TV is a Virus: Worst of the Winter

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Marco W. - Das Interview

Wie geht eigentlich Fernsehen? Nun, offensichtlich direkt ins Herz, ohne Umweg über die Magengrube (wo es ein flaues Gefühl auslösen könnte) oder das Hirn (das vielleicht Protest einlegen würde). Zunächst: Das RTL-Interview mit Marco W. wird nicht in die Hall of Shame des deutschen Fernsehens eingehen. Von einem medialen Missgriff der Marke Gladbeck war das Interview weit entfernt. Appetitlicher macht das die ganze Kiste auch nicht.

Marco wirkte am Bildschirm nicht so unsympathisch wie Susanne Osthoff, was ihn die kollektive Zuneigung der BRD ganz schnell kosten würde. Das Risiko bestand, war Marco doch bisher für die Zuschauer und die deutschen Medien - nicht zuletzt für die ZEITUNG - eine willkommene Projektionsfläche. Wie unschön wäre es gewesen, hätte sich der nette Junge von nebenan im Interview als Unsympath gegeben. Katastrophe abgewendet.

Dafür zuständig war natürlich auch der… nennen wir ihn: Interviewer. Weil Softball-Zuwerfer keine echte Bezeichnung für einen Fernsehmoderator ist. Da Marco noch in ein laufendes Verfahren verwickelt ist - in der Sendung selbst merkte man nichts davon - verzichtete RTL auf Fragen zum Geschehen jenes Abends, der Marco für mehrere Monate in ein türkisches Gefängnis gebracht hat. Das merkte man allerdings während der Sendung schon. Und so verzichtete der sympathische Kleinsender aus der Karnevalshochburg darauf, jemanden zu schicken der Marco vielleicht aus Versehen eine relevante Frage stellen könnte. Selbst der Mensch gewordene Lenor-Weichspüler Oliver “Fluffy” Geißen erschien da schon zu riskant. Also schickte RTL seine Geheimwaffe: Markus Lanz.

Markus Lanz kennt man: Der hat jahrelang RTLs Ersatzteillager verwaltet und es nebenbei geschafft das letzte Format mit journalistischem Anspruch im deutschen Fersehen, namentlich: RTL Explosiv, in die Irrelevanz zu führen. Und so lief das Interview auch als RTL Explosiv Spezial und fuhr Explosiv-würdige Quoten ein.

Man weiß ja, dass sich Sender die Exklusivrechte an menschlichen Dramen schnell kaufen um dann mittelprächtige TV-Filme darüber zu machen, die mit Goldenen Kameras überschüttet werden. Aber das Vorgehen in diesem Fall wirkte schon sehr ekelhaft: Direkt vom Gefängnis wurde Marco abgeholt und flog dann im intimen Kreis in die Heimat. Wie das Special zu berichten wusste: Nur Marco, sein Vater, seine Anwälte… und ein Kamerateam von RTL waren dabei. Letzteres stellvertretend für ein paar Millionen Zuschauer. Und da fühlte sich Marco dann, so RTL, “vielleicht ein wenig wie ein Star“. Ein Star, der sich seinen Starrummel damit verdient hat, dass er möglicherweise eine 13-Jährige sexuell missbraucht hat. Aber, hey’ we’re all stars now, in the dope show.

Das endgültige Urteil steht natürlich noch aus, vielleicht hätte RTL bis dahin warten sollen, ehe sie diese Heldenehrung produziert haben. Aber: Dann hätte sich natürlich ein anderer Sender die Exklusivrechte geschnappt… und falls Marco sich als schuldig erweisen sollte, dann hätte man das Special ja nie bringen können. Carpe fuckin’ diem, wie schon Horaz (RTL-Programmdirektor von 40 bis 8 vor Christus) wußte.

In Deutschland wurde Marco an einen geheimen Ort gebracht, damit kein anderer Sender RTL das Exklusivinterview streitig machen konnte um ihn vom Medienrummel abzuschirmen. Und irgendwo im RTL-Kommandobunker, (dekoriert mit einem künstlichen Weihnachtsbaum im Hintergrund, um die Stimmung besser zu transportieren) begann dann Markus Lanz ein Verständnis von Journalismus an den Tag zu legen, dass Johannes Batistuta Kerner gegen ihn wirkt wie Sy Hersh. Da man ja über den Prozess und das Schlüsselereignis nichts fragen durfte, nutzte Lanz die alte Maxime von Tolstoi: “Um einen Staat zu beurteilen, muss man seine Gefängnisse von innen ansehen.”

Würdest du sagen, auch wenn es Gefängnis ist, man trifft dort Freunde?”, fabulierte Lanz sich zurecht. Und wie Marco seine Zeit im Gefängnis so verbracht habe, wollte Lanz wissen. Ob er zuhause angerufen habe. Und was er getan habe, wenn zuhause keiner ans Telefon ging. Wie er sich denn verständigt hätte? Und: “Wann kam der Moment, in dem du anfingst zu fragen: Wozu?

Die letzte Frage sollte man sich aufschreiben, die kann man nochmal im TV-Jahresrückblick verwenden, wenn Markus Lanz sich endlich der Sinnlosigkeit seiner TV-Existenz bewusst wird und heulend vor laufenden Kameras zusammenbricht. Hier allerdings war dieser Moment noch nicht zu finden. Stattdessen spielte der Mitsubishi Lanzer hier die Rolle von Markos Anwalt und tat alles um Marco in die Rolle eines unschuldigen, netten Jungens zu rücken, den die Welt nun endlich wieder hatte. Der sich, wie Lanz wiederholt attestierte, endlich wieder wie ein Kind fühlen darf. Ein Kind, dass im Gefängnis erwachsener geworden ist. Auch das versäumte man nicht so oft wie möglich zu betonen.

Natürlich besteht das Risiko, dass der nette Junge - kein Medienprofi - in einen Fettnapf tritt. Aus dieser Gefahr wurde Marco dadurch gerettet, dass Lanz stellenweise begann sich selbst zu interviewen. Was denn das erste wäre, dass Marco machen würde, wenn er wieder nach Hause käme, fragt der Explosivbüttel. Als Marco verdattert “Ääh…” antwortet, hakt Lanz nach: “Erstmal nach MacDonald’s?” - “Ja.” - “Mit den Freunden Computer spielen?” - “Ja.” - “Alles was Spaß macht?

