Doppelplusunreichtum in Deutschland
Immer noch nicht genug Zeit um selbst aktiver in die Tasten zu hauen (zumindest für das Blog). Aber genug Zeit um festzuhalten, dass die neue “Unterschichtendebatte” die selbe alte Scheiße in neuer Verpackung ist.
Es ist einmal mehr ein Beispiel dafür, wie in Deutschland Probleme angepackt werden: Indem man einen bekackten Krieg gegen die Sprache führt.
Laut einem Bericht leben also 6,5 Millionen Deutsche - darunter jeder fünfte Ostdeutsche - in Armut. Wo liegt das Problem? Fragen wir doch Franz Müntefering, Vizekanzler von Gottes Gnaden. Der enttarnt das Wort “Unterschicht” als das was es ist: “Soziologendeutsch“. Folgerichtig wird das Wort benutzt von? Franz? “[L]ebensfremder Soziologen.”
Nun bin ich der letzte Mensch auf Erden, der eine Chance verstreichen lassen möchte, um einen Witz auf Kosten von Soziologen oder Soziologiestudenten zu machen. Aber lassen wir uns die hauchfeine Ironie mal auf der Zunge zergehen. Franz “Wir müssen den Stahlhelm enger schnallen” Müntefering beklagt sich über “Lebensfremde”. Damit kennt er sich aus: Immerhin leitet er die SPD. Und, ganz im Ernst, ein Mann der über das SPD-Parteivorsitzendenamt sagt “Das ist das schönste Amt, neben dem Papst”, der kennt sich mit Lebensfremde definitiv aus.
Aber, jetzt ist natürlich noch nicht geklärt warum der Unterschichtenbegriff weltfremd ist. Franz?
Es gibt keine Schichten.
Aaah. Ach so. Die klassenlose Gesellschaft. Natürlich. Wieso ist mir das nicht eingefallen. Darf ich das Argument nochmal zusammenfassen, um sicherzustellen, dass ich es verstanden habe? Weil nicht sein kann, was nicht sein darf… gibt es in Deutschland keine Unterschicht. Mein Gott, es ergibt beinahe einen Sinn.
Aber wir rücken vom Thema ab. Also, nochmal: 6.500.000 Deutsche leben in Armut. Und wo genau liegt das Problem? Darin, dass man diese Leute als Unterschicht bezeichnet. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil dazu:
“Mit dem Begriff sollte man vorsichtig sein.” Die SPD und ihr Chef Kurt Beck würden ihn sich jedenfalls nicht zu eigen machen, weil man damit Menschen stigmatisiere.
Eben. Das wollen wir nicht. Unterschicht. Das klingt so drecking und bildungsfern. Und problembeladen. Nennen wir sie doch lieber die “neuen Armen”. Dann sind sie nicht mehr stigmatisiert. Woher sie ihren Kinder die Bildung bezahlen sollen, oder von welchem Geld sie ihre Waschmaschine reparieren lassen sollen oder eventuell auch nur, woher sie das Geld für bestimmte Medikamente nehmen sollen, das wissen diese “neuen Armen” immer noch nicht. Aber zumindest gehören sie nicht mehr zur Unterschicht.
Ich möchte jetzt gar nicht abstreiten, dass der Begriff Unterschicht eine negative Konnotation mit sich bringt. Aber wegdiskutieren zu wollen, dass es Schichten in Deutschland gibt, weil irgendwann mal entschieden wurde, dass die deutsche Gesellschaft klassenlos ist, das ist… gewagt. Besonders wenn fast alles darauf hindeutet, dass es vielleicht doch sowas ähnliches wie Schichten geben könnte. Etwa der Umstand, dass die Kinder von Arbeitern viel wahrscheinlicher nicht studieren werden, als die Kinder von Beamten oder Menschen die finanziell sicherer gestellt sind.
Der Kern ist aber, dass man es mal wieder schafft, an der eigentlichen Thematik vorbeizudiskutieren. 6,5 Millionen in Armut. Jeder fünfte Ostdeutsche. Millionen Kinder betroffen. Das sind die Fakten, die diskutiert werden müssten. Das sind die Proleme die existieren. Die Scheiße sollt ihr vom dampfen abhalten, Volksparteien.
