The Principality of Sealand

Es gibt ja so Dinge, die gibt es einfach nicht. Nur dass es sie halt doch gibt. Das “Fürstentum Sealand” ist so ein Ding. Den Staat gibt es offiziell nicht und trotzdem war er immer wieder Ort für ungewöhnliche Vorfälle. Eine Geschichte von Piratensendern, windigen Geschäftsleuten, einem Coup d’Ètat, einer Exilregierung und einem Data Haven, die so bizarr und faszinierend ist, dass sie nur das Leben geschrieben haben kann.

Birth of a Micronation

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Roy und Joan Bates

Die meisten Staaten gehen aus einem kriegerischen Akt hervor. William the Conqueror eroberte England und legte damit den ersten Stein für das spätere Weltreich, von dem sich die USA im Unabhängigkeitskrieg 1776 lösten. Die Niederlande errangen ihre Unabhängigkeit im Krieg mit Spanien und selbst das alte Rom beginnt der Legende zufolge damit, dass Romulus seinem Bruder einen Stein über die Omme gezogen hat. In gewisser Hinsicht stimmt dies auch für die Mikronation “Sealand”, die vor der britischen Küste liegt, auch wenn ihr “Unabhängigkeitskampf” dann doch mundaner anmutet.

Sealand wurde gegründet von Paddy Roy Bates, einem Veteranen der britischen Armee, der im zweiten Weltkrieg in Afrika, Sizilien und Italien kämpfte und den Rang eines Majors erwarb. Nach dem Krieg verließ er die Welt des Militärs, gründete eine Import-Export-Firma und war Leiter einer Fischereiflotte von 30 Booten. 1965 entschloss sich Bates dazu, in ein anderes Gewerbe überzusiedeln: Er würde einen Piratensender gründen. (Nein, nicht den “Piratensender Powerplay”.)

Zu diesem Zeitpunkt hatte die altehrwürdige BBC noch das britische Radiomonopol inne. Dem Bildungsauftrag Folge leistend, war die BBC nicht die Station, die der neuartigen Musik und Mode folgte. Da allerdings Popkultur schon immer von den Massen gewünscht wurde, beschlossen Privatmänner diese Lücke zu schließen. Mit Popmusik konnte man junge Menschen ansprechen und sich nebenbei durch Werbung finanzieren. Diese Popmusik wurde von Schiffen aus gesendet, aus dem simplen Grund, dass es so möglich war sich in internationale Gewässer zurückzuziehen, falls die britische Küstenwache versuchte den Sendebetrieb zu stoppen. Der erfolgreichste Piratensender war Ronan O’Rahillys “Radio Caroline” (heute ein legaler Musiksender), der 1964 gegründet wurde um Bands von seinem eigenen Label Airtime zu verschaffen, die sie bei der BBC nie erhalten hätten.

Angestachelt von diesem Erfolg beschloss Roy Bates dem Beispiel zu folgen. 1965 bezog er Stellung in einem verlassenen Seefort aus dem zweiten Weltkrieg (dem “Fort Knock John”) und nahm von dort den Sendebetrieb für “Radio Essex” auf. Dabei beging er allerdings einen taktischen Fehler: das Fort Knock John lag innerhalb der drei Seemeilen, die noch zu einem angrenzenden Land gehörten und nicht als internationale Gewässer zählten. Bates hatte seinen illegalen Piratensender auf englischem Boden gegründet und wurde deshalb im September 1966 vom britischen Staat angeklagt. “Radio Essex” wurde gestoppt und Bates zu einer Geldstrafe von 100 Pfund verurteilt.

Bates lernte aus diesem Urteil… wenn auch nicht das, was sich die britische Regierung erhofft hatte. Bates lernte nicht etwa, dass es illegal war dem staatlichen Radiosender Konkurrenz zu machen, er lernte nur eine Karte richtig zu lesen und seinen nächsten Piratensender außerhalb der englischen Grenzen zu gründen. Die HMS Fort Rough, eine britische Hochseefestung, die im 2. Weltkrieg genutzt worden war um Nazikampfflugzeuge abzuschießen, war außerhalb der 3-Meilen-Zone von der britischen Regierung versenkt worden. Nur noch die auf ihr befindlichen Türme und eine darauf verankerte Plattform von etwa 550 Quadratmetern ragten aus dem Wasser hervor. Die ideale Position für Bates zweiten Versuch. Zusammen mit seiner Frau Joan besetzte er das Fort am 2. September 1967, fast genau ein Jahr nach dem Scheitern seines ersten Piratensenders.

