Humorkritik: Schmidt & Pocher
Schmidt also mal wieder. Oder vielleicht eher: Immer noch.
Die Vorgeschichte zu Schmidt & Pocher ist ja gemeinhin bekannt. Die Harald Schmidt Show auf Sat.1 startete tief in den finsteren Neunzigern als lauer David-Letterman-Klon, dem eine extrem kurze Lebensdauer bescheinigt wurde. Die Presse nahm die Show brutal auseinander. Aber Schmidt blieb dran. Polenwitze, ein unsichtbarer Co-Host, Bimmel & Bommel, die dicken Kinder von Landau, die Weisheiten des Konfuzius, Nazipanse, der Liebling des Monats, Dr. Udo Brömme, Manuel Andrack, Reifen an der Luxuskarre von Helmut Zerlett umstecken… irgendwie schaffte es Die Harald Schmidt Show doch noch zum Liebling des Feuilleton zu mutieren und auch bei kritischen Fernsehzuschauern zum Pflichtprogramm zu werden. Warum auch nicht, in seiner besten Phase war Schmidt in seiner eigenen Show grandios. Allerdings überschritt er schon bei Sat.1 den Scheitelpunkt: Begann mit dem Format zu experimentieren, ließ erfolgreiche Konzepte (die Einspielfilme, etwa) aus der Sendung werfen und begann gelangweilt oder desinteressiert zu wirken. Trotzdem blieb man der Sendung gewogen: Das wächst sich raus. Das ist nur eine Phase. Die hat jeder Mal.
Als dann 2003 TV-Fallensteller Roger Schawinski von Haim Saban zum neuen Sat.1-Statthalter berufen wurde, nutzte Harald Schmidt die Gelegenheit um dem Neuen einen Stock zwischen die Beine zu werfen und seinen eigenen Rücktritt zu erklären. Das Heulen und Zähneklappern - auch wenn der ein oder andere einwarf, dass Schmidt in letzter Zeit eh nicht mehr so grandios war - der deutschen Fernsehzuschauer und Feuilletonisten war weithin zu vernehmen. Für Anke Engelke, von Schawinski als Schmidt-Nachfolgerin designiert, erwiesen sich Schmidts Clowns- als Bleischuhe. Im Haifischgewässer der blutlustigen Presse ging sie unter.
Ein Jahr später, am 23. Dezember 2004, war Schmidt wieder auf Sendung: Nicht mehr bei den Privaten, sondern zurück im Schoß seiner Alma Mater der ARD. Damals noch mit Zottelbart, aber auch mit den guten Hoffnungen der Zuschauer. Save us, Harald. Ein Jahr Kreativpause hatte ausgereicht um das Gefühl zu haben, dass nicht nur ein Fernsehentertainer zurückkehrt, sondern der Messias. Am Ende war es dann eher Yeats “second coming” als das aus der Bibel. Die Erwartungshaltung wurde nicht erfüllt. Die Sendung wurde kritisch kommentiert, wenn auch teilweise auf abstruse Art und Weise. Henryk M. Broder fabulierte etwa, dass Schmidt hier versucht habe “der deutsche Jon Stewart” zu sein. Fast.
Anyway: Die zweiten Flitterwochen waren von kurzer Dauer. Schmidt rasierte sich den Bart ab, blieb aber ansonsten weiterhin gezielt unlustig. Harald Schmidt selbst wirkte von Sendung zu Sendung gelangweilter. So als habe er es als Lichtgestalt des deutschen Fernsehens nicht mehr nötig sich reinzuhängen. Zwei Mal dreißig Minuten die Woche (so denn mal beide Shows ausgestrahlt wurden; oft kamen ja Fußball, der Scheibenwischer oder ein in China umfallender Sack Reis dazwischen) schienen zu viel um sie zu füllen, also saß Schmidt einfach nur seine Zeit ab. Spulte gelangweilt sein Programm runter und starrte ansonsten Löcher in die Luft.
Was alles ein kleineres Problem wäre, täte er das bei Sat.1. In der ARD aber werden die geschätzten sieben Millionen die Schmidts Show das Erste pro Jahr kostet, direkt an den Gebührenzahler weitergetragen. Jene Gebührenzahler die Schmidt in Scharen davon liefen. Die meisten Privatsender hätten ob der neuen Situation sicher die Notbremse gezogen: Teure Show, kaum Zuschauer und ein Schmidt der nicht mehr als Aushängeschild taugt. Die ARD entschloss sich dagegen nochmal aufs Gas zu treten und gestand Schmidt eine Rejuvenation zu. Damit er nicht so gelangweilt wirkt, kickte man das Faktotum Manuel Andrack und gestand ihm einen neuen Spielkameraden zu: Oliver Pocher.