Was passiert stattdessen? Wir diskutieren über den Begriff, den das Ganze in der öffentlichen Wahrnehmung erhalten hat. Wir diskutieren über Wörter. Es wird nicht gefragt, wie man die Unterschicht “upliften” kann, es wird gefragt ob wir es unbedingt Unterschicht nennen müssen. Und wir haben beim “Unterschichtenfernsehen” gesehen, wohin diese Debatte führt.
Gibt es eine Unterschicht? Ist die Unterschicht vielleicht besser als ihr Ruf? Kann man das so ohne weiteres sagen? Wie definiert man Unterschicht? Gibt es vielleicht einen besseren Begriff dafür? Einen weicheren Begriff? Einen, der niemandem weh tut? Am Ende wird irgendein Politiker oder TV-Kommentator diesen “besseren” Begriff finden. (Außer die Debatte plätschert am Ende unbeachtet dahin, weil etwas anderes die Aufmerksamkeit der Medien erregt… Michael Ballack hat Sex mit Kim Jong Ils Atombombe, Bill Kaulitz verlässt Tokio Hotel und beginnt eine Ausbildung als Fließenleger, Duke Nukem Forever erscheint… sowas halt.) Und dann ist das Problem gelöst, weil wir keine Unterschicht mehr haben, sondern “die sozial minimaler priviligierten Strata” oder sowas in der Art…
So oder so: Am Ende werden wir immer noch 6,5 Millionen Arme haben, aber zumindest haben wir darüber gesprochen, ob man diese Leute lieblos als “Unterschicht” zusammenwürfeln und stigmatisieren darf. Und weil wir ob der angespannten Finanzlage schon nicht in der Tat sozial sein können, dann sind wir es zumindest im Wort. Die “neuen Armen” werden es uns danken, auch wenn ihre Situation ansonsten doppelplusungut ist. Ein Hoch auf Neusprech.
Je älter ich werde, desto klarer wird mir, dass George Carlin verdammt richtig lag. Und das nicht nur auf Amerikaner bezogen:
Americans have a lot of trouble dealing with reality. Americans have trouble facing the truth, so they invent the kind of a soft language to protect themselves from it, and it gets worse with every generation. For some reason, it just keeps getting worse. [...]
Poor people used to live in slums. Now the economically disadvantaged occupy substandard housing in the inner cities. And they’re broke! They’re broke! They don’t have a negative cash-flow position. They’re fucking broke! Cause a lot of them were fired. You know: Fired. Management wanted to curtail redundancies in the human resources area, so many people are no longer viable members of the workforce. [...]
Cripples! Simple honest direct language. There is no shame attached to the word cripple that I can find in any dictionary. No shame attached to it, in fact it’s a word used in bible translations. Jesus healed the cripples. Doesn’t take seven words to describe that condition. But we don’t have any cripples in this country anymore.
We have the physically challenged. Is that a grotesque enough evasion for you? How about differently abled. I’ve heard them called that. Differently abled! You can’t even call these people handicapped anymore. They’ll say, “Were not handicapped. Were handi-capable!” These poor people have been bullshitted by the system into believing that if you change the name of the condition, somehow you’ll change the condition.
Und der letzte Satz ist verdammt universal anwendbar…
Nachtrag 1: Der erste Alternativbegriff, der eben in der ARD fiel ist “Präkariat”.
Nachtrag 2: Achja. Nochmal zum Vorwurf, man würde hier eine Bevölkerungsgruppe stigmatisieren. Haben Hartz-IV-Empfänger ein Recht auf Urlaub? Elektronische Fußfesseln für Langzeitarbeitslose? Fehlt es Hartz-IV-Empfängern an Anstand? Ja, gut dass die politische Elite sich so für unsere Ärmsten einsetzt und eine semantische Stigmatisierung ganzer Bevölkerungsgruppen mit dem Wort Unterschicht vermeiden will.
October 17th, 2006 at 6:24 pm
Auf den Punkt. Ehrlich. Meine Hochachtung. Mehr gibt es zu der mehrfach gequirlten Fäkaldebatte nicht zu sagen.
October 17th, 2006 at 10:41 pm
Da diese “Schicht” ja bisher durch chronisches Nichtwählen auffiel braucht man sich als Politiker ja auch nicht um diese Klientel zu kümmern. NPD-Parlamentssitze kann man ja als Protestwahl abwinken.
