TV is a Virus: Frühlingsfest der Fernsehfreunde

Huch. Das letzte Post war schwerere Kost als erwartet und die Worte “pseudo-intellektuell” (bezogen auf das Blog als Ganzes) und “Diskursethik” sind ins Schwerefeld dieses Beitrags geraten… was mich persönlich so erschreckt hat, dass ich die letzten Tage meine Schrotflinte streichelnd in meinem kleinen Strahlenschutzbunker verbracht und mich erst langsam wieder ins Internet gewagt habe. Und wie macht man so eine neu gewonnenen Reputation am Besten kaputt? Man flucht über’s Fernsehen. Also, hier eine Loseblattsammlung an Gedanken rund um unser aller Lieblingsmedium, die sich in den letzten Monat in meiner Notizen-Datei angesammelt haben.

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Kent Brockman welcomes our television watching overlords

Scientology & Me

Wer es noch nicht mitbekommen hat, die BBC hat eine Dokumentation über Scientology gedreht, die zu einem spannenden Stück Infowar führte. Denn während die BBC die Doku drehte, drehte Scientology eine Doku über die BBC die eine Doku über Scientology dreht. Und im Gegenzug änderte die BBC ihren Fokus und drehte eine Doku darüber wie Scientology eine Doku über die BBC dreht, die gerade eine Scientology-Doku dreht. Scientology hat an dieser Stelle aufgegeben und das nicht weiter dokumentiert, da man mindestens OT8 sein muss um dem noch folgen zu können.

Als Resultat des Ganzen schaffte es ein Ausraster des BBC-Reporters John Sweeney direkt mal als virales Video auf YouTube und zwang die Beeb darauf einzugehen und zu erklären, wie es dazu kam und welche Folgen die alten Tante aus der Geschichte ziehen wird.

Die BBC-Reportage (Titel: Scientology & Me) ist hochspannend und sollte von jedem gesehen werden, der Interesse an modernem Journalismus hat. Die gesamte Dokumentation kann man hier finden. Die ersten paar Minuten sind eher unspektakulär, wenn man sich schon ein bisschen mit Scientology auskennt und das ganze leidet unter den Infotainment-Filmtechniken, die Michael Moore über uns hat kommen lassen… aber nach ein paar Minuten wird die Sendung trotzdem richtig interessant: Ein besonderes Highlight ist dabei der PR-Mann der Scientologen (der selbst aussieht wie ein Filmstar), der die unheimliche Fähigkeit hat nach ein paar Minuten überall dort aufzutauchen, wo der BBC-Reporter gerade filmt. Besonders umheimlich wird es, wenn er zufälligerweise gleich das Vorstrafenregister eines Mannes zur Hand hat, der gerade von John Sweeney interviewt wird.

Andere harte Szenen sind die Privatdetektive, die dem Filmteam zu folgen scheinen und die Szene, in der sich das BBC-Team bei einem Interviewmarathon mit prominenten Scientologen auf die Toilette zurückzieht, um einen Moment ungestört zu sein. Nur damit nach wenigen Sekunden der PR-Mann schon wieder vor der Tür steht um nachzufragen, ob denn auch alles in Ordnung sei und ob das bei der BBC normal wäre, dass man in der Großgruppe aufs Klo gehe. Zumindest menschlich versteht man nach der Doku warum John Sweeney die Hutschnur geplatzt ist. Professionell ist es trotzdem ein Eigentor.

Die Doku lohnt sich schon deshalb, weil man sicher sein kann, dass diese Form der “Gegenpresse” kein Einzefall ist und nicht nur von den Xenu-Bekämpfern verwendet wird, sondern auch von größeren Firmen, NGOs oder Political Action Committees. Das ist also ein Bild aus einer Welt, mit der sich der traditionelle Journalismus wird arrangieren müssen. Wie gesagt: Hochgradig empfehlenswert.

(Und weil wir hier total fair und balanced sind, obwohl wir Deutschlands ersten Xenu-Fanclub gegründet haben: Hier ist die Scientology-Doku über die BBC-Doku und hier ist ein von Scientology finanziertes Onlinemagazin zum selben Thema.)

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Stromberg - Staffel 3 & Switch Reloaded

Ah, ProSieben reanimiert den komödiantisch Montag mit zwei überraschenden Rückkehrern: Stromberg, das man weiterführt trotz anhaltender Quotenschwäche der ersten beiden Staffeln, und Switch Reloaded. Mit der Rückkehr des Formats hätte wohl wirklich niemand gerechnet. Wobei ich mich über die Rückkher von Switch wirklich gefreut habe. Nein, das Format war nie ein Comedyklassiker, nie das Filet Mignon der deutschen Fernsehkomik… aber einmal in der Woche ‘nen ordentlichen Mantateller ist ja auch nicht schlecht. (Liebe angehende Journalistikstudenten: Der letzte Satz war ein Beispiel dafür, warum man sich zwei Mal überlegen sollte ob man sich wirklich Speisemetaphern bedient.)