Schön zu sehen, dass RTL diesen Scoop des Jahres auch hätte präsentieren können, wäre Marco in der Türkei geblieben. Lanz kam mit sich selbst schon gut zurecht. Meistens beschränkte er sich darauf, Suggestivfragen zu stellen, auf die Marco dann nur noch mit “ja” und “nein” antworten musste. Und selbst das reichte noch nicht, um die halbe Stunde (inklusive Werbeblock) Sendezeit zu füllen. Und so fischte Lanz dann irgendwann einen Zollstock aus der Tasche (hoffentlich jener Zollstock, mit dem Günther Jauch im Jahre 1998 beim Spiel BVB gegen Real demonstrierte, wie groß das umgefallene Tor eigentlich gewesen wäre) und maß - Trommelwirbel! Spannung! - nach ob Marco im Gefängnis gewachsen ist. Selbst Marco hatte in diesem Moment einem “WTF”-Blick drauf.

Das Ergebnis des Interviews: Marco ist in der Türkei um 3 Zentimeter gewachsen, ein ganz normaler Jugendlicher, der endlich wieder Kind sein darf, obwohl er im Gefängnis erwachsen wurde und… er ist unschuldig. Das wird zwar so direkt nicht gesagt, aber wenn das Fernsehen Realitäten erschafft, dann haben Lanz und RTL Marco hier - auch durch die Aussparung des Grundes für seine Haft in der Türkei - einen Persilschein ausgestellt. Ein so netter Junge, der kann kein schlechter Mensch sein. Bleibt für RTL zu hoffen, dass die Gerichte das ähnlich sehen. Denn dann kann Marco vielleicht bald Natascha Kampusch nacheifern.

Kurz danach wurde Paris Hilton in Prominent auf VOX die Frage gestellt: “Sie sind erwachsener geworden. Liegt das an ihrer Zeit im Gefängnis?” Hey, RTL! Falls ihr eine Promi-Reality-Soap mit Marco plant, dann ruft mich an: Ich glaube, ich kann euch da ein totsicheres Konzept pitchen.

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RTL - Promi Reality Soaps

Speaking of Promi Reality Soaps: Die Phase ohne Ekel-TV neigt sich dem Ende entgegen. Mit dem erschreckend bodenständigen Programm Bauer sucht Frau (Bonuspunkte für die Off-Sprecherin, deren Tonfall irgendwo zwischen dem Computer, der nachts auf SuperRTL die SMSe vorliest und John Kerry auf Sedativa oszilliert) hat RTL einen echten Überraschungshit eingefahren.

Zumindest hätte ich nicht damit gerechnet, dass sich in der modernen, zynischen Fernsehwelt ein Programm durchsetzt, dessen spektakuläre Highlights in den anderthalb Folgen die ich gesehen habe, solche spannungsgeladenen Momente waren wie “Milchbauer Maik” macht seiner Bäuerin-in-spe ein Bett im Heuschober und versteckt ein gelötetes Herz im Stroh, Zahnarzthelferin Dings lernt Trecker fahren und irgendwer anders bleibt mit dem Füßen im Schlick stecken. Und das eigentliche Prachtstück, der Beweis das Bauernschläue kein Mythos ist, gibt es dabei im Fernsehen gar nicht zu sehen.

Gott sei dank, wird sich da die ZEITUNG sagen, ist ab Jännar endlich wieder typisches RTL-Programm in Sicht. Auf RTL 2 startet die nächste Staffel von Big Brother (gut interessiert keinen mehr) und auf RTL Proper legt die dritte Staffel des Dschungel-Camps los. Nachdem es hieß, Kader Loth und der Sachsenprinz hätten dieses Konzept von Schockfernsehen in Die Burg totgetreten, will RTL nun das Gegenteil beweisen: Was insofern Relevanz hat, als die Teilnahme an Ich bin ein Star, holt mich hier raus ein unwiderlegbarer Beweis für den eigenen Status als D-Promi ist.

Als gesellschaftlichen Aufstieg in die Riege der ZEITUNGS-Prominenz dürfte man das werten für Isabel Edvardsson (claim to fame: hat bei Let’s Dance mit Giovane Elber getanzt), Julia Biedermann (claim to fame: hat bei Ich heirate eine Familie, Praxis Bülowbogen und Ein Schloß am Wörthersee mitgespielt) und Barabara Herzsprung (claim to fame: hat nichtmal eine eigene Wikipedia-Seite und ist nicht Barbara Morgenstern).

Sich gesellschaftlich auf der Stufe D-Promi gehalten haben sich derweil Bata Illic (ins Lager gewählt auf Druck der Terrororganisation Freunde Bata Illics) und Michaela “Gina Wild” Schaffrath. Freuen Sie sich jetzt schon auf die Szene in Folge 1, wenn Bata Illica der Michaela Schaffrath seinen Welthit “Michaela” ins Gesicht singt und die total erfreut lacht, so als hätte sie gar nicht damit gerechnet.

Den Mitleidsbonus als Absteiger in die D-Prominenz bekommt in dieser Staffel derweil Eike Immel, von dem ich in den letzten Jahren nichts mehr las, aber davon ausging, dass er nicht das Schicksal alter Bundesligaspieler der Sechziger teilte, nach der Karriere finanziell so abgebrannt zu enden, dass man an der lokalen Tanke arbeiten muss. Frei nach George Bests Motto: “I spent a lot of my money on booze, birds and fast cars. The rest I just squandered.”

Tja, Irrtum. Immobiliengeschäfte, eine Scheidung und eine Hüftkrankheit haben den ehemaligen Nationaltorwart finanziell ganz nach unten gebracht. So weit nach unten, dass er jetzt im Dschungelcamp auflaufen wird. Bitter. Freuen wird es zumindest die ZEITUNG, die jetzt endlich hoffen darf, dass sie den Schlagzeilenreim bringen kann, der ihr während der EM 1988 nicht gelang. Ihr wisst schon: Immel reimt sich…

Anyway. Interessant wird zu beobachten, wie sich das Dschungelcamp nach der längeren Pause schlägt. Ob es wieder Zuschauer und Feuilleton (so wie mich hier) zur öffentlichen Wertedebatte motiviert, oder ob es unbesehen verpuffen wird und wir in zukünftigen Staffeln dann Alida Lauenstein und dem adophilen Max Schradin im Dschungelcamp auf RTL 2 sehen dürfen. Einige TV-”Persönlichkeiten” hätten sich ihren Auftritt in diesem Umfeld schließlich wirklich hart verdient.

