sollten. Und das wäre dann natürlich eine legitime Verteidigung.

Also gut… also schlecht… also also, die SS verschärft die Grundausbildung so weit, dass ein Prozent der Rekruten schon in der Ausbildung ins Gras beißt: “not merely an acceptable, but a desirable figure“. Härtet die Burschen ab. Denn was sie nicht umbringt, macht die Jungs ja bekanntlich stärker. Ähm, außer natürlich das eine Prozent Jungs, die das umbringt. Die “Pussywehr” weigert sich aber leider dem heroischen Vorbild des SS-Trainings zu folgen. Der Grund: “There, the few Wehrmacht veterans scattered about were impotent to change things from the politically correct, multiculturally sensitive stew the politicians had made of the German army.” Gut dass wenigstens die SS-Männer wissen “what Germany, what Europe, what humanity, needed“.

Dumm nur, dass die SS-Kaserne zu dicht an Hamburg, Berlin, Essen und Frankfurt liegt. Wie das geographisch möglich ist, das sei mal dahingestellt, aber offensichtlich ist alles oberhalb des Weißwurst-Äquators stalinistisches Kernland und ideologisch verblendet, weil aus all diesen Städten zehntausende linksgrünschwule Friedensdemonstraten kommen (wie erwähnt wird, wählen 60% davon Grün) um gegen die SS zu demonstrieren. Faschisten! Also, die Demonstranten, nicht die Waffen-SS, versteht sich. Achja, die Friedensdemonstraten wurden angeleitet von den rot-grünen Politikern, die mit den intergalaktischen Bankern kooperieren. Und sie fordern “Freundschaft mit unseren außerirdischen Brüdern” und schlagen erstmal die anwesenden Polizisten samt und sonders nieder. Kennt man ja von den Ostermärschen, wie brutal diese “unwashed, long-haired young men” unsere durch Deeskalationsstrategien entmannte Polizei regelmäßig vermöbeln. Oder die Friedensmärsche gegen die Pershing-Stationierungen in den Achtzigern. Dagegen waren die Chaostage ein Zuckerlecken.

Die Frage ist nun natürlich, was soll die arme, von den Hippies bedrohte SS tun, nun da die Polizei ausgeschaltet wurde? (Vielleicht eine kurze Pause um die Täter-Opfer-Rolle hier nochmal einwirken zu lassen: Die Friedensbewegung hat die Polizei niedergeknüppelt und bedroht nun die arme, unschuldige, wehrlose Waffen-SS.) Klar: Sich verteidigen. Und so marschieren sie, das Panzerlied singend, aus der Kaserne heraus, um zu dem Teil zu kommen, bei dem Kratman die Hand in der Hose aufgeregt auf- und abbewegt haben wird, als er ihn schrieb. Der erste Cumshot in diesem SS-Porn. Denn jetzt bekommen die Ökos das, was sie im Weltbild von PI oder Kratman verdienen. Richtig schön aufs Maul:

Muscle and bone augmented by the same process that had returned the octogenarian Brasche to full youth, Hans’ fists leapt and flew like twin lightning bolts. Wading into the crowd, he strode over a medley of bleeding, tooth-spitting, choking, bruised and gagging leftists. Behind him, the singing grew louder and closer.

Dreckig kämpfen natürlich nur die Linken. Ist klar, die sind ja auch “ungewaschen”. (Verstanden? Dreckig… ungewaschen? Ba-da-dish!) So kann der SS-Mann Brasche beispielsweise keine Frau schlagen und wird sofort von den Friedensdemonstranten angefallen, als er zögert. Wobei dieses Beispiel von mutigem Widerstand gegen faschistische Gutmenschen scheinbar so toll ist, dass einige anwesende Demonstraten sich sofort bei der SS einschreiben. Sogar die emaskulierten “pansy boys” die sich vor der Armee gedrückt haben und ihren Zivildienst leisteten. Generalmajor von Ribbentrop (nein, nein, nein… different other chap), “an absolute weenie, a posturer, a knave” von der Bundeswehr gibt den Juden die Schuld an den Demonstranten. Aber, anders als die Bundeswehr, ist die neue Waffen-SS ist ja absolut antisemitismusfrei und darum erwähnt Mühlenkampf, dass die es Juden nicht sein können. Anders als die Bundeswehr können die Israelis nämlich kämpfen. Da, kein Antisemitismus in der Waffen-SS. Fall geschlossen, wo ist mein Hut. Stattdessen hat Mühlenkampf die wahren Feinde sofort erkannt: “Those papers contain the names of those I most strongly suspect of being our foes. You might let the men see those names before they sign out of the camp.

Ah, Proskriptionslisten für die SS. Mit den Namen derer, die Mühlenkampf “most strongly suspect[s]“. Betonung auf “suspects”. Beweise hat er keine. Braucht er aber auch nicht. In Kratmans und Ringos verschrobenen Weltbild sind ja die Philosophenkrieger von der SS das moralische Zentrum. Die machen keine Fehler. Und wenn doch: Da muss man halt mal im Namen der Freiheit dran glauben, wenn man sich verdächtig gemacht hat. Im Krieg gegen den Terror… öh… die Aliens kann man keine Rücksicht auf Verluste nehmen: “Of thirteen panzer Korps, fully a dozen have had their training sabotaged through propaganda, insistence on the rights of junior soldiers, withholding of vital supplies and equipment, and rigorous application of environmental regulations.” Bah! Das bestehen auf den Rechten von Wehrpflichtigen. Linker Faschismus, sowas. Also: Rechte, statt Pflichten.

Wir bekommen dann einen Nebenplot in dem der junge Freiwilige Dieter (alle Deutschen heißen natürlich Johann, Dieter, Klaus, Hans, Otto, Fritz und nicht etwa Kevin, Bill, Ronny, Murat oder Birkan) das deutsche “Fraulein” (natürlich nutzen auch alle Deutschen Worte wie “Fraulein”, “Libchen” oder “Lieber Gott im Himmel”) Gudrun für sich gewinnt, indem er betont, dass er trotz SS-Uniform kein Nazi ist (sein Oppa meinte er würde bei der SS besser ausgebildet werden als bei der Pussywehr… die haben ja auch die schneidigen Uniformen). Und schon ziehen die deutschen Soldaten in den Krieg. Und im Bus singen die Soldaten: “Muss i denn, muss i denn, zum Städele hinaus”. Weil, ganz ehrlich, dieser ganze neumodische Scheiß den die Marines hören um sich zu thrillen, Bodycount oder “Rock the Casbah” von The Clash oder so, der funktioniert natürlich nicht für Deutsche Soldaten. Der Deutsche braucht Heimatlieder, sonst kämpft er nicht. The StUffz don’t like it, rockin’ the Heide.

Und dann beginnt der Krieg. England hält das Gebiet südlich des Hadrianswall, der offenbar gegen raumfahrende Aliens genau so toll funktioniert wie gegen primitive Pikten. Italien und die BeNeLux-Staaten fallen. Die wilden, schluchtenscheißenden Alpenvölker verjagen die Aliens aus ihren Tälern. Für Frankreich und Polen sieht es derweil nicht gut aus. Und in Deutschland landen 30 Millionen Aliens. Ein fairer Kampf. Der in Mittelhessen besonders geführt wird. In Gießen und Marburg. Oh, hey, Marburg. Da habe ich ja bisher ein knappes Viertel meines Lebens verbracht. Da bin ich doch mal gespannt, wie ausführlich diese Stadt beschrieben wird. Wie dicht an der Realität das Buch ist. Also, gut Kratman, gib’s mir. Beschreib mir Marburg an der Lahn:

The ancient stone castle stood silent and untroubled, overwatching the ancient town below. From his hastily scraped fighting position, the castle and town beckoned Pieter Friedenhof with the hint, if not the promise, of safety.

Wooooow! Es ist als hätte Kratman sein Leben lang in Marburg gewohnt. “The ancient stone castle” und “the ancient town”. Wie schön, wie präzise, wie genau. Gut, es gibt hier auch noch eine “ancient church” in der Paule Hindenburg begraben liegt und oben auf den Lahnbergen gibt es ein Virologie-Forschungszentrum, wo man an Ebola, den Pocken und anderen Pandämieauslösern rumforscht, was man vielleicht in die Story hätte einbinden können, aber ich will mich nicht beschweren. Marburg bekommt mit diesen zwei Sätzen schon mehr Beschreibung ab als Hammelburg, Berlin, Gießen, Kiel oder Magdeburg zusammen. Und mit deskriptiven Parts haben es Ringo und Stratman ohnehin nicht so. Gedanken und Dialoge werden wiedergegeben, es wird auch gesagt was jemand macht, aber sowas wie eine Einleitung in der mal ein Handlungsort skizziert oder eine Person ein wenig äußerlich definiert wird oder sowas, das ist für linksgrüne Literatenschwuchteln. Echte Männerprosa braucht sowas nicht. Ist vielleicht auch besser, denn wenn Kratman und Ringo lyrisch werden, dann kommt sowas dabei raus:

Weather reports spoke of snow coming from the south, but Pieter felt already as if a blizzard had descended upon his heart and soul.

Achja, Landserromantik. Und während die Grünen die Pläne der Bundeswehr an die Aliens verraten – in der Hoffnung dass diese gewinnen und der Überbevölkerung durch den Virus Mensch ein Ende bereiten (ja, so denkt er, der gemeine Grüne) – haben sie mit der SS weniger Glück. Die weigert sich der Politik ihre Pläne zu verraten. Wo kämen wir denn da hin, wenn sich unsere Militärelite, die nur unser Bestes will, vor der verräterischen Politeska verantworten müsste. Abstruse Idee. Abstrus. Ungehindert von politischen Ränkespielen funktionieren Armeen doch immer am Besten. So wie damals in Griechenland, als die Obristen das Land vor der Rotfront gerettet haben. Hätte die die Armee kontrolliert, dann wäre sowas nie passiert. Gut, all das hier wäre dann auch nie passiert, aber es war doch zum Wohle des Volkes. In Kratmans Welt muss der Moloch Regierung nunmal kontrolliert werden von einem Gegenwicht, bestehend aus einer unkontrollierten Elite-Armee.

Achja, und die Armee hat Neutronenbomben, Atom- und Antimateriewaffen und setzt Depleted-Uranium-Munition ein. Muss sie natürlich heimlich tun, weil sich sonst die linksgrünen Ökofaschischten sich beschwert hätten:

As for the DU penetrators themselves, the left would have shrieked their fury to a ritually denied Heaven could they have known how the otherwise simple rounds had been modified . . . and why. The use of depleted uranium itself had been a close run thing in the Bundestag, the German Parliament. “Ecologically unsound. Environmentally unsafe. Polluting . . . filthy.” Aesthetically unappealing. Heretical. Upsets me at my vegetarian breakfast. Forces me to contemplate that which must be denied.

Ebend. Ökologisch unsicher, verschmutzend, dreckig. Und noch dazu ästhetisch unattraktiv. So denkt er, der frühstücksvegetarische Linke. Ich frage mich ja, ob Ringo oder Kratman je einen Linken oder Grünen getroffen haben. Also, einen den sie sich nicht selbst aus Stroh zusammengebaut haben. Gibt ja auch keinen wirklichen Grund nicht begeistert davon zu sein, dass strahlende Mun verwendet wird. Aber kehren wir zum Krieg zurück.

Die von der Pussywehr verteidigten Städte wie Aschaffenburg fallen fast sofort. Auch Marburg fällt, weil der Ex-Freund von Gudrun (der Romantik-Subplot, wir erinnern uns) sich auf seine Trennung, statt den Krieg konzentriert und dann vor Panik flieht, woraufhin ihm alle anderen Pussywehr-Gefreiten folgen. Die Schlachtbeschreibungen sind öde, dröge und sehr blablablabla. Da wünscht man sich Clancys Prosa aus Red Storm Rising zurück. Also, die Fronten bröckeln. Die “innocent, bright, [...] “battle maiden” who would never hurt a soul” Gudrun wird gefangen genommen und verspeist und es gibt weitere Prosaperlen. (“He watched as a human—a female he thought, based on the curious bumps on the creature’s chest—had her nestling torn from her arms.“… hihihihi, Titten… echt gezz, Kratman/Ringo, werdet erwachsen.) Der SS wird klar, dass sie durchgreifen muss, um Deutschland zu retten: “It’s true, Dieter. The rot must be stopped as soon as it starts. Sometimes, if you train them right, the rot doesn’t start for along time; maybe not until the war is over. But when you have as much rabble in uniform as Germany today has, you don’t have much choice but to use harsh measures.