Die erste Serie hatte ein paar Momente, an die ich mich gerne erinnere. Die Parodien auf Hitlers Helfer waren nicht schlecht (weil Hitler als Comedyfigur damals noch nicht omnipräsent war), die Liedparodien waren teilweise echt schön (Alice Cooper singt ein Liebeslied an Boyzone) und ein im Freundeskreis gerne rezitierter Klassiker ist die Entführung Dieter-Thomas Hecks durch die Terrororganisation “Freunde Bata Illic”. Da sich im deutschen Fernsehen in den letzten Jahren ja wieder einiges an Murks angesammelt hatte, war ich also dankbar, dass Switch zurückkehrte. TV-Sendungen über das Fernsehen gibt es ja kaum noch. Premieres Zapping ist schon mindestens so lange vorbei wie Wacken (du Spasti), das Revival von Kalkofes Mattscheibe ist auch schon wieder ein paar Jahre her und TV Total hat mit seinem Ursprungskonzept außer der moderierenden Plautze und dem Titel der Show ja nichts mehr gemein.

Switch Reloaded ist am Ende das geworden, was ich erwartet hatte: Solide TV-Kost, mit einigen Hängern, aber auch mit einigen absolut großartigen und sehr, sehr treffenden Szenen. Gut, die Sache mit Nostradamus-TV hätte man sich wirklich schenken können, gerade weil es wenig mit Fernsehen zu tun hat. Und bei einigen langen Parodien fehlt mir die Kenntnis des Quellenmaterials um das wirklich bewerten zu können. CSI schaue ich nicht und wenn ich Dr. House sehen will, dann gucke ich mir Dr. Perry Cox in Scrubs an.

Aber die Monk-Parodien sind beispielsweise “spot on”, wie der Tomislav Piplicza zu sagen pflegt. Traurigerweise, denn eigentlich sollte man davon ausgehen, dass Monk der mit der Kettensäge Bäume absägt, weil er einen Mischwald nicht erträgt oder der einer Leiche Organe entnimmt, weil das Innenleben (darf man das bei einer Leiche sagen, Gunter von Hagen?) nicht symmetrisch ist… das sollte eigentlich total überzogen sein. Aber wenn man sich die Entwicklung der Serie Monk ansieht, dann ist es gar nicht mehr so weit von der Serienrealität entfernt. Schade, Monk war in der ersten Staffel eine richtig gute Serie.

Anyway. Ich würde sagen, dass das Mischverhältnis zwischen Murks und Qualität bei Switch bei knapp 40 zu 60 liegt. Eigentlich keine sonderlich tolle Quote, aber die gelungenen Teile sind dafür auch sehr gelungen. Die Sketche mit Florian Silbereisen gefallen mir. Und die Art und Weise wie man die Herren Beckmann und Kerner demontiert ist wundervoll. Der Sketch, in dem Beckmann bei Kerner zu Gast ist, ist für micht schon jetzt ein TV-Highlight des Jahres. (Man schaue mal bei Myvideo.de danach.) Das man dann noch den “Fakten, Fakten, Fakten”-Blödsinn rausgeworfen hat, der immerhin die einzige Catchphrase der Show brachte (”Höecker, Sie sind raus.”), empfinde ich als mutige aber gute Entscheidung. Switch Reloaded darf also im Herbst gerne mit einer zweiten Staffel wiederkommen.

Anders als Stromberg, das man wegen mir nach der dritten Staffel ruhig dicht machen darf. Im Sommer hatte ich noch geglaubt: “Wenn man das bisherige Kreativteam zusammenhalten kann, dann sehe ich da aber wenig Grund zur Sorge.” Pustekuchen. Ohne den Rückgriff auf die englischen Folgen scheinen sich da derbe Abnutzungsspuren zu zeigen.

Alles in allem bot mir diese Staffel eindeutig zu wenig “lustig” und zu viel “melodramatisch”. In der ersten Folge fand ich nur lustig, dass sich die Mutter von Ernie Heisterkamp durch eine Mischung aus Inkontinenz und Heizdecke aus dem Leben befördert hatte… und das weniger weil es hochklassiger Humor ist, als eher weil ich noch Tage vorher im Bekanntenkreis über eine lange Tirade gegen die Nutzung von Heizdecken verfallen war. Da gab’s auch mal eine Folge der Ottifanten zu dem Thema, aber das ist wieder ein anderes selbiges.

Stromberg hat es in dieser Staffel irgendwie geschafft, zu vergessen, dass man in erster Linie eine Comedyserie ist und hat für meinen Geschmack zu viele lange Passagen geboten, die extrem unlustig waren und eher nach “echter” Bürodoku aussahen als nach Humor. Dazu kommt, dass man bestimmte Motive schon wieder ausgewalkt hat. Wie oft will man den Beziehungskrieg zwischen Ulf und Tanja denn noch in den Mittelpunkt rücken? Das Verhältnis zwischen Stromberg und Herrn Becker wird durch die Einführung von Miniboss Wehmeyer nicht signifikant voran getrieben.

Und, ja es ist das Herzstück der Serie, aber auch das Konzept “Stromberg verbockt was, kommt aber irgendwie mit halbwegs heiler Haut aus der Sache raus” fängt an sich abzunutzen. Stellenweise wirkt es so als würde Herbst sich im Autopilot durch die Folgen maneuvrieren. Da hilft dann auch der überraschende Tod einer Hauptfigur am Staffelende nichts mehr. Und Bjarne Mädel spielt sich als Ernie zwar den Arsch ab, hat aber damit zu kämpfen, dass seine Figur komplett die Verankerung in der Realität verloren hat. Ernie bewegt sich teilweise schon auf einem Monk-Level in Sachen Neurotik. Und zwar der späte Monk, nicht der frühe. Schade, aber für mich bisher die Enttäuschung des neuen TV-Jahres.

