Liebling des Monats – Juni 2005
Thursday, June 30th, 2005Schon wieder ein ganzer Monat vergangen seitdem das westphälische Wahlvolk sich für Jürgen Rüttgers als zukünftigen König ausgesprochen hat und Ping-Ping-Gerd ist immer noch Kanzler. Nun, das kann uns jetzt egal sein, der Mohr hat seine Schuldigkeit getan und kann gehen. Wir hier bei Agitpop haben einfach nicht die Aufmerksamkeitsspanne die nötig wäre um so einen Wahlkampf bis zum bitteren Ende mitzuverfolgen und darum suchen wir uns einen neuen Lebensabschnittspartner, der diesen Monat unser verehrter und vergötterter “Liebling des Monats” (LdM) werden soll. Wen wird unser Zufallsgenerator unser überparteiliches Wahlkommittee für diese prestigeträchtige Position ausgewählt haben? Die Antwort ist:
Tom Cruise
Jawohl, mit einem Millionen-Dollar-Mega-Wird-Hollywood-
Retten-Blockbuster in der Tasche hat er es geschafft dem medialen Vergessen nicht anheim zu fallen. To the contrary: Mr. Cruise hat es erreicht die kollektive Medienlandschaft mit einem Flächenbombardement an Omnipräsenz zu überziehen, das dafür gesorgt hat, dass viele Deutsche im Juni öfter Tom Cruise als ihre Kinder und/oder Ehepartner zu Gesicht bekamen. Und nicht nur, dass Tommy-Gun uns den Glauben an die wahre Liebe zurückgegeben hat, dass er uns bewiesen hat, dass man sich mit seiner Ex-Frau weiterhin verstehen kann, dass man ein großer Hollywoodheld und trotzdem ein demütiger Action-Star seines eigenen Lebens sein kann, dass er uns den Weg aus der Drogensucht gezeigt hat (unser Hausdealer hat als einziges permanentes Mitglied des Agitpop-Internetsicherheitsrates gegen die Wahl von Tom Cruise zum LdM gestimmt)… nein, Tom Cruise hat im Alleingang – und nur bewaffnet mit seinem blendenden Aussehen, seinem jungehaften Lächeln und seinem überragenden Charisma – die Welt der Psychologie revolutioniert. Wir sind froh, dass wir endlich unseren Helden Tom Cruise zum Liebling des Monats wählen, ihm eine Statue vor unserem Hauptquartier errichten und dieser nun täglich Opfergaben darbringen können. Ja, das war der eigentliche Grund warum dieses Weblog gestartet wurde… um endlich sagen zu können: Danke, Tom Cruise. Danke.
… … halt, moment! Das stimmt nicht: Was ich eigentlich sagen wollte war: Fuck you, Tom Cruise! Fuck you! Und das musste schon seit 1997 raus, als Mr. Cruise am kreativen Prozess zu Mission: Impossible beteiligt war. Ich bin ein riesiger Fan der Fernsehserie Kobra, übernehmen Sie und ich nehme es Tom Cruise nicht übel, dass er ein Stück meiner Kindheit aus dem wohlverdienten Grab gerissen hat. Was ich ihm übel nehme ist dass er den Kadaver mehrfach vergewaltigt, ausgeweidet und dann in die offene Leiche geschissen hat. Einen großen, dampfenden Haufen! Man verzeihe mir mein französisch. Aber mal im Ernst: Jim Phelps, jahrzehntelang einziger Garant für Frieden und Freiheit vor dem fiesen internationalen Kommunismus ist ein feiger Verräter, ein Kameradenschwein und Freundesmörder? Am Arsch, du megalomaner Giftzwerg, am Arsch! Hey, wo du schon meine Kindheitshelden tot haust: Es gibt immer noch keinen A-Team-Film und ich würde liebend gerne sehen wie Hannibal Smith sein Team an Colonel Decker ausliefert, B.A. mit schlechter Milch vergiftet und Murdock in einer Elektroschocktherapie zu Tode gebrutzelt wird. Das wäre doch sicher spaßig. Oh, und wo wir schon dabei sind: Komm doch gleich vorbei und reiß mir mein verdammtes Herz raus und spuck mir ins Gesicht…. ja, verdammt: Fuck you, Cruise! Fuck you with a fuckin crowbar!