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A Shot of Love with Tila Tequila

Speaking of Buchstabe-Promis. Wir werden das Alphabet erweitern müssen, denn in Sachen “Wer hat seine 15 Minuten Ruhm noch nicht gehabt?”, kratzt man inzwischen nicht mehr am Boden des Fasses, sondern man hat es umgedreht und kratzt jetzt fröhlich an seiner Unterseite. Beweisstück A: Tila Tequila, neé Nguyen. Tila Tequilas claim to fame ist, dass sie ungemein beliebt ist auf Myspace. (Vorsicht: typisches Myspace-Design, also das Internetäquivalent zu ein paar Schlägen mit einem Vorschlaghammer gegen das Gehäuse eures Rechners… es muss ihn nicht kaputtmachen, aber man sollte selber wissen, ob man das Risiko eingehen will.)

Okay, da sind auch noch die Starqualitäten: Hat die Schädelform eines Greys, ist gewillt sich auszuziehen sobald sie auch nur spürt, dass eine Digitalkamera in der Nähe sein könnte (Sex und Aliens gehen bekanntlich immer… Analsonden, und so…) und hat der modernen Medizin mehrere Dutzend STDs als Geschenk von ihrem Heimatplaneten mitgebracht. Das reicht für MTV aus, um sie herum eine Show zu stricken, die nach dem selben Prinzip funktioniert wie Flavor of Love. Nur das Flavor Flav zumindest zeitweise relevant war, als er mit Public Enemy in den Achtzigern zur Speerspitze des amerikanischen Hip Hops gehörte. Und das es nicht so erscheint, als ob Tila Tequila eine Fernsehshow bräuchte um einen Partner fürs LebenPartner für den Lebensabschnitt… Partner zu finden für die Zeit bis die Credits gelaufen sind.

Wenn bei Myspace beliebt sein wirklich alles ist, was es braucht um aus dem Ghetto Web 2.0 in die schillernde Welt der Old Media 1.0 aufzusteigen, wenn Tila Tequila tatsächlich die Vagina das Gesicht des “Demokratisierungsinstruments Internet” ist, dann liegt vielleicht Bernd Graff doch nicht so ganz falsch.

Das wirklich erstaunliche ist, dass mit Tila Tequila die Unterseite des Fasses zwar erreicht ist, aber MTV Gott sei Dank eine Schaufel dabei hat um auch im Boden unter dem Faß nach neuen Stars zu suchen. Aus Flavor of Love ging I Love New York hervor, aus A Shot of Blablabla entspringt That’s Amore. Eine Show über einen Kerl, der dafür bekannt ist, dass er in einer Show über eine Schleppentusnelda war, die dafür bekannt ist, dass sie bei Myspace bekannt ist. Wow. Es bekommt wirklich jeder seine 15 Minuten Ruhm, ob er nun will oder nicht…

Und da sich das Biest von sich selbst ernähren kann, wird MTV hoffen, dass man aus beiden Spin Offs weitere Spin Offs heraussezieren kann. Ein “Stars” erschaffendes Perpetuum Mobile. Warum wird mir nur gerade so flau im Magen?

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MTVs Showmarathon

Wo wir beim Thema sind: Nachdem MTV ja schon sein Missionsziel erreicht und Musik im Fernsehen auf ewig vernichtet hat, nimmt es seit einigen Jahren das Genre Datingshows aufs Korn. Kein Verlust, wenn die den Gang alles Irdischen gehen würden. Nach dem Tode Rudi Carell hätte man, aus Pietätsgründen, solche Kuppelshows weltweit verbieten sollen. Aber, es soll gar nicht um Kuppelshows gehen, sondern um die Wahrnehmung von Dingen.

Kann es sein, dass MTVs Datingshows - egal ob Date My Mom, Room Raiders, Exposed oder Next - mehr dafür tun antiamerikanische Klischees in der restlichen Welt zu verankern, als das jeder potentielle Angriffskrieg gegen die Niederlande je tun könnte? Heiland, wird da ein Panoptikum an oberflächlicher Schalheit geboten. Gegen die Durschnittskandidaten dieser Grotesken wirken die College-Brüder aus Borat wie die Gewinner der Ivy League. (Wie? Das hat mit Sport gar nichts zu tun? Oh…)

Im gleichen Zug dürften Flavor Flav und New York es im Alleingang geschafft haben, das Ansehen der Black Culture in Amerika um ein paar Dekaden nach hinten zu bomben. Spätestens mit jener Szene in Season 2, als eine der Kandidatinnen Flavor Flav erstmal lässig aus der Hüfte einen großen Haufen ins Treppenhaus machte. Respect!

Das surrende Geräusch im Hintergrund der Show? Das ist Richard Pryor, der gerade im Grabe rotiert. Beeindruckend, wie Mr. Flav sich hier selbst aushebelt. Wie kann man “It Takes A Nation of Millions to Hold Us Back” oder “Fear of a Black Planet” ernst nehmen, wenn man immer wenn der Flavormeister am Mike ist einen fast 50jährigen Lustgreis vor dem inneren Auge sieht, der einen dämliche Wikinger-Plastikhelm auf der Omme hat, in die er sich gerade ein Hühnerbein reinschiebt?

Dann wiederum: MTV Deutschland schickt bei jeder erfolgreichen US-Kuppelshow gleich mal das deutsche Pendant hinterher, das belegt, dass es um die Jugend unseres Landes - o tempora! o mores! - keinen Deut besser bestellt ist. Und das selbst billig produzierte Kuppelshows aus Deutschland sofort noch billiger aussehen, als die Billigoriginal aus den Billiglohnstaaten von Amerika. Wenn man selbst bei sowas nicht die Produktionsqualität des amerikanischen Originals erreicht, dann muss ich meine Vorwürfe an die Produzenten überdenken. Vielleicht geht das gar nicht anders. Vielleicht sieht die deutsche Landschaft und der Deutsche an sich generell billiger und altbackener aus, als alles in der neuen Welt. Ich war ja nie da, kann es also nicht beurteilen.