Hiervon erfuhr O’Rahilly, der die HMS Fort Rough für sich beanspruchte und als mögliche Sendestation für “Radio Caroline” im Hinterkopf hatte. Er schickte Männer, die versuchten die Plattform zurückzuerobern. Es gelang den Bates jedoch deren Boot mit Brandbomben und Gewehrschüssen zu vertreiben. Da war er also, der militärische Akt, der zur Gründung einer neuen Nation führte, der “Unabhängigkeitskrieg”. Bates sah es als erwiesen an, dass die HMS Fort Rough in internationalen Gewässer lag und daher nicht zu England gehören konnte. Aus diesem Grund beschloss er die Plattform als eigene Nation “Sealand” zu deklarieren, mit ihm als Fürst, seiner Ehefrau als Fürstin und dem britischen “Common Law” als Rechtsgrundlage.

Die britische Regierung ignorierte Sealand weitestgehend, konnte diese Politik allerdings nicht fortsetzen als Bates Sohn Michael 1968 von Sealand aus auf Arbeiter der britischen Marine schoß. Die britische Regierung behauptete, dass die Arbeiter Wartungsarbeiten an einer Navigationsboje vornehmen sollten, Michael Bates erklärte, dass er den Versuch der britischen Regierung abgewehrt habe, einen unabhängigen Staat zu überfallen und annektieren. Der Fall wurde landete vor einem britischen Gericht, das befand, dass es nicht zuständig sei, da der Vorfall sich außerhalb der 3-Meilen-Zone ereignet habe. Die britischen Behörden akzeptierten dieses Urteil, erkannten Sealand aber nicht als eigenständige Nation an. Die Bates hingegen verstanden es als offizielle Legitimation der sealandischen Souveränität. Aus dieser Situation heraus entstand auch das sealandische Motto E Mare Libertas. Aus dem Meer, Freiheit. Bates begann in den folgenden Jahren damit, seinen Staat offiziell zu vertreten indem er Münzen (den “Sealand Dollar”) mit seinem Konterfei prägen, Briefmarken drucken und einige Pässe an Vertraute und Geschäftspartner ausstellen ließ.

Hatte im letzten Gerichtsverfahren Bates etwas gelernt, so lernte nun die britische Regierung. Ein anderes, außerhalb der 3-Meilen-Zone gelegenes Fort wurde gesprengt um zu verhindern, dass hier ein zweites Sealand entstand. Bates hingegen gab den eigentlichen Grund für die Inbesitznahme der HMS Fort Rough auf, es kam nie zum geplanten Revival von “Radio Essex”. Stattdessen überlegte Bates, was er nun mit der frisch gegründeten “Nation” anfangen sollte. Eine Basis für andere Piratensender, die dann Miete bezahlen sollten? Ein Steuerhafen für Internationale Firmen mit eigenen Banken und eigenem Landestreifen für Flugzeuge? Oder ein Luxushotel plus Spielkasino?

Achebachs Interregnum

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Sealands Wappen

Es war die letztere Idee, die 1975 das Interesse des deutschen Professors Alexander Gottfried Achenbach weckte. Zusammen mit mehreren niederländischen Geschäftsleuten nahm er Kontakt zu Roy Bates auf und begann mit ihm die wirtschaftlichen Möglichkeiten von Sealand auszuloten. Es war eindeutig, Achenbach hatte Visionen. Es gelang ihm das Vertrauen von Roy Bates zu erwerben, der ihn zum “Premierminister und Regierungschef” auf Lebenszeit ernannte. Achenbach arrangierte 1978 für Roy und Joan ein Geschäftstreffen in Österreich, bei dem man die weiteren Vorgehensweisen besprechen würde. Roy und Joan verließen Sealand.

Als das Treffen in Österreich platzte wurde die Fürstenfamilie misstrauisch. Man nahm Kontakt zu britischen Fischern aus der Gegend um Sealand herum auf, um zu erfahren ob auf der Plattform alles in Ordnung sei (telephonischer Kontakt war zu diesem Zeitpunkt noch unmöglich). Nichts war in Ordnung, denn wie jeder Großwesir wollte auch Achenbach Kalif werden an Stelle des Kalifen. Mit einem Trick gelang es Achenbach Michael Bates, der nicht nach Österreich gereist war, die Erlaubnis abzugewinnen, dass ein Helikopter auf Sealand landen dürfe. Sofort nach dem Aufsetzen des Helikopters stürmte die holländische Besatzung die Plattform und sperrte Michael für drei Tage ohne Essen und Wasser ein. Anschließend schafften sie ihn per Schiff nach Holland, wo sie ihn ohne Pass oder Geld aussetzten.