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Nachricht an Comedy Central: Hitler ist nicht mehr lustig

Oben erwähnte ich “weil Hitler als Comedyfigur noch nicht omnipräsent war“. Das war damals, im letzten Jahrtausend. Inzwischen ist Hitler aber die einfachste Methode für faule Komiker einen Lacher aus dem Publikum zu quetschen. Und anders als vor einigen Jahren muss man nicht befürchten, dass einem die kollektive Presse auf die Fresse gibt. Was Comedy Central wahrscheinlich bedauert, versucht man doch mit aller Gewalt kontrovers zu wirken.

Tine Hitler - Einmarsch in vier Wänden… okay, das mit der Namensähnlichkeit reicht für einen kleinen Schmunzler (und eine saftige Abmahnung) aber auch nicht für viel mehr. Kern meiner Aussage: Der Hitler-Schnurrbart ist die moderne Version der falschen Zähne und dicken Brillen, mit denen man zu Lebzeiten von Dieter Krebs versuchte in Sketchup (ich glaube in der Neuauflage mit Christoph Maria Herbst nutzte man das Mittel immer noch) mittelmäßige Komik mit Gewalt auf lustig zu trimmen. Da, der Mann hat Hasenzähne und ein viel zu große Brille: Lacht gefälligst, ihr Publikumsschwachmaten! Lacht!

Nicht dass Hitler generell unlustig geworden wäre. Die Sache mit dem Gerhard-Polt-Monolog über einen Lasing-Vertrag, der als Tonspur über eine Hitler-Rede gelegt wurde, finde ich schon witzig. (Dass Polts Verlag wohl Blogger abmahnt, die das Video verlinken, eher weniger.) Aber im Kern ist Hitlerkomik inzwischen die simpelste Form der Komik.

Weil das Publikum darauf konditioniert worden ist, dass es über alles lacht was einen Hitlerbart trägt. Wenn sich morgen Oliver Pocher einen Hitlerbart ankleben und das Telefonbuch von Oer-Erckenschwick vorlesen würde, dann würde das ein Publikumserfolg. Im Idealfall spielt noch die ZEITUNG mit und fragt, ob man hier nicht Hitlers Verbrechen verharmlost. Wobei sie Comedy Central den Gefallen noch nicht getan haben und der Sender wäre doch so gerne auch straßenkredibel skandalös.

Anyway, die derzeitige Anzeigenkampagne die ich gestern in der GEE erblicken durfte, macht mir wenig Lust mich nochmal mit dem Programm von Comedy Central auseinader zu setzen. Unter dem Motto “Comedy. Wir nehmen es ernst.” (müsste das nicht heißen “wir nehmen sie ernst”?) sieht man auf der linken Seite einen nackten Strichmännchen-Hitler mit wild wucherndem Schamhaar und rechts das gleiche Strichmännchen, aber hier mit Schamhaar in Form des bekannten Hitlerbärtchens. Knaller. (Nachtrag: Hier der Photobeweis. Die unteren beiden Motive finde ich sogar lustig.)

Ernsthaft, Comedy Central, wenn ihr Comedy so ernst nehmt, dann hört endlich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu suchen und an alles einen schwarzen Schnurrbart zu malen, darauf hoffend, dass jemand Anstoß daran nimmt und gebt euch endlich Mühe deutsche Comedy zu produzieren, die auch ohne schwarzen Balken in der Fresse lustig ist. Okay?

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Neun Live

Nur falls es jemand noch nicht mitbekommen hat: Nachdem die deutschen Medienwächter sich bisher extrem schwer getan haben im Umgang mit Neun Live (Technorati Tags: inkompetent, ahnungslos, zahnlos) scheint es so, als wenn die Landesmedienanstalten jetzt endlich mal den Arsch hochbekommen müssten. Dieses Video scheint zu belegen, dass der magische Hot Button, der total willkürlich fast immer dann zuschlägt wenn gerade einem Anrufer die Worte fehlen oder er klar unter der Altersgrenze liegt (das Studio von Neun Live muss in der Nähe einer Zone liegen), vielleicht nicht ganz so zufallsgesteuert ist, wie das immer betont wurde.

Aber Neun Live setzt inzwischen grandios zur Gegenoffensive an: Hier verwendet Moderator Robin Bade das Wort “Wahrheit” so häufig, dass es eine ganz neue Bedeutung erhält. Das Wahrheitsministerium, Herr Bade, ist stolz auf Sie. Kern des Kommentars: Neun Lives Gegner sind Vollidioten, Neun Live spricht die Wahrheit, die Wahrheit und nicht als die Wahrheit, weiß wo sich der heilige Gral befindet und ist der moderne Galileo Galilei. Whoa.

Wieso habe ich nur das Gefühl, dass Herr Bade ein bisschen zuviel von dem Kool-Aid getrunken hat?

(Nachtrag: D’oh.)

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Harald Schmidt & Oli Pocher

Der Untergang des Fernsehabendlandes? Wohl kaum, dafür hat es Schmidt im Alleingang schon zu sehr geschafft sich mit seiner ARD-Show in die Obskurität zu drängen. Ich habe im letzten halben Jahr vielleicht zwei, höchsten drei Folgen seiner Show gesehen und keine davon weckte bei mir das Bedürfnis, die Sendung wieder regelmäßig zu verfolgen. Insofern ist es jetzt nicht so, dass das hier eine “OMG! Oli Pocher! Oh noes!!!!!11111einself”-Reaktion ist… aber es macht mir auch nicht mehr Lust die Sendung von Schmidt in Zukunft zu schauen.