October 17th, 2006 at 11:15 pm
Schade, dass ich keine Ahnung von Politik besitze, ich würde gerne mitdiskutieren. Aber dass die Scheisse am dampfen ist, ist selbst mir jahrelangem Hartz IV-Empfänger, der mittlerweile wieder frisch in Arbeit ist, klar geworden.
October 19th, 2006 at 7:47 am
Irgendwie geht Dein Artikel an dem Kern der Problematik vorbei. Anstatt sich über Sprachgebrauch aufzuregen, könnte man in diesem Zusammenhang mal andere Fragen stellen:
Was bedeutet in unserem Lande überhaupt “Armut”? - Nur ein DVD-Player im Haushalt? Kein Plasmafernseher? - Oh, die armen Leute!
Wie kann man der unumstrittenen Tatsache begegnen, dass sich in Deutschland eine immer größer werdende bildungsferne, zukunftsferne und vor allem asoziale Schicht ausbreitet, die ohne Gegenmaßnahmen in kürzester Zeit tatsächlich den vielzitierten “Untergang des Abendlandes” herbeiführen wird?
October 19th, 2006 at 9:42 am
Naja, ich wage schon zu behaupten, dass die Definition von Armut (ich glaube, derzeit heißt das “Verdienst von 60% des Durchschnittseinkommens oder weniger”) sich nicht darauf beläuft, dass die Leute keinen Plasmafernseher oder keinen zweiten DVD-Player haben. Das klingt jetzt nämlich auch stark nach Talkshowargument.
Wenn du es dir zum Beispiel nicht leisten kannst, mal eben im Wochenende in die Eiffel zu fahren um deine Eltern beim Hochzeitstag zu besuchen, weil das ein zu großes Loch in dein Budget reißt. Wenn du als Rentner auf einmal im Minus bist, weil deine jährliche Heizölrechnung deine monatliche Rente weit übersteigt (die sonst gerade ausreicht um über die Runden zu kommen, aber keine großen Sprünge zulässt). Wenn du dein Kind lieber krank meldest, als es an einer Klassenfahrt teilnehmen zu lassen, weil dich die Nebenkosten der Fahrt in Bedrängnis bringen. Das sind meiner Ansicht nach eher die Probleme um die es geht, als das Gefühl, dass sich nicht jeder einen HD-Fernseher leisten kann.
Natürlich hast du Recht, dass ich darauf nicht eingehe. Und natürlich hast du Recht, dass das ein wichtiges Thema wäre. Das wichtigere Thema sogar. Aber der Grund warum ich mich über die Sprache aufrege, ist dass sie von der Politik benutzt wird, um dem Problem selbst aus dem Wege zu gehen. “Unterschicht” hat eine negative Wortbedeutung. Klar. Aber zumindest klingt es nach einem Problem.
Das “Prekariat”? Fuck me now. Das klingt nicht wirklich nach einem Problem, dafür ist es viel zu abstrakt. Klingt wie Voluntariat. Dieses “Weichreden” von Problemen ist eben auch ein Problem. Im Osten gibt es “No-Go-Areas”, sagte der Heye. Worüber diskutieren wir? Ob “No-Go-Areas” vielleicht ein zu starkes Wort ist und damit der Osten als Ganzes stigmatisiert wird.
Oder Nazis. Wir haben kaum Nazis in Deutschland. Du musst schon ein NPD-Parteimitglied sein, damit du so gesehen wirst. Ansonsten: Wenn du dein Kreuz seit Jahren regelmäßig bei NPD oder DVU machst, dann bist du ein “Protestwähler”. Oder wahlweise “von den Parteien über ihre Ziele in die Irre geführt worden”. Wenn du als Jugendlicher Ausländern im Osten den Schädel eintrittst, dann bist du “verwirrt und gesellschaftlich überfordert”. Was nicht einmal komplett am Thema vorbeigehen mag, aber so lange wir nicht in der Lage sind Probleme zu akzeptieren, selbst wenn sie mit harschen Worten umschrieben werden, so lange sind wir nicht in der Lage mit den Problemen umzugehen.