[Die Mitarbeiter der geschlossenen Abteilung des Arkham Asylums möchten sich für das vorangegangene Traktat entschuldigen. Der Patient wird zukünftig nicht mehr ans Keyboard gelassen bevor er nicht seine Tagesdosis Prozac geschluckt hat. Der offensichtlich unter wahnsinniger Paranoia bzgl. Mr. Cruise leidende Patient wird für den Rest dieses Textes von einem der 1000 Affen an 1000 Schreibmaschinen ersetzt.]
Da der “Liebling des Monats” die größte Auszeichnung ist, die man in der freien Welt erhalten kann (weit vor einem Nobel- oder Pulitzerpreis, höchstens noch geschlagen von der Auszeichnung “König von Mallorca” die derjenige erhält, der Jürgen Drews im Wettmelken seiner Ehefrau schlagen kann), soll es hier darum gehen die Verdienste von Mr. Cruise zu preisen und nicht Björn ein Forum für seine selbstdarstellerischen Frustrationen zu geben. Und es gibt viel, wofür man Rain Mans Bruder im letzten Monat preisen muss. Oder man macht es wie die ZEITUNG und preist einfach gleich diesen großen kleinen Mann als Gesamtwerk:
“Tom ist kein Gott. Er ist verdammt menschlich. Er ist der Action-Star seines eigenen Lebens – live: “Es gibt so viel Leid! Ich muß helfen. Wenn ich am Ende des Tages meine Kinder sehe, will ich etwas Gutes getan haben…”
Ja, zur Apotheose hat es leider noch nicht ganz gereicht, aber als “Action-Star seines eigenen Lebens” (noch dazu “live”, was nach dem kopfschmerzenerregenden Slogan der hessischen Jugendherbergen klingt: “Das Leben live erleben!”) ist das ja auch schon was. Und wie wir im Satz vorher erfahren: “Seine Körpersprache atmet Demut“, wie andere Menschen Luft atmen. Denn Tom ist der legitime Erbe des großen Kommunikators Ronald Reagan. Im Alleingang führt er hier im “Narconon”-Center den Kampf gegen die Drogen mit einer Verbissenheit, dass man fürchtet, dass er im nächsten Moment im Alleingang in Kolumbien einmarschieren wird. Aber die Pantienten danken es, ihm denn “Diese Augen lächeln, wenn sie Tom Cruise sehen.” Und bei Phrasen wie “Seine Körpersprache atmet Demut” und “Diese Augen lächeln” ahnen Sie es bereits, auch die ZEITUNG wird von 1000 Affen an 1000 Schreibmaschinen geschrieben.
Das Narconon-Programm hat es Tom Cruise angetan. Was für einen Sinn hat es, ein großer kleinwüchsiger Hollywood-Star zu sein – gar ein Action-Star seines eigenen Lebens – wenn man nicht in der Lage ist, anderen zu helfen den wahren Weg zu sehen. Und wie Tom Cruise dem SPIEGEL an anderer Stelle mitteilte: Das Narconon-Programm ist das einzige Drogenentzugsprogramm der Welt das wirklich funktioniert. Und er persönlich (!) hat Hunderten durch ihren Entzug geholfen. Gerade darum ist es ihm so wichtig. Denn das Narconon-Programm hat schwer zu kämpfen. Nur weil die bösartige liberal-katholisch-freimaurerische Weltverschwörung da draußen es auf Scientology abgesehen hat, muss ein gutes und solides Drogenprogramm dran glauben.
Aber – und auch das zeichnet einen echten Helden aus – davon lässt sich Tom Cruise nicht entmutigen: Denn während der Rest der Welt unfairerweise Narconon als gefährlichen Humbug geißelt, konzentriert sich Mr. Tom auf den wahren Feind den die schweigende Mehrheit der Verschwörung deckt. Die Psychatrie. In der Today Show mit Matt Lauer erklärte er Ritalin den Kampf. Einer gefährlichen “Straßendroge”, wie er sagte. Denn seien wir ehrlich, wieviele Ritalintote müssen noch in deutschen Bahnhofstoiletten gefunden werden ehe wir das Problem begreifen. Das Problem ist, wie der Action-Star seines eigenen Lebens zu Tom Lauer sagte: “You don’t know the history of psychatry. I do.”