Ich hatte es gesagt und ich sage es noch einmal: Ich halte Oliver Pocher für einen der überbewertesten “Komiker Schrägstrich Moderatoren” im deutschen Fernsehen. Gut, Pocher ist respektlos, geschmacklos und wagt es Menschen ins Gesicht zu beleidigen. Aber, hey, das kann Niels Ruf auch. Im Gegenzug finde ich, dass Oliver Pocher echte Schwierigkeiten hat, wenn er mal ruhigere Töne anschlagen soll oder wenn er versucht auf einen Form von Humor zu setzen, die etwas tiefer geht. (Was Ruf inzwischen gelernt hat.) Kurzum: Pocher ist für mich ein multimedialer Hofnarr, aber ganz sicher kein talentierter Komiker. Gerade darum verstehe ich auch nicht so recht was Harald Schmidt, der ja oft und gerne (und zu Recht) auf das humoristische Niveau von Sieben Tage, Sieben Köpfe eingedroschen hat, so an dem Jungen findet, dass er ihn seit Jahren protegiert.

Ich werde der Sendung sicher eine Chance geben, denn viel schlimmer als momentan mit einem lustlosen Andrack, einem totgelaufenen Running Gag mit Frau Licard und einem Moderator, der Probleme damit hat sechzig Minuten in der Woche zu füllen und stellenweise offensichtlich nur die Restzeit absitzt, kann es ja eigentlich nicht kommen. (Und wir wissen was passiert wenn jemand sagt: “Schlimmer kann es ja nicht kommen…”) Aber große Hoffnungen darauf, dass sich Schmidt und Pocher gegenseitig in ungeahnte Höhen schaukeln, habe ich nicht.

Ich glaube Schmidt täte besser daran wenn er wieder für einige Zeit vom Bildschirm verschwinden und dann mit einem komplett neuen Format auftauchen würde. Aber, hey, everybody’s a fuckin’ critic these days…

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King of Queens

Würde mir bitte irgendjemand die Faszination von King of Queens erklären? Okay, ich verabscheue die Sendung nicht so sehr wie Alle lieben Raymond (ich hasse Raymond) und jede Show die Jerry Stiller in der Cast hat, kann ja nicht total schlecht sein… aber wie es diese Show geschafft hat zu einer der populärsten Comedyserien in Deutschland zu werden, das begreife ich wirklich nicht. (Gut, wir haben auch Full House und Die Nanny in diesen Status erhoben.) Harmlose Beziehungscomedy. Okay, nett… aber sowas haben wir doch schon tausendmal gesehen, oder?

Irgendjemand möge mir auch erklären, wieso King of Queens sowohl bei RTL II als auch bei Kabel Eins immer in gehäufter Form auftritt. Gibt es da ein Gesetz, das die Ausstrahlung einzelner Folgen verbietet? Wird das uns bekannte Universum in sich zusammenfallen, wenn weniger als drei Folgen King of Queens am Tag ausgestrahlt werden? Gibt es da eine biblische Prophezeiung, die ich überlesen habe? Extremtag: Montag. Da läuft King of Queens von 12 bis 13 Uhr, von 18 bis 19 Uhr und dann nochmal von 21 bis 22 Uhr. Sechs Folgen King of Queens an einem Tag und ihr wollt mir erzählen, dass es keinen Sendeplatz und kein Publikum gibt für Shows wie Becker, Die Larry Sanders Show oder Frasier? Also, früher gab es die Nachtplätze aber die füllen ja jetzt die Call-In-Shows und die Astro-Abzocke… hurrah…

Deutsches Fernsehen, deutsche Fernsehzuschauer? Manchmal macht ihr mich krank.

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WSX & 666

Die Wrestling Society X war der kurzlebige Versuch von MTV2 eine eigene Wrestling-Show zu basteln, die nur aus Pyrotechnik, albernen Gimmicks (der unter Asthma leidende Hippie-Wrestler) und Highspots bestand. Das hat nicht geklappt, aber zumindest hat es mir gezeigt, dass Highspots alleine nicht alles sind. Besonders wenn man versucht vier Matches in 22 Minuten unterzubringen. Da bleibt dann gar nichts mehr hängen und das Ganze wirkt ein bisschen wie ein Actionfilm der komplett auf Zwischendialoge verzichtet oder ein Pornofilm, der gar nicht erst versucht eine Handlung zu schaffen, die einen glaubwürdigen Hintergrund für den Geschlechtsakt liefert. (Ja, ich verlinke das Video unglaublich gerne. Warum?)

Ändert nichts daran, dass ich Respekt vor der Athletik von Leuten wie Paul London habe und mir so ein Rumgefliege unglaublich gerne ansehe, aber es sollte nicht alles sein, was eine Show zu bieten hat. Das ist so wie der Moment in dem man feststellt, dass man erwachsen ist und sich jetzt endlich von nichts anderem als Schokolade und Gummibärchen ernähren darf, ohne dass die Eltern intervenieren. Nur um dann selber zu lernen, warum das eine schlechte Idee ist. Und zur Pyrotechnik: Nicht! Echt gezz. Wenn man nicht gewillt ist das so durchzuziehen wie die Japaner und echtes C4 an den Ringpfosten zu befestigen, dann sieht es einfach nur lächerlich aus. Wow, eine kleine Verpuffung während ein Wrestler den anderen in einen Sarg befördert.