Pocher wird von Schmidt schon seit langem hofiert und (für mich unverständlicherweise) als das kommende Talent des deutschen Fernsehens angesehen. Schmidt sieht in Pocher sogar seinen Thronfolger. Die Presse implodierte ob der Nachricht, dass der Feingeist Schmidt (der ja nicht selten selbst gern mal ein wenig zotig wurde) sich mit Rüpelcomedian Pocher zusammen tat, so als sei Fernsehpolen schon verloren. Andere hofften derweil, dass dieses neue Konzept Schmidt zur alten Frische zurückverhelfen würde. Ich selbst zeigte mich skeptisch, erklärte aber meine Bereitschaft der neuen Show eine Chance zu geben. Nun, hier ist sie.
Nicht wie bei einigen anderen in der Blogosphäre als Live-Blog, sondern ReLive. Weil ich Schmidt & Pocher erst nach Mitternacht im NDR sehen konnte, da vorher die zweite Folge von Toni Kroos Superstar auf dem anderen öffentlich-rechtlichen Sender gesehen werden wollte und sich mit Schmidts Sendung überschnitt. Im Retrospex, und so weit greife ich vor, war das Drama in Belgrader Hexenkessel um einiges unterhaltsamer als das, was da aus Köln kam. Wobei die schönsten Mediendramen aus Köln ja ohnehin nicht aus irgendwelchen Studios kommen, sondern aus dem Müngersdorfer Stadion. (Und ja: mir ist egal nach welchem Sponsor das jetzt benannt wurde… die bet-at-home.com Arena ist eh das be all und end all der Stadionnamen.)
Anyway: Im NDR hatte Schmidt zumindest keine großen Hürden zu überwinden. Vor seiner Show wurde da eine Wiederholung des Scheibenwischers ausgestrahlt, der wohl auch das letzte Mal relevant und lustig genannt wurde, als Helmut Schmidt noch Bundeskanzler und Franz Josef Strauß noch am Leben war. Inzwischen ist der Scheibenwischer zu einer Show geworden, die auch noch voll Stolz zeigt wieviele Politiker im Publikum sitzen und sich köstlich über die zahnlosen Späßchen amüsieren, die die Hofnarren da auf der Bühne aufführen. Haha, Mathias Richling verkleidet sich mal wieder als Ulla Schmidt. Köstlich. Ein Dauerbrenner. Solange er nur niemandem weh tut.
Der Scheibenwischer ist ein Musterbeispiel dafür, wie eine Show weit nach Ende ihrer Lebenszeit noch als Zombie gehalten werden kann, nur weil der Name für eine glorreiche Vergangenheit steht. Der Scheibenwischer ist für das öffentlich-rechtliche Fernsehen das, was Bob Woodward für die Washington Post ist. Als Zuschauer hofft man, dass die Show auf ihrer eigenen Schleimspur ausrutschen und sich das Genick brechen möge. Bei genauerer Überlegung: Eine perfekte Hinleitung zu Schmidts Sendung.
Die mit dem Spruch “die Nachfolger von Frank Plasberg” und einem Harald Schmidt im ungewohnt weiß-grauen Anzug beginnt, während Pocher nirgendwo zu sehen ist. Und Schmidt selbst beginnt so, wie er bisher jede seiner ARD-Schauen begonnen hat: Mit müdem Stand Up. Die Sommerpause hätte für genug Material sorgen sollen, stattdessen ein paar laue Späßchen über Atomstrom aus dem Iran, Bundeskanzler Günther Jauch, den russischen Botschafter in Hannover (Gerhard Schröder) und den Passat 911.
Ohnehin: Ein VW-Nuttenwitz? Kommt der nicht ein paar Jahre zu spät? Auch das Publikum gluckst eher pflichtschuldig als tatsächlich amüsiert. Und dann beweist Schmidt, dass er noch immer überraschen kann: “Sind Betroffene vom Bahnstreik heute hier?”, fragt er. “Nein? Niemand?” Aha, denke ich mir, jetzt kommt ein verschmitztes: “Natürlich. Wie sollten Sie auch?” Stattdessen entscheidet Schmidt die Steilvorlage zu ignorieren und das Thema mit einem “Das ist schön”, aufzugeben. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.
Nach sieben Minuten quälender Stand-Up-Comedy, bei der man glaubt dass sich das Sendekonzept gar nicht geändert habe, darf endlich Oli Pocher auf die Bühne. Als Schattenriß taucht er auf, tänzelt dann durch eine Pappmacheéwand und präsentiert eine Jacko-Parodie. Sowas wird auch nie alt. Das hat schon funktioniert als Otto die Nummer in Otto - Der Außerfriesische präsentiert hat und wie guter Wein wird sie nicht älter, sondern irgendwann bitter wie Essig. Zumindest eine positive Überraschung gibt es: Oliver Pocher stellt Helmut fuckin’ Zerlett und Band vor.
