Baby, I’ve been here before…
“…I walked know this room, I walked this floor”, wie das Leonard Cohen damals sang.
Ich weiß, man soll Menschen generell nichts Schlechtes wünschen, weil die Karma-Polizei nur auf sowas wartet… aber nach der schwarzen Serie des letzten Monats erlaube ich mir mal die Unverfrorenheit und genieße die Art und Weise mit der Don Alphonso drüben an der Blogbar dem Studiverzeichnis in aller Ruhe einen Nierentritt nach dem anderen verpasst. Und wie die Massenmedien langsam auch anspringen.
Nicht einmal in erster Linie weil mich das StudiVZ nervt, obwohl das sicher auch ein Faktor ist, der in die Wertung einfließt. In meinen immerhin auch schon bald acht Jahren im Internet habe ich noch keinen derart aufdringlichen Hype erlebt. ICQ, damals um das Jahr 2000 herum, kommt nahe dran, aber nicht ganz. Was vielleicht in erster Linie daran liegt, dass die lautesten StudiVZ-Apostel Menschen sind, denen ich sonst eine mangelnden Web-Affinität unterstellen würde.
Was den doppelten Nachteil hat, dass einem das StudiVZ sogar aus dem Internet heraus im vorwurfsvollen Tonfall ins reale Leben folgt: “Komm auch mal ins StudiVZ.” - “Warum bist du noch nicht im StudiVZ?” - “Ich habe auch Photos von meinem Urlaub gemacht… wenn du die sehen willst, dann musst du dich wohl doch im StudiVZ anmelden.” - “Aber alle sind im StudiVZ.” Wenn ich einen Cent hätte, für jede Aufforderung mich ihnen anzuschließen, dann hätte ich bald genug um mir am Uni-Kaffeeautomaten zwei Becher Kaffee zu ordern.
Man kommt sich vor wie in einer dieser Twilightepisoden aus dieser komischen Zone, wo man plötzlich feststellt, dass jeder in der Kleinstadt inzwischen von den Bodysnatchern erwischt und ausgetauscht wurde. Join us. All we want is your soul. Warum sollte das StudiVZ sich aktiv selbst bewerben, wenn die Community freiwillig marodierend durch die Lande zieht und die Heiden zum Kreuz bekehrt? Das AAL-Prinzip in seiner schönsten Form.
Und wie immer wenn mir ein Hype zu aufdringlich wird, bin ich erstmal aus Prinzip dagegen. Im Falle StudiVZ kann ich das sogar begründen. Aber zumindest hätte ich eine potentielle Geheimwaffe um den treuesten Anhängern des StudiVZ den Kopf besser platzen zu lassen, als dem Kerl in dieser einen Szene in Scanners: Viele der genialen und tollen Funktionen, besonders die Sache mit den Gruppen, gab es schon mal. Und ich spreche nicht vom Facebook. Oi, stoopid, ever ‘eard of zee Usenet? Das war lange vor Web1.0. Die schöne neue Internetwelt geht auf ihren Dreißigsten zu.
Aber das ist nur ein Nebengrund, warum ich es in gewisser Hinsicht genieße, dass das StudiVZ gerade derbe Flak bekommt. Denn wenn ich mir dieses ganze Web2.0-Geschwurbel so angucke, dann kann ich mich dem Gefühl nicht erwehren, dass das ganze “Vietnam all over again” ist. Und mit “Vietnam all over again” meine ich: Dotcom. Und ich bin ganz eindeutig nicht der erste, der diesen Gedanken hat. Der generell eher skeptische Frank Patalong hat drüben beim Onlineableger von Deutschlands größtem Boulevardmagazin den selben Gedanken schon vor Wochen geäußert:
Noch scheint die sicherste Methode, mit Web 2.0 Geld zu verdienen, die zu sein, darüber zu schreiben oder zu reden. Nachdem sich die Community in den letzten zwei Jahren einen Raum erobert hat, rückt nun das Kapital nach: Der Hunger, solche Projekte aufzukaufen oder an den Start zu bringen, ist so groß, als wäre wieder 1998. Und wieder werden irrwitzige Summen bezahlt für Unternehmen, deren Scheitern gar nicht so unwahrscheinlich ist. Dafür gibt es (auch das ein Deja-vu) wieder deutlich mehr Kongresse, Experten und Erfolgsrezepte als kommerziell erfolgreiche Web-2.0-Angebote. Dabei steht der relativ kleinen Zahl erfolgreicher Web-2.0-Projekte eine weit größere gegenüber, die (zumindest kommerziell) scheiterten.
Und Thomas Knüwer hatte diese Epiphanie schon vor exakt einem Jahr, was im Internet eine Ewigkeit ist:
Wer also nun von Web 2.0 faselt, macht sich entweder etwas vor, war 99 nicht dabei, oder hat sich das Gedächtnis beim Frustsaufen über Aktienverluste gelöscht. Sollte Ihnen jemand ein tolles Investment in ein Web 2.0-Internet-Unternehmen anbieten - schicken Sie ihn zum Teufel.