Ich persönlich bin auf jeden Fall schon gespannt, was die deutsche Version von Flavor of Love sein wird. Zuerst dachte ich, dass man das Musikgenre dem Land anpasst und wir sowas wie Deckhengst Drews zu Gesicht bekämen, aber inzwischen ist die BRD ja so hiphopifiziert, dass man da einen Räbba finden sollte, der sich für sowas hergibt. Möglichkeiten gäbe es ja genug: Love BOat, Dendemann sucht Frau oder Bushidoes your Mom. Weitere Vorschläge werden in der Kommentarsektion entgegengenommen und dann, ohne Abfindung, von MTV Deutschland geklaut…

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Humorkritik: Total Lustig - Die besten Clips mit Ruth Moschner

Neues vom “ongoing war on humor”. Der wird im deutschen Fernsehen noch immer sehr effektiv geführt. Der größte Coup in der asymetrischen Kriegsführung war es dabei, dass die Alliierten mit Comedy Central in Deutschland einen Propagandasender erschaffen konnten, der sogar das Signet “Comedy” im Titel hat. So dass man nun ganz leicht auf die Greueltaten verweisen kann, die dort im Namen des Witzes begangen werden. Nur um so vom Weltsicherheitsrat eine einstimmige Erlaubnis zu erhalten in einer finalen Großoffensive auch den letzten Witz zu umzingeln und ihn dann öffentlichkeitswirksam hinrichten zu lassen. (Er wird an die Wand gestellt, wo er dann mit Arsentorten beworfen wird.)

Besagtem Propagandasender ist es jetzt gelungen, einen Mördercoup zu landen und Ruth Moschner zu engagieren, die für den den deutschen Humor das ist, was Elizabeth Báthory für ungarische Hausmädchen war: Der Humor muss sterben, damit Frau Moschner leben kann. In Total Lustig macht sie ihre Sache dabei ganz hervorragend: Denn sollte sich mal ein echter Lacher ins Studio verirren, dann würde sich ganz schnell zu Tode schämen für das, was man da als Komik bezeichnet.

Hier eine kleine Faustregel: Wenn eine Sendung schon im Titel (und zwar nicht im Untertitel, sondern im eigentlichen Titel) verraten muss, was sie sein soll, dann hat man ein echtes Problem. Wenn ich eine Show Super Traurig nennen müsste, damit die Leute verstehen, dass die hier gezeigten Clips aus der Sahelzone, den Slums von Rio und der Innenstadt von Bielefeld traurig sein sollen und nicht etwa Heiterkeitsstürme auslösen, dann habe ich meinen Job nicht richtig gemacht. Bei Total Lustig ist die selbe Regel am Werk.

Total Lustig soll also… öh… total lustig sein. Genau. Und dabei gilt das Motto: Never change a running system. Wenn das Fernsehvolk immer noch tierisch darauf steht, sich stundenlang auf allen Sender Karbonkopien von Bitte Lächeln als TV-Event vorsetzen zu lassen, dann wird auch Comedy Central ihm diesen Wunsch erfüllen. Also, wer von all den lustigen Heimvideos aus den frühen Neunzigern (Baby kippt mit Stuhl um, Katze läuft gegen die Wand, Polizisten vermöbeln Rodney King) noch nicht genug hat, oder wer immer noch der Meinung ist, dass YouTube-Videos erst dann richtig gut sind, wenn sie auf Fernsehformat aufgeblasen werden, damit sie aussehen als würden sie komplett aus Legosteinen bestehen, der kann sich das beste dieser Form der Fernsehunterhaltung hier nochmal angucken.

‘kay, das wäre jetzt vielleicht noch nicht total lustig… vielleicht nicht einmal lustig an sich… aber dafür gibt es neben lustigen Heimvideos auch nochmal die lustigsten Werbespots der Welt. Quasi, Fritz Egner mit Brüsten. Ihr wisst schon, so wie damals, wo zwei oder drei lustige Spots (der Rastamann der das Auto in den Abgrund schiebt, die Claymation-Dinos die in der Nudelwerbung die kleinen Höhlenbewohner fressen) es rechtfertigten den Rest der halben Stunde mit Werbung zu füllen, die so mittelprächtig war, dass man sich die deutsche Werbepause sehnlichst wünschte um endlich wieder Qualität zu sehen.

Und die Sahne auf diesem televisionären Murkskuchen ist, dass man Ruth Moschner hier nicht alleine ertragen muss, sondern sie “ihre Nachbarn” mitgebracht hat. “Gisela, Sabine und Peggy”. Ihre Nachbarn, das sind Ruth Moschner als übergewichtige, unterbelichtete Sexbombe. Ruth Moschner als mopsig Geschäftsfrau. Und Ruth Moschner als dickes Teenager-Mädchen, wobei sie da so aussieht als habe sie Liza Li gefressen und würde jetzt ihre alten Klamotten auftragen. Das ganze ist nur marginal unlustiger als Schnitten-TV, der letzte, große Versuch der ZEITUNG Humor auch jenseits von Franz-Josef Wagners Photo zu präsentieren.

Und so ziehen die Ruthles durchs Land um Tod und Verwüstung zu bringen und Witze zu schänden, die andere Komiker seit 20 Jahren in Frieden ruhen lassen. Nach einem Werbespot über einen Eiskunstläufer, der sich auf ein Eishockeyfeld verirrt, beschwert sich Liza-Li-Ruth, dass nicht alle Eiskunstläufer Tucken wären, sie selbst zwei schwule Freunde habe und die Klischees hassen wie die Pest. Daraufhin fragt Ruth-Ruth, was die beiden denn beruflich machen. Antwort: “Günther ist Inneneinrichter und Dätläääf ist Maskenbildner.” Ba-da-disch. Vorhang. Abgang rechts.

Eine Ruth Moschner hat dem Humor im deutschen Fernsehen schon schwer zugesetzt, aber ob der Witz im Kessel (nicht verwechseln mit dem Kater im Hut oder dem Prominenten im Sack) vier Ruth Moschners überleben kann, das wird sich erst zeigen müssen. Ich bewerbe mich derweil als PR-Experte für Comedy Central. Mein Vorschlag für das Motto 2008: “Comedy Central - Soll das ein Witz sein?”

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Das DSF-Nachtprogamm

Während Comedy Central zumindest noch ein paar Comedyshows hat, um den Anschein von Humor zu bewahren (es ist schwer einem Sender langfristig böse zu sein, der uns täglich Seinfeld bringt… und viele Leute mögen ja unverständlicherweise Little Britain), hat das DSF jedwede Ambition in diese Richtung längst aufgegeben. Weiß irgendjemand, was da noch läuft, das das Signet Sport verdient hat? Ein wenig Darts, ein wenig Poker und gelegentlich Smackdown!. Und ungefähr 18 Stunden am Tag Call-In-TV, weil man sonst die Darts-Lizenz nicht refinanzieren könnte. (Abends wird das Call-In-TV übrigens nackt moderiert. Von diesen Damen. Vielleicht sollte man das Call-In-Show-Verbot nicht über die Betrugsschiene leiten, sondern einfach eine Anzeige wegen ästhetischer Grausamkeit beim ECHR stellen.)