Speaking of Japan: Das Land hat mir im Gegenzug gezeigt, dass sowas doch funktionieren kann, wenn man es nur weit genug treibt. (Für das Schokoladengleichnis hieße das: Das mit dem Schokoladenessen würde funktionieren, wenn… öh… öh… ich sollte wirklich aufhören Nahrungsmittelmetaphern zu verwenden.) Beleg dafür: Der “Ironman Heavymetal Weight Title” der 666-Liga. Der kann 24 Stunden am Tag gewonnen werden, wenn der Titelträger drei Sekunden mit beiden Schultern auf den Boden gedrückt wird. Auch außerhalb des Rings. Resultat: Zu den illustren Titelträgern gehören eine Hello-Kitty-Puppe, ein Dackel und in gleich drei Fällen eine Leiter. Überraschenderweise keine Bettdecke. Achja, geleitet wird die Liga von einem zwölf Jahre alten Mädchen, dass seine (erwachsenen) Gegner mit dem Chokeslam außer Gefecht setzt (Videobeweis) und das im Ring um einiges fähiger ist, als so mancher Profi den die WWE derzeit beschäftigt.

Hier kann man übrigens sehen wie eine der Leitern ihren Titel verteidigt. Gegen mehrere Gegner. Und das obwohl sie alles tun, um die Leiter kleinzukriegen: Inklusive Aufgabegriffen und einem Senton. Sprich: Einer der Wrestler klettert auf den Ringpfosten und springt dann volles Mett mit dem Rücken auf die Leiter, in der Hoffnung sie auszuknocken. (Und hier kann man bei Minute 2:37 sehen, wie die Leiter den Titel an den Dackel verliert).

Das ganze ist so total und absolut jenseits von Gut und Böse, dass ich absolut gewillt wäre Geld auf den Tresen zu legen, wenn es davon eine Best-Of-DVD in Deutschland geben sollte. Herrlich.

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Parker Lewis - Der Coole von der Schule

Dank der unglaublichen Coolness, die der Mob als Internet bezeichnet, habe ich die Chance genutzt mir zum ersten Mal seit vielen, vielen Jahren wieder Parker Lewis - Der Coole von der Schule anzugucken. Die Show lief Mitte der Neunziger mal auf ProSieben und ich glaube, danach noch einmal auf Kabel Eins, aber das dürfte es mit der deutschen Ausstrahlungshistorie gewesen sein. Schade, eigentlich. Ich mochte die Serie damals, kannte aber Ferris macht blau noch nicht. Nachdem ich den Film gesehen hatte, fürchtete ich, dass ich Parker Lewis danach nicht mehr mögen würde, weil mir zu deutlich wäre, dass die Show schlicht und ergreifend bei diesem Streifen geklaut hat.

Mein aktuelles Urteil: Nicht der Fall. Ganz im Gegenteil. Gut, es ist ziemlich eindeutig wo Herr Lewis bei Herrn Bueller geklaut hat, aber es ist gleichzeitig ziemlich erstaunlich wie weit Parker Lewis seiner Zeit voraus war. Die Serie hat in jder Folge dutzende interessante Kameraperspektiven zu bieten, die absurden oder fantastischen Elemente funktionieren extrem gut (Musterbeispiel: Jerry Steiners Mantel inklusive Fax, Kopierer, Shredder, et cetera), die Charaktere sind angenehm übertrieben (besonders der riesige Kubiak und der speichelleckende Prinz der Finsternis Frank Lemmer), der Humor ist “off beat”. Zusätzlich verzichtete die Show auf eine Lachspur und hatte jede Menge Fantasysequenzen zu bieten. Das war zwar alles noch nicht so ausgearbeitet, aber Parker Lewis hat schon vor siebzehn Jahren jede Menge Elemente eingesetzt, die selbst heute noch in Comedyserien wie Malcom in the Middle, Arrested Devolopement oder Scrubs innovativ und neuartig wirken.

Well played, gentlemen. Ich glaube, ich mag Parker Lewis jetzt noch mehr, als ich das zur Zeit der Erstausstrahlung tat. Schade nur, dass FOX in der dritten Staffel so ziemlich alles rausgeworfen hat, was die Show einzigartig machte und das ganze zu einer langweilig-standartisierten Teenie-Sitcom verkommen ließ. Mit dem Resultat, dass die Zuschauer die Serie in Scharen verließen. Aber in Sachen “Serien killen” hat FOX ja einen Track Record. Wer aber die Gelegenheit erhält die Staffeln 1 und 2 zu sehen, der sollte sie nutzen. Coole Sache, Parker.

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Der Eurovision Song Contest 2007

Hmm, entdecke ich da ein Muster? The same procedure as every year: Wir landen irgendwo im Schlußdrittel, regen uns tierisch über den Sowjet-Block auf, die ZEITUNG packt die Nationalismuskeule aus und ein paar Tage später interessiert es schon keinen mehr. Zu Recht, versteht sich. Kann es sein, dass das Hauptproblem nicht ist, dass die Zonis sich gegenseitig die Punkte zuschieben, sondern eher, dass man in Osteuropa den Wettwerb noch tierisch ernst nimmt, während wir ihn (auch zu Recht) als irrelevante Jux-Veranstaltung sehen… zumindest immer dann, wenn der Song Contest gerade nicht akut ist? Naja, in knapp 365 Tagen kopiere und pastiere ich diesen Text hier. Eventuell muss ich den Bildblog-Link aktualisieren, aber sonst…

Ach ja: Wie in jedem Jahr, hier die Standardlamentation: Wir hätten damals Knorkator zum Song Contest schicken sollen. Das hätte gerockt.