Was aber trotzdem niemanden daran hindert, kurz danach doch wieder Weihrauchschwenker für irgendeinen Web2.0-Schmarrn zu spielen. Aber, ganz im Ernst, wenn ich sowas lese, dann ist es doch wirklich “Vietnam all over again”. Irgendwer kloppt fix was zusammen - es ist ja die Idee die zählt, nicht der Code - und schiebt das Projekt dann schnellstmöglich zum doppelten Preis ab. Danach darf der junge Erfinder dann in Talkshows sein Geschäftsmodell vorstellen, Reden vor BWL-Versammlungen halten, eventuell ein Buch schreiben und sich ganz doll auf die Schulter klopfen.
Wenn ich lese, dass Google 1,6 Milliarden US-Dollar für YouTube ausgibt (Quelle: Wikipedia), dann frage ich mich, ob wir nicht wirklich wieder in den gleichen Wahnsinn reinsteuern, in dem wir uns vor etwas mehr als einer halben Dekade schon einmal befunden haben. Was macht YouTube denn so populär? Der Umstand, dass ich mir angucken kann, wie ein paar sechzehnjährige Mädchen sich an einer Bushalte Stelle in Oer-Erkenschwick sich gegenseitig die Zunge rausstrecken, das dann mit ihren Videohandies festhalten und mit “crazy” taggen? Der Fakt, dass das “die Zukunft der Unterhaltung” ist, wie man uns den ganzen Hype um lonelygirl15 andrehen wollte?
Oder sind es vielleicht eher die Filmschnipsel, die Ausschnitte aus dem Colbert-Report und der Daily Show und der Umstand, dass YouTube derzeit praktisch ein Archiv aller jemals gedrehten Musikvideos ist? Ein Umstand, bei dem sich der RIAA und der IFPI die Fußnägel hochrollen und bei dem die Anwälte ihren Beißreflex kaum zügeln können. Die Vorstellung, dass YouTube weiterhin hochpopulär bleiben wird, selbst wenn man aktiv gegen den illegalen Content vorgeht, halte ich für… “gewagt” ist eigentlich ein zu schwaches Wort. Und die Dauerhaftigkeit des lonelygirl15-Konzepts, oder viel eher: die Möglichkeit das ganze auch nur einmal zu wiederholen, ist bisher auch rein spekulativ.
Wir alle haben ja gesehen wie verflucht populär Napster geblieben ist, nachdem die Musikindustrie mit dem Service durch war. Die Napster-User entdeckten BitTorrent, die YouTube-User werden einen anderen kostenlosen Service im Internet finden. Ich habe keinen Zweifel daran, dass man bei Google viel vom Internet versteht (immerhin gehört einem der Laden ja quasi), aber ich bezweifle, dass man mit YouTube Geld verdienen kann wenn man sich an alle Copyrights und internationalen Rechtsstandards hält.
Und, ganz im Ernst, es ist nicht so, als wenn es ein großes Problem wäre eine Seite wie YouTube aus dem Boden zu stampfen. Das ist keine Raketentechnologie. Hallo, Sevenload. Hallo, MyVideo. Der derzeitige CEO von Time Warner liegt richtig, “wenn er fragt: “Wer garantiert, dass nicht morgen ein anderes Unternehmen kommt, das eine neue Internetseite aus dem Boden stampft, wo jeder hinrennt?”
So wie ich das derzeit sehe, sind die einzigen, für die Web2.0 bisher ein Erfolg war, die Leute, die sich rechtzeitig aus der Sache rauskatapultiert und ihre Kartenhäuser verkauft haben, ehe sie kollabieren konnten. Und genau das reicht aus um als Helden gefeiert zu werden und zwar auf die gleiche Art, wie man damals die Dotcom-Genies feierte:
1,65 Milliarden Dollar! 1,3 Milliarden Euro! In Aktien, aber egal: Chad Hurley und Steve Chen haben ausgesorgt. Mit 29! Und mit 27! Das ist ein Grund zu feiern! Und das tun sie auch. Per Video. Auf “Youtube”, wo sonst? Nach dem Milliardendeal mit “Google” haben sie einen kleinen Film auf die Seite gestellt.
Millionäre und das mit unter Dreißig. Das schreit nach einem ganzen Arsch an Ausrufezeichen im Artikel!!! Und wenn ich solche Jubelarien auf die “neuen Helden” lese, dann läuft es mir kalt den Rücken runter. Ungefähr so klangen die Artikel, die damals das strategische Genie der Gebrüder Haffa und die Dominanz von EM.TV bejubelt haben. Oder die ihren Speichelreflex nicht kontrollieren konnten, als sie sahen wie Kim Schmitz mit gerade Mal Mitte 20 sein Kimperium aufgebaut hatte. Und wir alle haben gesehen, wie toll das funktioniert hat.