Anyway: Nachdem das Nackedei-Call-In vorbei ist (”Ich gebe euch jetzt den Anfangsbuchstaben… sonst kommt doch bis Morgen keiner darauf, welches Hühnerprodukt mit zwei Buchstaben man aus dem Wort ‘IE’ bilden kann… ihr müsst mit E anfangen… verdammt, das ist so schwer, ich leg’ noch 500 Euro drauf und mach mich nackich!”), kommt der interessante Teil des Abends. Denn in einer Hinsicht ist das DSF inzwischen richtungsweisend: Fetischbefriedigung. Egal ob es Strippoker ist (gut, das kann thematisch mit dem Restprogramm verbinden), Frauen die sich in Katzenkostümen auf dem Boden anfauchen oder Frauen die mit ihrem Auto im Schlamm feststecken (ohne sich auszuziehen), das alles kann man dort finden und dabei irgendwelche 0900er-Nummern anrufen.

Wobei ich das jetzt in keinster Weise werten möchte und werde. Ich wollte das nur mal erstaunt festhalten.

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TV Browser: Das war’s dann wohl

Der natürliche Feind des Fernsehsenders ist der Zuschauer. Wissen wir ja alle. Die Sender würden gerne mehr Qualität bieten. Aber wenn sie’s mal tun, dann schaltet das undankbare Pack - siehe Blackout - nicht ein. Darum ist man gezwungen sowas wie Total Lustig oder die Call-In-Grütze auszustrahlen. Und darum hasst man, in Vorstandsetagen von Köln bis Unterföhring, den Zuschauer. Ja, das Fernsehen könnte so toll sein, wäre nur das Publikum nicht. Ergo: Wenn man den Zuschauer vom Fernseher fernhält, dann wird das Programm auch wieder besser.

Zumindest könnte ich mir so erklären, warum ProSieben/Sat.1 und die RTL-Sendergruppe ab dem 1. Jännar Geld von den digitalen Programmführern verlangen. Nachdem Rayson ihn lobte und ich ihn inzwischen in Aktion gesehen hatte, wollte ich mir neulich den TV-Browser selbst runterladen. Nur um festzustellen, dass die ab dem 1. Jännar alle Sender entfernen, die von den Machern der Gratissoftware Geld für ihre Programminfos verlagen würden. Als da wären: 9Live, Comedy Central, das DSF, Kabel Eins, MTV, N24, Nickelodeon, N-TV, ProSieben, RTL 2, RTL, Sat.1, Super RTL, VIVA und VOX. Es wäre schneller gegangen, aufzulisten welche Sender noch bleiben.

Eine interessante Argumentation, die die Sender da vorbringen: “EPGs [Electronic Program Guides] sind Geschäftsmodelle.” Auch solche wie der TV-Browser, die bislang kostenlos und frei von Werbung zu haben sind. Diese Geschäftsmodelle machten ihre Gewinne durch die “Nutzung von Bild- und Wortmaterial zur (…) Bewerbung von Fernsehprogrammen“. Achtung: Bewerbung von Fernsehprogrammen. Also, die EPGs machen Werbung für das Programm der Sender. Das hält ProSatSieben.1 (Quelle: der oben verlinkte DWLD-Text) nicht davon ab in bestem Doppeldenk zu erklären:

Und dass es sich bei der Darstellung der Sendeabläufe in EPGs letztlich um Werbung für die Sender handelt, bestreitet man bei ProSiebenSat.1 ohnehin komplett

Summa summarum: Die EPGs nutzen Bild- und Wortmaterial zur Bewerbung von Fernsehprogrammen, was allerdings keine Werbung für die Sender ist. Ja, ne, is’ klar. Die Gebühr soll einen Euro pro Nutzer und Jahr betragen, was gerade kostenfreien Browsern das Genick brechen dürfte. Wo genau die Vermakter den Unterschied zwischen einem EPG in der bisherigen Form und einer klassischen Fernsehzeitung sehen, das entzieht sich meinem Verständnis. Außer natürlich, dass EPGs tagesaktuell sind, während Fernsehzeitschriften meist schon am Erscheinungstag wertlos und veraltet sind, weil die Sender mal wieder spontan ihr gesamtes Programm umgestellt, Serien ins Nachtprogramm verschoben und dafür die zweitausendste Wiederholung von Michael Mittermeyers Zapped in die Prime Time gehievt haben.

Der Kerngedanke dürfte sein “EPGs = neue Medien = Melkkuh = $$$”. Was ein schönes Beispiel dafür ist, wie man gezielt am Zuschauer vorbeidenkt. Und im Idealfall auch am eigenen Geschäftsmodell. Denn die Kohle spült weiterhin die Werbung rein. Und der Werbepreis bemisst sich bekanntlich danach, wieviele Zuschauer einschalten. Einschalten tun Zuschauer, wenn sie irgendwo erfahren, dass eine Sendung läuft. Und dafür hat ein Programm wie der TV-Browser definitiv gesorgt, gerade bei den kurzfristigen Programmänderungen. Ob man mit der neuen Gebühr wirklich mehr Geld macht, als man durch sie verliert? Wirkt auf mich eher wie ein weiterer Anfall jenes kurzfristigen Denkens, mit dem die deutschen Sender auch seit einigen Jahren ihr Programm planen. Aber, hey, wenn der letzte Zuschauer den Sendern erstmal weggelaufen ist, dann werden sie feststellen, dass Werbekunden ihre Spots nicht nur aus reiner Nächstenliebe schalten… aber zumindest kann man dann endlich das Programm ausstrahlen, das man schon immer ausstrahlen wollte. Ohne dass einem der fiese Zuschauer wieder dazwischen funkt.

(Und weil es so schön passt, hier nochmal der Verweis auf Oliver Kalkofes zielsichere Polemik auf den Münchener Medientagen. What he said. Exactly what he said.)