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Der Pro Sieben Mystery Montag

Warum hält ProSieben eigentlich noch den Mystery Montag am laufen? Ich dachte, die Mystery-Welle wäre tot seitdem wir alle gemerkt haben, dass Chris Carter - der sie ja mit Akte X erst lostrat - ein Taschenspieler ohne Plan ist, dem selbst neun Staffel und ein Kinofilm nicht genügen um seinen konvoluten Clusterfuck zu einem richtigen Ende zu bringen. Aber, okay, vielleicht will sich ProSieben auch nur die Zuschauer warm halten bis man im Herbst die dritte Staffel Lost ausstrahlt. (Meine “mal hü, mal hott”-Beziehung zu Lost kam nach Folge 2, Staffel 2 bei “hott” an und ist seitdem da geblieben.)

Aber selbst dann: Von den vier Serien die man momentan für den Mystery Montag bewirbt scheinen mir nur zwei tatsächlich das Signet zu verdienen. Blade und Primeval… und Primeval klingt eigentlich auch eher nach SciFi als nach Mystery, aber ich will mal nicht so sein. Bei Alias ist das einzig mysteriöse, was daran Mystery sein soll. Lief der Serie je zuvor im ProSieben-Mysteryblock?

Und Jericho? Mag ja sein, dass das ganze früher oder später ins mysteriöse abdriftet (so wie Surface), aber nach allem was ich bisher gesehen habe, scheint das ja eher The Day After - Die Serie zu sein. Was ich grundsätzlich absolut cool finde. Eine Serie über die Überlebenden nach dem atomaren Holocaust? Wenn anständig gemacht: Sehr gerne.

Allerdings ist Jericho schon nach der ersten Staffel in den USA abgesetzt worden. (Offenbar wurde die Serie auch ein Opfer von Sendeplatzschieberei… wann werden es die Programmplaner endlich lernen?) Was so ein Problem des ProSieben-Montags zu sein scheint: Invasion und Surface wurden ausgestrahlt als schon klar war, dass es keine zweite Staffel geben würde. Im neuen Montagsblock gilt das für Jericho und Blade. (Und Alias hat nach fünf Staffeln auch das Ende erreicht.)

Das muss natürlich nichts über die Qualität einer Show aussagen, viele großartige Serien wurden vorzeitig eingestellt, aber sollte ProSieben nicht bemüht sein Serien aus den USA zu importieren, die - naja - mehr als eine Staffel in die Wagschale werfen können und die ProSieben Zuschauer auch für einen längeren Zeitraum als einen TV-Sommer garantieren? Zuschauertreue und so? (Okay, man verstrahlt das Zeug im generell quotenschwachen Sommer, das ist schon ein Beleg dafür, dass man den Shows nicht wirklich traut. Trotzdem.) Ich persönlich finde es immer schwierig mich im Fernsehen ernsthaft auf eine Serie einzulassen, von der ich schon weiß, dass sie nie einen Schlußpunkt erhalten wird.

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Fuck off, Sportschau

Ehe ich irgendwann mal meinen Gesamtkommentar zur aktuellen Bundesligasaison abgebe: Wow. Es ist beeindruckend wie es die ARD geschafft hat die Sportschau in wenigen Jahren mindestens so unerträglich werden zu lassen, wie es ran in seiner Endphase war. Inklusive Pseudo-Tagesschau in der Mitte um mehr Werbung senden zu dürfen, dämlichen Human-Interest-Stories rund um die Spiele herum, albernen Computeranimationen im Studio und total belanglosen Statistiken.

Man schimpfe mich da einen Puristen, aber ich will Fußball sehen, keine Entertainment-Show mit Fußball als Hintergrundrauschen. Mir wäre es lieber, wenn man mal ordentlich taktische Entscheidungen erklärt, statt irgendwelchen Fußballern lustige Sprüche in den Mund zu legen. Ich bevorzuge es inzwischen wieder mir Samstags die Konferenzschaltung im Radio anzuhören (Gott, bin ich vor zwei Wochen ausgeflippt als Schalke verloren und Stuttgart gewonnen hat… so gespannt habe ich seit Jahren nicht mehr vor dem Radio gesessen) und mir dann Sonntags die Tore bei Bundesliga Pur im DSF anzuschauen.

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Science Fiction Top 25

Falls es jemanden interessiert: Entertainment Weekly hat eine Liste der 25 besten SciFi-Shows und Filme der letzten 25 Jahre veröffentlicht. So sehr es mich auch freut, dass ich da Starship Troopers erblicke (einen der Film der absolut in die Kategorie “guilty pleasures” einsortiert gehört) und dass man Futurama respektiert… im Kern ist meine Reaktion auf diese Liste: “Seid ihr eigentlich total bescheuert?”

Eine Liste, die V und Star Wars: Clone Wars beinhaltet, die Lost auf Platz 11, Akte X auf Platz 4 und das neue Battlestar Galactica auf Platz 2 positioniert, es aber gleichzeitig schafft Serien zu übergehen ohne die es BSG nie gegeben hätte? So eine Liste hat ein echtes Legitimitätsproblem. Hey, ich kann damit leben, dass ihr Space: Above & Beyond und Farscape ignoriert… aber kein Babylon 5? Die vielleicht richtungsweisendste SciFi-Show der letzten fünfzehn Jahre haltet ihr für irrelevanter als Star Wars: Clone Wars oder motherfucken’ V? Was zum Teufel habt ihr geraucht, Entertainment Weekly?