Das haben wir gerne: Erst alle zum Wehrdienst zwingen und sich dann beschweren, dass die Leute keine Top-Soldaten sind. Aber das muss ja so sein: Wenn sich Menschen um den Dienst in der Armee drücken dürfen, wie soll man dann merken, wer ein schlechter Soldat ist? Und wer ein schlechter Soldat ist, der ist nach dem Krieg ja eindeutig auch ein schlechter Bürger, der seinem Land schadet. Nur darum ist Deutschland ja in dieser desolaten Verfassung. Wie gut, dass der liebe Gott das Seil und den Galgen erfunden hat um solche Probleme zu lösen. Und nur damit das keiner vergisst: Die SS-Leute die so argumentieren, sind Kratmans und Ringos Helden und die einzigen im ganzen Buch, die “vernünftig” und “moralisch richtig” agieren. Vielleicht nochmal eine kleine Prosaperle zu den Deserteueren:

Of course they had taken to their heels. These were the fleet-footed remnants, the early deciders, the least brave of all. Any good men, any good leaders? These were those most likely to have held on that fatal few seconds too long before, during the wretched rout at Marburg. In short, these were long since stuffed, in butchered parts, down alien gullets; and then, long since, deposited in malodorous lumps onto the soil thus soiled.

The good of the 33rd Korps had become shit . . . while the shit had become a sort of human diarrhea. This loose shit ran.

Eine äußerst beschissene Metaphorik, wenn ich das mal so anmerken darf. Nun gut. Die SS schießt nun also die Deserteure ab (“spoiled by mama’s teat and weakened military training“) und verurteilt danach, nach römischen Recht, jeden zehnten Deserteur zum “Todt durch dem strang.” Ähm… Todt?

Teile der Regierung (lies: die Grünen) waren zwar dagegen und das Kanzleramt forderte die Herausgabe der Deserteuere, aber die Bundeswehr verweigerte diesen Befehl (Bürger in Uniform, die nicht einfach nur Befehle ausführen… wie schön, so haben sich die Väter des Grundgesetzes das gedacht) und gibt sie lieber der SS heraus. Dann kommt der nächste Porno-Part. Wo man zuletzt mastrbierte weil Linksgrüne aufs Maul bekommen, da masturbiert man nun weil Feiglinge baumeln. Ich spul mal vor, die Exekutionsszene dauert ein wenig.

Der neue Stand des Krieges: Deutsche Soldaten halten die Oder-Neiße-Linie (wie gut, dass keiner der SS-Leute ein Heimatvertriebener ist, der Probleme mit dieser Grenze hat) und die Siegfried-Linie, während die letzten französischen Truppen (die bald erkennen, dass seit Napoleon I. keine französische Regierung mehr etwas getaugt hat und sich dem Kommando der SS unterwerfen) die Maginot-Linie halten. Irgendwofür muss das Ding ja gut sein. Schade, dass man den Atlantikwall nicht mehr verwendet. Und mit Deutschland geht es derweil bergauf. Zumindest wenn man Ringo Kratmans wirren Gedanken folgt, denn der Kanzler hat die Faxen dicke, dass die Grünen der Armee im Weg stehen und lässt darum rund fünf Prozent der Regierung von der SS verhaften, weil die Polizei am Ende noch weibische Verfassungseinwände hätte:


“Germany has enemies, enemies she has nurtured at her own breast. They cannot be allowed to sabotage us any longer.

“No, damn them!” fumed the Kanzler. “Nor will they until about five percent of them are removed from office!”

“Well, Herr Kanzler, surely your precious democratic constitution has provisions . . .”

“Not for this, General. Not for what must be done now.”

“Ohhh, I see. You want my Korps to break the law, do you?”

The chancellor glared. “Desperate times, General . . .”

Und nochmal dran denken: Die Politiker, die meinten dass es eine dumme Idee wäre die SS wieder einzuführen, werden als Paranoiker dargestellt, während dieser Akt hier nicht nur sinnig, sondern legitim ist. Weil Deutschland doof genug war nach dem zweiten Weltkrieg keine Ermächtigungsklausel in die Verfassung einzubauen. Als Dank für diese kleine Gefälligkeit darf die SS dann auch endlich wieder ihre Siegrunen tragen. Und zwar auf einem wunderschönen Fackelzug, der nicht nationalsozialistisch ist, weil er ganz ohne Hakenkreuze auskommt. Und wie der Kanzler ernsthaft denkt: “I wish that I had had the foresight to have Leni Rieffenstahl rejuvenated before she passed away in 2003. What a propaganda scene she could have made from this.

Fackelzüge und Riefenstahl und nur auf ihre Ehre bedachte, apolitische Nazis. Wie schon bei den Marschliedern zeigt sich übrigens auch hier: Der Deutsche hat sich nicht geändert. Auch nicht in seinen Ansprüchen. Riefenstahl-Propaganda, die funktioniert immer noch für ihn. Dann dürfte dem durschnittlichen Deutschen dieses Buch ja liegen. Grünspan-Günni, der von “our holy mother earth” faselt (denn alle Grünen sind gaia-anbetende Heiden) ist schockiert und droht – total undemokratisch, da sieht man wo die Macht in einem Staat liegt, der kein funktionales Zwei-Parteien-System hat – damit, dass die Grünen dem Kanzler die Unterstützung kündigen und ihn stürzen könnten. (Sowas würden andere Parteien bekanntlich nie tun.) Und ganz der Demokrat der er ist, wie ist dieser Faschist eigentlich an die Macht gekommen?, antwortet der Kanzler darauf mit diesem Wittizismus: “ I used to need your Green Korps. But now? Now I have the Black Korps, my green-hued friend.” Und lässt Günter abführen. Genau das hat dem Kanzler in den letzten fast sechzig Jahren gefehlt: Eine Praetorianer-Garde unter seinem persönlichen Kommando. (Außer wenn sie nicht auf ihn hören will.) Schöne neue Welt.

Aber natürlich muss der Kanzler nochmal klar machen, dass das hier was ganz anderes ist als damals und so fragt er den Ex-Zivi-jetzt-SS-Jungen, ob er Nazis in der Waffen-SS kenne. Dessen Antwort: “One, mein Herr. [...] He is a bad man and we all hate him. He is, however, a very good tank driver so we put up even with him, for the Fatherland.” Ein einziger Nazi in der Waffen-SS, den alle hassen? Na dann ist ja gut.

Wie geht denn der Putsch… öh… die Befreiung Deutschlands von der linksgrünen Diktatur voran? Gut: “The general reports that most suspect members of the Federal Legislature are under arrest, along with the A list of suspects within the Bundeswehr higher command echelons. In addition, leaders of the more radically antihuman of the political parties are almost entirely in the bag . . . Though some have already been executed . . . er, shot while escaping.

Neben dem kleinen Witz, dass man ein paar sofort exekutiert… öh… auf der Flucht erschossen hat (hahaha… dieser wacky conservative humor), lese man nochmal ein Adjektiv besonders heraus “suspect“. Die SS beseitigt hier nicht Leute von denen sie weiß, dass sie mit den Aliens kooperieren, sondern Leute die nur “verdächtig” sind. Was für Kratman und Ringo aber keinen Unterschied macht: Wer nicht für uns ist, der ist gegen uns. Und wer nicht bedingungslos hinter der Waffen-SS steht, der hat es verdient von der Waffen-SS vernichtet zu werden. Oder in Schutzhaft zu landen. Ich frage mich, was aus Annemarie Mai geworden sein mag, jener Grünen-Abgeordneten die die entscheidende Stimme für die SS abgegeben hat.

Auch anderswo räumt Deutschland endlich so auf, wie es wohl mal nötig war:

Yet there was a new ruthlessness in Germany, a ruthlessness that cared little for the “rights” of individuals, much for the survival of the Volk.

Student deferments? Gone. Alternative service? Gone. Refusal to serve? Conscientious Objector status claimed? The Penal Formation once known as the 33rd Korps grew to meet and then exceed its former strength. And the hangmen were often kept quite busy.

Nice, safe and comfortable billets in the rear? “No more, my son. You are going to the front. Women can do your job well enough.”

Only workers vital to the war effort were spared the sweep of conscription. Many of these were agricultural. Many others were industrial. Some were scientific and industrial both.

So stellen sich Ringo und Kratman das perfekte Deutschland vor. Unter Waffen, jeder dient, keine Intelligentsia sondern nur Bauern, Arbeiter und Soldaten. Jede Opposition wird ausgeschaltet und all diese von den kommunistischen Arschpiraten erfundenen “Rechte” (bah!) die das Individuum für sich verlangt, müssen hinter dem Volkswillen zurücktreten. Also, im Kern das Dritte Reich, nur dieses Mal ohne die Judenverfolgung. Der Rest war ja offensichtlich ganz toll, wenn ihn nur die zwei oder drei echten Nazis nicht mit ihrer Endlösung in Verruf gebracht hätten… argh!

Und jedes Schuldgefühl für den Holocaust endet damit, dass die SS-Division Judas Maccabaeus endlich eingerichtet wird. Israelis in Deutschland tragen die Uniform der Waffen-SS (nur mit Davidsstern statt Siegrunen) und kämpfen gemeinsan gegen die Aliens. Nur die Franzosen, die weigern sich den Juden in dieser Stunde der Not zu helfen. Grund: “[A]nti-Semitic France’s strong and vocal Muslim minority had put up vigorous protests towards the notion of sheltering the religious and cultural enemy.” Ja, alle Menschen sind endlich Brüder. Bis auf die Moslems, die Grünen und die Franzosen. Welche der Gruppen Kratman schlimmer findet, das muss man selbst entscheiden.

Und die SS marschiert. Singend. Über Kopfsteinpflaster. Weil ganz Deutschland scheinbar nur aus Kopfsteinpflastern besteht. Ist aber vielleicht einfach nur der bessere Marschierboden. Was weiß ich. Wenn die Waffen-SS mal nicht marschiert, dann wächst und wächst sie. Neben den Israelis dienen hier auch immer mehr Deutsche, die der “political correctness that had infected [the Bundeswehr]” zu entkommen versuchen und nun von der SS, wie es ein Ausbilder auszudrücken pflegt, endlich wieder “härter als Kruppstahl” gemacht werden. Auch Fünfzehnjährige tun endlich wieder freiwillig ihren Dienst. Und der Eifer der Truppen steigt, seitdem man angefangen hat Zivilisten zu exekutieren, “who had interfered with the army’s training and morale“. “Interfered with army’s morale” ist wahrscheinlich die freundliche Version von: Haben Kritik an der Armee und ihren willkürlichen Exekutionen geübt. Wobei, willkürlich? Nein, diese ehrbare Armee doch nicht.

Zudem hat die SS endlich ihren total geilen, atomgetrieben, Railgun-Superpanzer bauen können (dieses Mal ohne logistische Probleme), den man eiskalt “Brünnhilde” nennt. Und dann macht man eine Testfahrt während der Ritt der Valkyren aus den Lautsprechern erklingt. Der Panzer hat die Macht des Klischees. Und um das Klischee vollzumachen, hat er zudem eine Künstliche Intelligenz, die nicht nur altklug ist, sondern es auch noch mag mit den Panzerkommandanten zu debattieren. Weil Waffen mit KI ja so eine tolle Idee sind. Au mann…

Das Problem: Die SS ist so gut, dass die Aliens von ihr lernen, wie man richtig kämpft. Und deshalb hat man ja schon in Russland verloren: “It seemed the Germans had managed to do what they had done before, even with the Russians: teach an enemy to fight as a combined arms team.” Ich hatte ja gedacht, dass der Winter irgendwo Einfluss auf die Niederlage an der Ostfront hatte, aber offensichtlich war die SS viel zu gut um zu gewinnen. (Was für eine absolut blödsinnige Idee.) Und so fällt bald auch Mainz und die gesamte Rhein-Main-Region. Zumindest helfen die Deutschen den Flüchtlingen bereitwillig mit dem letzten bisschen aus, was sie selbst haben. So wie damals, als man sein Herz den Ostvertriebene öffnete. … Oh, halt.

Und selbst jetzt, da es eng aussieht für Deutschland, kämpfen die Deutschen wie die Berseker. Wie ein Franzose begeistert feststellen muss: “Give the bastards their due. When their blood is up, when it really matters, they know how to die.” Ja wie sterben sie denn, wie sterben sie denn? Antwort: Mit pathetischen Reden:

“We have been under siege for five days. For five days we have had no food. In ten minutes the enemy will attack; we can hear him massing now. I have only one magazine left for my rifle. The mines are expended. The machine gun is kaput. We are out of range of mortar support and I cannot raise the artillery. We have rigged a dead-man’s switch on our last explosives to ensure our bodies do not go to feeding the enemy. Tell my family I have done my duty and will know how to die. May the German people live forever!”