Das was den HipHop-Gangsta-Deppen ihr Scarface ist, das ist diesen Leuten Wall Street. Irgendwo hat man da nicht so Recht begriffen, dass Gordon Gekko mit seiner “Greed is good“-Rede nicht der Held des Dramas war.
Und damit sind wir - full circle - wieder beim StudiVZ und seinem Gründer Ehssan Dariani. Und dem Grund, warum ich nichts dagegen hätte, wenn das Projekt eine Bauchlandung hinlegt. Denn wenn ich mir angucke, was da mit seiner angeblich eine Million User fassenden “kommjunity” so bejubelt und ausgezeichnet wird, dann könnte ich schon wieder kotzen. Ja, das wird ein Leitmotiv. Das soll er also sein, der Gründergeist der Deutschland wieder nach vorne bringen wird?
Ich kenne Ehssan Dariani natürlich nicht. Aber der Mann scheint ein laufender, redender PR-Supergau zu sein: Die “satirische” Geburtstagseinladung im Stile des Völkischen Beobachters, der anschließende Selbstvergleich mit Helge Schneider und der TITANIC, der Photostream bei flickr, die beiden im Netz2.0 (YouTube) kursierenden Videos auf denen er Mädels auf eher unglückliche Art und Weise in der U-Bahn anmacht und das “chick auf mitte party // WC”-Video…
Aber all das ist sekundärrelevant. Gute Unternehmer müssen nicht zwangsläufig Sympathiebolzen sein. 90% der Weltbevölkerung verabscheut Bill Gates und hat trotzdem Windows installiert (mich eingeschlossen). Es ist nur so, dass ich sowas lese und sofort wieder an die Art denken muss, mit der sich ein Kim Schmitz vor wenigen Jahren präsentiert hat. Oder die Art, mit der sich ein Joe Ackermann noch heute gibt. Das missfällt mir einfach persönlich, hat aber keine größere Relevanz.
Entscheidender für meinen Unmut über das StudiVZ ist da schon anderes, denn drüben an der Blogbar wird auch das Gerücht serviert, dass in naher Zukunft das StudiVZ an Facebook gehen wird. Und wenn das stimmt, dann ist das ein weiterer Beleg dafür, dass Web2.0 der alte Dotcom-Scheiß in neuer Farbe ist: Erinnert sich noch jemand an alando?
Da haben die Gebrüder Jamba damals schnell eine Online-Marktplattform aufgemacht, bevor eBay den deutschen Markt erschließen konnte. Kreativer Eigenanteil? Plusminus Null. Überlebenschance? Eigentlich nicht viel höher. Aber als eBay auf den deutschen Markt stieß, wollte man natürlich gerne die totale Dominanz haben. Also wurde alando teuer an eBay vertickt, was - so munkeln böse Zungen - von vornherein der einzige Grund war, warum das Startup gegründet wurde.
Die kreative Eigenleistung beim StudiVZ liegt auf einem ähnlich hohen Niveau. Ganz blöde, wenn dann plötzlich klar wird, dass man sogar ein Verzeichnis namens Fakebook angelegt hat.
Dazu noch die anderen kleinen Faux Pas, die sich zusammen doch läppern: rumwuscheln in der Wikipedia, Domains abgreifen, werbende Fans bei jetzt.de, eine Software die so buggy ist, dass sie sich einen Eintrag auf diesem Portal verdient hätte und dann noch der “Versprecher” (oder das falsche Zitat): “Klar geht es um die Nutzerdaten. Sonst macht das Ganze doch keinen Sinn, das ist doch klar.”
Das ganze Elend kann man auf anderen Blogs schöner und besser nachlesen, ich will auch gar nicht zu sehr darin rumrühren. Aber all das deutet darauf hin, dass das StudiVZ als Unternehmen von Grund auf unseriös ist. Und der potentielle Verkauf an Facebook würde die Sache nicht besser machen. Die geben sogar in ihren Statuten zu, dass sie eine professionelle Datenkrake sind:
Facebook may also collect information about you from other sources, such as newspapers, blogs, instant messaging services, and other users of the Facebook service through the operation of the service (e.g., photo tags) in order to provide you with more useful information and a more personalized experience.
Genau aus diesen Gründen bin ich dankbar, dass das StudiVZ derzeit als äußerst tönerner Gigant enttarnt wird. Wenn der potentiell angedachte Deal also nicht so aalglatt über die Bühne geht, wie vermutet, wenn die Schwächen des neuen Sterns am Onlinehimmel jetzt schon bekannt werden, dann ist das vielleicht ein “Hallo, wach!”-Ruf an alle da draußen. Dann setzt sich vielleicht die Erkenntnis durch, dass man sich den Hype erst mal genau anschauen sollte, ehe man auf den fahrenden Zug aufspringt. Und eben nicht nur bezogen auf das StudiVZ, sondern bezogen auf die ganze Web2.0-Kacke, die uns derzeit als das nächste, heiße Ding gehandelt wird.