Ich stimme dir absolut zu, dass wir uns in Deutschland derzeit einen Bodensatz zulegen, der sich zum sozialen Sprengsatz entwickeln könnte. Und zwar keinen homogenen. Egal ob du nun die Migrantenkinder in den Städten hast, die keine Chance sehen sozial aufzusteigen, die entlassenen Facharbeiter, die Mitte Vierzig keine adäquaten Jobs mehr finden werden oder die ostdeutschen Jugendlichen, die den Ausländern und Juden die Schuld an Allem geben.
Aber, wie gesagt: So lange die Politik darüber diskutiert, wie man diese Problematik in ein Zuckerwort packen kann, das niemandem wehtut und nicht zu harsch klingt, so lange behalte ich mir das Recht vor, diese Politik zu kritisieren.
October 19th, 2006 at 12:40 pm
[...] Drüben bei agitpop regt sich Björn über die “Unterschichtendebatte” auf (mit Recht) und fügt schließlich an: Nochmal zum Vorwurf, man würde hier eine Bevölkerungsgruppe stigmatisieren. Haben Hartz-IV-Empfänger ein Recht auf Urlaub? Elektronische Fußfesseln für Langzeitarbeitslose? Fehlt es Hartz-IV-Empfängern an Anstand? Ja, gut dass die politische Elite sich so für unsere Ärmsten einsetzt und eine semantische Stigmatisierung ganzer Bevölkerungsgruppen mit dem Wort Unterschicht vermeiden will. [...]
October 22nd, 2006 at 2:19 am
Versteh mich nicht falsch, Björn: Mir ist die absurde Diskussion über die Namensnennung des Problems durchaus nicht entgangen und ich stimme Dir zu, dass dies mal wieder nur zu deutlich macht, was unsere Politiker (und die Medien) so treiben - nämlich das Zerreden der Tatsächlichen Probleme, um sich zu diesen dann doch nicht konkret zu äußern. Ich habe Deinen Artikel auch als Kritik daran verstanden.
Meine Kritik richtet sich daher auch weniger an Dich, als viel mehr an die oben genannten Adressen. Dennoch fehlt mir in Deinem Text eben dieser Knackpunkt: Die Namensdebatte versucht lediglich das eigentliche Problem zu verschleiern! Ein Problem, das mir immer mehr Bauchschmerzen bereitet und mich ernsthaft über das Auswandern nachdenken läßt. Ich habe seit geraumer Zeit das sichere Gefühl, dass unsere Gesellschaft, aus recht offensichtlichen Gründen, den Bach herunter geht. Und niemand traut sich, das Kind endlich mal bei Namen zu nennen, geschweige denn es anzupacken…
October 25th, 2006 at 5:45 pm
und die lösung des problems? andere partie wählen? npd ? linke?
October 26th, 2006 at 12:31 am
Glückwunsch. Problem und im Text vorgeschlagene Lösung voll erkannt. Am besten Erststimme NPD und Zweitstimme PDS, dann hat man im Mittel gemäßigt gewählt. Und wenn SPD, FDP, Grüne oder CDU Murks bauen, dann sollte man da nichts zu sagen, weil man sonst automatisch den linken oder rechten Rand bedient. Außerdem: Nie etwas kritisieren, außer man hat es mal selbst gemacht. Genau darum ging es mir. Eins Plus mit Sternchen für Auffassungsgabe.
Ansonsten: “Partie” schreibt man hintendran mit y.
October 26th, 2006 at 12:58 am
Mit dem Begriff “Unterschicht” wird einer Erscheinung ein Name gegeben, gleichsam wird das Bezeichnete neu geschaffen - in den Köpfen der Menschen (Pragmatik).
Worin besteht nun der Nutzen für denjenigen, der den Begriff eingeführt hat (die SPD)?
“Divide et impera” heisst es schon bei den Römern “Teile und herrsche!”
Die SPD muss sich nach Links angrenzen, sonst läuft sie Gefahr noch mehr Wähler an die PDS/WASG abzugeben. Die “asoziale” Politik der SPD hat sie Mitglieder und Wählerstimmen gekostet. Jeder Genosse steht im Gewissenskonflikt, da die Politik der SPD keine sozialdemokratische mehr ist. Um nicht noch mehr zu verlieren, muss eine Grenze zwischen den Bevölkerungsgruppen gesetzt werden, und diese Grenze ist mit dem neuen Begriff eingeführt (Teile und herrsche!).