Man setzt sich zusammen an den neuen Schreibtisch, der länger und gebogener ist. Die Rangfolge wird auch hier deutlich, zumindest wenn ich die mediale Bildsprache richtig deute. Schmidt sitzt direkt vor der Hauptkamera, Pocher sitzt rechts von ihm, leicht seitlich zur Kamera. Pocher ist also quasi die Ulrike von der Groeben zu Schmidts Peter Kloeppel, die Gundula Gause zu Schmidts Claus Kleber. Nach ein wenig Geplausche wird deutlich, dass Pocher eines noch nicht abgestellt hat: Der Jungspund ist sein bester Kunde, sein eigener größter Fan. Bei jedem Satz muss er mit sich kämpfen um erst nach einem und nicht schon Mitten im Satz anzufangen zu lachen.
Wir bekommen dann den ersten Einspieler präsentiert. Nutzen wir die Gelegenheit die Einspieler des Abends in ihrer Gesamtheit abzuarbeiten: Exakt so lau wie in der letzten Staffel. Drei Mal bekommen wir Nachrichten von Kurt Beck, der jetzt mit Ivon Catterfeld zusammen ist, sich von Münte trennt da aus Freundschaft Liebe zu werden drohte und der sich eine Erdbeere auf den Knöchel tätowieren ließ. Drei Mal laufen die Einspieler ins Leere. Ein Einspieler für die “Bahn Strike Card” ist zwar tagesaktuell, würde in der Form aber eher als Wegwerfgag bei den Freitag Nacht News oder Switch passen. Und wäre da wahrscheinlich noch liebevoller produziert worden.
Der längere Einspieler mit Schmidt und Pocher als Promipilger - getragen von der Bild-Text-Schere “Acker in NRW/Jakobsweg” - könnte amüsant sein, leidet aber unter seiner Länge und darunter, dass ich das Original nicht kenne. Den Einschaltquoten zufolge dürften eh nur Schmidt und die Verwandten der Promipilgerer das große ProSieben-Spektakel gesehen haben. Viel später am Abend wird noch ein letzter Einspieler kommen in dem Schmidt, Pocher und Eckart von Hirschhausen erklären, wie das so läuft im Krankenhaus: “Eileiter oder Klinikleiter… alle wollen dahin, aber nur einer schafft’s.” Das hat etwas von den Einspielfilmen aus alten Schmidteinander-Tagen, versandet im großen Gefüge der Sendung aber auch.
Zurück zur Show außerhalb der MAZen: Da hat sich eines nicht geändert. Sowas wie Fluß oder logischen Aufbau bietet Schmidt & Pocher nie. Man wählt noch immer die Methode Schrotflinte: Möglichst viel Material, mit möglichst breiter Streuung, in Richtung Publikum feuern und gucken was trifft. Dass dabei kaum ein Segment wirklich zur Geltung kommt? Geschenkt. Schmidt und Pocher testen das Naz-O-Meter, stellen Duschgel vor, sprechen über Markennamen, Pocher singt den Brief von Ivon Catterfeld und liest dann aus der Fernsehzeitung vor, stellt Filme in einer Parodie des ZDF Morgenmagazins vor, ein Bilderrätsel gibt es und man guckt zusammen Tatort und einen ZDF-Fernsehfilm, guckt dann noch wie Kerner, Klopp und Urs dem Bundesjogi eine Kuhglocke schenken, Pocher spielt mit Logos herum und scherzt ein bisschen über Bauer sucht Frau, wenn er nicht gerade Lukas Podolski zu imitieren versucht. All das zusammen mit den Einspielern in 53 Minuten. Irgendwann wird auch noch Jauch auf die Bühne gelassen.
Ein echtes Konzept wird nie erkennbar. Früher, als immer alles besser war, hätte Schmidt vielleicht ein oder zwei dieser Segmente in einer Show von 60 Minuten präsentiert, wo sie exakt zwischen zwei Werbeblöcke gepasst hätten. Hier bekommt keine Nummer Raum zum Atmen. Und bei einigen Nummern, etwa dem Bilderrätsel, wird die Schwäche deutlich, die Schmidt seit seiner Rückkehr zur ARD plagt: Es langweilt ihn. Er mag nicht mehr. Sicher, die Nummer steht im Drehplan, also muss sie gemacht werden. Aber dann halt schnell, lieblos, mit offenkundiger Verachtung für das was er gerade tut. So als täte er dem Publikum einen Gefallen. So als würde er gezwungen das hier zu machen, statt sich auf einem Kreuzfahrtschiff einen neuen Rauschebart wachsen zu lassen. Was die Frage aufwirft, warum man diesen Approach wählt. Warum Schmidt nicht eine oder zwei Nummern macht auf die er wirklich Lust hat, statt sich mit Dutzenden Winzsegmenten zu quälen, die wohl allesamt anöden.