Ja, möge das deutsche Volk auf ewig leben, so dass es ewig im Krieg sterben kann, wie sich das gehört. Und zwischen belanglosen Panzerkriegsszenen geht Deutschlands Reise in die “gute alte Zeit” weiter. SS-Lazarette entstehen, mit Siegrunen neben dem Roten Kreuz und Feldlazarett in guten, alten gothischen Buchstaben geschrieben, nicht in dem neumodischen romischen Kram. Denn wenn die SS eines weiß, dann dass die in der PISA-Studie diagnostizierte Leseschwäche der deutschen Schüler daher kam, dass diese gezwungen wurden undeutsche Buchstaben wie das “c” zu verwenden, während klassische toitsche Buchstaben wie das “uuaer” oder das “thyth” verschwunden sind. Echt gezz, Kratman, als könnten Fettie und die Unterschichten-SS das gothische Alphabet entziffern. Oder Fraktur. Oder Sütterlin. Die können ja noch nicht mal Plastikspielzeig von Schokolade unterscheiden. Dafür stehen sie aber tierisch auf den guten, alten Roggenmehl-Ersatzkaffee, den ihnen das Heer gibt. Der hat uns schließlich schon in Stalingrad treue Dienste geleistet.

Ansonsten geht es weiter mit dem was Deutsche so lieben: Marschieren und singen, singen und marschieren. Mutig dem Tod entgegen. Mit einer Treue heißenden Ehre, die die Politiker ihnen bisher verwehrt hatten. Und so ist unser alter SS-Haudegen Mühlenkampf auch zu Tränen gerührt, als er folgende Szene mitbekommt: “Some of that sausage-bound flesh, in the form of the infantry division marching to the front to be butchered, sang under Mühlenkampf’s window.” Schön. Wobei ich nicht sicher bin, ob die Pathostriefigkeit dieser Szene nicht noch schöner gewesen wäre, ohne den Würstcheneinschub. Aber es geht hier ja um Deutschland. Insofern: Wahrscheinlich nicht.

Zwischendrin nutzen Kratman und Ringo die Gelegenheit nochmal um den Unterschied zwischen der ehrbaren SS und den echten Nazis deutlich zu machen. Nimmt sich eigentlich nicht viel, nur dass der Nazi die jüdisch-slawischen Untermenschen hasst, während der ehrbare SS-Mann alle Menschen liebt (bis auf Deserteure, Vaterlandsverräter, Kriegsschädlinge, Volksschädlinge, Kommunisten, Sozialisten, Sozialdemokraten, Demokraten, Grüne, Gutmenschen, Bildungsbürger, kinderlose Frauen, Lesben, Schwule, Wehrdienstverweigerer… oh und Nazis, die hasst der ehrbare Waffen-SS-Mann an sich wie kein Zweiter). Und darum kann man die Waffen-SS klar von den Nazis unterscheiden, während “Krueger [der eine Nazi in der ganzen Waffen-SS] would have been appalled to learn that, at the level of core philosophy, he, the Nazi fanatic, and Günter Stössel, the Reddish Green fanatic, were not so far apart after all.

Nun ist Strohmann Stössel, der Grüne, natürlich eine sehr abstoßende Figur, aber ich unterstelle Kratman und Ringo mal schweinefieserweise, dass es ihnen hier gar nicht um den einen Radikalen am äußersten Rand geht. Denn während in der SS nur einer ein Nazi ist, sind die Grünen durch die Bank weg menschenverachtende Radikalinskis. Achja, was macht Günter eigentlich jetzt, da er von der SS abgeholt wurde? Nun, er und seine 447 anderen Mitverräter verrotten lebenslang in Spandau. Erst wollte der Kanzler sie alle hinrichten lassen, aber er hatte Angst, dass sie dann für die Gutmenschfaschisten zu Märtyrern werden. Kluger Mann, der Kanzler. Da kann sogar Helmut Schmidt noch von lernen.

Bedauerlich für das tolle, neue Sparta Deutschland ist leider eines: Es wird nicht mehr lange halten. Die Fronten sind am kollabieren und der Rhein wird gefrieren, so dass die Posleen einfach drübermarschieren können. Mist. Dieser verdammte, linksgrüne, vaterlandsverräterische Rhein! Jetzt wo es dem Ende entgegen geht, stellt man sich natürlich die ernsten Fragen. Etwa: Wie konnte es damals zum Holocaust kommen? Wie konnten normale Menschen sowas zulassen? Schwierige Fragen, die unsere Moralphilosophen in sechzig Jahren nicht haben lösen können. Wie gut dass wir Kratman und Ringo haben, denn die finden die Antwort in weniger als einer Seite:

“They gave of their blood and they gave of their hearts. They fell in battle in droves for their ‘German Fatherland.’ Ten thousand of them fell in battle, Rinteel . . . giving all they had to give for what they thought of as their country. Rinteel, ten times that many served. More than the national average. They were us.

“And so, Indowy Rinteel, it is as if God used us, we Germans, to some purpose of his own . . . but we just don’t know.”

The Indowy digested that . . . thought upon the foolishness . . . thought upon the pain in Mueller’s voice. Finally he said, “It was a madness then.”

Mueller agreed. “Yes Rinteel, it was a madness.”

Eine Mischung aus “die Wege des Herrn” sind unergründlich und Wahnsinn. Na, war das jetzt so schwer, dass wir uns darüber über ein halbes Jahrhundert den Kopf zermartern mussten? Okay, Ende der Frontphilosophie. Zurück in die Realität. Da überqueren die Posleen gerade den Rhein und sie benutzen ihre menschlichen Gefangenen als lebende Schutzschilde. Und Waffen-SS-Mann Schulz ist schockiert, denn er weiß dass das ein Erfolg der Posleen wird. Nicht aus PR-Gründen, sondern weil die deutschen Soldaten nicht zu “that kind of soldier” ausgebildet worden sind, die aus der Hüfte Zivilisten erschießen können, wenn es Not tut. “Shit.“. Man beachte nochmal: Das Problem ist nicht, dass die Posleen menschliche Schilde verwenden, das Problem ist, dass wir unsere Soldaten nicht dazu ausgebildet haben, Zivilisten ohne zu zögern abzuknallen. Also opfert sich die SS und nur die SS und übernimmt das für die verstörten, schlecht trainierten Kinder. Und um das richtig schön reinzuhämmern: Das sind die moralisch richtig handelnden Helden. Klar, die Tat ist unschön, aber man nimmt die Schuld fürs Vaterland auf sich. Zumindest empfinden das alle, bis auf den einzigen Nazi in der Waffen-SS, als unangenehm. Der eine Nazi hat derweil jede Menge Spaß.

Schade nur, dass anderswo die Pussies die Lage kontrollieren: Denn ein französischer Jungsoldat, Sohn der Anti-Kriegsdemonstrantin aus Kapitel 1, ist nicht in der Lage eine mit Zivilisten besetzte Brücke zu sprengen. Das verübelt ihm zwar hinterher keiner, er ist ja nicht ordentlich ausgebildet worden, aber trotzdem geht damit die Westfront flöten. Und seine Mutter muss schon bald eines einsehen. Das hier ist alleine ihre gutmenschliche Schuld, dass sie es gewagt hat ihrem Sohn Respekt vor dem Leben einzubleuen. Dran denken, sowas ist auch wichtig für den Fall eines spontanen Ausbruchs von Zombieismus. Naja, zumindest lernt sie aus ihren Fehlern:

I made you to be a fine boy, warm and kindhearted and good. And so, when the time came, and you needed to do something horrible to prevent something worse, you could not. But it was my hand that froze yours, my loving mother’s heart that pierced your own. The guilt, my son, is all mine. And none of the blame is yours.

And so, tomorrow when you awaken to breakfast . . . and for every morning to come, you will find a mother who will give her heart and soul into making you what I never wanted you to be: a soldier. You will find a mother who will advise you and prompt you and support you in becoming the best French soldier in a century.

For “Survival cancels out programming.”

Nach der Westfront fällt auch die Ostfront, aber man geht zumindest mit wehenden Fahnen unter, seinem letzten Sieg entgegen. Und auf die Frage aus dem Werbespruch, ob die SS “redemption” erlangen kann. Die Antwort darauf überlassen Kratman und Ringo nicht dem Leser. Am Ende kommt der noch auf dumme und falsche Gedanken: “Hans’ left hand stroked his right lapel, feeling the Sigrunen sewn there. And they are clean, my soldiers. No crimes to their name, not even the crimes of necessity. Their sins, if any, I have assumed. And I was likely damned anyway.” Und dann legt SS-Mann Brasche die Siegrunen ab, denn er hat ihre Ehre wiederhergestellt und braucht sie jetzt nicht mehr. Außerdem “They were only a symbol, after all, one that meant different things to different people.” Eben.

Es ist ja nicht so, dass bestimmte Symbole so fest mit einer Institution verbunden sind, dass diese Konotation alle anderen überlagert. Das ist offensichtlich nur eine Meinungsindoktrination der Deutschland beherrschenden Rotgrünfaschisten gewesen. Und als nächstes befreien wir dann Symbole wie das Hakenkreuz, Zahnbürstenschnurrbärte, den roten Stern und Stefan Effenbergs Mittelfinger. Achja, falls jemand Kratman und Ringo widersprechen will, dann könnt ihr das Vergessen. Die beiden berufen sich nämlich auf “authority by holocaust”. Selbst der jüdische SS-Mann akzeptiert, dass “the Sigrunen meant something different now—the lightning sword of vengeance—to most Germans, to most Europeans, and even to a fair number of Israelis“. Für ihn persönlich zwar nicht, aber im Generellen akzeptiert er das. Bitte sehr, wenn selbst ein Jude – gut, ein von Kratman und Ringo geschriebener, fiktiver Strohmann-Jude in SS-Uniform – sagt, dass das alles in Ordnung ist, wie kann man dem dann widersprechen?

Und damit nähern wir uns dem Ende des Buches. Die Bayern und Alpenvölker kämpfen zwar noch, aber der Rest der Deutschen zieht sich langsam nach Skandinavien zurück. Der eine, alleinige Nazi in der SS wird von seinem Kameraden erschossen, der vor dem Weltkrieg ein Jüdin geheiratet und nach dem Weltkrieg in der israelischen Armee gedient hat (“you NAZI SON OF A BITCH“). Günter und die anderen Grünen werden von lachenden Wachen in Spandau zurückgelassen und von den Posleen gefressen. Selbst die Anti-Kriegsfranzösin ist zu Tränen gerührt, dass nun auch Zwölfjährige ihren Dienst in der Waffen-SS tun. Hach schee, Kindersoldaten. Das waren schon immer die verblendetsten. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Kratman und Ringo Tränen der Rührung in den Augen hatten, als Zitterhand-Adolf in Der Untergang seine Berlin verteidigende Hitlerjugend geehrt hat. I’m doing my part, too!

Und ein Soldat nimmt bei der Nordflucht etwas deutsche Erde mit in seinem Helm, denn “someday, children will ask us, ‘What is Germany?’ And I thought I might be able to point to this helmet, filled with the rich soil of home and the last remains of as pure a spirit and heart as Germany ever produced, and encased in and protected by a helmet of war as only soldiers ever could have protected Germany. And with that, maybe I will be able to explain.” Ist ja gut. Blut und Boden, wir haben’s verstanden. Ob die Kinder das natürlich verstehen, das sei mal dahingestellt. Aber ist natürlich sicher ein tolles Postermotiv für die nächste “Du bist Deutschland”-Kampagne. “Mutti, Mutti. Was ist eigentlich Deutschland?” – “Äh, so Dreck von draußen in ‘nem Pott für’n Kopp.” – “Hä.” – “Vergiss es, das ist ‘ne Allegorie für irgendwas, dafür bisse noch zu jung. Oder so.”

Aber irgendwie hat es sich ja auch gelohnt, die Alieninvasion, denn wie Mühlenkampf festhält:

We have saved nearly twenty million of our own people here; a like number have found safety in the Alps. Add to that several million more French and Poles and Czechs and Italians.

The people we saved, too, are the most precious: women to breed more soldiers in abundance, wise farmers, skilled workers. And enough soldiers have been saved to make a seed from which mighty armies will grow. North and south we shall grow again; we shall marshal and build our strength. And the enemy has no chance of digging us out from either Scandinavian snows or Alpine fortresses; they’ll starve first.

“But we will not starve, Herr Kanzler. Oh, yes, rations may be a little scant and bland until we can break out from our mountain fastnesses. So what? The Volk had become pudgy with prosperity, and a lean wolf is a fierce one.

“No, Herr Kanzler, the war in not lost, but only beginning.”

Oh schöne neue Welt, der Krieg hatte auch was Gutes. Zumindest haben die fleischfressenden Aliens den bösartigen Tumor Zivilgesellschaft aus dem kränkelnden Volkskörper herausgeschnitten. Die Schwachen sind gestorben, die Starken haben überlebt. Bauern, Arbeiter, Soldaten und Frauen um mehr Soldaten “auszubrüten”. Und das Brutprogramm um diesen gewissen Nukleus des deutschen Volks zu erretten, verlangt sicher… hrrr, hrrr… das Ende der monogamen Lebensverhältnisse. Ein Opfer das man bringen muss, für die Zukunft der deutschen Rasse. Und irgendwo im Hintergrund erhebt sich Dr. Seltsam aus seinem Rollstuhl und erwähnt: “Mein Führer! I can walk!