In jedem anderen Fall, wenn Ehssan Dariani es schafft zum nächsten Internethelden zu werden und das StudiVZ zum Vorbild für andere Startup-Gründer werden sollte, dann darf der Rest der Menschheit den Helm schon mal aufsetzen. Denn dann ist es nur eine Frage der Zeit, bevor sich die ganze unschöne “New Economy”-Historie wirklich wiederholt. Geschäftsethik? Meh, I say. Meh.
Das StudiVZ strahlt genau die “mir san mir”-Arroganz aus, die auch schon die Propheten des Dotcom-Wahns repräsentiert haben. Hochziehen und abstoßen bevor die Scheiße überkocht. So züchtet man sich Helden ran. Man sehe mir meinen Unmut hier nach, vielleicht ist es nur meine übliche Paranoia und mein üblicher Pessimismus, aber wenn der Ballon weiter aufgeblasen wird, dann ist es nur eine Frage der Zeit bis er platzt. Und dann wird das altbekannte Heulen und Zetern kommen. Man hat es ja nicht ahnen können. Es sah doch alles so gut aus. Web2.0 als Zauberwort, das alle Probleme wegwischt, wer konnte da die Lunte riechen?
Alle Beteiligten waren dabei, als 2000/2001 die Dotcom-Blase geplatzt ist. Jeder hat die Mechanismen gesehen, die damals am Werk waren und die jetzt scheinbar ihr Comeback feiern. Wirklich gelernt haben aber scheinbar die wenigsten Beteiligten. Mit etwas Glück, ist das StudiVZ-Massaker mehr als die Sau der Woche, die durchs Dorf getrieben wird. Mehr als der wütende Blogmob, der sich ein unschuldiges Opfer sucht. Mit etwas Glück ist das Ganze eine ernste Warnung, dass nicht jeder Kalenderspruch der glänzt auch aus Gold besteht. Es gibt eigentlich keinen Grund all dem nicht skeptisch gegenüber zu stehen. Aber am Ende wird sich wohl doch wieder Mr. Gekko durchsetzen:
Greed is right. Greed works. Greed clarifies, cuts through, and captures the essence of the evolutionary spirit. Greed, in all of its forms — greed for life, for money, for love, knowledge — has marked the upward surge of mankind. And greed — you mark my words — will not only save Teldar Paper, but that other malfunctioning corporation called the USA.
Man reiche mir den Eimer.
Nachtrag: Oh! Mein! Gott!
November 18th, 2006 at 5:12 pm
*eimerrüberreich* Bitter sehr.
Wenn ich mir die Länge des Textes betrachte, hattest du entweder nix zu tun oder der Mist hast sich schon verdammt lange bei dir aufgestaut.
Beängstigend finde ich nur das die von dir aufgezählten “Argumente”, sich bei dem Laden anzumelden mir doch sehr vetraut sind.
November 18th, 2006 at 5:18 pm
Rom: “He’s moved beyond greed.”
Quark: “Beyond greed! There is nothing beyond greed.”
November 18th, 2006 at 7:08 pm
Wenn ich mir die Länge des Textes betrachte, hattest du entweder nix zu tun oder der Mist hast sich schon verdammt lange bei dir aufgestaut.
Ich hatte wirklich überlegt, ob ich überhaupt was zu der Chose schreiben sollte, weil ich mir auch nicht dieses “alle machen es, mach ich mal mit”-Mobgefühl antun wollte. Aber manchmal ist auskotzen doch besser als runterschlucken und das musste raus.
November 19th, 2006 at 1:28 am
[...] Baby, I’ve been here before… (tags: studivz web2.0 hype grandios) [...]
November 19th, 2006 at 2:56 am
[...] “Invasion of the Bodysnatchers” ist übrigens nur gut als Original - das Remake aus den 70gern hat zwar Leonard Nimoy, aber diese paranoide Enge, die der Film ausstrahlt kommt nur so richtig in der ersten Version rüber - kaum zu unrecht wenn man bedenkt was in den USA in den 50gern los war. Agitpop bringts jedenfalls schön auf den Punkt. [...]
November 20th, 2006 at 8:40 pm
Hmmmnnnja!
Als (relativ neues) Mitglied im StudiVZ, das von Anfang an den faden Beigeschmack den derartigen Netz-Hypes mitsichbringen, mit Beschimpfungen und einer möglichst großen Ansammlung von Absurditäten im Profil zu bekämpfen suchte, habe ich die ganzen Vorwürfe und Spekulationen mit einer gewissen Genugtuung zur Kenntnis genommen und die Spiegel-Online-URL aus dem hiesigen Artikel mal gleich in mein Profil gestellt.