Bei den Filmen habe ich wenig Grund zum motzen. The Matrix vor Blade Runner auf Platz 1 zu postieren finde ich einfach falsch. Und statt Galaxy Quest hätte ich eher RoboCop aufgenommen (aber okay, man hat mit Starship Troopers schon einen Verhoeven in der Liste… obwohl ich eher RoboCop als Starship Troopers aufgenommen hätte). Aber ansonsten sind das primär Filme, die ich absolut empfehlen kann. Alien, Star Trek II, Terry Gilliams noch immer unterschätzte Satire Brazil, The Terminator, Back to the Future. Yep, mit dem Teil der Liste kann ich wirklich gut leben.

Kernaussage: Filmtechnisch gut, aber die Serienauswahl sollte dringend überarbeitet werden. Dann wiederum, solche Listen werden ja nur erstellt, damit im Netz darüber diskutiert wird. (Man erwähne mir gegenüber besser nicht die Liste der besten Gitarristen aus dem Rolling Stone.) Insofern: Mission accomplished, EW.

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So. Und für euch gilt jetzt: Abschalten.

12 Responses to “TV is a Virus: Frühlingsfest der Fernsehfreunde”

  1. Heide Says:

    Okay. Das Babylon 5 fehlt ist wirklich ein Manko. Farscape fand ich überbewertet aber das liegt wohl eher an mir. Aber was hast du gegen V?

  2. Steffi Says:

    Wenigstens ist Firefly drin. Aber Matrix auf der eins und clone wars überhaupt in der Liste auftauchend finde doch eher sehr fragwürdig.

  3. strom und meer » Blog Archive » Links am 22. Mai 2007 Says:

    [...] agitpop - needs more cowbell » Blog Archive » TV is a Virus: Frühlingsfest der Fernsehfreunde [...]

  4. Björn Says:

    @Heide: In diesem Kontext eigentlich nur, dass es in der Liste ist aber Babylon 5 nicht. Guilt by association.

  5. Rosc Says:

    [...]Da läuft King of Queens von 12 bis 13 Uhr, von 18 bis 19 Uhr und dann nochmal von 21 bis 22 Uhr. Sechs Stunden King of Queens an einem Tag[...]

    Ok, es kann ja sein das es noch eindeutig zu früh für vernünftige Gedankengänge meinerseits sind, aber ich komme irgendwie nur auf 3 Stunden bzw. 6 Folgen am Tag. Wäre nett wenn du an deinem Text noch einmal Hand anlegst.

  6. Björn Says:

    Argh. Du hast natürlich Recht, ist korrigiert…

  7. thwidra Says:

    Alias lief noch nie zum Mystery-Montag. Pro7 bringt jetzt nach Jahren der Verzögerung die dritte Staffel (lief 2003/04 in den USA) und dies natürlich auch im Sommer und schön spät in der nacht, gleich noch als Doppelfolge. Was Pro7 damit bezweckt, ist mir unklar, es gibt ja nun auch schon seit anderthalb Jahren deutsche DVD-Ausgaben zur dritten Staffel. Sie sollten stattdessen die Serie von Anfang an wiederholen und mal richtig komplett durchziehen. Die ersten beiden Staffeln liefen jedenfalls Mittwochs oder Donnerstags, anfangs sogar um 20.15 Uhr. Wie man jetzt noch in die dritte Staffel einsteigen soll, wenn man die ersten beiden nicht kennt oder sich nur noch vage dran erinnern kann, wird mir aber ein Rätsel sein. Mit dem Mystery-Aspekt ist sicherlich die Rambaldi-Storyline gemeint. Aber das ist nur ein Genre unter mehreren, welches in Alias seinen Einfluss hat.

  8. Cabuflé Says:

    Mal wieder ein wundervoller Rundumschlag, der viel von dem beinhaltet, was ich selber gerne mal in die Welt hinausschreien würde, wenn ich es denn mal auf die Reihe bekäme, mir die Zeit dafür zu nehmen.

    Ein bisschen Gedankenwust von mir dazu:

    Stromberg hat es in dieser Staffel irgendwie geschafft, zu vergessen, dass man in erster Linie eine Comedyserie ist und hat für meinen Geschmack zu viele lange Passagen geboten, die extrem unlustig waren und eher nach “echter” Bürodoku aussahen als nach Humor.
    - Na danke. Mittels knapper Analyse und überzeugender Argumentation hast du mir jetzt nach den Simpsons auch noch den unreflektierten Konsumviehspaß an Stromberg versaut. Pfff….

    Comedy Central empfange ich nicht, was ja anscheinend kein großer Verlust ist. Meine Befürchtungen, dass hier mal wieder ein im Prinzip begrüßenswertes und mutiges Projekt nach allen Regeln der Kunst gegen die Wand gefahren wird, auf dem Wege bestätigt zu bekommen, ohne das Debakel selber sehen zu müssen, ist ja auch ganz nett.