Epilog

Jahre in der Zukunft, das deutsche Volk hat sich erholt und sich zu einem weiteren Klischee entwickelt: Nazis im Weltraum. Pardon, habe ich doch glatt die ehrbaren, apolitischen Waffen-SS-Arschlöcher aus dem Buch schon wieder als Nazis bezeichnet. Tsk, tsk, tsk. Wie komme ich da nur drauf? Vielleicht weil sie all ihren Schiffen Namen der Kriegsmarine gegeben haben? Übrigens arbeiten sie mit der japanischen Raumflotte zusammen. Alte Freunde, kann niemand trennen… oder so. Wo ist denn bitte schön der Raumkreuzer Scipio Africanus, wenn wir schon die Achse wieder zusammentrommeln? Na gut. Statt der Italiener kämpfen jüdische SS-Raumschiffe mit. Hey, moment! Jews in Space? Im Ernst? Da Kratman die Raumschiffe nicht im Ansatz beschreibt, gehe ich mal eiskalt davon aus, dass das wirklich so aussieht.

Und die Weltraum-Nazis haben es nun geschafft, den Heimatplaneten der Banker-Aliens zu finden, die die Posleen finanziert haben. Und sie Bomben ihn aus dem Orbit kaputt, wobei sie auch fliehende Zivilschiffe zerstören. Ist aber alles total legal: “[T]he ships attempted to run the human-imposed blockade. But centuries-old human laws of war held it perfectly legitimate to engage civilians trying to flee a siege.” Und Mühlenkampf, jetzt Chef der Weltraumflotte, stellt klar, was das Ziel dieses Angriffs ist: “[O]ur sights are set lower. We only wish to change you from living to extinct.”

Gut, die Ausrottung außerirdischer Rassen ist ein bekannter Topos in der SF, aber hier wirkt er natürlich besonders effektiv. Denn dieser neue Holocaust ist ja, anders als der letzte Holocaust, ein “guter” Holocaust. Weil er ja die richtigen trifft. Aliens, die es verdient haben. weil es da keine Unschuldigen, keine zehn Gerechten, kein einziges Alien geben wird, dass vielleicht gegen diese Politik war oder versuchte sie zu verändern. Anyway: So endet das Buch, das mit der Verjüngung der Waffen-SS begonnen hat, ganz themengerecht mit der kompletten Ausrottung einer außerirdischen Spezies. You get what you pay for.

Fazit

Der hier drüben musste während meiner Lesephase ein wenig als seelische Schrägablage dienen, weil ich mir meinen Hass auf das Buch schon beim Lesen in Form von E-Mails von der Seele schreiben musste. Und dabei kam die Frage auf, ob ich sicher bin, dass das nicht alles nur verdammt clevere Satire ist. Naja, das wäre es beispielsweise, wenn sich auf der letzten Seite rausstellt, dass die vollen vierhundertschlagmichtot Seiten davor ein Manuskript von Martin Bornmann oder Heinrich Himmler sind, der sich beim Schreiben ordentlich einen geschubbert hat und jetzt nochmal volles Rohr über die Seiten kommt. Quasi wie in Spinrads The Iron Dream.

Aber es ist keine Satire. Und um das auch dem letzten Deppen deutlich zu machen, fügen die Autoren auch noch ein Nachwort an. Ich will jetzt nichts über die Leserschaft mutmaßen, aber vielleicht hatten Kratman und Ringo tatsächlich Angst, dass ihrer Leserschaft der allegorische Hammelsprung in diesem Werk verloren geht. Denn natürlich hat dieses 2005 erschienene (sprich: zu einer Zeit als man noch “Freedom Fries” gegessen hat= Meisterwerk eine politisch Intention, die über die Reinwaschung der Waffen-SS hinausgeht: Na, welche Bevölkerungsgruppe trägt im Buch nichts zur Verteidigung der Erde bei, sondern behindert sie sogar noch? Auch wenn das nur einmal explizit gesagt wird? Was? Ja, gut die rotgrünfaschistischen Multikultischgutmenschschwuchteln. Gut, das wird ja öfter erwähnt. Aber wer noch? Achja: Die Moslems. Und warum ist dem so? Nun, man muss nicht David Icke sein um zu verstehen, was hier vor sich geht. Aber dankenswerter Weise wird es uns ja nochmal detailliert erklärt. Kratman, Ringo. Hier ist eure Seifenkiste:

Right now, Western Civilization, however much many of its members may refuse to admit it, is involved in a world war. No, it has seen no entire cities destroyed; no trenches have drawn their scars across entire continents. It is a world war all the same. Moreover, it is a world war that is putting to the test every notion of individual liberty, freedom of conscience, and rule of law that the West prizes. And should we lose we will see, or our grandchildren will, the erasure of all that is good in Western Civilization.

We cannot afford to lose.

Yet winning will have its price, too. Just as the invasion John described is ordained to change humanity into something that one of Hitler’s Waffen SS would recognize and call home, so too will this war change us. Because side by side with the virtues of Western Civilization are paired vices that may destroy us: a narrow legalistic mindset, an emphasis on form over substance, and an unwillingness to do the ruthless and violent things we must if we are to survive. This list is not exhaustive. Perhaps worse than these things, however, the West has nurtured at its own breast a set of execrable, vile, treacherous and treasonous villains that seem to seek at every opportunity to do all they can to ensure its destruction.

Yet there is hope. “Survival cancels out programming.”

Und selbst wer es geschafft die braune Scheiße bis hierhin als amüsant oder bestenfalls lantent peinlich zu empfinden, als konservativ aber nicht bedrohlich, dem kommt hoffentlich jetzt endlich die Galle hoch. Die menschenfressenden Posleen = der Islam. Im Internet wird inzwischen zu schnell, viel zu schnell, Godwin’s Law gezückt. Dabei wird eine Sache oft und schnell übersehen: Wenn der eingesprungene Nazivergleich angemessen ist, dann sollte man ihn auch verwenden. Und diese verschissene krypto-islamophobe Kacke ist schlicht das: brauner Dreck. Eine abgestande Rotze die zu gleichen Teilen Hitlerjunge Quex und Jud Süß ist. Dass die Gleichsetzung “menschenfressende Moslems” und “Islam”, oder im direkteren Kontext “Irak”, dabei unehrlich bis zum äußersten ist, muss ich nicht mehr erwähnen, oder? Dass es leicht hyperbol wirkt, wenn man Irakkriegsgegner mit Leuten gleichsetzt, die auch mit kinderfressenden Aliens kollaborieren würden? Fein.

Bei all dem schafft es das Buch zudem noch auf eine Art und Weise dreist zu sein, die einem die Schuhe auszieht, um sie einem dann mit voller Wucht ins Gesicht zu werfen: Kratmans Fiction wird als “well-thought political views with a practical voice” beschrieben. Und ungefähr auf diesen Zug springen auch die meisten Rezensenten bei amazon.com auf. Im Kern läuft es darauf hinaus: Wer das Buch kritisiert ist links. Wer das Buch als demokratieverachtende, faschistische Wichsvorlage kritisiert, der belegt damit nur wie richtig Ringo und Kratman in ihrer Darstellung der Linksgründyaddayadda lagen. Und wenn man den Autoren eine Glorifizierung des Nationalsozialismus vorwerfen würde, dann würden sie betonen, dass der einzige vorkommende Nazi am Ende doch seine verdiente Strafe abbekommt und die Waffen-SS immer wieder ihre Abscheu gegenüber dem Nationalsozialismus bekundet.

Und in einer Hinsicht stimmt das sogar: Watch on the Rhine würde beispielsweise auf den Stormfront Messageboards nicht gut ankommen, weil die Israelis zu gut wegkommen. Das dürfte aber auch das einzige sein, was die inzestuösen Herrenmenschenverschnitte aus dem Mittleren Westen an Watch on the Rhine auszusetzen haben könnten. Und die Juden haben in diesem Buch eine ganz entscheidende Rolle, die sie beispielsweise auch haben wenn ihnen PI die Freundschaft erklärt: Sie sind dankbare Smoke Screens, hiter denen man den eigenen Rassismus verstecken kann. Denn wer für Israel eintritt, der kann ja kein brauner Abschaum sein. Und wenn man sich die Juden anguckt, die Kratman und Ringo in diesem Buch schreiben, dann haben sie alle – ausnahmslos! – eine Funktion: Der SS-Division “Alte Herren” immer und immer und immer und immer und immer wieder zu bestätigen, dass sie keine Schuld am Holocaust trifft und man ihnen eigentlich nichts wirklich übel nimmt. Und wenn man dann zusammen Krieg führt, dann sind keine negativen Schwingungen mehr da. Was sind schon 6.000.000 unter Freunden.

Feiglinge. Zumindest stehen die Turner Diaries ganz offen zu dem, was sie sind und verstecken ihre brechreizerregende Haltung nicht hinter “Neutralität” oder dem Kampf gegen die “politische Korrektness”. Bei Watch on the Rhine drängt man sich mit jeder angebrachten Kritik mehr und mehr in die Opferrolle und sieht das alles als weiteren Beweis dafür an, dass alle anderen Amerika hassen und die Meinungsfreiheit der Autoren beschneiden wollen. Ist so eine Masche, die seit einiger Zeit gut zu ziehen scheint. So wie jetzt Rechte auch gerne mal bei Aussagen wie “Wir wollen keine Nazis in unserer Nachbarschaft” die Frage stellt, ob die Zivilgesellschaft sowas auch akzeptieren würde, wenn da statt “Nazis” jetzt “Juden” stünde.

So: Und warum bezeichne ich das hier als eine scheißbraune Nazi-Apologetik, ohne da auf die Godwin-Mäßigung zu setzen? Weil es genau das ist: Auch wenn das Buch das natürlich anders sieht. Für Kratman und Ringo scheint festzustehen, dass nur die (paar) Leute Nazis waren, die aktiv am Holocaust beteiligt waren. Und der Holocaust und die Judenverfolgung waren scheinbar auch das einzig kritikwürdige am Dritten Reich. Alles andere, die schicken Uniformen, die schön funkelnden Siegrunen, die Marschlieder, die Kameradschaft, die kruppstahlharte Jugend, das Ausschalten der politischen Oppostion, das alles war hingegen der richtige Weg in den Idealstaat. Und dann mussten diese herumschnüffelnden Kinder und ihre verdammte Endlösung kommen und alles kaputt machen… dass das eine nicht ohne das andere möglich gewesen wäre, dass der Holocaust eben aus dieser Perversion und Abschaffung jeder Form von Zivilgesellschaft hervorging, das wird dezent ausgeblendet. Hey, das ganze Marschieren, Aufrüsten und Einfallen hat Deutschland immerhin aus der Krise der Weimarer Republik gerettet. Das Dritte Reich war für Kratman, bis auf den Holocaust, ein Quantensprung nach vorne. Scheiß auf die Angriffskriege.

[A]n unwillingness to do the ruthless and violent things we must if we are to survive“. Darin sehen Kratman und Ringo die Wurzel allen Übels in der westlichen Gesellschaft. Und mit dem Satz disqualifizieren sich beide für die Verteidigungslinie “ein Autor muss nicht alles meinen, was er schreibt… Jonathan Swift wollte auch nicht wirklich Babies fressen”. Denn wer so einen Satz in sein Nachwort schreibt, gerade in Kombination mit all dem davor, der steht 100% hinter dem, was seine ach so moralischen Helden von der Waffen-SS fordern und durchsetzen. Sprich: Kratman und Ringo würde voll einer abgehen, wenn die “execrable, vile, treacherous and treasonous villains that seem to seek at every opportunity to do all they can to ensure [the West's] destruction” (lies: Rot-Grün) endlich aufgehängt würden, wenn eine soldateske Elite-Einheit ohne parlamentarische Behinderung Dissidenten verschwinden lassen könnte, wenn Wehrkraftzersetzer und Deserteuere aufgeknüpft würden, wenn man Soldaten und Bürgern ihre verweichlichenden Bürgerrechte abnehmen würde, wenn deutsche Landser Lieder singend und mit stolz geschwellter Brust freiwillig in den Tod marschieren würden, wenn die verschissenen Zivildienstschmarotzer verschwinden würden, wenn endlich Kindersoldaten wieder für das Vaterland dienen dürfen, wenn die Gesellschaft reduziert würde auf einen Bauern-Arbeiter-Soldaten-Staat in dem Frauen die Wahl haben: Massenhaft Kinder bekommen oder in der Armee dienen. Und jetzt möge man unter diesen Gesichtspunkten und diesem Konnex zur echten Welt und dem “Clash of the Cultures” den Epilog nochmal bedenken, in dem eine ganze außerirdische Rasse ausgerottet wird und man sogar noch ausdrücklich betont, dass man keine Zivilisten mehr kennt. Es gibt halt offenbar gute und schlechte Genozide.