Nachdem ich mit Freunden schon dabei war die Gruppe “Nazikumpels von Ehssan Dariani” zu gründen und zu schauen, wie lange es dauert, bis wir rausgeworfen werden, sah ich mir mal Herrn Darianis Blogeintrag zu der Völkischen-Beobachter-Geschichte an, in der Hoffnung ein möglichst dummes und entlarvendes Zitat für die Startseite der zu kreierenden Gruppe zu finden, und - ups: Da stehen auf ein Mal Passagen, die nahezu wörtlich die Argumente enthalten, mit denen ich (als bei aller Freidenkerei und Schubladenverachtung letzten Endes doch extrem Linker) seit Ewigkeiten schon mein Humorverständnis verteidige, wenn mal wieder ein paar Leute nicht damit klarkommen, dass ich beim Sehen einer Doku über junge Neonazis einfach nur laut lachen muss, statt betroffen dreinzuschauen, oder meine ebenso linken Saufkumpels in der alternativen Szene-Disse mit “Heil Hitler” begrüße: Wie soll man denn den vollkommen absurden und hirnverbrannten Ansichten von alten und neuen Nazis begegnen, wenn es nicht erlaubt sein soll, sich (auch auf zynische und sehr derbe Weise) über sie lustig zu machen und sie mit Hohn und Verachtung zu überschütten.
Klar, sowas muss (oder soll) gar nicht jeder lustig finden, aber die Vorwürfe, irgendwie mit extrem rechtem Gedankengut in Verbindung zu stehen, wurden recht glaubwürdig widerlegt.
Was bleibt, ist dass Ehssan Dariani möglicherweise eine private Einladung, deren Provokationspotential er hätte abschätzen können, auf eine öffentlich zugängliche URL gelegt hat. Irgendwie blöd. Ja. Und weiter?
Dann gibt es Stellungnahmen zur Finanzierung und zum Datenschutz, die sich förmlich und sachlich lesen, nicht wirklich viel substantielles bieten, aber auch nicht weniger als web.de und Konsorten in ihren Datenschutzrichtlinien. Man kann eigentlich nicht mehr erwarten, als dass die Verantwortlichen klar sagen: “Wir geben keine Daten an Dritte weiter und respektieren die geltenden Gesetze.” Wenn sie in der Realität anders handeln würden, wäre das glatter Rechtsbruch und Betrug, und soll gefälligst verfolgt und auch geahndet werden, sofern es Indizien dafür gibt, die über bloße Spekulation hinausgehen. Bis dahin ist die Sache damit für mich geklärt.
Ein beängstigendes Ausmaß an Sympathie mit den Studi-VZ-Verantwortlichen erweckten endgültig die “kritischen” Reaktionen auf die genannten Blogeinträge.
Zu Darianis Ausführungen über die Partyeinladung meint “costumerofhell”: “Warum kannst du nicht einfach sagen: ‘Hey Leute, war ne dumme Aktion ich denk mir beim nächsten mal ne andere Geburtstagseinladung aus.’” - ja klar danke für das Gespräch. Lieber ein knappes halbherziges Dementi statt ausführlicher Stellungnahme zu den persönlichen Beweggründen.
Die meisten Reaktionen bestehen im wesentlichen aus “Laber kein Scheiß, deine Stellungnahme ist ein Haufen Müll und der völkische Beobachter ist halt nun Mal nicht lustig. Punkt.” Von mir aus, können die ja meinen, am Ende haben sie sogar Recht (was ich - wie gesagt - nicht meine) aber was Argumentation und Diskussionskultur angeht bleibt Dariani hier definitiv Sieger nach Punkten.
Und genau diese beiden, Argumentationsfähigkeit und Diskussionskultur, sind es, die ich bei den meisten Kritikern des StudiVZs vermisse (wobei diese Seite hier definitiv eine Ausnahme ist, sonst würde ich längst zu Abend essen, statt mir am Uni-Rechner die Finger wund zu schreiben). Gerade DonAlphonso vermischt an der BlogBar sowas von willkürlich ernsthafte Kritikpunkte, die sich im wesentlichen auf Bugs bei den Funktionen der Seite beziehen, mit purer Polemik:
Er regt sich darüber auf, dass angekündigt wurde, das StudiVZ würde demnächst mit Werbung versehen (was mich eher beruhigt, denn es beantwortet zumindest ein Stück weit die Frage nach der Finanzierung) und findet es ganz besonders schlimm, dass die Gruppen dabei genutzt werden sollen um “auch in kleinsten Nischen zielgruppengenau [zu] werben”. So what. Wenn auf der Seite der Gruppe “Hermann Hesse Leser” Amazon-Links zu Hesse-Büchern erscheinen, oder wie der Blogger Medien-Mittweida zitiert, “die „AIDA“ Clubschiff Gruppe mit Werbung von entsprechenden Reiseveranstaltern versehen” wird, sehe ich kein großes Problem, so lange die Werbung vom eigentlichen Inhalt der Gruppe klar getrennt wird. Datenschutzfragen drängen sich hier gar nicht erst auf, so lange es nur um die grundsätzlichen Themen der Gruppen geht (die ohnehin für jeden Besucher der Seit einsehbar sind) und nicht um die Details der dort stattfindenden Diskussionen.