    Kurzum: Pocher ist für mich ein multimedialer Hofnarr, aber ganz sicher kein talentierter Komiker. (…) Ich glaube Schmidt täte besser daran wenn er wieder für einige Zeit vom Bildschirm verschwinden und dann mit einem komplett neuen Format auftauchen würde. Aber, hey, everybody’s a fuckin’ critic these days…
    Ich mag Schmidt ja irgendwie nach wie vor. Sogar sehr gerne. Was hingegen Pocher angeht, natürlich vollste Zustimmung.
    Es läuft tatsächlich darauf hinaus, dass Stefan Raab letzten Endes noch das beste ist, was deutsches Musikfernsehen comedytechnisch hervorgebracht hat. (Gut, da wären die Herren Ruf und Gosejohann, aber die waren VivaII, das zählt nicht.)
    Ich erinnere mich jedenfalls immerhin gerne an die Folge von Pochers WM-Countdown, als er bei Manchester United zu Gast war und der Typ, der ihn durchs Stadion führte, mit reservierter Höflichkeit und subtilem Humor sämtliche Pocher-Blödeleien an sich abprallen lies und am Ende zig Mal so lustig war wie “uns Olli”, einfach weil er ein alter Brite ist und keine spätbubertäre deutsche Knallcharge.
    Ein kleiner Asschnitt daraus:
    http://www.youtube.com/watch?v=6fGlBuUYdgQ

    …Parker Lewis hat schon vor siebzehn Jahren jede Menge Elemente eingesetzt, die selbst heute noch in Comedyserien wie Malcom in the Middle, Arrested Devolopement oder Scrubs innovativ und neuartig wirken.
    Jaaahaaa! Absolut, aber sowas von! Das musste mal wieder gesagt werden.

    Ach ja: Wie in jedem Jahr, hier die Standardlamentation: Wir hätten damals Knorkator zum Song Contest schicken sollen. Das hätte gerockt.
    Siehe Parker Lewis: dito!
    Ich hatte übrigens vor ein paar Monaten ein Ticket für ein Knorkator-Konzert und bin am Ende auf einem “Good Charlotte”-Konzert gelandet. Doch das ist eine andere Geschichte…

  9. jorl Says:

    Feine Zusammenfassung. Falls es einer gesehen hat: Bei Dr. Psycho hab ich genau die selbe Gefühl wie bei Stromberg: Lieber einen kurzen gelungen Film als eine Endlosserie, in der sich alles nur weider holt. Stromberg kann ich schon lang nicht mehr sehen, obwohl weder die Grundidee (auch wenn geklaut) noch die Schauspieler schlecht sind.

    Comedy Central sei Dank, konnte ich endlich dem Charme von Extras erliegen. Danach kam aber nix mehr wofür es sich lohnen würde auch nur nach der Fernbedienung zu suchen. Außer und jetzt kommts: News Radio. Ja, ist alt, aber ich find genial (siehe die Folge im Weltraum).

    Bei Parker Lewis hab ich irgendwie Angst mir die guten Erinnerungen zu zerbröseln. Aber irgendwie würd’ ich es nach Deinen Ausführungen doch gern mal wieder sehen.

    King of Queens bezieht seine Beliebtheit wahrscheinlich auch daraus, dass es so oft kommt. Jeder kennst es, fast jeder erkennt die Folge schin nach einer Minute und kann dann quasi mitspielen. Merkwürdige Erklärung, aber eine bessere hab’ ich nicht.

  10. zaphodia Says:

    Mit Total Recall gibt es noch einen Verhoeven in der Liste…

    Mir fehlen da eine Reihe anderer Filme, vlt. hätte man Serien und Filme besser trennen sollen.

    2001 ist ja eigentlich der Klassiker schlechthin.
    Dark Star und Escape from New York sind die besseren Carpenterfilme

    Ok, 12 Monkeys reicht nicht an Brazil heran, für die Liste aber allemal gut genug.

    Mein Geheimtipp, da relativ unbekannt: Accion Mutante

    Das 5. Element war so schlecht, daß es fast schon wieder gut war.

    Ghost in the Shell - der Animeklassiker schlechthin.

    Und zum Schluß noch eine Serie: Captain Future darf nicht fehlen ;-)

  11. Björn Says:

    Ha, ich hatte total vergessen, dass Recall von Verhoeven ist. Danke für die Erinnerung. Bis 12 Monkeys würde ich dir zustimmen, danach… hmmm… nicht so sehr.

    Ich mag beispielsweise Accion Mutante wirklich. Ich würde mir das Logo auch sofort einem T-Shirt zulegen. Aber das ist dann doch nur ein netter B-Film (mit einigen Macken) und kein Klassiker. Das 5. Element war visuell toll, aber eindeutig zu lang, dafür dass eigentlich nichts passierte.

    In Captain Future bin ich nie reingekommen und Ghost in the Shell hätte ich gerne besser gefunden, aber der war mir etwas zu sehr mit Philosophie überzogen. Da bevorzuge ich dann in Sachen Anime-Skiffy doch Cowboy Bebop.

  12. agitpop - her hitler hairdo is making me feel ill » Blog Archive » Humorkritik: Schmidt & Pocher Says:

    [...] Pocher wird von Schmidt schon seit langem hofiert und (für mich unverständlicherweise) als das kommende Talent des deutschen Fernsehens angesehen. Schmidt sieht in Pocher sogar seinen Thronfolger. Die Presse implodierte ob der Nachricht, dass der Feingeist Schmidt (der ja nicht selten selbst gern mal ein wenig zotig wurde) sich mit Rüpelcomedian Pocher zusammen tat, so als sei Fernsehpolen schon verloren. Andere hofften derweil, dass dieses neue Konzept Schmidt zur alten Frische zurückverhelfen würde. Ich selbst zeigte mich skeptisch, erklärte aber meine Bereitschaft der neuen Show eine Chance zu geben. Nun, hier ist sie. [...]

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