Das Problem mit diesen Drogen ist, dass sie “mind-altering” sind und dazu führen werden, dass wir alle in Huxleys “brave new world” enden. Dass dieser Fernsehschmierfink, ohnehin sicher Mitglied der liberalen Medienlandschaft, Tom erzählt, dass er Menschen kenne, denen Psychopharmaka geholfen haben, davon lässt sich Tom Cruise nicht stoppen. Stattdessen enttarnt er Lauer als das was er ist: Eine Werbemarionette und ein Apologet für die Gehirnwäschepsychologie. Ja, und weil Tom Cruise sich so gegen die “schöne neue Welt” einsetzt und nicht will, dass Drogen unseren “Verstand verändern” möchte er auch dass “mehr Menschen Scientology verstehen”. Wer sonst soll Menschen vor Gehirnwäsche schützen wenn nicht L. Ron Hubbards Kuschelreligion? Wie er am Anfang des Interviews sagte: “[Psychatry] is a pseudo science.” Als Mitglied einer Pseudo-Religion ist Mr. Cruise schließlich Fachmann für sowas.
Außerdem erklärte er in diesem Interview das Geheimnis seines Erfolgs: “I don’t talk about things that I don’t understand.” Und das stellte Mr. Cruise Missile auch gleich mal in einem Interview mit Entertainment Weekly unter Beweis, wo er weiterhin seinen einsamen Kampf gegen die Psychatrie führte:
EW: Yeah, but Scientology textbooks sometimes refer to psychiatry as a ”Nazi science”…
CRUISE: Well, look at the history. Jung was an editor for the Nazi papers during World War II. [According to Aryeh Maidenbaum, the director of the New York Center for Jungian Studies, this is not true.] Look at the experimentation the Nazis did with electric shock and drugging. Look at the drug methadone. That was originally called Adolophine. It was named after Adolf Hitler… [According to the Dictionary of Drugs and Medications, among other sources, this is an urban legend.]
Entertainment Weekly, nicht gerade bekannt als Keimzelle des investigativen Journalismus, fühlt sich berufen schwachsinnige unliebsame Aussagen von Tommy-Boy noch im Interview zu korrigieren zu diskreditieren. Aber seien wir ehrlich: Das ist nur ein weiterer Versuch der Hasspresse Tom Cruise schlecht zu machen. Denn mal im Ernst, wem würden Sie eher glauben: Einem charismatischen Filmstar ohne Schulabschluss oder einer Organisation, die sich schon “Center for Jungian Studies” nennt und einem “Dictionary of Drugs and Medications”, wo schon der Titel besagt, dass man für Drogen und Medikamente ist? Und warum sollte man Tom Cruise nicht vertrauen können? Er hat doch selbst gesagt, dass er nicht über Dinge redet von denen er nichts versteht und dass er die Geschichte der Psychatrie studiert hat. Außerdem baut Cruise hier gleich zwei Nazi-Vergleiche ein, bekanntlich die Königsdisziplin jeder Argumentation. Und kein ehrbare Scientologe würde einen Nazi-Vergleich benutzen, wenn es nicht zwingend nötig wäre. Das wissen wir alle seit diesem offenen Brief aus dem Jahre 1997 der – zu Recht – kritisiert, dass die Scientologen in Deutschland verfolgt werden, wie die Juden in den 1930ern. Oder wann haben Sie das letzte mal in einem scientologischen Geschäft eingekauft? Eben!