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What happened to “What Happened To Rock ‘n’ Roll”

Und zum Schluß noch eine Suchanfrage: Ich musste erschüttert feststellen, dass offensichtlich einige Mitglieder der jüngeren Generation Deutschlands größte musikalische Errungenschaft seit Wagners “Tannhäuser” nicht mehr kennen. Was vielleicht erklären würde, warum die deutschen Charts derzeit von R’n'B-Rabauken wie Timbaland, Berliner Jammerlappenpop von Ich + Ich und - Gott steh uns allen bei! - dem musikalischen Epos “Du hast den schönsten Arsch der Welt (Arsch der Welt! Arsch der Welt!)” von Alex C. feat. Y-Ass dominiert werden. Aber, wie soll denn je wieder guter, alter Rock ‘n’ Roll die Charts stürmen, wenn man die Bildungslücke bei der Jugend nicht schließen kann?

Will sagen: Bis auf diesen kleinen Schnippsel hier, konnte ich im gesamten Internet keine Spur der Wuthymne “What Happened to Rock ‘n’ Roll” von Thomas Gottschalk (er hat die Schnauze voll!) & die Besorgten Väter finden. Wäre es nicht wegen des Bildungsauftrags die Aufgabe… korrektur: die heilige Pflicht des ZDF sein, diese Kleinod deutscher TV- und Musikunterhaltung schnellstmöglich via Mediathek der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen?

Denn wenn wir der fiftycentisierten Unter- und Mittelschichtenjugend endlich wieder lyrische Großtaten wie “Wenn meine Kinder Musik machen // Gibs für mich nichts mehr zu lachen” an die Omme dätzen, dann kehrt er vielleicht zurück, der Gitarrensound den Thomas Gottschalk braucht. Also, Thomas, ZDF, bitte: Bring back some Rock ‘n’ Roll. Wäre doch zu bedauerlich wenn dieses künstlerisch wertvolle, letzte Aufbäumen gegen Hip-Hop, Rap und Techno im Kinderzimmer der Vergessenheit ebenso anheim fallen würde wie Gottschalk Late Night, Gottschalks Haus-Party oder Gottschalk kommt.

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So. Und für euch gilt jetzt: Abschalten!

14 Responses to “TV is a Virus: Worst of the Winter”

  1. Aulbath Says:

    Warum ist es unverständlich Little Britain gut zu finden?

  2. Kolleteralschaden Says:

    Weil sie leider irgendwie immer die gleichen Witze haben. Ich habe die erste Folge gesehen und ich fand sie wirklich witzig. Dann habe ich noch ein paar Folgen gesehen und irgendwie ist es immer das gleiche.

    Zu Comedy Central:
    Schade, dass das Niveau sinkt. Von Mittag bis Abend kommen nur die unwitzigen Sitcoms Veronica, und die mit dem Plüschhasen. Die guten Sitcoms sind fast alle verschwunden oder auf unheilige Zeiten verlegt.

    Zu DSF:
    Früher war sein Nackidei-Programm viel besser: schließlich war die Werbung am Rand anfangs, gar nicht da soweit ich weiß und in der Zeit als ich das DSF-Nachtprogramm oft geguckt habe, nicht störend. Mittlerweise ist die Werbung wirklich störend und die Qualität der Videos hat nachgelassen(meiner Meinung nach). Früher war es einfach so, dass sich (meistens) gut aussehende Frauen zu guter Musik ausgezogen haben. Meistens in Sportstudios oder Boxringen. Es gab auch Schlammschlachten und Damen aus dem 17. Jahrhundert, aber das hat mich nicht besonders angesprochn (Geschmackssache). Mittlerweile ist es so, dass Dogma-Filme von Frauen, die mit einem Auto stecken bleiben gezeigt werden…ohne dass irgendwas passiert (vielleicht soll das Kunst sein?!). Oder sie spielen Strip-poker…langweilig.
    Ich als Konsument muss da wirklich sagen. schäm dich, DSF. Früher hab ich das Programm gerne geseh, beim zappen, einfach mal um gute Musik zu hören und gutaussehende Frauen anzusehen, die sich zu dieser Musik ausziehen. Mittlerweile ist A) die Ästhetik weg und B) auch die gute Musik und C) das Programm ist nicht mal mehr zum erregen zu gebrauchen! Naja, aber wofür gibt´s das vierte und das Internet?

    Zum Rock und u Mtv:
    Vor ca. 4 oder 5 Jahren war Mtv ein Sender, den ich echt gern gesehen habe um einfach mal gute Musik zu hören. Oder um zumindest überhaupt Musik zu hören. Oder abends um Celebrity Deathmatch oder Beavis und Butthead zu gucken. Aber Mtv musste es ja versauen. Erst kamen die halbstündigen Handyklingeltonwerbungen. Dann die DAting-shows. In großem Umfang. Von Mittags bis in die Nacht. Dann kam ein kurzer Lichblick: eine neue Staffel Celebrity Deathmatch. Aber dann der Schock: AUF DEUTSCH!!! Ich habe drei Minuten durchgehalten, dann musste ich unter Krämpfen abschalten.
    Der letzte Lichtblick: Ghost in the Shell die Serie. Beide Staffeln. Ich fand den ersten Film gut. Den zweiten scheiße, aber die Serie ist eine der besten Serien überhaupt! Ich habe die erste Saffel angesehn und keine Folge verpasst. Später musste sich ghost in the shell den Platz mit einem anderen Anime, der mich nicht interessierte teilen und später sogar auf nach 0.00 Uhr verlegt. Das hat mich dazu bewegt im internet zu suchen. Ich wurde belohnt . Auf Youtube war die ganze zweite Staffel auf japanisch mit englischen fan-übersetzen)aber sehr professionelln) Untertiteln UND in guter Qualität. Ich habe die gesamte zweit Staffel auf Youtube gesehen auch die Folgen, die schon kannte. Einen Monat später wa der Account von dem Typ ders reingestellt hat gelöscht, aber ich war zufrieden.
    Mtv ist trotzdem scheiße. Zeigen sie eigentlich noch immer Animes?

  3. Kolleteralschaden Says:

    PS:
    Zu Rock:
    Warum, Mtv? Warum musst du derzeit schlechten Deutschrap und schlechten Ami-rap bringen, oder mittelmäsigen Schmusepop(aber ich glaub diese Phase ist schon vorbei, oder)? WARUM? Warum nicht Rock. Guten Rock, wenn möglich. ODer zumindest guten Hiphop. K.I.Z ist nicht schlecht. Sie sind sogar ziemlich gut. Warum nicht mehr in diese Richtung? Ich habe in den letzten paar Jahren mehr Musik aufgrund, des Internets gekauft(ja, gekauft. Solch Leute gibt es noch), als durch deine Hilfe, Mtv.