Die Tatsache, dass einzelne Nutzer Fake-Profile anlegen und Gruppen mit unlauteren Hintergedanken gründen, wird als Indiz für die Verderbtheit der Community an sich gesehen. Verzeihung, sowas lässt sich einfach nicht vermeiden, wenn eine Community eine gewisse Größe überschreitet. Die Verantwortlichen tun gut daran, Wege zu finden, wie man das ganze auf ein Minimum reduzieren kann, aber letzten Endes schafft eine Online-Community einen öffentlichen Raum, und im öffentlichen Raum tummeln sich nun Mal auch ein Haufen Irre und Betrüger. Der gesunde Menschenverstand des einzelnen Users sollte sich da als probates Gegenmittel anbieten.
Überhaupt scheint der Autor mir etwas vorschnell dabei, hinter jeder Gruppe mit schlüpfrigem Inhalt gleich einen Luden-Ring und hinter jeder etwas freizügigen bzw. -mütigen Userin gleich eine Hobbynutte zu vermuten. Auch wenn der Don es nicht glauben mag: Es gibt unter einer Million Usern mit Sicherheit auch die ein oder andere äußerst promiskuitiv veranlagte Frau und erst recht genug junge Männer, die Spaß daran haben mit anderen Notgeilen ganz privat und unkommerziell über “Gang-Bang”, “Bukkake” und “Glattrasierte Mösen” zu diskutieren.
(Quellen: Quelle 1 bzw. Quelle 2)
Zusammenfassend bleiben als verifizierbare Tatsachen: Einer der StudiVZ-Gründer hat einen etwas seltsamen Humor und der Code der Seite weißt beträchtliche Mängel auf.
Ersteres tut nichts zur Sache und letzteres kann man zur Kenntnis nehmen und damit umgehen. (Übersehen kann man es jedenfalls nicht, wenn man sich länger als ein paar Minuten auf den Seiten des StudiVZs aufhält, und selbstverständlich wäre es wünschenswert, dass es geändert wird). Mir ist es ohnehin unklar, warum man persönliche Daten unbedingt ins StudiVZ eintragen muss, oder vertrauliche Themen dort behandeln. Ich habe mich mit einer E-Mailadresse angemeldet, die nicht meine Privatadresse ist und außer meinem Namen und meiner Hochschule keine persönlichen Daten im Profil. WARUM SOLLTE ICH DAS AUCH?
Auf derartigen Communityseiten kann man ein bisschen Spaß haben, Profilneurosen ausleben und eventuell nette Leute mit ähnlichen Neurosen kennenlernen. Wer Internetcommunities braucht, um ernsthafte persönliche Beziehungen zu pflegen, oder irgendwelche Daten, die ernsthaft delikater Natur sein könnten, auszutauschen, sollte sich mehr Gedanken über seine eigenen Persönlichkeitsbugs machen als über die Forenbugs des StudiVZ.
Das alles hat natürlich überhaupt nichts mit deinen, Björn, Ausführungen zum Dot.com-DejaVú angesichts der Web2.0-Euphorie zu tun. Das liest sich nach wie vor griffig und geradezu kassandraesk. Danke dafür und für einen öffentlichen Raum, in dem ich meinem persönlichen Unmut über die unangenehmen Seiten der Netzkultur mal am Beispiel der StudiVZ-Debatte Luft machen konnte.
—
Ich habe mir mal erlaubt die beiden extrem langen Hyperlinks etwas zusammenzustauchen, damit sie den Rahmen der Seite der nicht sprengen. –B.
November 20th, 2006 at 10:12 pm
Cabuflé:
Zunächst einmal, fass das bitte nicht als Rausschmiss auf, aber vielleicht solltest du deine Kritikpunkte an dem Vorgehen des Blogmobs (bei dem ich eben fürchtete, dass ich auch wieder als Rädchen in der Entrüstungsmaschine funktioniere) auch drüben an der Blogbar kundtun. Nicht weil ich sowas hier nicht lesen will, sondern weil es wahrscheinlich effektiver ist wenn du deine Gedanken direkt zu denen trägst, deren Verhalten du hier thematisierst (z.B. customerofhell). Du hast dir offensichtlich Gedanken gemacht und es wäre etwas bedauerlich, wenn die dann hier auf einem doch eher kleinen Freakblog versanden (im nächsten Post rezensiere ich Horrorfilme, for chrissake). Nur so als Ansporn.