Nach dem “Unabhängigkeitskrieg” hatte Sealand nun seine erste eigene Revolution. Die ehrbare Fürstenfamilie hatte ihre Macht und ihren Herrschaftsanspruch an einen windigen Deutschen und ein paar holländische Abzocker verloren. Allerdings gab die exilierte Regierung so schnell nicht auf. Es gelang Michael, sich mit seinen Eltern in Southend zu treffen und einen Plan zu schmieden, wie man seine Nation zurückerobern werde. Zu diesem Zweck heuerten die Bates einen erfahrenen Helikopterpiloten und eine Handvoll Söldner an und begannen im August die Gegenrevolution. Der Helikopter nahm Kurs auf die Plattform, Michael seilte sich ab, einer oder mehrere Schüsse fielen und die Aufständischen ergaben sich. Der Staatsstreich war gescheitert.

Allerdings ließ Michael Bates die Besatzer nicht einfach gehen, er inhaftierte sie auf Sealand und erklärte sie offiziell zu Kriegsgefangenen. Damit wurde Sealand erstmals auf internationaler Ebene bekannt, denn weder die deutsche noch die niederländische Regierung konnten es akzeptieren, dass ihre Staatsbürger in einem befreundeten Land (England) als Geiseln gehalten wurden. Man wandte sich an den britischen Premier James Callaghan mit der Erwartung, dass dieser einschreite. Callaghan verwies allerdings darauf, dass Sealand nicht unter britische Jurisdiktion falle und beließ die Sache damit bewenden. Deutschland und Holland waren nun gezwungen direkt mit Roy Bates zu verhandeln. Eine für die Bundesregierung doppelt ironische Situation.

1976 hatte Alexander Achenbach einklagen wollen, dass er seine deutsche Staatsbürgerschaft aufgegeben habe, als er Staatsbürger von Sealand wurde. Das Verwaltungsgericht Köln allerdings stellte fest, dass es keinen unabhängigen Staat Sealand gebe und Achenbach darum auch kein Bürger dieses Staates sein könne. Nun, zwei Jahre später, verhandelte Deutschland mit einem Staat den es offiziell gar nicht akzeptierte… und zwar über die Herausgabe eines Staatsbürgers, der sich nicht mehr als Deutscher verstand. Während Bates die Holländer schnell frei ließ, immerhin war der “Krieg” gewonnen und nach der Genfer Konvention musste er die ausländischen Gefangenen entlassen, lag die Sache im Fall Achenbach anders. Der Mann, der sein Vertrauen so schändlich missbraucht hatte, besaß immerhin einen sealandischen Pass. Also beschloss Bates ihn nach sealandischem Recht zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe wegen Hochverrats zu verurteilen.

Die militärische Befreiung Achenbachs war unmöglich. Obwohl Großbritannien behauptete, keinen Einfluss auf Sealand zu haben, lag die Plattform inzwischen sehr wohl in britischen Gewässern (1968 war die 3-Meilen-Zone zu einer 12-Meilen-Zone erweitert worden). Zudem ist die HMS Fort Rough bis heute Eigentum der britischen Regierung. Ein Angriff wäre also ein Angriff auf britisches Eigentum in britischen Gewässern gewesen, keine Option für Länder die in der NATO zusammenarbeiteten. Stattdessen schickte Deutschland einen Diplomaten nach Sealand, dem es nach mehreren Wochen gelang, Achenbachs Freilassung auszuhandeln. Obwohl Bates diese Verhandlungen als Beweis ansieht, dass Deutschland seine Regierung offiziell anerkannt habe, verwehrt sich die deutsche Regierung dieser Interpretation. Die Achenbach-Krise sollte allerdings auch nach dessen Rückkehr in die Bundesrepublik weitergehen.

Pässe, Killer, Exilanten

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“Reichsflugscheibe”… *hust, hust*

Während die Geschichte rund um die Bates bei aller Verrücktheit und aller offensichtlichen Hybris durchaus romantisch und abenteuerlich anmutet, hat die Sealand-Vision des guten Professors Achenbach eine unschönere und bedrohlichere Seite. Kaum dass er nach Deutschland zurückgekehrt war, gründete er die sealandische Exilregierung, die Roy Bates als unrechtmäßigen Usurpator von Sealand ansieht und die alleinige Regierungsgewalt über den Pseudostaat für sich beansprucht. Achenbach stand bis 1989 als “Chairman of the Privy Council” an der Spitze dieser Bewegung, ehe er aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat. An seiner Stelle übernahmen Johannes W.F. Seiger und Dr. A. Oomen die Leitung dieses obskuren Vereins. Seiger machte es wieder jeder gute Gegenkaiser und stellte seinen Herrschaftsanspruch damit unter Beweis, dass er Münzen mit seinem Konterfei prägen ließ.