Genau. Wenn wir das alles eingeführt haben, worüber Kratman und Ringo sich literarisch so einen hobeln, dann haben wir “all that is good in Western Civilization” für unsere Kinder und Kindeskinder gerettet. So wie die US-Army damals “Ben Tre” gerettet hat. Und selbst wenn nur jemand Nazi sein könnte, der auch Antisemit ist, dann vertreten die rechtsspackigen Autoren hier immer noch eine antidemokratische, antiaufklärerische und antihumanistische Faschistenscheiße, die ausreicht um das kalte Kotzen zu bekommen. Und noch kälter wird das Kotzen, wenn man bedenkt, dass das ein Weltbild ist, dass sich in einer kaum abweichenden Form auch in Deutschland wieder zeigt und das zum Teil bis in die Mitte der Gesellschaft. Wie man täglich in der Kommentarhölle von PI lesen kann. (Wer sich nicht direkt dahintraut: Hier gibt es ein Worst Of in ausgewählter, kommentierter Form.) Und irgendwas sagt mir, dass Watch on the Rhine in dem Blog zu wahren Jubelstürmen führen würde. Und das macht mir Angst.

Oh, dass der Schnodder zudem sowohl im Bereich “science” als auch im Bereich “fiction” komplett abstürzt, sollte auch noch erwähnt werden. Und bevor irgendwer auf den (dummen) Gedanken kommt, sich das Buch jetzt aus bloßer Neugier zuzulegen, hier ein Vorschlag: Die Onlineversion verwenden und das gesparte Geld lieber in Haimo Kinzlers schwarzhumorig-bitterböse Weltkriegssatiere Krigstein investieren. Ihr könnte es mir dann später danken.

Ich überlege derweil, was ich mit der Offline-Papierversion des Buchs mache. Sowas ist ja nunmal keine Lösung. Oh, ich hab’s. Watch on the Rhine landet ganz unaufregend im Altpapier. Ich bin es los, es kann mal was ordentliches daraus werden und ich habe noch dazu linksgrüngutmenschlich was für die Umwelt getan. Und das dürfte Kratman und Ringo wirklich ankotzen… gut so…

(Dieses Auftauchen wurde Ihnen von einer Mischung aus richtig stehenden Sternen und akuter, dringend wegzutippender Abscheu präsentiert. Bis auf Weiteres versinkt Agitpop damit wieder zum Weiterträumen in die Tiefen des Pazifiks. Iä, iä, usw. usf.)

42 Responses to “Bloody Stupid Brown Books: Watch on the Rhine”

  1. Yuri Says:

    Ein Artikel! Ein Artikel! Und gleich noch so ein langer… hab ihn allerdings noch nicht zuende gelesen.

  2. Jan Says:

    Cool mal wieder was von dir zu lesen, aber meine Fresse, wieso gleich so viel?

  3. Björn Says:

    Weil ich bei dem Drecksbuch das Bedürfnis hatte soviel auszukotzen, wie von der braunen Scheiße gefressen habe. Und man kann ihn sich ja rationieren, ich wage zu bezweifeln, dass bis Mitte Oktober viel mehr an Artikeln von mir kommt.

  4. David Says:

    Ich kann die echte Abscheu gut verstehen, habe bisweilen aber dennoch sehr laut lachen müssen.

  5. Björn Says:

    Christ have pity! Your review is longer than the book. ;-)

    Sadly enough, the review is not flattering in the least. It basically boils down to me considering the novel to be badly researched, clichéd, anti-intellectual, anti-humanist, anti-enlightenment, fascist drivel. And I was amazed at the picture either you or Mr. Ringo have of the peculiarities of Germany in 2004.

    Young men singing old folk songs? The BND wearing Gestapo trenches? Hundreds of cobblestoned streets to march on? I was astonished that Gudrun was capable of sending and receiving e-mails, because the Germany you paint rather reminded me of Latveria circa 1965.

  6. Björn Says:

    Well, should this review really help you to sell more books, more power to you. Considering that this post will be read by a few dozen to a few hundred people at most, I rather doubt it, but… who knows. Stranger things have happened.

    It’s just something I really had to get out of my system and quick, so I decided not to mince words and just call it like I see it. And honestly, I think a book as bad as WotR deserves the full dose of bile. After all apoplexy didn’t worry me as much as as suffering from an aneurysm should I not find any way to vent. So, kudos.

    And I’m glad to see that you take it in good humor. If you’re really only in it for sending intellectual, enlightened, humanistic sorts (I’ll take that as a compliment, thankyouverymuchgoodsir) apopleptic, not due to any artistic or monetary ambitions, then I have to hand it to you: A jorb well done. And of course I’m really glad that you enjoyed my review so much more than I enjoyed your book. We here at the Agitpop Kommandobunker aim to please.

    I’ll try to keep up the good work and I might even take you up on the offer of the beer (what are we talking about exactly: Hefeweizen, Kölsch, Alt, Bock, Dampfbier, Starkbier, Lager, Pils, Ersatzbier auf Roggenmehlbasis?), because some passages of Watch on the Rhine really made me consider whether it wouldn’t be wise to drink myself into a Bukowskian stupor before reading on. So, I think I’ve earned that drink.

    As for the generous offer of a dinner should I vent as much about Caliphate (which of course I can’t promise you): I guess that pretty much proves Robert Heinlein right. There really ain’t no such thing as a free dinner. Still, I think I need large dose of Michael Chabon, Gene Wolfe, Arthur C. Clarke, Gene Wolfe or Richard K. Morgan before I stumble back into your corner of Science Fiction. But should I get around to it, I’ll be sure to give you a call.

    In diesem Sinne und bis dahin: Mahlzeit, Mister Kratman.

  7. Björn Says:

    @Dave: Was hast du eigentlich für eine Ausrede dafür, das Bloggen eingestellt zu haben?

  8. Sonja Says:

    tl;dr – no, actually I didn’t think I could stomach the review, much less the book. Now I’m boggling at the author showing up here – on the other hand, apparently he takes his clues from John Ringo himself – I only heard of him here in a hilarious review, and he linked it on his website so don’t be surprised if you get some… interesting visitors now.

    (Übrigens, hradzka ist echt lesenswert – die Buchbesprechung ist großartig, und außerdem ist er ein geistig nicht umnachteter Waffenfan.)

  9. Andi Says:

    What a sorry excuse for a human being you are, Mr. Kratman. Taking pride in “sending more intellectual, enlightened, humanistic sorts apoplectic”, really? One can only conclude from that that you must be willfully ignorant, regressive and anti-humanistic. I wonder what kind of childhood made you become like that? What kind of rejections twisted you so much? What self-hate is it that devours you?

    Maybe your mama didn’t breastfeed you enough?

    Maybe you were bullied in the locker room (you know why)?

    Or maybe, seeing the picture of your wife, it is that unfulfilled (?) yearning for a man’s kiss?

  10. Don Says:

    Andi, die Sprüche sind doch schon im Deutschen abgestanden und peinlich… und auf die direkten Angriffe holt sich der geschätzte Herrrrrrr Autorrrrrrr eher noch einen runter (linke Hand im Tiefparterre, rechte dabei, sich selbst auf die Schulter zu klopfen), als dass er sich ärgert.

    Davon ab: hehe, oh Mann. Richtig, richtig üble Scheiße, die du [Björn] da konsumiert hast. Hoffe mal wenigstens, dass du das Buch purchased hast without a cover und dir dessen bewusst bist, dass neither the author nor the publisher [receive] any payment. Aber auch wenn ich das Buch geklaut und gelesen hätte, länger als eine halbe Stunde hätte ich es nicht lesen können. Insofern Chapeau vor deiner Kondition!

  11. Andi Says:

    Natürlich ist das half-assed und unter der Gürtellinie. Aber vielleicht macht ihn das ja wütend. Vielleicht auch nicht, hab nicht so viel Erfahrung mit Faschisten. Doch versuchen kann man’s ja mal, wann redet man schon mal mit einem echten Nazi? :)

  12. Björn Says:

    @Tom:

    Lieber Gott im Himmel, I googled your name a bit and sending parts of your readership to apoplexy really is your mission statement, isn’t it? Even Publisher’s Weekly mentions this. (Or did you take your cue from it?)

    And I doubt that you’ll be arrested once you set foot on European soil. WotR might be a bit dodgy when it comes to German law, but our government is far too preoccupied with being scared by violent video games as to be bothered by books which most younger people have given up on anyway. And seeing how Stahlfront is written and published in Germany, I think that’s not a problem. As for Caliphate: I just read the synopsis of it and I don’t think that you’ll run into any legal problems with that one. The entire future of Eurabia thing is pretty much an old meme. Heck, Henryk M. Broder even was able to get his personal Eurabian dystopia published in Der Spiegel. And if it’s in Der Spiegel is hardly shocking, government oppressed counter-culture. No, as long as you don’t deny the Holocaust happened (and at least you don’t seem to be doing that) you ought to be fine. On the other hand, I think I’ll wait with my trip to the States until the hysteria induced data mining and security theatre at the airports comes to an end.

    As for the Greens, nice to see that you can hold grudge and you seem to be doing very well with it. Still, isn’t it rather boring for an author to simply create straw men and then have at them? I mean, honestly. Your Greens have more in common with the random eco-terrorists from Tom Clancy’s Rainbow Six or Agent Smith’s “humanity is a virus” philosophy in The Matrix than with any actual Green party member (except maybe for Claudia Roth or Christian Ströbele) of the post Joschka Fischer period I could think of.

    And I’m quite sure that you are well aware of the intellectual (ah, stop saying the word… the word) dishonesty in your comparing an invasion by flesh and baby eating aliens to either the Cold War or even the War in Iraq. “If you do not agree 100% with what we’re saying you’re supporting the eating of babies!” Heck, that’s nearly as convincing as saying: You’re either with us or you’re setting cute animals on fire.

    Considering the tone of many of the books published by Baen (though not all, seeing as how Doctorow and Spinrad have been published in Jim Baen’s Universe), I can see that you are pandering to an established readership that pretty much knows what it wants to hear from you. Still, don’t you consider that “preaching to the choir” thingie a pretty lazy approach to writing? Don’t you think that it might be – um – more feasible to try and change the opinion of those you disagree with, rather than just pissing them off and complaining that they – for some inexplainable reason – don’t wanna listen to you? I know it’s a crazy concept, and reading your afterword I got the feeling that “just getting rid of the Wehrkraftzersetzers” would be more likely your cup of tea.

    ***

    @Sonja:

    Mr. Kratman scheint sich regelmäßig in den Kommentarsektionen von Blogs aufzuhalten, die seine Bücher rezensieren. Ob man diese Form der Auseinandersetzung mit Kritikern (und Fans) nun seltsam oder weltoffen und interaktiv findet, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich bin nur erstaunt wie schnell der gute Mann dieses kleine gallische Blog entdeckt hat. Sechs Stunden nach dem Post? Das ist fix…

    ***

    @Don:

    Wenn ich das richtig sehe ist das Andis Art Leuten guten Tag zu sagen. Zumindest hat er sich ja so auch hier im Blog vorgestellt. Und inzwischen ist er ja sogar Stammkommentator geworden.

    Das Buch habe ich natürlich fair, offen und legitim erworben, mit Titelbild und allem. Was dafür gesorgt hat, dass ich das Buch beim Lesen auf der Straße ziemlich biegen und knicken musste, weil ich nicht wollte, dass irgendwer das Titelbild sieht. “Nein! Ich stehe nicht auf sowas… das habe ich gekauft weil… ich habe da dieses Blog… d’oh!”

    Und zum Durchhalten. Wie der gute Doktor gesagt hat: Buy the ticket, take the ride.

    ***

    @Andi:

    Ich geb ehrlich gesagt Don recht, ich glaube von sowas – aber natürlich auch von meinem Verriss da oben – fühlt sich Herr K. eher noch bestätigt. Dann wiederum habe ich auch wenig Ahnung wie man effektiv mit Faschisten redet. Wie man’s macht ist’s wahrscheinlich falsch. Insofern…

  13. floborton Says:

    Wenn du immernoch nach nem guten Military-SciFi Buch suchst würde ich dir “Der Krieg mit den Molchen” von Karel Capek empfehlen, auch wenn der militärische Part recht kurz kommt, ist es doch eine schöne analogie auf den Ersten Weltkrieg.

    Hier noch der Amazon Link zum Buch.

    mfg flobotron

  14. Björn Says:

    Danke für den Lesetipp (habe den Amazon-Link mal in den Text eingebaut), von dem Buch habe ich noch nie gehört. Kommt auf jeden Fall auf die Liste. Gegenwartstechnisch lese ich übrigens gerade Singularity Sky von Charles Stross. Da geht es um einen Konflikt der an den Russo-Japanischen-Krieg von 1904/05 angelehnt ist.