ups: Da stehen auf ein Mal Passagen, die nahezu wörtlich die Argumente enthalten, mit denen ich (als bei aller Freidenkerei und Schubladenverachtung letzten Endes doch extrem Linker) seit Ewigkeiten schon mein Humorverständnis verteidige, wenn mal wieder ein paar Leute nicht damit klarkommen, dass ich beim Sehen einer Doku über junge Neonazis einfach nur laut lachen muss, statt betroffen dreinzuschauen, oder meine ebenso linken Saufkumpels in der alternativen Szene-Disse mit “Heil Hitler” begrüße
Die Grundproblematik der deutschen Panik vor dem Hakenkreuz und deren absurden Auswirkungen (das Tübinger Button-Urteil) hatte ich im Februar schon einmal diskutiert. Da stimme ich dir durchaus zu, dass man dem Nationalsozialismus gerne mit bitterem Sarkasmus begegnen darf. Und auch mit Hitler als Witzfigur habe ich nun wirklich kein Problem…
Aber, du musst eines bedenken: Es ist ein Unterschied, ob du im kleinen Rahmen über die abendliche Panzerpornographie auf N24 lachst und deinen Punkkumpel als Adolf titulierst, oder ob du sowas als durchaus öffentliche Person mit durchaus großen Ambitionen tust. Womit ich in meinem vier Wänden davonkomme, damit kommt - say - Wolfgang Thierse auf dem Berliner Presseball eben nicht davon. Ist nicht gerecht, aber so ist die Welt.
Ich selbst sah jetzt in der VB-Einladung keinen entwaffnenden Humor, aber Humor ist natürlich derart subjektiv, dass ich das jetzt auch nur innerhalb einer Humorkritik werten würde. Dann wiederum: Ich will das hier gar nicht in eine Umgang-mit-den-Nazis-Debatte ausarten lassen. Wie schon gesagt: Der Chef eines öffentlichen Unternehmens muss nicht sympathisch sein. Aber die Kombo (VB + Handyvideos) sind nun einmal ein PR-Fehlgriff par excellence.
Und gerade die Handyvideos (die “WC”-Videos scheint Herr D. selbst online gestellt zu haben) finde ich problematisch. Nicht wegen dem Content (eigentlich auch, doch), sondern weil da jemand offenbar nicht sonderlich viel Wert auf die Privatsphäre der Dame auf dem Klo legt. Und genau dieser Mann soll die Daten der StudiVZ-User sinnvoll verwalten. Das macht sich nicht gut…
Man kann eigentlich nicht mehr erwarten, als dass die Verantwortlichen klar sagen: “Wir geben keine Daten an Dritte weiter und respektieren die geltenden Gesetze.” Wenn sie in der Realität anders handeln würden, wäre das glatter Rechtsbruch und Betrug, und soll gefälligst verfolgt und auch geahndet werden, sofern es Indizien dafür gibt, die über bloße Spekulation hinausgehen. Bis dahin ist die Sache damit für mich geklärt.
Fair enough: Wenn die Facebook-Sache eine urbane Legende ist, dann war das hier reine Panikmache. Wenn es das nicht war, sieht die Sache anders aus. Daten sind, darüber sind wir uns sicher einig, die Währung des 21. Jahrhunderts. Gerade darum ist es wichtig, dass sorgfältig mit ihnen umgegangen wird.
Ich denke es ist legitim, wenn man im Fall StudiVZ kritisch guckt wie es mit der Datensicherheit aussieht. Das StudiVZ ist eine britische Limited, ich weiß also nicht in wie weit die an den deutschen Datenschutz überhaupt gebunden sind. Und wie es mit dem Datenschutz aussieht falls wirklich an Facebook verkauft würde.
Selbst wenn man die Änderungen in den Datenschutzbestimmungen per Mail rumschicken würde, ich sage mal dass mindestens 70% der betroffenen die Vertragsänderungsmail nicht lesen würde (besonders wenn der entscheidende Passus irgendwo in dutzenden unwichtigerer Änderungen versteckt wäre). Und da kann man sagen: Selbst Schuld. Man kann aber eben auch vorher abklopfen wie solide das alles ist. Und so vielleicht gewährleisten, dass sich das StudiVZ seinen Datenschutz nochmal gehörig durch den Kopf gehen lässt.
Ein beängstigendes Ausmaß an Sympathie mit den Studi-VZ-Verantwortlichen erweckten endgültig die “kritischen” Reaktionen auf die genannten Blogeinträge.
Den Spaß daran, jemanden zu treten der am Boden liegt, möchte ich der Blogsphäre nicht abstreiten.
Zusammenfassend bleiben als verifizierbare Tatsachen: Einer der StudiVZ-Gründer hat einen etwas seltsamen Humor und der Code der Seite weißt beträchtliche Mängel auf.
Ersteres tut nichts zur Sache und letzteres kann man zur Kenntnis nehmen und damit umgehen. (Übersehen kann man es jedenfalls nicht, wenn man sich länger als ein paar Minuten auf den Seiten des StudiVZs aufhält, und selbstverständlich wäre es wünschenswert, dass es geändert wird).
Ersteres tut nichts zur Sache. Korrekt. Zweites hingegen: Hast du das aktuelle Update auf der Blogbar gesehen? Die Sache mit den Photos auf einem ungesicherten Server? Jeebus H. Cripes, das grenzt an kriminelle Fahrlässigkeit, wenn an der Sache etwas dran ist.
Und wenn man nicht in der Lage ist zu sowas binnen eines Werktags zu beheben (und sei es nur, dass man den Server erstmal ausstöpselt) oder zumindest ein Statement dazu abzugeben, dann ist das hochgradig kritisch. Und noch ein Grund mehr sich zu überlegen, wem man da die Daten anvertraut.