In vielerlei Hinsicht ist Roy Bates die Verkörperung des Abenteuerkapitalisten schlechthin. Sealand ist nicht mit dem Gedanken gegründet worden, ein besseres oder gerechteres Staatssystem zu erschaffen. Seland wurde gegründet um möglichst schnell möglichst viel Geld zu machen. Das “wie” ist dabei zweitrangig. Bis heute hatte Bates damit keinen Erfolg, man hat für Rechtsstreitigkeiten und Wartungsarbeiten mehr ausgegeben als Sealand je abgeworfen hat, aber im Kern bleibt bestehen, dass Bates’ Sealand ein wirtschaftliches, kein politisches oder ideologisches Konstrukt ist. Bei Achenbach stehen die Dinge anders.

Die Exilregierung hat eine eigene Website (zu der ich - Disclaimer hin oder her - aus Prinzip nicht linken werde), auf der sie nochmal ihren eigenen Anspruch auf Sealand deutlich macht. Sealand selber ist aber nur ein kleiner Teil dieser Website und wird mit anderen Themen verknüpft, die bizarrer sind als der Pseudostaat, aber leider nicht in einer amüsanten Art und Weise. So verkauft man hier etwa einen “Sealand-Generator”, der “nach dem Implosionsprinzip mittels elektromagnetisch angeregter Äther-Resonanz-Schwingungen” so richtig fein was aus Motoren rauskitzeln kann. Was einfach nach schlichtem, technomystischem Blabla klingt, bekommt einen richtig faden Beigeschmack sobald man liest, dass dieses Ding auf der Grundlage der Vril-Energien basiert.

“Vril” ist das Schlagwort in den Schriften des rechten Ufologen Jan van Helsing (alias Jan Udo Holey), der darin Verbindungen zwischen der nationalsozialistischen Thule-Gruppe und arkanen Naturenergien herstellt und nebenbei noch jede noch so abstruse Verschwörungstheorie einbauen kann: Naziufos vom Aldebaraan, die Hohlerde, die Protokolle der Weisen von Zion, die Illuminaten und die Bilderberg-Gruppe, die heimlich die Welt leiten und natürlich von der jüdischen Weltverschwörung kontrolliert werden. Dazu passt dann auch, dass auf der Exilregierungsseite ein Protokoll mit dem Titel “Die geheimen Hintergrundkonzeptionen der Weltpolitik - Durch die Inszenierung einer ultimativen Krise mit Hilfe der Uno zur Weltherrschaft!” angeboten wird. Man kann ja mal vermuten welche Religionsgruppe hier die Weltherrschaft anstrebt. Kleiner Hinweis: es ist nicht die Church of SubGenius.

Abgesehen davon ist man damit beschäftigt “Originalphotos” von Hitlers Reichsflugscheiben zu veröffentlichen, das Bernsteinzimmer auszugraben - von dem man genau weiß, wo es sich befindet - und blitzkriegsauberen Geschichtsrevisionismus zu betreiben, indem man DVDs verkauft auf denen Fernsehberichte über Sealand vermischt werden mit “Dokumentationen” über Neuschwabenland und über Himmlers “Friedensmission” nach England, die der Kriegstreiber Churchill sabotiert habe. Schon klar.

Aber immerhin haben es Achenbach, Seiger und Oomen geschafft, dass ihr Exil-Sealand von einem anderen Staat anerkannt wird. Im Gegenzug hat man den anerkennenden Staat dann auch anerkannt, das ist so ein bisschen wie mit den Linkexchanges in der Blogosphäre. Die Anerkennung können auch beide Seiten gebrauchen, denn der anerkennende Staat hat einen ähnlichen Legitimationsanspruch wie Exil-Sealand, was aber für Steiger keinen Grund darstellte, am 31. Dezember 1998 keinen “Freundschafts- und Konsularvertrag” mit der in den USA ansässigen “Komissarischen Regierung des Deutschen Reichs” zu schließen. Der Name dieser “Nation” ist ein weiterer Beleg dafür aus welcher Richtung der Wind auf der Seite der Exilregierung bläst… und wer sich noch nicht ganz sicher ist, dem empfehle ich dieses FAQ zur “KRR”.

In den 1990er Jahren tauchten zudem rund um die Welt sealandische Pässe auf, die die Bates nie ausgegeben hatten und die mit internationalem Verbrechen in Verbindung gebracht wurden, insbesondere mit Waffenschmuggel, Drogenhandel und Geldwäsche im großen Stil. Wirklich bekannt wurden die sealandischen Pässe allerdings erst, als auf dem Hausboot auf dem Andrew Cunanan, der Mörder von Gianni Versace, starb, ein weiterer sealandischer Pass und sealandische Diplomatennummernschilder gefunden wurden. Bates war erstaunt, hatte er doch in den 30 Jahren, seit der Gründung Sealands maximal 300 Pässe ausgegeben. Trotzdem tauchten diese Pässe im großen Stil auf, über 4.000 allein auf dem Schwarzmarkt in Hong Kong.