Humoristisch ist das alles ein seltsamer Eintopf: Okay, die Sache mit dem Naz-O-Meter kann man in Zeiten von “Autobahn geht gar nicht” rechtfertigen, auch wenn’s letzte Woche besser gekommen wäre. Aber das kann man der Show ja nicht vorwerfen, dass Kerner diesen Pass in den freien Raum zu früh geschlagen hat. Wäre das hier Schmidt & Pocher, das Naz-O-Meter würde ausschlagen und Schmidt würde erklären: “Jaja. Volk ohne Raum.” Das Publikum würde verstohlen “hohohoho” machen und Schmidt würde sagen: “Wieso machen Sie ‘hohoho’?”
So wie Schmidt das immer macht, wenn er eine Nazi-Anspielung einbaut. So wie das Segment dann ja auch ablief. Naziwitze gehen immer. Oder zumindest immer noch. Dem Thema hängt immer noch das Gefühl an, dass man Neuland betritt oder Tabus bricht, dass das Lachen hier ein kleiner Akt der Rebellion gegen die PC-Polizei ist. Auch Jahre nach Walter Moers’ Adolf. Aber Naziwitze leiden leider auch immer darunter, dass sie inzwischen als Notnagel für jeden Komiker herhalten müssen, dem sonst nichts einfällt. Würde sich Fips Asmussen einen kleinen Charlie-Chaplin-Bart stehen lassen und seine Witze ” än ainem ordentlächen doitschen Tonfall” vortragen, er würde sich ein ganz neues Publikum erschließen. Naziwitze, oder das Spiel mit diesem Tabu das keines mehr ist, sind einfach und inzwischen relativ ungefährlich. Man hätte sich vielleicht einen anderen, selbstbewussteren Start des alten Hasen Harald S. gewünscht.
Der unschönste, grenzwertigste und gewagteste Spruch zu diesem Thema kam erst am Ende der Sendung, als Harald Schmidt einen überforderten Vater gab, der seinen Sohn zwingen wollte zu duschen. Das Stichwort “duschen” nutzte Pocher um einzuwerfen, dass jetzt das Naz-O-Meter voll ausschlagen würde. Angenehm bitter. Der spontane Ausbruch war wohl ein Beispiel für das, was sich Schmidt erhofft hatte, als er Pocher in die Show holte. Auf jeden Fall kam der Tabubruch aus dem freien Gespräch heraus lustiger als der Brechstangenhumor den Pocher im eigentlichen Naz-O-Meter-Segment an den Tag legte: “Zuhause habe ich einen Gasherd.” Hohoho.
Und Schmidt beendet das Segment mit der Aussage: “Die Nazis waren politisch die Hölle, aber die Uniformen waren irgendwo geil.” Ich kratze mich derweil am Kopf und kann mich des Gefühls nicht erwähren, dass Schmidt den Satz irgendwo in seiner alten Sat.1-Show schon einmal gebracht hat. Ist natürlich auch schwer nach so vielen Jahren noch neue Witze zu finden. Was auch für einige andere Segmente gilt: Das “wir machen keine Schleichwerbung”-Gespräch, dass er jetzt mit Pocher führt, hat er vorher über Jahre hinweg regelmäßig mit Manuel Andrack durchexerziert. Noch zu Sat.1-Zeiten. Und dann kommt das Fotoquiz: “Was haben diese Frauen gemeinsam? Kein Mann würde…”
Eines der Bilder zeigt Bettina Böttinger und es ist klar, dass Schmidt hier auf seinen ersten großen Skandal anspielte, als er in einem ähnlichen Fotoquiz (Böttinger, eine Klobrille, die Emma und Eierlikör) den Satz schloß mit: “Kein Mann würde sie freiwillig anfassen.” Hier kommt der Swerve: “… bezweifeln, dass diese Frauen wahnsinnig erfolgreich sind.” Das mag nur mir so gehen, aber eine Anspielung auf die Böttinger-Krise vom Dezember 1995? Ein Ereignis, das fast zwölf Jahre zurück liegt? Der Großteil des Publikums erinnert sich doch weder an Böttinger, noch an den Skandal. Worauf sollte dieses Segment hinauslaufen?
Wer bezweifelt, dass Schmidt irgendwie seiner eigenen großen Vergangenheit nachhängt, der bekommt die volle Ladung Vergangenheitsbewältigung ins Gesicht als Schmidt einen Witz aus dem Tatort zum Besten gibt: “Was ist Tierquälerei? Wenn man ‘ner Schlange Viagra gibt.” Brüller. Es gehört schon Fernsehgenie und der Mut zum Tabubruch dazu Viagra-Witze im deutschen Fernsehen des Jahres 2007 zu machen. Sehen Sie nächste Woche: Schmidt nacherzählt einen Blondinenwitz aus Bella Block. Die Woche danach kann er sich dann an einem Mantafahrerwitz aus Der Alte verlustieren, ehe er zum Staffelfinale einen Ostfriesenwitz aus Aktenzeichen XY vorstellt. 60 Minuten Sendung, zwei Moderatoren… und Schmidt muss zu Viagrawitzen greifen um die Sendezeit zu füllen?