Du musst halt davon ausgehen, dass eben nicht jeder StudiVZ-User so webgewand ist wie du und ich. Gerade darum (und weil das StudiVZ eben extrem stark wächst und als das nächste, große Internetding gehandelt wird) ist es eben etwas zu leicht das alles mit einem “Muss ja keiner seine Daten preisgeben/ seine Bilder hochladen” wegzuwischen. Klar muss das keiner. Aber wenn diesen Leuten gesagt wird, die Renten… äh… Daten sind sicher, dann sollten sie sich auch darauf verlassen können. Gerade weil man mit diesen Daten extrem viel Schaden anrichten kann.
Und in die Richtung scheint das StudiVZ bisher nicht zu halten, was man verspricht. Was garantiert also, dass man sich an andere versprechen hält. Eine gewisse Seriösität sollte dabei sein. Und die Sache mit dem offenen Server scheint ein echter Clusterfuck zu sein.
Wer Internetcommunities braucht, um ernsthafte persönliche Beziehungen zu pflegen, oder irgendwelche Daten, die ernsthaft delikater Natur sein könnten, auszutauschen, sollte sich mehr Gedanken über seine eigenen Persönlichkeitsbugs machen als über die Forenbugs des StudiVZ.
Durchaus wahr. Wer aber eine Internetkommune ins Leben ruft, den freien Austausch von Daten fördert und dann verspricht, dass die Daten so sicher sind, wie in Abrahams Schoß, der sollte auch bereit seinen Arsch die Schecks einlösen zu lassen, die der Mund ausgestellt hat.
Gerade wenn man eben nicht nur ein kleines Studiprojekt ist, sondern durchaus den Anspruch hat mit den großen Jungs zu spielen, Geld mit der Kiste zu machen (und das alleine würde ich niemandem zum Vorwurf machen) und von allen Seiten als der Musterknabe der goldenen Web2.0-Zukunft angepriesen wird.
Ähnlich blamabel wie für das StudiVZ ist das für die Journalisten, die in den letzten Monaten die Jubelarien aufs StudiVZ und Web2.0 im Ganzen unkritisch mitgetragen haben.
Danke dafür und für einen öffentlichen Raum, in dem ich meinem persönlichen Unmut über die unangenehmen Seiten der Netzkultur mal am Beispiel der StudiVZ-Debatte Luft machen konnte.
Sei mein Gast und danke für die Diskussion. Aber ich betone nochmal: Die Kritikpunkte solltest du ruhig auch zu denen tragen, die du da kritisierst. Auch wenn die Community vom Don (”Praetorianer”, wie er sie auch nennt) ungemütlich werden kann. Aber es wäre echt blöd, wenn dein Text hier auf ‘nem B-Blog untergeht.
November 21st, 2006 at 6:13 pm
recht haste, aber es sei erlaubt zu sagen, dass nach napster nicht sofort der bittorrent kam. erinnert sich noch jemand an: kazaa und freilich soulseek? ich hab das ja nie benutzt und nur von gehoert.
November 21st, 2006 at 6:29 pm
[...] Ab heute auch verboten: Killerapplikation (z.B. StudiVZ oder Minesweeper) The Killers Killerpilze Ttensen Tintenkiller und Schule fllt auch aus. [...]
December 1st, 2006 at 5:02 pm
Nur noch kurz zu der Sache (nachdem du dir die Mühe einer so ausführlichen Antwort gemacht hast, sollte ich wohl auch noch mal kurz melden):
Du hast natürlich alles in allem Recht und zumindest den Schlusssatz meines letzten Posts muss ich zurückziehen: Klar kann man mit den entsprechenden Sicherheitslücken irgendwie umgehen, aber verdammte Scheiße, wer ein derartiges Angebot ins Netz stellt hat auch eine gewisse Verantwortung, der die StudiVZ-Verantwortlichen offenbar nicht nachkommen.
Etwas relativieren möchte ich aber auch deine Selbstgeißelung bezüglich der Relevanz deines Blogs: Ich weiß natürlich nichts über deine Besucherzahlen, aber zumindest habe ich, nachdem ich über einen Link auf deine Drawn-Together-Rezension gestoßen bin, in erster Linie durch deine Artikel überhaupt die unendlichen Weiten der niveauvolleren Seite der “Blogosphere” kennen und schätzen gelernt.
Deswegen habe ich meinen Schutt auch hier abgeladen, da ich hier - im Gegensatz zur Blogbar - das Gefühl hatte, dass eventuell etwas mehr Leute mitlesen, mit denen Kommunikation lohnt bzw. überhaupt möglich ist.
Natürlich dennoch irgendwo an der falschen Adresse. Mann, das waren noch Zeiten, als es mehr als nur eines Mausklicks bedurfte, um nach einem langen Seminartag übermüdet, unterzuckert und vollgepumpt mit Nikotin einen nur mäßig geordneten Gedankenwust weltweit zu veröffentlichen…