  15. Sebastian Says:

    Was es nicht alles gibt. Wobei es so richtig überraschend auch wieder nicht ist, dass es so was gibt. Respekt@Björn fürs Durchhaltevermögen bei der Lektüre des Buches und für die Freundlichkeit gegenüber dem Autor hier in den Kommentaren.

    Wegen einigen Fragen, die oben aufgeworfen wurden, möchte ich auch zwei Buchtipps loswerden, allerdings nonfiction:

    Hubert Schleichert: Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren

    Sehr erhellend, gut und kurzweilig zu lesen und nicht nur nützlich, wenn man sich in Blogs und Foren rumtreibt. Sowie:

    Bob Altemeyer: The Authoritarian Specter

    Andis Fragen bezüglich Kindheit etc. werden darin auch nicht abschließend beantwortet, aber man erfährt doch einiges darüber, wie diese Leute ticken, wie viele es davon eigentlich gibt und wie gefährlich sie sind. Sehr zu empfehlen.

  16. Björn Says:

    Kommentar editiert am 9.08.2008, 18:15

    Um, kann mir irgendjemand beantworten was hier passiert ist? Ich könnte schwören, dass als ich das Haus heute verlassen habe die Kommentare von Mr. Kratman noch hier in der Kommentarsektion zu finden waren… jetzt scheinen alle drei verschwunden zu sein, weshalb meine Comments irgendwie ins Leere zu greifen scheinen. Ich kann sie auch im “Spam”-Folder nicht mehr finden und bin mir ziemlich sicher, sie nicht (absichtlich) gelöscht zu haben, weil ich eigentlich nie Kommentare lösche, egal wie wenig ich mit ihnen übereinstimme. Gibt es eine Möglichkeit, dass ein User seine Kommentare selbst löscht? Kann es sein, dass man ein Wort von der “blacklist” verwendet und dann rückwirkend die bisherigen Kommentare verschwinden? Ich bin gerade arg verwirrt und leicht peinlich berührt, weil das nach einer Form der Blogzensur aussieht, die mir eigentlich nicht liegt.

    Falls irgendwer die verschwundenen Comments noch bei sich im Cache hat und sie mir zukommen lassen könnte [briefkasten (ät) agitpopblog (punkt) org], dann würde ich ihm das mit meiner ewigen Dankbarkeit (und der Hälfte des Bieres von Tom Kratman) zurückzahlen. Bis dahin habe ich erstmal kurze Zusammenfassungen der verschwundenen Kommentare vor meine eigenen Reaktionen gesetzt.

    edit: Okay, ich hatte Tom Kratmans Kommentare noch im Mülleimer meines E-Mail-Accounts, wo ich benachrichtigt werde, wenn es neue Kommentare auf dem Blog gibt. Habe die jetzt da raus gefischt und vor meine Antworten gesetzt. Trotzdem: Wenn mir jemand sagen kann, was hier passiert ist, steht das Angebot der ewigwährenden Dankbarkeit und des halben Bieres noch immer.

    ***

    @Tom Kratman, if he’s still reading this: I have absolutely no clue what happened to your comments here. I’m quite sure that I did not delete them, but I seem to have misplaced them. Usually “freedom of speech” is the main aim of this blog unless I could end up in legal troubles for other people’s comments and so far, I had no such problems with your comments.

    So, I apologize for whatever happened here. Unless you yourself decided to delete the comments (though I don’t think WordPress allows this to commenters), I’ll try and see if I can restore them in any way. Until then I placed short summaries of your comments (hopefully not distorted, if you want me to I’d translate them into English) in front of my own replies. I hope that’s okay. Once again, I’ve got no idea what happened here in the first place. Sorry.

    edit: Okay, I found the e-mail notification in my mail box and I just placed your comments directly in front of my replies. Hope that’s okay with you.

    Problem gelöst: Akismet hat die Kommentare gefressen. Keine Dankbarkeit und kein Bier für niemanden.

  17. Rayson Says:

    Seltsam. Ich würde mal ein paar Logdateien durchforsten. Hast du ein aktuelles WP?

  18. Björn Says:

    @Sebastian:

    Besten Dank auch für die Lesetipps, gehen auch direkt mal auf die “Zu kaufen”-Liste. Stimmt, sowas dürfte im Netz echt nützlich kommen, wobei ich inzwischen angefangen habe Blogs über die ich mich konstant ärgere einfach nicht mehr zu lesen. Lebt sich irgendwie unbeschwerter. Aber auch das schützt einen ja nicht vor unfeinen Debatten mit Betonköpfen.

    Zu “was es nicht alles gibt”. Sowas (also: Konservativen-Porn, meist ohne die SS) ist in den USA inzwischen ein veritables Genre. Google mal nach Tears for the Assassin (Shania X… padauz!) und Orson Scott Cards Empire. Sign of the times, und so. Zur Freundlichkeit: Naja, in Anbetracht meines Verrisses ist der Autor noch überraschend zurückhaltend aufgetreten. Und so lange man sich in meiner Kommentarsektion nicht völlig daneben benimmt, sehe ich einfach keinen Grund sofort auf Defcon1 zu gehen. Sieh es als den Versuch an zumindest eine kleine Ecke des Netzes einigermaßen frei zu halten von plumpen Rumgetrolle und langweiligen Eitelkeits-Wettkämpfen.

  19. Björn Says:

    Hab’ den Fehler gefunden: Akismet hat die Kommentare gefressen. Viele komplett englische Kommentare auf einem deutschen Blog innerhalb eines Tages, das fand das Programm wohl seltsam. Hab sie wieder hergestellt.

  20. Rayson Says:

    Akismet frisst nachträglich???

    Oder bist du auf wordpress.org?

  21. Björn Says:

    Ne, das Blog liegt auf neutralem Serverboden.
    Also: Ja, Akismet scheint nachzufressen.

  22. Rayson Says:

    Gut zu wissen. dass da ein externes Programm in unseren SQL-Datenbanken herumpfuscht. Aber wir haben es ja beauftragt. Erinnert mich irgendwie an die Debatten über Innere Sicherheit…

  23. Björn Says:

    The funny thing is, it just did it again: After you posted your comment, it deleted all your previous ones. Still, don’t let that discourage you from commenting here. Later on I’ll have to figure out how to permanently get you off the spam list. Then (or tomorrow) I’ll also reply to your last comment. Since actually I should be doing some reading on the end of the Roman Republic and the English Civil War right now and I really just wanted to quickly check my e-mails (that was an hour ago)…

  24. Rayson Says:

    @Björn

    Ich weiß auch nicht, wie man Akismet nötigen kann, aber es ist lernfähig. Wenn also immer wieder ein bestimmtes Schema als “no spam” gekennzeichnet wird, hört es irgendwann mit dem Fressen auf. Zumindest eine geraume Zeit lang… Ich hatte mal das Problem, dass meine Kommentare auf unserem Blog immer blockiert wurden. Allerdings ohne alle alten zu löschen…

    Vielleicht sollte Tom Kratman es mal mit einem anderen Usernamen probieren.

  25. Andi Says:

    See Mr. Kratman, I don’t know you, of course, so any guesses as to your motivation behind advocating regressiveness and antihumanism will be shots in the dark which may well miss the mark. But more often than not, agents of hate just suffer from a lack of love. Die Ärzte got it exactly right with “Schrei nach Liebe” which I once even heard sung sweetly by a Swiss children’s choir.

    But maybe you’re not so much for hate as for taking up arms when conversation breaks down, and doing what must be done to make peace? I’m actually for that, you know, which was one of the reasons I served in the Pussywehr and which is why I have a lot of respect for any soldier. A Ranger Tab might not a better person make, but it commands my admiration, and I’m with you in that our German army could use a lot more professionalism and dedication if it ever is to be effective.

    Still, using the Waffen-SS to make your point? And not once stopping to pause and think that maybe even if a war is just as it can be, that not all means are justified by the ends? And that going to war is never a decision to be made lightly, or without the deepest sense of enlightenment and humanism? At the end of one of my blog’s recent entries I quote Barack Obama, ruminating on much the same problem. And for me, he does a much better job of capturing its nuances in much less words than you seem to be doing in your book, and without a single jackboot too.

    So why should I listen to you instead of Mr. Obama?

  26. Tom Kratman Says:

    Andi:

    Good. Now that you’ve turned off the left-wing random insult generator perhaps we can talk.

    Pussywehr? I’m actually an admirer of the Bundeswehr, though I understand it has deteriorated somewhat. I always have been an admirer, in fact, though much of that is derivative of the Wehrmacht’s and Reichwehr’s combat performance in the Second World War…yes, and the SS’s. But such old time Waffen SS veterans as I’ve known (a half dozen or so) were _not_, generally speaking, admirers. If you can come up with a better term, in English, for what old time, extremely hard core, veterans might think of the Bundeswehr, I’ll be happy to save it if there’s ever a German edition. (There won’t be. I understand it’s been discussed at the highest corporate levels at Heyne and the decision was, “Yes, we’ll make great gobs of money, but, after that Spinrad disaster, the legal and PR problems are just too great.”)

    Suggestion: seach google for Steve Stirling’s version of Niven’s Law. Ah, what the hell; here it is: “There is a technical term for those who mistake the opinions and beliefs of characters in a novel for those of the author. The term is ‘idiot.’”

    This is not to say that I’m not right wing; I am. In US terms I’m actually more or less center right, though I suppose that makes me an unreconstructed fascist in Euro terms. The only two communist friends I have, however, insist that I am not actually a fascist but, to use the term Eric Flint recoined for me, an “Anarcho-nationalist.”

    It is, in any case, quite impossible for me to be a Nazi since my personal gene pool is an eclectic mix of Irish, German, Austrian, Hungarian, Pole, Russian (I think I’ve a distant cousin who works at the Kremlin. Really), Jew, Gyspy, and a little Scot by way of Australia. Lots of untermensch in my family tree, in other words. I also don’t believe in the perfectability of man through breeding. Or much of anything else.

    By the way, though Bjoern said something to suggest that Watch on the Rhine is full of sympathetic Nazis, I only put two Nazis in there. One I dismiss as a “weenie,” (opinion of friend’s wife who was said weenie’s secretary at one time) and the other of which is shot down like a dog for his past crimes.

    As for using the Waffen SS to make the point, I am unaware that Germany ever had any group that was both militarily effective and widely considered to be outrageously evil. There was no one else to make quite that point. I may, in the future, make the same point in a different way by using rejuvenated Red Guards divisions for the Russian part of the war. “May” being the operative word.

    As for Obama and me, we’re both American (though there is that plainly fake birth certificate on his site, so who knows?). I’m not sure it makes any difference at all if you listen to either of us.

  27. Sebastian S. Says:

    Was das schnelle Auftauchen Tom Kratmans angeht, wahrscheinlich hat er Google Alerts (das übermäßige Verlinken im Text ist übrigens eine Angewohnheit, die ich an Deinen Beiträgen sehr schätze und auch schon verinnerlicht habe) auf seinen Namen angesetzt. Nicht nur die Blogosphäre professionalisiert sich *sigh* sondern auch das Ego-Googeln oder wie das heisst.

  28. Don Says:

    Ich nenn’s am liebsten Vanity Search, auch wenn’s keinen definitiven Begriff dafür gibt. Immerhin gibt’s da hilfreiche Maschinchen, Datenschutz hin oder her.

    Der Herr Advokat a.d. (ha, so wie Hotte Mahler) ist aber wohl eher ein fleißiger Kibozer und pflegt manierlich ein Verzeichnis von Gutmenschen, leftists und anderen Parasiten, die über ihn geschrieben haben.

    In diesem ganzen Gefasel macht mir am meisten Sorgen, dass er wohl eben nicht nur Eulen nach Athen trägt, sondern womöglich unbeleckte Leute überzeugt und fundamentalisiert. Die Landser-Hefte würden in den Bahnhofskiosken der Republik schließlich auch nicht rumliegen, wenn es keine Nachfrage nach diesen kruden Stoffen gäbe… und wenn man dann noch eine pappmachéene Parabel auf heutige Konfliktlinien verwurstet, die jeder Depp durchschaut, mäh.

    @ Björn: Lass raten, Staatsexamen steht an?

  29. Björn Says:

    @Tom:

    I’m sorry to hear that about your great-grandfather, but I’m even more surprised by your p.o.v. and the “ideal state” you conjure up in your novel in that case. As far as I can see it – and what I’m doing here is interpreting the novel, though the afterword was pretty straight forward, I think – your position roughly boils down to the idea that the 3rd Reich was actually not a bad thing overall, apart for the Holocaust. The way it militarized itself (even its young people), began to cut back on individual rights, got rid of the disturbing political opposition and freedoms and had all these “group building” activities like singing, marching, burning books and holding Fackelzüge is pretty much painted as a good thing in your book. The way Germany got itself out of the feeble state it was in during the Weimar days in the 1920s and shaped up (Mühlenkampf even says so himself, comparing today’s Germany with the Weimar Republic). An idealized warrior state, like a middle European Sparta sans the homosexuality and pedophilia.