Zum “Sendezeit füllen” passt auch jenes Segment, in dem Schmidt und Pocher mit gespieltem Entsetzen feststellen, dass der Tatort und der ZDF Montagsfilm innerhalb von 24 Stunden zwei Mal fast das gleiche Ende verwendet haben. Was man nicht schnell bequatschen kann, sondern mit fast fünf Minuten Filmmaterial belegen muss. Fünf Minuten Filmmaterial in denen ja eigentlich nichts passiert. Dazu unterhalten sich Pocher und Schmidt über die Frauen die in beiden Clips mit einer Pistole bedroht werden. Ohoh, die is’ hinüber. Isse tot? Ja isse. Meinste wirklich, bisse sicher. Ja, ja, jajaja…. Nein! Isse nich!
Warum man das Material nutzt? Weil man bei einer öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt ist und darum Zugriff auf das Material hat. Das dürfte auch den Kuhglockeneinspieler aus der Nachbetrachtung des letzten Länderspiels erklären. Fraglich ob man “lustige Filmclips” nicht einfach Stefan Raab überlassen will. Oder das Konzept gezielter darauf ausrichtet. Auch eine spätere Sequenz, wenn einfach mal ein Gedicht von Wolf Biermann so ganz apropos eingespielt wird (Kontext wird überbewertet) erinnerte mich irgendwie fatal an Raabs Angewohnheit immer dann einen Filmschnippsel einzuspielen, wenn das Publikum wieder den totalen Tiefpunkt erreicht hat. Nur dass Raabs Einspieler - wenn auch auf brachiale Art und Weise - dem Publikum ein Lachen entreißen, während das Biermann-Segment nur verwirrte. Das nennt man dann wohl Kunst.
An anderer Stelle nutzt man gleichsam Material, das genau so funktionieren würde, stellte es Stefan Raab in TV Total vor. Etwa Oli Pochers “Bauer sucht Frau, Bauer schlägt Frau…”-Kartenserie. Die präsentierten Körperflegeprodukte (”Arischer Frühling”, “MustaFa” und “AntiFa”) hätten statt Harald Schmidt und Oli Pocher in dieser Form auch Bernd Stelter und Kalle Pohl bei 7 Tage, 7 Köpfe rauskramen können. Nachdem man, Sommerpause sei Dank, Monate Zeit hatte um sich gute Witze auszudenken ist sowas das Beste was man am Ende vorweisen kann? Falls das die selben Azubis verbrochen haben, die auch für die Stand-Up-Witze am Anfang zuständig waren, dann wird es vielleicht Zeit für einen Personalwechsel.
Anyway, irgendwann - so sechs oder sieben Minuten vor Ende der Show - durfte dann Günther Jauch auf die Bühne. Das ist gut, weil Jauch - anders als Autobahn - immer geht wenn er mit Schmidt zusammenspielt. Egal ob in dessen Show oder bei der Promiausgabe von Wer Wird Millionär?. Das gilt auch für Jürgen von der Lippe und Helge Schneider. Schmidt sollte nur Gäste einladen, von denen er weiß, dass das Zusammenspiel funktiert. Und tatsächlich, erst in diesen letzten paar Minuten hatte man das Gefühl, dass die Sendung tatsächlich auf etwas hinsteuerte. Jauchs Peter-Zwegat-Imitation war der treffsicherste und anhaltend komischste Moment der Erstlingsshow. Leider traute man Jauch alleine wohl nicht und musste ihn nach ganzen zwei Fragen für einen weiteren unlustigen Einspieler (”Letzten Sonntag bei Sabine Christiansen“) unterbrechen. Die Unlustigkeit dieses Einspielers versuchte Jauch danach geschickt zu übergehen.
Bezeichnend für den Schlußteil von Schmidt & Pocher dann Pochers Einwurf: “Ich darf auch mal was fragen, irgendwann?” Durfte er nicht. Pocher saß an seiner Ecke am fernen Ende des Schreibtischs und durfte den alten Hasen im Mediengeschäft zugucken, wie sie sich unterhielten. Gut, hier und da meldete Pocher an, dass er auch noch in der Show ist… und wurde einmal sofort von Jauch abgewürgt. Dafür muss Pocher nicht auf der Bühne bleiben, dann kann man es auch machen wie zu Zeiten Manuel Andracks und ihn früher gehen lassen. Das wirkt dann weniger peinlich.