Prof. Dr. Cruise, wie wir ihn von jetzt ab respektvoll nennen werden, hat in diesem Interview auf jeden Fall einen wichtigen Punkt unterstrichen: Warum sollte man einem ausgebildeten Psychiater, der allen ernstes glaubt, dass Kinder in ihren eigenen Fäkalien spielen sollten (bei uns Affen ist das was ganz anderes) und dass Träume über Zahnverluste Potenzängste ausdrücken (eindeutig Bullshit), hunderte Euro für eine Therapie zahlen, wenn man mehrere hunderttausend Dollar an einen Kerl zahlen kann, der daran glaubt, dass der intergalaktische Despot Xenu vor 76 Millionen Jahren Milliarden Aliens in den Vulkanen von Teegeeack (der Erde) getötet hat, deren Seelen (Thetanen) noch heute die Menschheit davon abhalten, ihr göttliches Potential zu erreichen (wissenschaftlich erwiesener Fakt)? Genau, wir sehen auch keinen Grund dazu…
Was uns besonders freut, ist dass Dr. Cruise uns nicht nur mit seinem Kreuzzug gegen die Nazipsychologie auf die Eier ging belehrte, sondern uns auch noch den Glauben an die wahre Liebe zurück gab: Denn wenn ein alternder Action-Star seines eigenen Lebens und eine junge Hollywood-Dirne… äh… Diva sich medienwirksam unter dem Eiffelturm verloben, zu einem Zeitpunkt an dem neue Filme von beiden Turteltauben in die Kinos kommen, dann muss das wahre Liebe sein. Aaaah, schön. Und wenn man dann noch bedenkt, dass diese Verlobung unter dem Eiffelturm stattfand, obwohl der mal den Nazis gehört hat, dann zeigt dass wie tolerant man als Scientologe sein kann. Und sogar seine Ex-Frau läd er zur Hochzeit ein. Schön. Und so romantisch: Wenn man sich das Video anschaut, das zeigt wie Prof. Dr. Cruise seine Liebe zu Katie Holmes bei Oprah gesteht und dabei rumhüpft wie ein tollwütiger Schimpanse der sich in einen brennenden Terminhaufen gesetzt hat (mein Cousin Ed hat das auf der letzten Weihnachtsfeier gemacht, nachdem er die halbe Schüssel Bowle alleine gesoffen hat), dann fallen einem dazu nur zwei Dinge ein: Entweder das ist wahre Liebe und Tom fühlt sich zwanzig Jahre jünger… oder der gute Mann sollte seine Einstellung zu Ritalin doch nochmal überdenken.
Und weil Dr. Cruise mit seiner revolutionären Reevaluation der Psychologie und Psychiatrie und seiner schüchternen Kindergartenliebschaft zu Katie Holmes vielleicht nur 22,5 und nicht 24 Stunden am Tag von deutschen Fernsehschirmen und Zeitschriftenständern grinsen würde, ist da ja auch noch sein neuer Blockbuster Krieg der Welten, in dem die Erde von fiesen Aliens angegriffen wird. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte nicht bestätigt werden ob sich Xenu unter ihnen befindet oder nicht. Dafür ist bestätigt, dass sich am Drehset ein Scientology-Informationszelt befand, das E-Meter-Test für den Fall anbot, dass ein Schauspieler das Gefühl hatte, dass seine grottenschlechte Leistung an den Körper-Thetanen in seinen Mundwikel gelegen hat. Okay, das ist jetzt eine Vermutung von mir. Aber das Zelt war auf jeden Fall da.
Und offenbar hat sich der Vertrieb gleich mal mit den Scientologen abgesprochen und das ultimative Scientology-Erfolgsgeheimnis in Anspruch genommen: Wenn sie über dich schreiben, verklag sie! Immerhin ist Scientology die einzige Religion, die ihre religiösen Schlüsseltexte mit einem Copyright geschützt hat, so dass sie im Zweifelsfalle Seiten schließen können, die darüber schreiben… oder sie aus dem Wayback-Archive und Google löschen lassen können (und tschüß, lustige Suchbegriffe). Und, echt gezz , eine so großartige Geschichte wie die rund um Xenu, Teegeeack, die Thetanen und DC-8s im Weltraum… da muss man schon aufpassen, dass die nicht von fremden Ideendieben beschmutzt wird. Am Ende macht noch jemand einen Film daraus, der der Geschichte nicht gerecht wird. Will sagen: Der Film könnte irgendwas taugen oder halbwegs glaubwürdig sein. Nein, da setzt man lieber auf Menschen, die sicherstellen, dass die Qualität des Originals erhalten bleibt. Das hat auch schon bei Battlefield Earth funktioniert.