  4. marcel weiß Says:

    ah, good ol’ mad tv. das waren noch zeiten.

  5. DABE Says:

    Let me tell you a hilarious joke. The other day, I saw an incontinent old woman in a supermarket, and she pissed herself. OK, here’s another. I saw a man get up out of his wheelchair, and he was so mentally disabled he just walked into a wall. Wait, I know this might kill you but there’s one more. I saw a teenage single mum who was wearing a shell-suit and she was so thick she barely knew her own name. And she had three children. Did I mention she was thick? And fat? And spotty? Did I say she lived on benefits?

    Quelle.


    Link von mir formatiert. -B.

  6. probek Says:

    Auch wenn ich den Gottschalk nicht gefunden habe: zumindest den sehr hörenswerten Kalkofe kann ich in einer besseren (Ton-)Qualität bieten. Vielleicht sollte man das dem Kalkofe auch selbst mal sagen, der hat sich offenbar den DWDL-Bootleg gemopst.

  7. Knurrunkulus Says:

    Sehr schöner und leider auch irgendwie trauriger Text.

    Ganz große Zustimmung für den Strategiewechsel beim Call-In-Show-Verbot. Ich wäre bei einer Klage auf ästhetische Grausamkeit jedenfalls klar mit dabei.

  8. Björn Says:

    @Aulbath:

    Warum ist es unverständlich Little Britain gut zu finden?

    Weil es, wie Kolleteralschaden schrieb, eine Show ist, die sechs oder sieben Gags über eine ganze Staffel streckt. Ein paar Dinge sind okay, weil sie etwas variieren. Sagen wir mal die fiese Thresenschlampe, die so jeder Kunde in unserer Servicewüste schon Mal erlebt hat.

    Aber nimm die inkontinente Oma. In jeder Folge ist der Gag, dass sie sich einpisst und es selbst nicht bemerkt. Mal im Supermarkt, dann in der Schlange in der Post, dann in einem anderen Supermarkt… okay, die Kulissen wechseln. Aber es ist der selbe, verdammte Gag! Jede Woche! Nur weil er in einer neuen Lokalität stattfindet, wird der Gag nicht besser. Das gilt auch für die fettmopsigen Nacktringerinnen oder die Rassistenoma.

    Das ist wie mit Bart und “Ich hab nichts gemacht”. Minutenlanger, irrelevanter Aufbau, dann der Standardspruch. Gut ist. Wenn das die Comedyrevolution der letzten Jahre sein soll, der Beweis für die Überlegenheit britischer Comedy (und britische Comedy kann fein sein, aber ist es nicht automatisch nur weil sie aus Britannien kommt… siehe auch die IT Crowd), dann ist Mario Barth vielleicht doch das kleinere Übel… … okay, vielleicht auch nicht, aber Little Britain ist weder sonderlich lustig, noch sonderlich shocking. Die Pythons waren vor über einem Vierteljahrhundert in vielen Belangen schon ähnlich derb wie Little Britain. Will sagen: Ich ziehe hier meinen Joker eine populäre Comedyshow dezidiert unlustig zu finden.

    ***

    @Kolleteralschaden:

    Früher war sein Nackidei-Programm viel besser: schließlich war die Werbung am Rand anfangs, gar nicht da soweit ich weiß und in der Zeit als ich das DSF-Nachtprogramm oft geguckt habe, nicht störend. Mittlerweise ist die Werbung wirklich störend und die Qualität der Videos hat nachgelassen(meiner Meinung nach).

    Um, okay, darauf wollte ich jetzt gar nicht hinaus… ich kann’s auch nicht bewerten, weil ich sowas wirklich nur vom durchzappen und kurz hängen bleiben kenne. (Wer lacht da in den hinteren Reihen?) Ich gebe zu, in meiner konservativen Weltsicht ist sich von den DSF-Clips anturnen zu lassen ungefähr so als wenn man den Otto-Unterwäschekatalog als Wichsvorlage verwendet. Aber danke für die ausführliche Rezension. Ich vertraue da einfach mal deinem Urteil.

    Ich muss ja ehrlich zugeben, dass ich das DSF früher eher geguckt habe, weil die mal englischen Fußball hatten, italienischen Fußball, Handball und besonders Eishockey. Auch aus den Staaten. Und American Football. Und sogar mal die World Series im Baseball, wenn ich mich nicht irre. Sowas würde ich mir vom DSF eher wünschen… aber vielleicht stimmt einfach was nicht mit mir.

    Vor ca. 4 oder 5 Jahren war Mtv ein Sender, den ich echt gern gesehen habe um einfach mal gute Musik zu hören. Oder um zumindest überhaupt Musik zu hören.

    Gute Musik in der Glotze ist immer die, die da läuft wenn man Teenager ist. Bei mir war’s damals KoRn. Asche auf mein Haupt. Will sagen: Vor 4 oder 5 Jahren fand ich MTV schon Grütze, weil es VIVA Zwei nicht mehr gab, die mir wichtige Musik gespielt haben.

    Erst kamen die halbstündigen Handyklingeltonwerbungen.

    Teufelskreis. Die Klingelingelingelingeltonwerbungen haben die Werbeblöcke für alle anderen Kunden so unattraktiv gemacht, dass man jetzt nur noch auf Klingelingelingelingeltonwerbung setzen kann, um überhaupt was zu verdienen.

    Der letzte Lichtblick: Ghost in the Shell die Serie. Beide Staffeln. Ich fand den ersten Film gut. Den zweiten scheiße, aber die Serie ist eine der besten Serien überhaupt!

    Auch hier ziehe ich den Joker: Bah! Pseudophilosophischer Humbug! Matrix in animiert. (Was?) Der Serie habe ich darum nie eine Chance gegeben, aber ich fand im Film den Blondkopp mit Trenchcoat cool. Wobei es sehr spiffy war, dass MTV damals Cowboy Bebop ausgestrahlt hat. Und Lupin III.

    Warum, Mtv? Warum musst du derzeit schlechten Deutschrap und schlechten Ami-rap bringen, oder mittelmäsigen Schmusepop(aber ich glaub diese Phase ist schon vorbei, oder)? WARUM?