Aber auch das war symptomatisch für die Premierenvorstellung von Schmidt & Pocher. Man darf sich zu Recht fragen, ob Schmidt und Pocher sich mal zusammen auf die Bühne gestellt hatten, ob sie das alles etwas geplant hatten oder zumindest grob absprachen, wie man zusammenspielen will. Es wirkte nämlich nie so. Und falls die Hoffnung war, dass das Publikum den Angang “learning by doing” sympathisch finden würde, dann trog sie. Das Zusammenspiel Schmidt - Pocher funktionierte den ganzen Abend fast nie.
Meist schien Pocher wie vor Ehrfurcht erstarrt und begnügte sich damit das staunende Faktotum Harald Schmidts zu spielen. Nur dass Pocher halt nicht als “neuer Andrack” geholt wurde. Von seiner Direktheit mit der er gerne polarisiert - mein Ding nicht, wie gesagt, aber dafür wurde er halt geholt - war fast nichts zu spüren. Dafür dass Pocher die Fernsehzeitung liest, mit Senderlogos herumspielt oder einen Liebesbrief singt, kann ihn Schmidt nicht an Land geholt haben. Besonders weil er Pocher in diesen Moment nicht im Zentrum stehen ließ, sondern ihm regelmäßig ins Wort fiel. So ein wenig, als wenn er dann das Spotlight doch nicht ganz kampflos abgeben könnte. Vielleicht muss man die beiden für einige Segmente trennen, so wie Christine Westermann in Zimmer frei! in jeder Sendung ein paar Minuten mit dem Gast ohne die Präsenz von Götz Alsmann verbringen darf.
An anderer Stelle scherzte man miteinander, gluckste und kicherte vergnügt vor sich hin… nur auf den Zuschauer sprang der Funke nicht über. Gut, Schmidt wirkte an einigen Stellen tatsächlich wieder als habe er Lust aufs Fernseh machen. Aber dann sollte doch bitte auch ein unterhaltsames Produkt dabei herauskommen. Ich zahle meine Rundfunkgebühren ja nicht um dem großgewachsenen Nürtinger einen Selbstfindungstrip vor laufenden Kameras zu sponsorn.
In der Gesamtheit macht Schmidt & Pocher scheinbar da weiter, wo Harald Schmidt endete. Zu viele der alten Schwächen übernimmt auch das neue Format: Die unlustigen und oft langatmigen Einspielfilmchen. Die schwache Stand Up zum Start der Show. Und auch Schmidt & Pocher geht noch jeder Flow verloren: Man holtert durch dutzende Segmente in der Hoffnung, dass eines an der Wand kleben bleiben möge, an die man diese Passagen wirft. Gut, ein paar Dinge aus Sat.1-Tagen - Helmut Zerlett, das Bilderrätsel - hat man mitgenommen und ein paar Witze aus dieser Zeit offensichtlich auch.
Schmidt und Pocher fehlt noch jedes Gespür dafür, wie sie auf der Bühne miteinander umgehen sollen. Man spielt nicht so richtig zusammen und zu sehr lässt sich Pocher an die Seite drängen, zum Sidekick degradieren. Und wenn man gar nicht weiter weiß, dann schaut man sich Clips aus dem Archiv der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten an oder greift zum gezielten Tabubruch.
“Sorry, falls die ein oder andere Sache noch nicht ganz so perfekt war,” verabschiedete Harald Schmidt das Publikum mit gespielter Gravitas. So kann man es auch sagen. Die ein oder andere Sache könnte man verzeihen. Aber bei einer Show die so stark diskutiert wurde, die schon im Vorfeld mit so hohen Erwartungen (ob an den Erfolg oder an ein glorreiches Untergehen) verknüpft war, hätte man einen krachenderen, spannenderen Start erwartet. Genug Zeit das Konzept den neuen Begebenheiten anzupassen und alte Schwachstellen auszubügeln hatte man in der Sommerpause. Stattdessen gab es belanglose Standardware wie schon vor der Sommerpause. Das Fehlen von Pocher hätte wohl niemand bemerkt.
Die Verteidigung wird sein, dass sich Schmidt und Pocher erst noch einspielen müssen und dann zu ihren Stärken finden werden. So wie Schmidt auch bei Sat.1 Zeit brauchte. Aber damals musste er gegen Widerstände kämpfen. Heute bemitleidet ihn die Presse oder sie räumt ihn immer neue Chancen ein zum alten Genie zu finden. Aber sie verabscheut seine Sendung nicht mehr. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum Schmidt nicht mehr so motiviert ist wie früher. Das bessere Zusammenspiel von Schmidt und Pocher kann die Sendung natürlich aufwerten, aber die zentralen Schwächen des Gesamtkonzepts werden auch davon nicht übertüncht werden. Bis man also an der Grundsubstanz der Show etwas ändert, bleibt meine Fazit für Harald Schmidt mit Pocher wie für Harald Schmidt ohne Pocher: Einem gelangweilten Mann dabei zuzusehen, wie er seine Zeit absitzt… das muss ich mir nicht geben.