Eine verschlagene Taktik, das mit dem Copyright, denn seien wir ehrlich: Hätten die Juden ihre Torah rechtzeitig mit einem Copyright belegt, dass Christentum in seiner heutigen Form hätte es vor Gericht schwer. “Herr Richter, es ist eindeutig, dass der Gott, den Jesus Christus als seinen Vater benennt, der Gott des Alten Testaments ist, einem Text der zu einem Großteil 1:1 aus unserer Torah übernommen wurde, ohne dass wir Lizenzgebühren dafür gesehen haben… damit ist das Neue Testament eindeutig eine illegaler Bruch unseres Copyrights, da er als Fortsetzung einer Geschichte fungiert, deren Rechte bei meinem Mandanten, Herrn Moses, liegen und nicht bei den Angeklagten.”
Anyway, in einem geschickten legalen Schachzug legte der Verleih fest, dass Krieg der Welten vor dem offiziellen Starttermin nicht rezensiert werden durfte. Wer es doch tat, wie etwa der der Filmdienst, riskierte ernste Vertragsstrafen. Ja, so ist er, der gute Tom… tatsächlich ein Action-Star seines eigenen Lebens (live). Da wo der Durchschnittsdeutsche schon Probleme hat sich in der Halbzeit von Deutschland – Tunesien aufzuraffen um ein Bier aus dem Kühlschrank zu holen, da ist Dr. Cruise in der Lage zeitgleich öffentlich die schönste Romanze seit dem Hitler-Stalin-Pakt zu zelebrieren (halt! Das war ein Nazi-Vergleich! Sowas machen wir hier nicht…)… die schönste Romanze seit Dieter Bohlen und Verona Feldbusch zu zelebrieren, für die ehrlichste und freundlichste Religion der Welt zu missionieren, nebenbei noch persönlich hunderten Drogensüchtigen zu helfen von ihrer Sucht runterzukommen, die Pseudowissenschaft der Psychatrie als den Nazischweinkram zu enttarnen, der sie wirklich ist und außerdem noch an einem Film mitzuwirken, der die Pressefreiheit in Deutschland fördert… und all das während er “passionate about life,” ist, das ist schon wirklich großartig. Da können wir doch gar nicht anders als Prof. Dr. Cruise zu unserem LdM zu machen.
Und nachdem er damit jetzt die zweitprestigeträchtigste Auszeichnung der Welt erhalten hat (immerhin sind alle Mitglieder des Vergabekommittees mindestens OT – XV und damit so “clear” wie es nur geht) würden wir sagen, hol die Thetanen aus den Silikonbusen von Jürgen Drews Ehefrau und dir so den Titel als “König von Mallorca” und dann, wenn du das alles geschafft hast, setz dich zur Ruhe und verschwinde in der Versenkung. Denn besser wird es nicht mehr. Aber für deine unehrmüdliche Arbeit und deine großartigen Leistungen sei dir hiermit von der ganzen Agitpop GmBH & Ko KG gesagt: Herzlichen Glückwunsch, Tom.
Herzlichen Glückwunsch und ALL HAIL XENU!
Losers’ Corner: Wir müssen draußen bleiben
Gysis Gehirn: In jedem großen Mann steckt auch ein großes Gehirn. Und während sich der langweilige Rest der Presselandschaft darum sorgte, welche Funktion Gregor Samsa gegenüber Herrn Lafontaine einnehmen würde (Chauffeur, professioneller Speichellecker, parteiinterner Dagegenseier), wusste die ZEITUNG was wirklich zählt: Gysis graue Zellen. Und die schwarzen Flecken. Worauf hin sich relevante Fragen ergaben wie: Ist Gysis gesund genug um zu kandidieren? Hat sein Leib- und Magenarzt die CAT-Scans gegen Gysis Willen herausgegeben? Ist das überhaupt Gysis Gehirn, das wir da sehen? Und falls ja: Wird Gysis Gehirn bei der Bundestagwahl gegen seinen Körper für die CSU antreten? Fragen über Fragen, die uns tierisch bewegt haben. Leider ist diese Stadt nicht groß genug für zwei Politikerhirne und wenn es darauf ankommt, dann bewegt uns Hitlers Schädelfüllung im Glas doch noch mehr als Gysis Gehirngrütze. Der Brainiape ist dann halt doch toller als eine ZEITUNGs-Schlagzeile. Gehirn, aber keine Nazigröße? Dann auch kein LdM.