    Weil die Phase des “Rock” (was auch immer das für dich bedeutet… das reicht ja, je nachdem wen man fragt, von Iron Maiden über Tokotronic bis Nickelback) deine Zeit war und sich die nächste “Generation” davon absetzen möchte. Und die HipHop-Welle läuft auch schon lang genug, dass der nächste Trend in den Startlöchern steht. Zum Teil tut er das ja schon, mit “Rock” wie Tokio Hotel oder den Killerpilzen. So ist das halt, mit der Mode. Für Rock und so gibt’s ja dankenswerterweise Last.fm. Nur den langsamen Niedergang des Musikvideos, den bedaure ich noch immer.

    ODer zumindest guten Hiphop.

    Weil RUN-D.M.C. nichts mehr machen und die Beastie Boys gerade mal wieder eine ihrer ausgedehnten Kreativpausen haben?

    ***

    @Probek:

    Danke für den Link. Den hatte ich bei der letzten Kristallkugel in den Comments glaube ich sogar verlinkt… muss ich gleich noch im Text ändern.

  9. Redd White Says:

    MTV kann man völlig vergessen. Musik wird dort kaum noch gespielt weil man damit keine Zuschauer länger als 3 Minuten an den Bildschirm fesselt.

    Deshalb gibt es Shows und Serien. Die Shows sind alle Abwandlungen von dem
    Zeug was die letzten Jahre funktioniert hat. (Osbornes- Clones , Dating Show, Streich-shows)

    Die Serien sind zum einen mies syncronisierte Ami-Comedy (Die so sehr viel einbüßt) und miese Anime (ja,ja nicht generell schlecht aber die bei MTV sind es alle).
    Die GitS Serie nervt mich mit diesen Schlumpfspinnenrobottern und 08/15 Storys.
    Noch schlimmer war “Gantz” das in wirklich jeder Hinsicht schlecht ist.

  10. Abspannsitzenbleiber Says:

    Zu Flavor Flav gab es kürzlich einen guten Text im Feuilleton der SZ. Für sueddeutsche.de hat der aber wohl das Anspruchs-Barometer überschritten und ist dort leider nicht zu lesen.

  11. Kolleteralschaden Says:

    @Redd White
    Zur GitS-Serie:
    Die Roboter haben mich anfangs auch ziemlich gestört, aber das lag eigentlich nur an der schlechten Synchro. Auf japanisch klingen die Roboter zwar noch immer quitschig, aber nicht so grauenhaft nervig, ohrenblutig quitschig.
    Na gut, über die Handlung kann man streiten. Manche Folgen haben eine gute Handlung, manche eine schlechte. Aber was mich an der Serie fasziniert hat war auch nicht die Handlung(obwohl der Plot der ersten Staffel um den lachenden Mann nicht schlecht ist), sondern die Atmosphäre. Atmosphäre ist etwas, das für mich bei Filmen und Serien und Filmen extrem wichtig ist. Da kann die Handlung noch so gut sein. Wenn ide Atmosphäre schlecht ist, dann ist der Film bzw. die Serie auch schlecht. Meine Meinung. Aber es geht auch andersrum: also, dass eine gute Atmospäre eine schlecht Handlung entschuldigt. Das ist auch der Grund warum ich Arnie-Filme mag: weil die Atmosphäre gut ist. Deswegen mag ich auch Matrix 1 und 2 (der dritte Teil ist scheiße). Die Atmosphäre ist gut (und die action sowieso). Det zweite GitS-Film (welcher leider eine Groteske war) hatte nur zwei Szenen die mir gefallen haben: die Schießerei, bei den Yakuza und die verstörende Szene beim Hacker in seiner Villa (okay, du kennst den Film nicht, aber das betrifft, ja alle die den Film kennen). Der Rest war total grotesk und hatte ne schlechte/langweilige Atmosphäre. Am pseudophilossophischen hab ich mich nie gestört. Es war zwar vorhanden, aber gestört hat es mich nie (hörst du, Björn).
    Immerhin stimmen wir darüber überein, das Gantz scheiße ist. In jeder Hinsicht.

  12. Redd White Says:

    Ich kenne beide Filme und schlag mich ich mag auch den 2ten. Der optisch der bestausehenste Anime den ich bisher gesehen habe. Er hat aber nicht die alte Cyberpunk Optik wie der erste. (von 1995, 4jahre vor der Matrix- nur nebenbei) Ich kann schon verstehen das man ihn nicht mag wenn man Fan von Teil 1 ist aber viele die beide erst jetzt sehen mögen Teil 2 mehr.
    Die Serie war an sich nicht so schlecht aber zb die besagten Roboter wirkten fehl am Platz wie Ewoks beim Terminator.Sie sollen die Geschichte aufheitern machen sie aber nur lächerlich.

    Zurück zum Thema: MTV nervt. Ende.

  13. Aulbath Says:

    Zu meiner Schande muß ich gestehen ich bin bislang nur bis zur Hälfte der zweiten Staffel von LB vorgedrungen… weit ab von pissenden Omas und sonstwas. Und bisher ist es einfach nur sehr gut und ich mußte oft wirklich lachen.

    @alle GitS-Fans hier: Ihr findet die Tachikomas störend/nervig/Scheiße? Leute, die Dinger gehören zur Serie und sind mind. genauso wichtig wie Kusanagi, Batou und Aramaki selbst… lest mal den´(ursprünglichen) Manga (und besorgt euch die ungekürzte Fassung mit der LSD-Lesbenszenen :)). GitS ist schon immer viel mehr als Matrix-Gelaber und Politik gewesen… das bringt der erste Film nur leider nicht rüber (2. habe ich noch nich gesehen), was allein an Mamoru Oshii dem alten Langweiler liegt (der hat auch Patlabor 2&3 “verdorben”).

  14. Phil Says:

    Mann, der Text hat mir wieder ins Gedächtnis gerufen, wie toll es ist zu den Fernsehverweigerern zu gehören, wobei das Netz diese Lücke mehr als schließt. Nicht nur im Sinne von Originalversionen (Heroes) oder Stuff, den man hier kaum zu Gesicht bekommt (Daily Show).

    Es ist wie eine warme Decke, fernab von Werbeblöcken und nicht vorhandenem deutschen Humor. Ich kann jedem nur dazu raten, das deutsche Fernsehen zu verweigern. Man sieht die Glotze nach genug vergangener Zeit ohne Glotze mit vollkommen anderen Augen. Und man möchte nicht zurück.

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