Im März 1998 wurde die spanische Guardia Civil auf “Sealand” aufmerksam, nachdem ein inhaftierter Nachtclubbesitzer sich als Konsul von Sealand ausgab. Es begannen Razzien in Druckereien und Geschäften, die sealandische Pässe druckten und Nummernschilder herstellten. Dabei fand man Verbindungen zu marokkanischen Haschischschmugglern, russischen Waffenhändlern und irakischen und russischen Gruppierungen, für die man Milliardensummen waschen sollte. Obwohl keiner der Bates mit diesen Ereignissen in Verbindung gebracht wurde sah sich die “offizielle” Regierung Sealands gezwungen alle bisher von ihr ausgestellten Pässe einzuziehen und von jetzt an alle sealandischen Pässe als Fälschungen zu betrachten. Sowohl Michael Bates, als auch die spanische Polizei bringen die Exilregierung in Verbindung mit den Passfälschern, was diese allerdings bis heute abstreitet.

This could be haven for everyone

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Sealand

Während sich die Exilregierung also durchaus auffällig verhielt, wurde es um Sealand selber still. Es blieb weiterhin unklar, in welche Richtung sich die Mikronation entwickeln solle. Laut Roy Bates baten ihm Argentinier während des Falklandkrieges Geld an, wenn sie auf seiner Plattform - also direkt vor der britischen Küste - Truppen stationieren dürften. Ein Angebot das er, wie er selbst behauptet, natürlich abgelehnt habe. 1984 entschied ein Gericht, dass er für die Zeit, die er auf Sealand verbringe, keine Gesundheitsversicherungsbeiträge zahlen müsse. 1990 wurden von Michael Bates erneut Warnschüsse auf ein britisches Schiff, die “Golden Eye”, abgefeuert, das sich zu nah an Sealand herangewagt hatte. Die Seemänner legten Beschwerde ein, die Presse nahm die Story auf, die britische Regierung beschloss das Problem zu ignorieren. Im selben Jahr wurde zudem der Status von Sealand endgültig geklärt, als die UN das internationale Seerecht änderte. Da die HMS Fort Rough keine “künstliche Insel”, sondern ein “gesunkenes Schiff” ist, kann sie offiziell nicht in Besitz genommen werden. Wichtig ist nur, wem der Boden unter dem Wrack gehört. Und mit der Ausweitung der 3-Meilen-Zone auf 12 Meilen ist der Boden eindeutig Krongut. Obwohl damit juristisch geklärt war, dass Sealand als Nation nicht existierte, entschied sich die britische Regierung dazu, die ganze Angelegenheit einfach weiterhin zu ignorieren.

Michael Bates hingegen akzeptierte dies nicht und arbeitete daran, dass Sealand endlich Gewinn abwerfen würde, nachdem die Instandhaltung von Sealand bisher mehr gekostet hatte, als dass ganze Unternehmen einbrachte. Er entwarf und ratifizierte einen Verfassung und richtete ein Büro für Inneres, ein Büro für Äußeres und ein Büro für Telekommunikation und Postwesen ein (eher ironisch, wenn man bedenkt, dass die Post nach Sealand immer noch in einem Postfach in Felixtowe nahe Ipswich gelagert wird). Damit war der Rahmen für Sealands ambitioniertestes Projekt gegeben: Sealand würde der Welt größter Datahaven werden.

In gewisser Hinsicht schloss sich damit der Kreis, der mit Roy Bates Plänen für einen Piratensender begonnen hatte. Wieder ging es darum freie Kommunikation zu ermöglichen, wieder ging es darum der Regierung ein Schnippchen zu schlagen und wieder ging es darum, dabei möglichst viel Geld zu machen. In dem Jahr, in dem sein Vater sich aus Altersgründen aufs Festland zurückzog, trat Michael Bates endgültig in seine Fußstapfen. Das Internet ist ein digitaler Raum, ohne Grenzen, ohne Ethnien und Religion. Reine Anarchie und ungebremste Datenflut. Aber eben mit den Nachteil, dass dieser digitale Raum (der “meta space”) sehr wohl in unserer physischen Welt (dem “meat space”, wie Neal Stephenson das nennt) verankert sein muss. Die Daten müssen auf Servern gespeichert werden und die stehen an realen Orten in realen Ländern und unterliegen der dortigen Jurisdiktion. Und manchmal beugt sich der Serverbetreiber sogar vorauseilend einer ausländischen Rechtsinstanz (wie im Falle FBI gegen Indymedia Schweiz vom letzten November).