Der Grand Prix von Indianapolis: Na also, Michael Schumacher kann doch noch gewinnen. Alles was es dazu braucht ist ein Starterfeld von weniger als sieben Autos. Und endlich waren die Zuschauer mal in den Rennprozess eigebunden: Schafft es jemand, einem der Piloten eine Wasserflasche an den Helm zu donnern und ihn so in die Wand krachen zu lassen? Die Antwort ist: Nein. Für Spaß und gute Laune war trotzdem gesorgt, spätestens als Ralf “Porno-Ralle” Schumacher via Telephon anfing die RTL-Kommentatoren und Ferrari-Apologeten live und in Farbe als inkompetente Deppen rund zu machen. Unvergessen auch der Moment des Jordaniers (oder wie auch immer man die Jordan-Piloten nennt), der sich freute dass er endlich mal auf dem Treppchen landete, seine Champagnerflasche ordentlich schüttelte, bereit war alle anderen einzusauen… und dann feststellen musste, dass der Rest der “Gewinner” sich wegen der ziemlich unschönen Buh-Rufe schon wieder vom Podium verabschiedet hatte und er nun alleine da stand. Trotzdem: Ein Formel 1-Rennen, bei dem niemand ausscheidet? Nachdem Michael Schumacher und Rubens Barichello uns mit ihrem Beinahecrash den Mund so wässrig gemacht haben? Das ist doch tierisch langweilig. Und darum auch nicht LdM.
Bill Gates: Von Microsoft ist man Service und Qualität gewohnt, egal ob es nun leicht zu bedienende, qualitativ hochwertige und stabil laufende Software ist oder ein fairer und anerkennender Umgang mit der Konkurrenz und den Kritikern. Aber jetzt müssen wir Microsoft wirklich Respekt zollen, denn wie kein anderer setzt sich die sympathische, kleine Kompanie dafür ein, dass sich China zu einem modernen und weltoffenen Staat entwickelt, in dem es keine Tabus gibt. Und da kann man es einfach nicht zulassen, dass dieses zarte Pflänzchen Hoffnung von irgendwelchen Anarchisten und Terroristen zerstört wird, die in ihrem Blog mit Hassparolen wie “Demokratie”, “Menschenrechte” oder “Tibet” um sich werfen. Damit ist wieder mal bewiesen: Moral und Ethik stehen für Microsoft an erster Stelle… gleich nach Geld machen, die Kunden ausspionieren, kleine Welpen anzünden, Satan lobpreisen und allem anderen. Aber nach allem anderen kommen sofort Moral und Ethik. Wenn wir Nazi-Vergleiche machen würden, dann würden wir dieses Bild hier verlinken. Da wir so was aber nicht machen, wissen wir nicht, wie wir damit umgehen sollen. Auf keinen Fall indem wir Bill Gates zum LdM machen. Nächster.
Michael Jackson: Swan, swan, hummingbird. Hooray we’re all free now. Hat es geschafft in so ziemlich jedem Anklagepunkt freigesprochen zu werden, was uns unglaublich bewegt hat. Wirklich. Immerhin haben wir jeden Tag vor Jacko – Der Prozess gehangen, uns die Debatte um den Jesussaft angehört und die Frisur des Chefanklägers bewundert. Es ist schön, dass ein so klares Urteil gefällt wurde. Denn wenn man den Geschworenen in einem Staat, in dem O.J. Simpson zeitgleich sowohl schuldig als auch unschuldig sein kann und in dem Mr. “Phantom Kommando” zum Gouverneur gewählt wurde, nicht trauen kann, wem kann man denn dann noch trauen? Damit kann die Karriere des großen, alten Mannes des Pop ja jetzt wieder richtig durchstarten. Michael sieht immerhin ziemlich fit aus… halt, das war ja LaToya… das hier ist Michael. Kein unheimlicher Kinderschänder, sondern einfach nur unheimlich. Aber, durch den Freispruch wird Charles Manson weiterhin ziemlich alleine im H Hochsicherheitstrakt des Corcoran State Prison einsitzen. Dabei hatten sich schon hunderte TV-Kommentatoren und Late-Night-Talker auf die “Charlie & Jacko”-Witze gefreut. Wer diese Menschen so kläglich hängen lässt und sich so unsozial verhält, den machen wir garantiert nicht zum LdM.














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