Im Dezember schaue ich dann vielleicht mal wieder rein. Oder wenn ich gerade mal nichts anderes zu tun habe. Bis dahin sollte die “Warmspielphase” vorbei sein. Dass die Sendung dann viel besser sein wird, ich wage es zu bezweifeln. Und falls dem tatsächlich so sein sollte, wird es vielleicht Zeit für einen radikalen Konzeptwechsel: Pocher rausschmeißen, Günther Jauch doch noch zu den öffentlich-rechtlichen holen und Harald Schmidt zu dessem Sidekick degradieren. Vielleicht hilft das.
Wenn die Erwartungshaltung an Schmidt & Pocher allerdings eines offenbart, dann den eklatanten Nachwuchsmangel im deutschen Fernsehen. Wirklich spitze ist Schmidt seit fast fünf Jahren nicht mehr. Ein halbes Jahrzehnt. Und trotzdem ist er immer noch der Hoffnungsträger des deutschen Fernsehens. Der Name der uns irgendwann wieder zeigen soll, das nicht alles schlecht ist was über den Äther geht.
In diesen fünf Jahren hätte längst ein anderer in diese Lücke stoßen müssen, hätte ein anderer sich als neuer Star des Feuilletons und der Fernseh-Intelligentsia positionieren müssen. Aber ein echter Nachfolger ist nirgendwo in Sicht. Und wenn Harald Schmidt in dieser Form tatsächlich unsere beste Hoffnung auf Qualitätsfernsehen ist, dann ist es schlecht bestellt um die deutsche Fernsehlandschaft. Irgendwie erinnert mich das alles an den Plot von Mein Name ist Nobody. Ob es Pocher gelingen wird, Schmidt jenen grandiosen Abgang zu verschaffen, den er müde, alte Fernsehheld sich wohl selbst wünscht?
Want a second opinion?
*Der Popkulturjunkie ist enttäuscht.
*Das Fernsehlexikon auch.
*Beim Medienrauschen ist man vorsichtig optimistisch.
*DWDL ist sehr zufrieden.
*Die Süddeutsche hofft auf die Zukunft.
*Der SPIEGEL sieht auch eine goldene Zukunft für das Konzept.
**So wie auch Knurrunkulus.
*Der taz fehlt das Zusammenspiel der Egozentriker.
*Der ASB ist relativ zufrieden.

October 26th, 2007 at 3:38 pm
Er hat halt seit Schmitteinander und auf seinen unzähligen Bühnenshows etc. alles menschenmögliche imho abgespult. Der Pocher, schwamm drüber, nach Väterchen Rhein gab ich schon auf und zwar mit dem kompletten TV und es lebt sich gut ohne
October 26th, 2007 at 5:48 pm
Sehr gut geschrieben und gerade in Bezug auf den Nachwuchsmangel im deutschen Fernsehen wirklich erschreckend wahr. Auch wenn ich, gerade so mittendrin, in den letzten Monaten des Jahres 2005 und den ersten Monaten des Jahres 2006, mal wieder so richtig viel Spaß hatte mit Harald Schmidt in der ARD; die beiden erschienenen DVD-Boxen sind für diese Sternstunden ein sehr, sehr gutes Beispiel (und meine Lieblingsszene, in der der allseits unterschätzte Andrack zu einem Song von, Überraschung, Yvonne Catterfeld durchs Studio tänzeln, ist auch mit dabei).
Aber alles in allem war das natürlich zu Sat.1-Zeiten immer noch ein wenig schöner. Und alles in allem ist es wahrscheinlich wirklich so, dass man bei jedem auch nur halbwegs geglückten Moment denkt: “Ja, und jetzt kommt bestimmt die Kehrtwende”. Du hast Recht: Harald Schmidt gibt man halt irgendwie doch immer wieder eine Chance. Und dass er den Bahnstreik-Gag so enden ließ, wie er es tat, ist mir übrigens genau wie dir auch vollends unverständlich gewesen.
Trotzdem schaue ich etwas gnädiger in die Zukunft:
http://knurrunkulus.blogspot.com/2007/10/schmidt-und-pocher-kurzkritik.html
October 26th, 2007 at 7:20 pm
Zu dem DIng mit Anne Will und Bettina Böttinger. Da wollte man wohl auch ganz vorsichtig auf Gerüchte anspielen, die mit sexueller Orientierung zu tun haben. Das macht diesen “Gag” nicht besser, aber immerhin aktueller.
October 26th, 2007 at 8:01 pm
Das mit den Duschgels ist auch nicht mehr wirklich frisch, Herbert Feuerstein hat damals schon die Fa-Erlaubnis und das Fa-Verbot vorgestellt.