Michael Bates These war es nun, dass Sealand der ideale Ort für einen Datahaven sei, der so etwas verhindern könne. Sealand ist kein Mitglied der EU, kein Mitglied der UNO, kein Mitglied der WTO, es gäbe keine Nation und keine Organisation, die Sealand zur Herausgabe von Servern zwingen könne. Zudem würden sich für die Kunden viele rechtliche Probleme (Betrugsverdacht, Steuerrech) in Sealand gar nicht erst stellen. Mit dieser Vision überzeugte Michael Bates den 21 Jahre alten Ryan Lackey. Abgebrochenes Studium am MIT. Verschlüsselungsexperte. Das war im Frühjahr 1999, zu einem Zeitpunkt als die erste Dotcom-Blase noch nicht geplatzt war.

Männer wie Lackey waren Helden. Wagemutige Abenteurer im Cyberspace, dem gepriesenen Ort, an dem jeder reich werden kann, auch ohne Geschäftserfahrung und abgeschlossenes Studium. Der amerikanische Unternehmergeist in Reinform und all dieser Rotz. Aber es war eben auch die Zeit, in der Männer wie Kim Schmitz in der Lage waren aus Nichts Katzengold zu machen. Und die Vision des Datahavens Sealands klang verlockend. Die internationale Presse wurde aufmerksam, das Fernsehen, “Wired” brachte eine Coverstory in der Lackey von den großen Plänen für Sealand erzählte:

Helikopter und Speedboote. Sechs Techniker, die sich konstant um die Wartung der Serverracks kümmern und feindliche Crackerattacken abwehren. Die Serverräume, gefüllt mit purem Stickstoff um Feuer und Rost vorzubeugen, so dass man die Wartungsarbeiten nur mit Schutzanzügen ausführen kann. Und die Sicherheitskräfte: bis an die Zähne bewaffnete Kommandos, bereit jeden zum jüngsten Gericht zu ballern, der Sealand zu nahe kommt. Kaliber .50-MGs, 12 Gauge-Shotguns und vollautomatische Kaliber 5.56-Gewehre. Come hell or high water, let’s get medieval on their asses. Sogar die “Grenzen” wurden dicht gemacht. Aus Angst vor Saboteuren entschloss sich Michael Bates keine Besuchervisa mehr auszustellen.

Ja, die Hoffnungen waren groß gegen Ende des letzten Jahrtausends und so wurde im August 2000 HavenCo Ltd. ins Leben gerufen. HavenCo würde die Freiheiten garantieren, die außerhalb von Sealand nicht geboten werden konnten. Natürlich galt das nicht für alles: Kinderpornographie, Massenspamming und bösartigen Hackern würden die Tore zu Sealand verschlossen bleiben, aber sonst würde man alles erlauben. Pyramidenspiele? Online-Glücksspiele? Pornographie für restriktive islamische Theokratien? Warum nicht. Als Nichtmitglied der WTO sah man auch Copyright-Argumente als nicht weiter relevant an, Sealand würde der ideale Ort sein um Filme, MP3s und ähnliches zu verbreiten. Bis 2005, so Ryan Lackey, würde man stinkreich oder vollkommen pleite sein.

Es sah nach stinkreich aus, mit 6 Anfangskunden, darunter die tibetanische Exilregierung, die immer wieder mit der chinesischen Zensur zu kämpfen hatte. Aber die Zukunft 2005 ist heute Gegenwart und Lackeys Prognose erwies sich als falsch. Weder ist er stinkreich, noch ging HavenCo bankrott, aber wie alle großen Pläne der Bates’ endete auch HavenCo als Desaster.

Das Problem an der Sache war, dass Michael Bates seiner Vision offenbar nicht traute. Sicher, die britische Regierung hatte nie versucht Sealand zu räumen, aber das dürfte andere Gründe haben, als die Anerkennung der Mikronation. Sealand ist eine “Lose - Lose”-Situation. Dass die Bates’ bereit sind “ihren” Besitz mit Waffengewalt zu verteidigen, haben sie mehrfach unter Beweis gestellt. Sind es diese 550 Quadratmeter wert eventuell das Leben eines englischen Polizisten oder Soldaten zu riskieren? Was ist, wenn man die künstliche Insel stürmt? Unabhängigkeit wird in England groß geschrieben, gerade hier wehrt man sich gegen die Zentralverwaltung aus Brüssel und ihre Gesetze. Leben die Bates nicht nur ein britisches Ideal in Reinform aus? Die Tabloids, die “Sun” und der “Daily Mirror”, würden es sicher so sehen und sich auf die Geschichte stürzen, die alles bietet, was im UK eine gute Story ausmacht: Eigensinn, Wahnsinn, Unternehmergeist und einen bösen Deutschen mit rechten Anwandlungen. Wenn also die Insel gewaltsam genommen und einer der Bates’ verletzt würde, dann würde dass böse Flak von der Presse geben. Also ignoriert man Sealand einfach.