    Yet, as far as I can see it, that’s a sort of cherry picking that just does not work, because you can’t remove all of this that easily from the Holocaust and the concentration camps. All of these things helped to erode the little bit of civil society that had grown since the end of the Kaiserreich, helped to drown out any opposing voices and helped to radicalize German society in a way never known before. And this set the stage for all the nasty things Germans back then were able to do to Jews, Gypsies, homosexuals, bible scientists, emigrants, people deemed antisocial, political dissidents, ‘race traitors’, and the like. National socialism was a far reaching ideology, influencing every nook and cranny of society and pretty much everything from the Wannsee Konferenz on the top to the organization of the youth organisations and the holiday planning on the bottom was interlinked. And since the Reich grew “strong” by getting rid of all dissidents and all opposition that might have become dangerous to the ‘war effort’ (which began in 1933 already), there was no one left to stop any excesses that occured afterwards.

    So even if you just take 2/3 of that machine and leave the rest out, you’re just setting the stage for somebody to rebuild the last third and starting the whole shebang over again. And seeing how everything was linked, the link between the Nazis’ idea of “Rassenhygiene” and the Waffen-SS was actually not just a casual one. After all, the Waffen-SS was seen as it’s “model army”, as the best Germany had to offer, so the entire idea of eugenics was deeply instilled in it. (Just as an example.) And roughly one third of Heydrich’s Fahrende Einsatzgruppen, doing the clean-up work behind the Wehrmacht on the Eastern Front and operating mobile gas chambers (among other things), were directly recruited from divisions of the Waffen-SS.

    By the way, may I ask where you got the information about the possible Waffen-SS division “Judas Maccabeus” from? Because I sure as hell can’t find any information on that.

    And reading the epilogue (even though it’s the evil aliens that are being wiped out) in combination with the afterword about how we are in a real war, every bit as dangerous as the Posleen invasion, how we pretty much can’t afford to show any “weakness” (like letting civilians escape… which I’d rather call “humanity”, distinguishing us from the enemey) I have to say that this scares me.

    After all, the Waffen-SS and the 3rd Reich got their asses handed to them by at least two states who managed to get through the biggest war the world had ever seen without completely abolishing their democratic values (despite some things like the internment camps for Japanese Americans). And, after all, the Third Reich was a state that could only afford the “strength” it seemed to have given Germany after the Weimar Republic (large scale public building projects, large scale reenarmament) by pulling off a blatant scam and hoping to refinance it by constantly waging wars of aggression.

    Suggestion: seach google for Steve Stirling’s version of Niven’s Law. Ah, what the hell; here it is: “There is a technical term for those who mistake the opinions and beliefs of characters in a novel for those of the author. The term is ‘idiot.’”

    If the author includes an afterword, linking his story to current events and if in this story, the Waffen-SS people and their supporters are the only ones acting morally just and righteous, while everybody opposing them is more or less a radical, cheese-eating surrender monkey to the alien hordes, then I would use a corollary on that law: “There is a technical term for some cases when somebody takes the opinions and beliefs of characters in a novel for those of the author. The term is ‘circumstantial evidence.”

    By the way, though Bjoern said something to suggest that Watch on the Rhine is full of sympathetic Nazis, I only put two Nazis in there.

    Actually, I even mention that the anti-semitic Bundeswehr bloke is being (verbally) shot down by Mühlenkampf and that the “one, true nazi” in the Waffen-SS is shot down (in realitas) by one of his brothers in arms in the end. I even debate in my review whether you had to completely buy into the racial ideology of the time to be called a “Nazi”. You might argue that this is not the case. Fine. But even then I’ll stick with my assertion that most of these Waffen-SS guys like Mühlenkampf still are Fascists at the very least.

    (Just a quick note on the malaria thingie. You’re oversimplifying the argument, or rather: You’re using the wrong focus. Might DDT help to reduced Malaria deads in the short term? Yes. Might it lead to people dying from cancer in the long term? Yes. Should we use it, if the group of people not dying from Malaria is bigger than the group of people dying from cancer? Possibly. But that’s a sideshow really, because the main problem with DDT is that the vectors become increasingly resistant to DDT (same phenomenon we have with antibiotics and the so called super bugs). So if this debate, and often enough it does, really just boils down to “DDT” or “no DDT”, than we’re just discussing todays politics without really focussing on how to effectively fight malaria in the future. But that’s just an aside, as I said.)

    ***

    @Sebastian & Don:

    Das lustige an der 123-Suche ist, dass 90% der verlinkten Videos mit Tokio Hotel zu tun haben. Was will uns der Autor damit sagen?

    Don, zur Fundamentalisierung unbeleckter Leute in Deutschland: Du kennst ja meine Meinung zur Meinungsfreiheit, auch und gerade bei Positionen, die ich nicht im Ansatz teile. Wenn du mit sowas wirklich Leute effektiv erreichst, dann hat die gesamte Aufklärung davor versagt. Und ein gewissen Teil der Leute wird immer auf sowas abfahren. Die relevante Frage da ist dann nicht “wie bekommen wir den Dreck von den Kiosken weg”, viel wichtiger ist die Frage: Wie schaffen wir es Leute langfristig für demokratisch-pluralistische Werte (in der PI-Übersetzung: rotgrünfaschischstisches Multikultigeschwuchtel) zu gewinnen, obwohl sowas in der Bahnhofsbuchhandlung verkloppt wird? Da müssen wir dran. (Wobei die Regierung das meist genau umgekehrt zu sehen scheint.)

    Achja, zu deiner neue Netzadresse: Parliament of Owls ist nett, aber in Sachen englische Vogelsammelbegriffe finde ich “A Murder of Crows” und ganz besonders “An Unkindness of Raven” cooler.

    Und zu deinem Gerate: *sigh* … ich mach mich dann auch gleich mal wieder auf in die Unibib…

  30. Tom Kratman Says:

    Bjoern:

    Wherever did you get the notion that the state conjured up is ideal? An ideal state in a nightmare world? C’mon now; that’s absurd. Or that the Third Reich wasn’t bad overall. Hell, it wasn’t even particularly good, at higher levels, at the one thing it ought to have been good at, war. (Operationally and tactically deft, yes, but that was not a product of the Reich but of the cadre drawn from the pre-Reich Army. And strategically the Reich reeked. Well…higher strategy has rarely been a German forte, anyway.)

    I think your stretching and, again, setting the wrong level of generality. Singing, marching, etc. are – this may surprise you – not uniquely German, less still inherently Nazi. Why, we used to march and sing in the US Army and, you know, there wasn’t a single hakenkreuz to be seen on anyone’s arm. Really. (True story: the only Nazi I ever ran into in the Army was a Jewish kid named Horowitz.) I don’t believe I showed any book burning, nor suggested the same.

    In any case, I think the symptoms, such as were not uniquely Nazi, are distinguishable from Nazism. Most of them were present under the Kaiser and it is not noticeable that the army of 1914-1918 was in any way inferior to that of 1939 to 1945, though it could be quite ruthless, too. Quite possibly the opposite; I’ve read at least one German general who thought the Wehrmacht never approached the competence and discipline of the Reichswehr, especially in infantry. (“So?” you ask, “why not model _that_ army instead of the SS?” Simple: a) almost no veterans left to rejuvenate and b) it wouldn’t make the point.)

    Freiwilligen SS Brigade “Judas Maccabeus” is, initially, a pure construct and my little way of observing (actually having Muehlenkampf observe) that Himmler failed to meet even the abysmally low standards he set for himself and was approximately devoid of logical consistency (at, again, that level of generality).

    I don’t really want to get into a law of war discussion. That siege of, and assault on, the Darhel planet in the Epilogue is in the nature of a reprisal for something the Darhel do in a later book (assuming Ringo follows through). If you want the law of war justification, you can google around and find the Afterword from Yellow Eyes (or look for Invasion: die Verraeter, if the afterword made it into the German version. I don’t know if it did and even it it did it may have been changed. I only accept accountability for the English version). The short version is, yes, in a siege, it is legal (and arguably humanitarian at a higher level) to cut off the food and not permit civilians to escape to force them to eat up the food. See, also, the case of United States v. Ritter von Leeb. (If, however, one has signed on to the Protocol Additionals to Geneva Convention IV, then it is not legal.) Note that reprisals are war crimes which become legal because undertaken to punish an enemy to force him to adhere to the law of war.

    Circumstantial evidence? Don’t you suppose you’re cherry picking a bit there? There is other circumstantial evidence, too, you may recall. I’m curious about what you’re reading in the afterword you think of as circumstantial evidence, though. Less than a page concerns anything but the genesis of the book and that less-than-page boils down to “survival cancels out programming.”

    Rats: I am going to get a little more into law of war. One of the essentials to enforcing the law is that the enemy cannot be allowed to violate it to advantage. In the current war, hiding behind and among civilians is a large violation. And he’ll keep doing it as long as it’s advantageous to him. If you have a better solution than engaging him anyway, despite the civilian casualties, a way that will work to both destroy the enemy and convince him that it’s useless to hide behind skirts, I’d be interested in hearing it.

    I recalled a third blatent Nazi in the book, Brasche’s father. He is not, you may recall, portrayed any more sympathetically than the other two. Is that circumstantial evidence, hmmm? Is Muehlenkampf a fascist? What _is_ a fascist? I don’t know about Germany, but in the US a fascist is anyone who is winning an argument with a liberal. The word – never very precise – has lost meaning.

    Oddly, the chaplain for LSSAH, a Kriegsmarine type, stated fairly forcefully that he found few Nazis even there. My own impression of the half dozen or so Waffen SS types I’ve known (three of them from Leibstandarte) was that if they ever had been Nazis, they’d long since lost it and seemed to have no problem with my lineage, when I made a point of informing them of it. (On the other hand, admittedly, I _look_ like a Nazi, possibly even an ideal Nazi, so that may have played a part.)

    (Just a back note on the DDT thingie: the trick is careful treatment of certain parts of houses and not overspraying. Instead, of course, we have had a ban and an outrageous number of deaths.)

  31. Christian Says:

    Ohne den Artikel bislang ganz geschafft zu haben, aaaaaber:
    Angesichts der Tatsache, dass die Gäste in Rick’S Café Americain in Casablanca nicht umsonst die Marseillaise anstimmen um die Nazischergen zu übertönen, die gerade voller Inbrunst das “Volkslied” Die Wacht am Rhein anstimmen, deutet doch schon vor 50 Jahren an, dass ein Buch gleichen Titels unmöglich politisch neutral gefärbt sein kann ;-)

  32. Christian Says:

    He is back:)

    Unglaublich wieviel du kotzen kannst.
    Mehr davon!

  33. Björn Says:

    @Tom:

    Wherever did you get the notion that the state conjured up is ideal? An ideal state in a nightmare world?

    Perhaps ‘ideal for the “nightmare world”‘ would be better? Anyway, the way the sane acting part of your characters talks and assess the situation, it appears as a preferable condition to the prior situation, when Germany was sabotaged by the “enemies it nurtured at her own breast”.

    I think your stretching and, again, setting the wrong level of generality. Singing, marching, etc. are – this may surprise you – not uniquely German, less still inherently Nazi. Why, we used to march and sing in the US Army and, you know, there wasn’t a single hakenkreuz to be seen on anyone’s arm.

    Of course marching and singing is not inherently Nazi. But it can become so in the right context. For the example the Fackelzug (I think it was one) the Waffen-SS organized in itself is not inherently Nazi. Even today’s Bundeswehr still does them. But when the Chancellor wishes that Leni Riefenstahl was still alive, so she could make some nice PR out of this, then you are relating that Fackelzug directly to the one that took place at the 1934 Reichsparteitag (depicted in Triumph of the Will). And then it shouldn’t be really surprising that I, as a reader, make that mental connection.

    Likewise the singing. Of course singing is not inherently evil or Nazi. And of course singing can be a legitimate way to create a feeling of comraderie among soldiers, which is something an army has to strive for. You won’t get any argument from me there. But (you knew there was a “but” coming): It depends on what you’re singing. And one of the first acts of your die hards in the book is to liberate the “Horst-Wessel-Lied” from the clutches of political correctness. And you know what, that song is inherently Nazi.

    Not just because it was the NSDAP’s anthem, but also if you look at the lyrics. Hell, it mentions the SA twice in the first six lines. Likewise, there are two times it directly praises the soon-to-be Nazi rule (“Es schaun aufs Hakenkreuz voll Hoffnung schon Millionen” and “Bald flattern Hitlerfahnen über Barrikaden“). So after that I was just waiting for them to start singing “Es zittern die morschen Knochen”. Anyway, I think it’s pretty much impossible to hear a Chancellor wish for some Riefenstahl propaganda and have soldiers sing the Horst-Wessel-Lied and not think of the Nazis.