Niemand wird gerne als zu dieser negativ konnotierten Unterschicht gehörig bezeichnet. Und die, die dazu gehören, werden stigmatisiert. Und die Stigmatisierung wird größer, je mehr betont wird, dass man diese Menschen nicht stigmatisieren darf, weil das verwerflich wäre, und je weniger die eigentliche Lage dieser Menschen thematisiert wird.
Ja, im Gegenteil! Wenn die ausweglose Situation dieser Menschen thematisiert würde, ginge der Stigmatisierungseffekt verloren.
M. a. W. das Ausbleiben der Diskussion über die reale Lage dieser Menschen, ist ein Beleg für die BEABSICHTIGTE Stigmatisierung der Menschen - zum politischen Nutzen der SPD.
Zum Ende der Weimarer Republik praktizierte die SPD bereits Gleiches, weshalb sie als “Sozialfaschisten” bezeichnet wurden.
Dass auch die weiter rechts von der SPD stehenden Parteien davon profitieren versteht sich von selbst.
November 3rd, 2006 at 2:30 pm
ich denke auch, dass nicht die armut an sich das problem ist, sondern mal wieder die gute alte bildung. gebt den leuten noch mehr geld, das ändert nichts an dem problem der unterschicht an sich. wenn die leute mehr geld zur freien verfügung haben, bedeutet dass ja nicht automatisch dass sie es z.b. in bücher/kleidung/bessere nahrung für ihre kinder oder nötige reperaturen investieren, viel eher würden sie sich noch mehr zigaretten/ungesundes essen (unterschichtenfettleibigkeit als wachsendes problem) oder fake d&g-kleidungsstücke kaufen.
oder wie neulich ein immigrantenjunge sagte: “boah alter, beim snipes gibts supergeile niketurnschuhe für 160 euro! lass uns mal laptops zocken am hauptgebäude, die ganzen studenten haben laptoptasche, wallah, isch schwöre!”
ich denke also, dass eine falsche sozialisation viel eher ein problem darstellt, als der finanzielle aspekt an sich. ausgenommen ist natürlich hier der soziale bodensatz auf obdachlosen usw…
November 7th, 2006 at 4:40 pm
Danke für den Blog. Super Statement, kann ich nicht dran meckern.
Über Begriffe können nur Deppen streiten - und sich dann an der Begriffswahl aufhängen. Einen Lösungsvorschlag haben die wenigsten - abgesehen von einem anderem Namen für die Untschicht. Ob jetzt du “Unterschichtler” eine größere Beleidigung darstellt als “Hartz 4-Empfänger” ??? - Kommt aufs gleiche raus. PRÄKLARIAT, wegen mir, das stigmatiesiert sicher genauso, aber im “Untschichtenfernsehn” versteht das sowieso keiner. Stigmatisieren, mir bricht das Herz. Sowie ein Sozialhilfe-Empfänger jetzt ein Arbeitslosengeld II-Bezieher ist - alles das selbe, schön verpackt.
Zu twisted sister: Auch richtig. Ob man sich die Zeitung mit den vielen Bildchen oder die FAZ kauft macht finanziel keinen Unterschied, aber die Bildung entscheidet darüber, welchen Inhalt man vorzieht.
November 18th, 2006 at 5:02 pm
[...] Ja, äh Nein, ich mein’ Jein. Im Zweifelsfall sollten ebenfalls all jene Arbeitnehmer steuerlich entlastet werden, die den Lockruf des Goldes überhören und in Deutschland bleiben, statt sich ins Ausland zu verdrücken. Den Prekarianern hingegen sollte der Staat anderweitig unter die Arme greifen; sie beispielsweise mit Zuschüssen dazu bewegen, doch bitte D-Land den Rücken zu kehren. [...]
October 11th, 2008 at 8:39 am
[...] einer der lustig böse ist. Ist zwar schon aaaaalt, habe ich aber eben erst entdeckt (und zwar hier). George Carlin lässt sich über Euphemismen in der amerikanischen Sprache aus. Zwar auch ein [...]