Das war wohl irgendwie das Konzept der Sendung gestern. Eine Rückschau aufs Vergangene, passend dazu die Wiederkehr von Rütten und Zerlett, ein Holzhammerwurf Richtung Böttinger und eben auch, leider, alte Gags.
Insgesamt hat mir das aber ganz gut gefallen. Pocher ist leider noch sehr nervös, wenn er ein Programm abspulen muss, aber er hat zumindest keine Scheu, Dinge zu sagen, die ihm grade einfallen. Ist auch schonmal was wert. An den Einfällen selber kann man ja noch arbeiten.
October 26th, 2007 at 9:16 pm
[...] Humorkritik: Schmidt & Pocher Schmidt ist alt, müde, schlicht ausgelaugt. Obwohls ja auf der Bühne recht gut klappen soll, vielleicht ist auch einfach das Publikum scheiße, wer weiß … aber gleichzeitig den Bock zum Gärtner machen und als Nachfolger in spe feiern, danke Harald da hätte ich mehr von dir erwartet. Und die NS-Zoten, nicht gewagt, sondern einfach pietätlos. [...]
October 26th, 2007 at 9:50 pm
Oli Pocher ist ein Raab Zögling und daher Programm nicht gewöhnt. Wundert mich wenig das er damit nicht zurecht kommt. Seine Stärke ist, wenn man so will, seine Spontanität die er schon in der “Schiller Straße” zur Schau gestellt hat. Sicher auch nicht immer alles auf den Punkt, dennoch blitzte hier Talent. Im Gegensatz zum Raab, der eigentlich nur Konzepte kopiert, wie es bei Pro 7 ohnehin üblich ist. In einem aktuellem Interview zum Thema Schmidt/Pocher sagte er das Pocher mit dem Einsatz bei Schmidt ohnehin nur gewinnen könnte, analog zu einem neuen Trainer eines Abstiegskandidaten, der kurz vorm Ende der Saison versucht das Ruder rum zu reißen. Wenns klappt ist er der Held, wenn nicht wars voher zu schlecht. Armer Harald, der letzte große Entertainer Deutschlands im Ausverkauf…
October 27th, 2007 at 2:22 am
“Die Nazis waren politisch die Hölle, aber die Uniformen waren irgendwo geil.” Ich kratze mich derweil am Kopf und kann mich des Gefühls nicht erwähren, dass Schmidt den Satz irgendwo in seiner alten Sat.1-Show schon einmal gebracht hat.
Du meintest nicht zufällig die Sache mit Görings Kopfhörer?
October 27th, 2007 at 3:17 am
[...] Mehr zum Thema (und länger und wie immer gewohnt gut) gibt’s auf dem agitpopblog. Beim nächsten Aufeinandertreffen von Schmidt und Pocher ist übrigens Michael “Bully” Herbig zu Gast, der sicher mit sämtlichen Infos zu seiner Lissi beglücken wird, die er in den anderen 1286 TV Auftritten der letzten 2 Wochen nicht losgeworden ist. [...]
October 27th, 2007 at 8:48 pm
Es war immer meine heimliche Überzeugung, dass Schmidt bei SAT.1 deswegen gut funktioniert hat, weil die Fallhöhe – hier der Feuilletonliebling Schmidt, dort das angebliche Unterschichtenpublikum – so groß war. Hamlet mit Playmo-Figuren nachspielen ist nett, würde aber bei TTT weniger auffallen. Bei der ARD ist dieser Widerspruch nicht mehr da, und es wird langweilig. Mit Pocher holt sich Schmidt nun die “Unterschicht” wieder ins Studio. Das könnte auch ein Konzept sein, das in der ersten Sendung aber verborgen blieb. Vielleicht kommt’s ja noch. Ich gebe den beiden jedenfalls noch eine Chance.
October 28th, 2007 at 11:29 am
Nun ärgere ich mich nicht mehr, dass ich die Sendung verpasst habe.
Zeit gespart, danke.
November 3rd, 2007 at 9:53 am
Später Nachtrag: Herr Mentz hat die Humorigkeit der Sendung extrem prägnant zusammengefasst.
http://www.titanic-magazin.de/hk_0711.html
November 5th, 2007 at 1:14 pm
Ich hoffe einfach mal darauf, dass die Einbeziehung Pochers in die Show nur eine komplette “Verarsche” ist. Pocher als reine Witzfigur deklariert und gedemütigt wird und so Schmidt gutes Material abliefert. Anders kann ich mir eine Zusammenarbeit der Beiden nicht vorstellen
November 9th, 2007 at 12:14 am
naz-o-meter…
harald schmidt ist mein neuer held:
‘die nazis waren politisch die hölle, aber die uniformen waren irgendwo geil.’
…