    I don’t believe I showed any book burning, nor suggested the same.

    Nope, but after the ideological traitors were arrested, I thought that this was just a matter of time.

    Circumstantial evidence? Don’t you suppose you’re cherry picking a bit there? There is other circumstantial evidence, too, you may recall. I’m curious about what you’re reading in the afterword you think of as circumstantial evidence, though. Less than a page concerns anything but the genesis of the book and that less-than-page boils down to “survival cancels out programming.”

    Quite honestly, I felt like I could have put even more quotes and points in my original text, but I didn’t want to it to really get longer than the book it’s based upon. And, yes it’s not even a page about “survival cancels out programming”. But sometimes you don’t need many words to make a point (hm, I should consider that when writing blog posts, I guess).

    But fine. On that one page you mention Western vices that “may destroy as”. (Especially “an unwillingness to do the ruthless and violent things we must if we are to survive” comes to mind.) And you mention: “The West has nurtured at its own breast a set of execrable, vile, treacherous and treasonous villains that seem to seek at every opportunity to do all they can to ensure its destruction”. That’s pretty close to the imagery the Chancellor uses when he gives the SS a carte blanche to get rid of suspected traitors. And this afterword doesn’t exist in a vacuum, but is coupled with the book before it: So from that I read that a lot of the things we saw the Waffen-SS do to win (or at least not completely lose) the Posleen war are the things we – the West – have to do now to win this “world war”, which you even compare to the Posleen war. And from that I get the feeling that you’re advising to save the West by destroying a lot of the things that, for me, define Western civilization and make it morally superior to the fundamentalists of any religion, creed or political affiliation that are so disgusted by it.

    In the current war, hiding behind and among civilians is a large violation. And he’ll keep doing it as long as it’s advantageous to him. If you have a better solution than engaging him anyway, despite the civilian casualties, a way that will work to both destroy the enemy and convince him that it’s useless to hide behind skirts, I’d be interested in hearing it.

    I know that’s an old military and legal problem that already existed during World War I (the problem of U-Boats having to make sure that a vessel was not a civilian target, then being attacked while submerging). And, as much as I hate to say this, I think that there are moments when civilian casualties may have to be accepted for military reasons. And I’m thanking the Lord that I won’t have to be the one to make the decision when this is the case, because I don’t know if I could. But I also think that if you can verify (and in today’s world of assymetric warfare that’s increasingly problematic, still stick with me here) that a target is purely civilian, then I think no moral right to destroy it exists. Even if these civilians are “the enemy”.

    Is Muehlenkampf a fascist? What _is_ a fascist? I don’t know about Germany, but in the US a fascist is anyone who is winning an argument with a liberal. The word – never very precise – has lost meaning.

    When I use the term fascist – and I don’t use such terms lightly, because I think think you just dull them down to the point where they lose any effectiveness when they are really needed (same with the use of “Nazi”) – I’m thinking Benito Mussolini and his black shirts. Nationalist, militarist, collectivist, populist (once again: the Chancellor’s wish for some Riefenstahl propaganda), and authorianist. And most of these terms I would use to describe Mühlenkampf and his ilk. So, yes, I stick with my assertion that they are Fascists.

  34. Tom Kratman Says:

    That’s not a bad definition of Fascism…better than most, and nicely correlated to the one movement we can indisputably call “Fascist,” Mussolini’s. Still, I don’t think you can hit Muehlenkampf with more than the first two charges, nationalist and militarist. True, militarism implies collectivism and, in an odd way, populism (all good company commander are also demagogues), but not necessarily outside the military…and all militaries are like that.

    Bjoern, if I’ve at least made you, and presumably some other reasonable Germans and other westerners, consider – better still, understand – that civilian casualties not only cannot always be avoided but must sometimes be accepted for the higher goods (among them, lesser civilian casualties at some point), then I shall sleep well tonight. Sometimes such a calculation is easy: the suicide bomber is in a barely populated street but heading toward a crowded marketplace. Other times it’s harder, especially when you understand the real target is the entire system that provides suicide bombers and that that system is mixed in with the civil populace and that the suicide bombing won’t stop until that entire system is destroyed.

    What the Waffen SS does in the book are hyperbole; naturally enough, because it’s an outrageously extreme situation. Consider it as that, and as a sort of guide: If we can do this for X, what then, is morally permissible for Y, which is not so bad as X? (That said, most of the things of that nature that I show – blowing the bridge, engaging the rafts – are things we could also do for Y. I just upped the scale and the graphic nature of the things. The bridge, in particular, relates to latter day snivelling about the bridge we, the US, had to drop over the Naktong in Korea in 1950.)

    More pointedly, there _are_ vices in the west, and wicked people who would destroy us. I don’t know that we have to kill them, or even necessarily imprison them. Hyperbole. But surely we can at least stop listening to them.

    You know I thought a long time about whether to make those songs the Horst Wessel Lied and Fahnelied or something less offensive. And I kept coming back to realism. What _would_ these people sing? (Of the songs I knew, anyway…yes, I know a _lot_ of German songs. Music is a weapon and like other weapons, I’ve studied it _as_ a weapon.) In considering the factors – they’re together again, young again, armed again, reliving their youth again, and wild and rebellious again…while still being highly nationalist – I believe that those are precisely what they’d sing. Hoch auf dem gelben Wagen and Schwartzbruan ist die Hazelnuss were right out. I _might_ have used Im Stuerm mit dem Panzern (which I was assured by one of the aforementioned ex-LSSAH types was very much an SS rather than Heer song…but he was old and couldn’t remember the lyrics anymore). I rejected Volk ans Gewehr simply because it had too many connotations of final defeat in 45. I don’t think they’d have sung that.

    Just out of curiosity, if you had been chancellor, under those circumstances, and seen the coming world and war as he did, wouldn’t you have wished for a propagandist like Leni Riefenstahl on hand?

  35. henteaser Says:

    “… wouldn’t you have wished for a propagandist like Leni Riefenstahl on hand?”

    Wieso Leni wiederbeleben, wenn Michael Bay oder Peter Jackson den Job ebenfalls gebacken kriegen würden – bzw. eigentlich jeder Filmstudent mit heftig Budget und wenig Skrupeln?

    @ Tom Kratman: Kennen Sie Norman Spinrads “Iron Dream”? Schließlich ähneln sich die Stories in beiden Romanen ziemlich. Den einzigen Unterschied nannte Spinrad:

    “To make damn sure that even the historically naive and entirely unselfaware reader got the point, I appended a phony critical analysis of Lord of the Swastika, in which the psychopathology of Hitler’s saga was spelled out by a tendentious pedant in words of one syllable.”

    Und hier noch ein Lesebeispiel dieser Analyse, ebenfalls copy’n'pasted aus der Wikipedia:

    “Indeed, in the book Hitler seems to assume that masses of men in fetishistic uniforms marching in precise displays and displaying phallic gestures and paraphernalia will have a powerful appeal to ordinary human beings.

    Feric Jaggar comes to power in Heldon through little more than a grotesque series of increasingly grandiose phallic displays. This is undoubtedly phallic fetishism on the part of the author, since the alternative conclusion is to accept the ridiculous notion that an entire nation would throw itself at the feet of a leader simply on the basis of mass displays of public fetishism, orgies of blatant phallic symbolism, and mass rallies enlivened with torchlight and rabid oratory.

    Obviously, such a mass national psychosis could never occur in the real world…”

  36. henteaser Says:

    Verflixt: Ich tippte ‘Stories’ und meinte ‘Aussagen’.

  37. Tom Kratman Says:

    Yes, HT, I’ve read The Iron Dream. I even thought it was kind of amusing. If you’ve read Watch, you may recall Muehlenkampf’s observation on why the skinheads never amounted to anything: “Because this is Germany and the assholes never learnt to march in step.”

    As for why Riefenstahl and not Bay or Jackson, I suspect Bay and Jackson would, under the circumstances of the Posleen War, have quickly found themselves with a draft notice in one hand, and a bag of uniforms, US Army uniforms, in the other. Not available, except for consultation perhaps, in other words. Leni, on the other hand, was all yours. (That said, I suspect that only a German could do propaganda that would be most effective on mainstream Germans.)

  38. Andi Says:

    The problem with Björn is that while he often makes worthwhile points, he never does so in less than approximately 40,000 words. Have mercy with a poor guy who can’t check comments daily :)

    But since this means that most issues have already been covered, there remains just one thing for me to remark upon:

    Bjoern, if I’ve at least made you, and presumably some other reasonable Germans and other westerners, consider – better still, understand – that civilian casualties not only cannot always be avoided but must sometimes be accepted for the higher goods (among them, lesser civilian casualties at some point), then I shall sleep well tonight.

    Well, who ever disputed that? If you go to war, you ought to do the things you need to do to win, while still trying to retain your humanity (since losing it and completely following a philosophy of the means justifying the ends would mean we already lost what we were supposedly fighting for). War is anything but easy and should never be undertaken lightly, but sometimes it must be. Again, who disputes that?

    Of course, there’s especially in Europe a strain of almost dogmatic pacifism which I both regret and deplore since it makes us woefully underequipped for the challenges of the future in a world where people still will take to arms to further their goals, but, and here’s the point, wouldn’t it be more effective for your point as quoted above not to be made by people who can be very easily dismissed as remote evil not to be heeded like the Waffen-SS, but by respected, even beloved democratic characters?

    How about an alien force attacking our present European countries, tree-hugging policies and charisma-free chancelleresses and all? Extraterrestrials eating up admired TV personalities live on air? The European Council still squabbling over the question if commands should be given in all 27 official languages or if just five suffice while Paris and London are already big smouldering parking lots? You don’t even need to go that far, at present Europe would be underequipped to deal with a Russian invasion, the sad state of their military notwithstanding. But what if it, after great initial losses, after great agony, saw the light and rallied, and routed the invader in the name of liberty and justice, everyone doing their part Rosie-the-Riveter-style, and a transformed chancelleress pumping up the troops with an impassioned speech greeted by waves upon waves of cheers? Wouldn’t that be a better way to get your ideas across?

    To be clear, I don’t buy your apparent belief that Islamic radicalism is any danger which we should be worried about, certainly not curtail our liberties for. Let the police and small amounts of special forces deal with that sorry sideshow while we concentrate on how to fight real threats, like a reenergized Russia or an assertive China. Or even, perish the thought, global warming. How about that?

  39. Andi Says:

    As an afterthought: Much the same questions could be addressed in a story where Europe isn’t attacked at all, but where some force takes out the United States for good. Like, rogue Russian generals nuking every major American city while subs sink the aircraft carriers (I know, impossible, but bear with me), after all, there’s only 11 of them. What would a world be like in which Europe is the sole remaining torchbearer of Western values? What would we have to do to keep the flame burning?

  40. Tom Kratman Says:

    Andi:

    In practice, most of the media, all transnational and most national humanitarian and human rights NGOs, about 22% of the US populace and a like fraction of the political representative dispute that. I suspect the percentages would be higher in Europe. It’s simply become impermissible to these people to inflict civilian casualties, be the result ever so good and/or necessary.

    As for how points are to be made, I’m a writer. This does not mean, however, I have carte blanche to write what I will in any way I want. Indeed, it often only occurs to me to write X in Y way. (I think you tacitly assume people are mostly persuadable. My experience is that they are not. I appreciate it when it happens, and it does sometimes happen, but I don’t really expect it.)

    As for stories you would like to see…hmmm…some aspects of those strike me as fantasy, rather than sci fi. Besides, I’ve always been more in touch with the dark side of the Force. ;) I’d encourage you, though, to give a stab at writing the stories you would like to see in print.

    Islamic radicalism. You would just _hate_ this book, but you might look over Caliphate for my views on that, and more significantly, what we might become if we are ever attacked in a more serious (city-busting) way. (You might want to wait for the paperback, though.)

  41. Andi Says:

    I do know that sadly, many people aren’t persuadable by reason and logic if they want to believe otherwise, but what alternative is there to trying? And again, I think a more effective way of trying would be a calm one instead of going on the warpath with the Waffen-SS, but of course you’re free to write what you like to, and I don’t deny that I might even check out “Caliphate” just for shits and giggles. Oh well.

  42. Marc Anton Says:

    Köstliche Rezension. Nur eines:

    “Auffällig, dass es keine englische SS-Brigade gab, oder?”

    Die englischen Versionen der ‘pedia geben hier mehr Aufschluß über das British Free Corps (BFC) und ferner die 13. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Handschar“ (kroatische Nr. 1)

    Eine kosmopolitische SS ist daraus aber nicht zu konstruieren.

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