Mit der Gründung von HavenCo sah das anders aus. Die englische Regierung betonte nochmals, dass alle Server auf Sealand auf englischem Boden stünden und englischen Gesetzen unterlägen. Auch die USA untermauerten diesen Anspruch und erklärten, dass britische Einsatzkräfte handeln würden, wenn auf Sealand gültiges, amerikanisches Recht verletzet werden würde. Und all das gewann eine viel größere Brisanz nach dem 11. September 2001. Sealand als Operationsbasis islamischer Terroristen? Das würde man nicht zulassen. Und das machte Michael Bates und einige Kunden von HavenCo nervös. Die Kunden fühlten sich belogen, weil ihnen Sealand als unabhängiger Staat vorgegaukelt worden war und kündigten ihre Verträge. Michael Bates hingegen musste fürchten, dass HavenCo das Ende der Vision Sealand bedeuten könnte.

In einem Interview mit der BBC betonte Michael Bates, dass man natürlich mit den britischen Behörden zusammenarbeiten würde, wenn Anfragen kämen, und dass man auch Daten und Server herausgeben würde, wenn dies nötig sei. Das war der Moment, in dem für Ryan Lackey die Zusammenarbeit mit Bates endete. Wenn man die Daten ohne weiteres herausgab, wie konnte man dann Sealand allen Ernstes als Datahaven verkaufen? HavenCo und Ryan Lackey trennten sich im Streit und in einer Rede auf der Crypto/Hacker-Konferenz DefCon 11 sprach Lackey über “Sealand - What Really Happened”.

Auf Grund von Zulieferschwierigkeiten operierte HavenCo bis in den Winter 2000 nur über einen Satelliten-UpLink der einen jämmerlichen Datentransfer von gerade mal 128Kb/s zuließ. Die Kunden wurden hiervon nicht informiert. Stattdessen nutzte man die Zeit um möglichst viele Pressetermine wahrzunehmen. Bei den Presseterminen musste man exzessiven Spin einsetzen um die Firma solide erscheinen zu lassen. Man erwähnte weitere Server im anderen Turm von Sealand, die in Wirklichkeit nicht mehr als ein paar alte 386er waren. Geldmangel verhinderte derweil, dass nötige Sicherheitsysteme erworben wurden, die Lackey für unabdingbar hielt um einen wirklich geschützten Datahaven zu garantieren.

Im Sommer 2000 verließen bereits drei Mitbegründer HavenCo, Prinz Michael kümmerte sich vornehmlich um seine Fischereigeschäfte und Lackey war oft der einzige Mitarbeiter, der auf Sealand selber stationiert war. Da man an Personal und Technologie sparte und im Jahr 2001 trotzdem zehn Kunden hatte, begann Sealand Profit abzuwerfen. Dann kam der 11. September. Ein Berater erwähnte gegenüber Michael Bates, dass die unregulierte Verbreitung von Daten das entgültige Aus für Sealands Traum von einer internationalen Anerkennung als staatliche Entität bedeuten könne. Michael begann, wie oben beschrieben, auf Schmusekurs mit der britischen Regierung zu gehen. Ein unerträglicher Zustand für einen Cryptogläubigen wie Lackey. Aus diesem Grund begann er damit, Kunden zu raten ihre Ziele und Geschäfte nicht offenzulegen, um so zu verhindern, dass Bates regulierend eingriff.

Erste Kunden begannen aus diesen Gründen abzuspringen, die finanzielle Situation von HavenCo geriet ins Wanken. Das Sparen an Sicherheitssoft- und -hardware erwies sich als Schuß ins eigene Bein. Mehreren DoS-Attacken gelang es, die Server von HavenCo lahmzulegen. Die Datentransferrate blieb niedrig. 2002 traf sich Lackey mit Alex Tan von Film88.com, der plante von Sealand aus einen Filmverleih via Datastream-Technologie aufzubauen. Da Tan allerdings in den USA Probleme mit der MPAA hatte, lehnte Michael Bates dieses Angebot ab. Er fürchtete negative PR und eine mögliche Klage. Im November forderte Michaels Berater, dass die Abrechnungsbescheide für Kunden nicht auf Sealand, sondern in England bearbeitet werden sollten. Ein weiterer Abbau der angedachten “Unabhängigkeit” und “Unantastbarkeit” von HavenCo. Als die Bates’ betonten, dass sie HavenCo komplett übernehmen wollten, akzeptierte Lackey dankend. Die Schulden, die er beim Versuch den Datahaven zu errichten gemacht hatte, würden ihm ersetzt und er würde Aktieneigner bleiben. Lackey betont, dass er die 220.000 US-Dollar die ihm Sealand schulde, bis heute nicht erhalten habe.

HavenCo existiert weiterhin, allerdings gibt es kaum noch Presseberichte, über den Zustand des Unternehmens ist nichts bekannt und die Idee eines wirklich freien Datahavens ist in der Post-9/11-Welt gestorben. Essentiell ist HavenCo Ltd. nichts anderes als ein normaler Provider, der technisch schwachbrüstig ist und der seine Serverracks an einem bizarren Ort stehen hat.

Wie mit allen Unternehmungen, die Roy, Joan und Michael Bates in Angriff nahmen, erwies sich HavenCo als eine romantische Phantasie, die den Kontakt mit der Realität nicht überlebte. Aber trotz allem ist es schön zu wissen, dass solche romantischen Phantasien, wenn auch angetrieben von rein materiellen Interessen, in der Realität bestand haben. Brandbomben und Schrotflinten, Putschisten und Exilregierungen, Nazi-Mystik und organisierte Kriminalität, der Traum vom unkontrollierten Internet und die Realität der Wirtschafts- und Staatsinteressen… das ist der faszinierende Stoff aus dem eigentlich unzählige Bücher und Filme gestrickt sein sollten, aber trotzdem ist Sealand weiterhin primär im Internet bekannt und die “ganze” Geschichte muss man sich mühsam aus Artikeln und Pressemeldungen zusammenklamüsern. Aber trotzdem beweist Sealand eines mit unumstößlicher Sicherheit: in seinen besten Momenten ist das Leben seltsamer als jede Fiktion.

Weiterführende Literatur

*Offizielle Website von Sealand
*Offizielle Website von HavenCo
*Ryan Lackeys Homepage
*Photoreportage über Sealand
*Andere Photoreportage über Sealand
*Informationsseite über Sealand
*Artikel über die gefälschten Sealand-Pässe.
*Artikel über Sealands “Exil”-Regierung
*“Wired”-Coverstory über HavenCo
*Bericht über Lackeys Ausstieg bei HavenCo
*HaveCo - What Really Happened [.pdf]
*Rechtsextreme Esoterik, Vril und Nazi-UFOs

9 Responses to “The Principality of Sealand”

  1. Hezekiel Says:

    Wow, die Geschichte hat ja alles, was man braucht (Du hast es ja nochmal ganz gut zusammengefaßt).
    Irgendwie ist es schon interessant, daß ich davon so etwa garnichts mitbekommen habe und die Sache erst ein paar Jahre her ist. Frage mich nur wieso. Das ist Abenteuer pur und Teil der Gegenwart. “Cryptonomicon” ist offensichtlich nicht völlig aus der Luft gegriffen (und auf jeden Fall empfehlenswert.
    Hoffen wir dann mal auf “New Sealand”.

  2. Anonymous Says:

    Hallo hier spricht Edgar Wallace,
    wird Zeit dieses gute Drehbuch zu verfilmen !

  3. Anonymous Says:

    Erstklassig recherchierter Bericht. Als Interessierter mit Hintergrundinformationen über den “Prime Minister im Exil”, der gewohnheitsmäßig verbrannte Erde hinterläßt, empfehle ich als Ergänzung den Bericht über Johannes F.W. Seiger auf BrandEinsOnline unter http://www.brandeins.net/home/inhalt_detail.asp?id=728&MenuID=130&MagID=25&sid=su80130118782568123 .

  4. Björn Says:

    Danke für den Link. Habe ich direkt in die Literaturliste aufgenommen.

  5. BuBu Says:

    ein klasse bericht!
    ich habe herzhaft gelacht…
    wie kommt man nur auf solche ideen…

  6. call_me_berti Says:

    Erst durch den Territorial Sea Act mit Wirkung zum 1. Oktober 1987 wurden die Hoheitsgewässer Großbritanniens auf 12 Meilen erweitert, und nicht 1968, wie oben fälschlich geschrieben wird (!). Im Jahr 1978, nach dem Putsch durch Achenbach lag die Station also tatsächlich noch in internationalen Gewässern und nicht bereits in britischem Hoheitsgebiet.

  7. www blog :: [wilfrieds web window] » Blog Archive » Sealand Says:

    [...] Links zum Thema und weitere Fotos findet Ihr hier: The Principality of Sealand Sealand bei Wikipedia Neuer Fürst gesucht [...]

  8. ted kammerer Says:

    kein geringerer als der “völkerrechtspapst” dr.dr.dr. walter leisler, o.ö.universitatsprofessor der rechte, ordinarius für staats-verwaltungs-und völkerrecht (Uni erlangen-nürnberg) hat mit gutachten vom 5.2.1975 fesgestellt, dass:” sealand als ein souveräner staat im sinne des völkerrechts anzusehen ist.”
    Die spätere erweiterung der hohheitsgewässer englands haben auf die unabhängigkeit sealands keinerlei einfluss.

  9. Schon wieder ‘ne Fahne « Says:

    [...] The Principality of Sealand [...]

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